Bis einer heult! • Einen auf jeden Monat - Prost!
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30. Dezember 2005 | Pia Drießen

Einen auf jeden Monat – Prost!

Silvester 2002 verbrachte ein Großteil unserer Familie gemeinsam in Holland in einem riesigen Haus.
Da waren …

  • meine Schwester mit Mann und 2 Kindern
  • mein Bruder mit Tochter
  • meine Eltern
  • meine Oma
  • meine Tante mit Mann und 2 Kindern

Ich selber fuhr erst am Silvestermorgen hin, um am nächsten Tag wieder Heim zu fahren. Nach viel Geböller und Sekt verschwanden gegen 1 Uhr nahezu alle im Bett. Zurück blieben mein Bruder, mein Schwager, ich und eine Flasche Schnaps.

So saßen wir nun da und beschlossen auf jeden Monat des vergangenen Jahres einen Kurzen zu trinken. Wir suhlten uns also im puren und reinen Selbstmitleid, jeder musste seine Horrorgeschichte zum betreffenden Monat erzählen, dann wurde geprostet und das Zeug runter geschüttet.
Ab Juli wurden die Geschichten länger und die Köpfe schwerer, aber wir hielt durch. Das zweite Halbjahr 2002 war meins, denn ab August konnte ich in jedem Monat mit wirklich dramatischen und beschissenen Erlebnissen aufwarten.

*PROST und SCHLUCK*

Da sich gegen Oktober dann die Flasche ihrem Ende entgegen neigte, bekam der mit dem beschissensten Erlebnis ein volles Glas, die anderen beiden nur ein halbvolles.

Eigentlich trank ich die restlichen Monate 2002 jedes mal ein volles Glas, erntete „Boah!“s und „Echt?“s und verständnisvolles, mitfühlendes Kopfnicken für meine Erzählungen.

Nachdem der Dezember 2002 durchexerziert war und die Flasche geleert, entschieden wir uns gegen 4 Uhr ins Bett zu gehen. Ich stand auf, verabschiedete mich und ging also in mein Bett.

Mein Bruder und mein Schwager erzählen seither zu jedem Silvester, dass ich 12 Schnäpse getrunken und dann aufrecht mit einem freundlichen „Geruhsamen Nacht euch Beiden!“ ins Bett gegangen bin, während die beiden kaum die Treppe hochkamen.

Ich glaube inzwischen ernsthaft, dass wenn es einem richtig beschissen geht, auch der stärkste Schnaps das ganze Drama nicht mehr verschlimmern kann. Schnaps ist der Teufel und ich habe ihn quasi an Erfahrung übertroffen.

Dieses Jahr gibt es keinen Schnaps. Dieses Jahr war ausnahmslos gut. Dieses Jahr war sehr glücklich.
Kommendes Jahr gebe ich noch ein wenig mehr Gas und schalt mal in den nächsten Gang.

Da geht was, sagt mir meine innere Stimme …

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Manu / Dez 30 2005

    Der Schnaps klingt ja fast nach einer Rüge. Du brauchst guten Schnaps, dann ist es eine helle Freude. ;)

    An dieser Stelle also einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Spaß beim Feiern! :ja:

  2. Legolas / Dez 30 2005

    Das nenne ich mal eine interessante Silvestertradition. Besser als das doofe Bleigiessen :D

  3. Danny / Dez 31 2005

    Das Wundersamste an deiner Geschichte finde ich jedoch, dass ihr euch um 1Uhr noch erinnert, was in den jeweiligen Monaten passiert ist. Ich würde alleine bis 4Uhr da sitzen um alles zusammen zu kriegen.

    Von der Idee finde ich’s nicht schlecht. Für jeden schlechten Monat sollte man ein Glas Schnaps kippen und für gute Monate? Wenn man da was Angenehmes findet, kann man doch die Tradition überleben lassen.

  4. Mainbube / Dez 31 2005

    Eine ähnliche Geschichte habe ich einmal von einem Freund gehört die beschlossen hatten für jeden Monat eines vergangen Jahres eine Flasche Rotwein aus Schwiegervaters Weinkeller zu öffen und zu probieren. Die fröhliche Runde hat dies auch durchgezogen, als am nächsten Morgen Schwiegerdad in seinen Weinkeller kam und eine Flasche Sekt fürs Frühstück holen wollte hat er einen ganz schönen Schreck bekommen. Nicht jede Flasche wurde ausgetrunken, aber es wurden wirklich zwölf Pullen geöffnet.

    Guten Start ins neue Jahr wünscht der Mainbube!

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