Auf gute Nachbarschaft

Eine grauenvolle Nacht liegt hinter uns. Bis zwei Uhr nachts haben unsere „neuen“ Nachbarn sich abwechselt angebrüllt, Türen und Fenster geschlagen und ferngesehen. Letzteres so laut, dass die ganze Straße etwas davon hatte. Mit offenen Fenster bei 10 Grad Außentemperatur. Natürlich war die Filmwahl passend zum vorangehenden Streit, sprich man hörte eine Frau kreischen, als wenn sie wie ein Schwein abgestochen würde, dazwischen Rufe „Maus, guck Dir das an!“ – „Nein, ich will nicht!“.
Da zu unserer engeren Nachbarschaft auch eine menge Kinder zählen, will ich gar nicht wissen, wie grauenvoll diese Nacht für die Zwerge gewesen ein muss.

Vor lauter Erschöpfung sind wir dann eingeschlafen. Irgendwann ist der Akku einfach richtig leer. Aber wie bei einem Handy funktioniert auch bei uns der Alarm ohne Akkuleistung, so dass wir um 3 Uhr wieder aufschraken, als es an der Tür klingelte. Im Hausflur brannte Licht, wir lauschten kurz, als aber nichts weiter geschah haben wir das ganze einfach ignoriert und uns wieder dem Aufladen unseres Akkus gewidmet.

5 Uhr: erneut klingelt es, diesmal gleich zweimal. Wir sitzen natürlich wieder kerzengerade im Bett und sehen uns durch da Dunkle hinweg an. „Was war das? Wer ist das? Gehst Du gucken?“ – Wir entschlossen uns erneut, nicht zu reagieren, da es weiterhin still blieb und keinerlei Anstalten gemacht wurde, erneut zu klingeln, zu rufen oder zu klopfen. Bis 6 Uhr habe ich dann wach gelegen und überlegt, was denn möglicherweise der Grund für diese späten Klingelattacken gewesen sein könnte.

Mögliche Szenarien:

  • Besoffene spielen äußerst amüsiert Klingelstreiche
  • Nachbarn sind sauer, weil meine Mutter mittags zu Besuch war und „Ruhe da draußen!“ rief, als die Musik ans Limit gedreht wurde.
  • Das Haus brennt
  • Der Keller ist voll Wasser gelaufen
  • durch das Abluftrohr meines Trockners ist Wasser in die Maschine gelaufen. Diese brennt nun!
  • jemand denkt, wir wären die Nachbarn und will sich fälschlicherweise bei uns beschweren

Egal was es war. Diese Nacht war für den Allerwertesten. Ich bin gerädert, als hätte ich die Nacht durchgemacht und dementsprechend ist auch meine Laune. Wieso müssen eigentlich die einzigen Idioten im Viertel ausgerechnet direkt neben uns wohnen??? :schnarch:

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14 Kommentare

  1. Ui… Ich habe immer gedacht, dass wenn man seine klaeffende Nachbarstoele los ist und der Nachbarsjunge keine Raeder mehr an seinem Plastik-Elektro-Motor(drei)rad hat, dass man dann seine Ruhe hat…
    Aber da habe ich mich wohl geirrt.

    Btw: Muss das jetzt nicht in einen anderen Blog?
    Oder sind Sie so verschlafen… aeh… ich meine unausgeschlafen:schnarch:, dass Sie den Blog-Swap vergessen haben?

    Gruß

  2. das nicht öffnen der tür finde ich feige. natürlich möchte man stress aus dem weg gehen. aber wenn jemand um 3 uhr morgens derart in meine privatsphäre eindringt, wäre es mit der freundlichkeit vorbei.

  3. Herr T.

    @Observer (5)

    Verwaltet hat das gestern (also noch vor Blogswap) selber eingetragen.
    Die Erklärung liefert Fr. Pia ja in (7).
    Die Nacht scheint ihr wirklich zugesetzt zu haben :schnarch:

  4. Ich könnte natürlich wieder auf die ernormen Vorzüge von Handgranaten zu sprechen kommen, aber solche Probleme sind mir nicht unbekannt. Hatte mal so nen angestaubten Opi als Nachbarn genau unter mir. Bis zwei Uhr Nachts und ab fünf Uhr früh hat der seinen Fernseher auf Anschlag gedreht. Wenn dann einer von uns runter ist, um bei ihm zu klingeln, hat er nie aufgemacht. Aber er hat sofort den Fernseher leise gedreht. Er wusste also schon warum es bei ihm klingelt.:mad:

  5. […] Kann man bei Frau Pia lesen, wie schlecht es sich in der Stadt in großen Häusern schläft, so ist man hierzuorts davon doch recht sorgenfrei. Ab und an mal ein Notarztwagen, weil in der Nachbarschaft jemand das Zeitliche zu segnen bereit ist oder ein Roller-Geprolle eines ralligen, pickligen Teenies, ansonsten Ruhe. Und das, obwohl ich mit offenem Schlafzimmerfenster, Richtung Hauptstraße schlafe. […]

  6. Wir haben einen Nachbarn der gerne einmal nach der Rückkkehr von der Nachtschicht, oder was auch immer er unter der Woche bis um 04.00 Uhr macht und am Samstag oft bis 06.00 Uhr, seine Platten-/CD-Sammlung durchtestet. Klopfen oder andere Beschwerdeformen (Zettel oder ein persönliches Gespräch) nutzen nichts, er braucht die Ablenkung!
    Neuerdings wird der nachbarliche Geräuschpegel durch eine Frauenstimmer verstärkt, was da so abgeht möchte ich hier keinem zumuten. Ich hoffe die neuen Nachbarn entwickeln sich nicht ebenso bei Euch.

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