Cocktails & Cigars

LitfassSäuleAktuell suche ich eine schöne Location die man am Wochenende mal unsicher machen kann. Eine normale Gesprächslautstärke sollte möglich sein, Cocktails und Drinks sollten kein schwarzes Loch in die Haushaltkasse sprengen und das Ambiente darf ruhig „anders“ sein … und das alles hier in Köln. Grundsätzlich erstmal kein Problem – denkt man. Aber in Wirklichkeit ist man als Kölner völlig reizüberflutet – man gehe nur mal Freitagabend die Ringe hoch und runter – grau-en-haft!

Nun starre ich an fünf von sieben Tagen die Woche auf eine Litfasssäule. Das sind die antiquierten runden Fässer auf die Hinz und Kunz (und manchmal auch Kölner Außenwerbung) Plakate anbringen, welche mein Handeln und Denken beeinflussen und vor allem meine Träume heimsuchen. Letzten Sommer klebte da 2 Monate lang in Übergröße das Konterfei von Will Smith in Bad Boys II :lol: – seit nunmehr 3 Wochen sind es nun aber nur Peter Maffay und Beethoven.

MadoLoungeSeit rund 2 Wochen klebt dort auch dieses rote Plakat, welches für die „Mado Lounge“ wirbt. Auf dem Weg nach Hause fahre ich mit der Bahn immer an dem Laden, der sich „Cocktail & Cigarbar“ schimpft, vorbei und muss sagen, dass er von außen mehr her macht, als die olle Biker-Pinte, die vorher die Räumlichkeiten inne hatte. Nach 5minütigem Eintippen von allen möglichen Domain-Kombinationen wie mado-lounge.de, madolounge.de, madolounge.info etc. fällt mir dann der große Hinweis madolounge.com auf dem Plakat auf – ja, ja, sekundäre Wahrnehmung eben.

Was soll ich sagen – einen derart miesen Webauftritt als Werbemaßnahme zu nutzen und dann auch noch die ganze Innenstadt mit der Domain zuzuflastern ist so, als wenn man 3 Tage nach der Eröffnung das Mobiliar verschenkt und Konkurs anmeldet. Mann, Mann, Mann (korrigiert nach Frau Nellys Hinweis)! Ich bin trotzdem mutig und klicke mich durch die Seite. Getränke sind sagenhaft günstig – so kostet z.B. ein Kölsch 99 Cent und Caipirinha gibt es schon für 3,99 Euro. Außerdem gibt´s verschiedenste Zigarren und Shishas mit den üblichen Geschmackrichtungen. Die Fotos der Einrichtung sind nichts sagend, allerdings auch bei Tageslicht aufgenommen, was also rein gar nichts über die tatsächliche Atmosphäre aussagt. Größe vermitteln die Bilder auch nicht, aber zum Schluss geht es ja um den Flaire, den so eine Bar rüber bringt und nicht um riesige Säle, hochkarätige Designermöbel und aufgeblähte Besucher.

Ich glaub, das sollte man am Wochenende mal versuchen. Bei der Gelegenheit sollte man in einem Nebensatz noch schnell einen neuen Webauftritt mit verkaufen, so zwischen der Bestellung der Shisha und einem Caipi – vielleicht.

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16 Kommentare

  1. Es ist immer noch unglaublich wie wenig Bedeutung manche Geschäftsleute scheinbar ihrer Internetpräsentation beimessen…

    Wenigstens haben die Betreiber der Bar erkannt, dass es sinnvoll ist, Preise, Bilder und ähnliches auf der Seite unter zu bringen.

    Achso, und… Erster! (Ich weiß, ich bin albern)

  2. Wie grausam ist das denn? Das macht ja ein blinder Dreijähriger ohne Arme und Beine besser… *g*
    Sorry. Aber die Site ist echt *würg*
    Wobei ich eigentlich immer froh bin, wenn überhaupt erstmal ein Webauftritt existiert. Mehr drauß machen ist hinterher einfacher als dieser erste Schritt. Gleich richtig und schön wär latürnich das Beste, aber man kann ja nicht immer gleich alles sofort haben wollen ;-)

  3. Herr R. – richtig, wenn ich die Spritkosten für die halbe Weltreise nicht rechne, dann wäre der Caipi wohl tatsächlich kostenfrei ;)

  4. in köln kann man doch so schön ausgehen. rose club, underground, prime club, e-werk, live music hall…wer braucht da noch cocktails ;)

  5. „Rose Club“ is ne Bruchbude und hat zu junges Publikum, genau wie der „Prime Club“. E-Werk und Live Music Hall kommt immer auf das Programm an – aber grundsätzlich gilt: Ich hasse Discos oder Lokale mit übermäßig lauter Musik.
    Bars und Cafés (z.B. Poco Locco oder Irish Pub) sind eher meine Welt.

  6. aber bruchbuden sind toll. ;) na gut, bei zu lauter musik sicherlich weniger zu empfehlen. ansonsten kenn ich in köln wenig. außer einer sportsbar mit einem kellner namens mariodarling, der uns nett umsorgte. „cola groß oder klein, with or without ice, strohhalm dazu?“ da gabs auch gute cocktails glaub ich. aber ob sowas jetzt wieder für eine frau ist, wenn fußballspiele von den wänden flimmern? ;)

  7. autschi.
    augenkrebsgefahr.
    vielleicht sollteste du denen deine dienste anbieten.
    im austausch könnten sie dir ne party sponsorn.
    nur so ne idee.
    schöntagnoch.

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