Bis einer heult! • Düdelüdelü
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31. Mai 2006 | Pia Drießen

Düdelüdelü

Einen Trend, den ich im Leben nicht nachvollziehen kann, ist es, ein MP3 fähiges Handy zu besitzen und mit diesem dann morgens um halb neun in der Bahn laut türkischen Pop zu hören. Ohne jetzt verallgemeinernd zu wollen, aber wieso ist es meistens türkischer Pop, der durch die Gänge schallt?

Dazu könnte man jetzt diverse Theorien herleiten, die alle nicht bewiesen und zu sehr hohem Prozentsatz völlig albern wären. Gut finde ich jedoch den Gedanken, dass der Durchschnitts Bahnfahrer sich entweder für seine Musik schämt oder einfach zu doof ist mit einem Handy Musik zu hören.

Ich würde definitiv zur zweiten Gruppe gehören. Auch wenn ich für eine Frau relativ technikaffine bin und meine gesamte Familie der Meinung ist, die Pia wird schon wissen wie das geht: von Handys habe ich gar keine Ahnung.

An und aus geht gerade so. Inzwischen beherrsche ich auch das flotte Schreiben von SMS, lehne SMS Schreiben aber eigentlich ab und nutze dies nur für kurze und knappe Infos. Unterhaltung oder gar Diskussion per SMS gibt´s bei mir nicht. Kinderkram. Ein Anruf ist im Regelfall günstiger und weniger missverständlich.

Sollte man mir also eine SMS übermitteln, die keinen wahren Inhaltsgehalt hat, dann wundern Sie sich bitte nicht, wenn ich Ihnen nicht antworte. Ich reagiere auch nicht auf SMS die von unbekannten Nummern eingehen, oder ein stupides „Na, wie geht´s Dir?“ enthalten. Hier meine allgemeingültige Antwort auf so was: Danke gut. Tschüss.

Entgegen vieler Vermutungen habe ich auch keine Ahnung von Polyphonen Klingeltönen oder Abo-Anbietern. Auf Fragen wie: „Wo bekomm ich denn den und den Klingelton?“ erkläre ich Ihnen genauer, wo es am Kölner Hbf den besten Kaffee gibt, ob der klingelt wage ich zu bezweifeln, aber man kann ihn sich sicher prima übers Handy kippen.

Ein wahrer Horror sind für mich ja Situationen, in denen ich mich tatsächlich und bewusst mit der Neuanschaffung eines Handys beschäftigen muss. 1. gibt mein Handy langsam aber sicher den Geist auf und 2. ist es auch einfach schon alt und eine Vertragsverlängerung steht an.

Damals©, als ich mein erstes Handy bekam, war das alles noch so einfach. Rein in den Laden, einen von drei Tarifen aussuchen, eins von drei Handys aussuchen, 1,59 DM auf den Thesen legen und Handybesitzer sein.

Heute muss man hunderte Tarife durch wühlen und verstehen, hunderte Handymodelle vergleichen und zum Schluss doch noch 59 Euro auf den Tisch legen.

Ich gebe offen zu: ich hab ein wenig Angst, was die Handy-Zukunft so mit sich bringt und ob ich es in 5 Jahren tatsächlich noch schaffe meinen Herrn H. kurz anzurufen, um ihm zu sagen, er soll schon mal das Nudelwasser aufsetzen.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Letta / Mai 31 2006

    RICHTIG, das musste mal gesagt werden. Danke Pia :ja:

  2. eco / Mai 31 2006

    Hmm, ich bin ja auch einer dieser Handy-MP3-Hörer- Allerdings kein Türkisch-Pop. Bei meinem Sony-Ericsson D750i geht das aber auch watschneinfach. Wenn Sie also ein intuitiv zu bedienendes Gerät suchen, dass keine Wünsche offen lässt, kann ich es (bzw. das K750i) empfehlen. Aber am besten einfach mal im Laden ausprobieren. Die Handys der Zukunft werden übrigens in den Schädelknochen implantiert. Man wählt in Gedanken. Pech werden Sie haben, wenn Sie eine der ersten mit so einem Teil sind. Denn wenn man heute schon mit einem Bluetooth-Headset riskiert wegen Selbstgespräche in die Klapse zu kommen – damit passierts mit Sicherheit :grin:

  3. nils / Mai 31 2006

    ich habe gedacht, das laut musik aus dem handy handy hören währe ein hamburger phänomen.

    gut, dass wir nicht alleine leiden müssen

  4. marcc / Mai 31 2006

    Ja, früher, da war die Jugend noch rebellisch. Der Ghettoblaster auf den Schulten ließ jedem mit vollem Bass am Musikgenuss teilhaben. Das war zwar nervig, hatte aber noch Klang. Heute kommt Gekrächze aus fiepsigen Handy-Lautsprechen. Aushilfsrebellen, pfff.
    :wink:

  5. dfusion / Mai 31 2006

    @nils
    Nein, auch in Duisburg

    Es nervt einfach… ich rüste schon zum mobilen Hifi-Lautsprecher. mit Akku-Pack im Rucksack, auf. Schießt mir morgens nochmal einer quer gibt es Rock oder Metal auf die Ohren, bis diese bluten, oder der Hip-Hopper oder Turk-Pop die Bahn verlässt…
    Es gehört sich einfach nicht andere mit dieser übersteuerten Musik zu nerven :mad:

  6. Bina / Mai 31 2006

    Das Problem kenne ich nur zu gut. Nicht nur das mit der türkischen Popmusik, auch das mit dem Handy-/ Tarifdschungel. Und nicht nur Kaffee, auch Salatdressing lässt sich wunderbar über das Handy kippen. Und deshalb bin ich jetzt im Besitz eines ganz besonders tollen UMTS-Handys mit tausenderlei Schnickschnack, den ich niemals brauchen werde. Und das nur, weil ich im Laden irgendwann so verwirrt war, dass ich mir zu guter Letzt irgendwas habe aufschwatzen lassen. Was gäbe ich für mein altes Handy, damit ließ es sich so wunderbar telefonieren und simsen…

  7. ftf / Mai 31 2006

    Ich muss zugeben ich bin auch einer dieser Handy-Musikhörer,
    allerdings benuntze ich dafür kopfhörer, so wie es sich gehört.

    Ich kann nicht verstehn wie manche Leute ihren Mitmenschen
    ihre Musik förmlich aufdrängen.

    Und warum Musik aus dem Hady? Weniger zum rumschleppen
    ist immer gut. Statt mp3-Player und Handy und Kamera, nur
    noch ein Gerät, da liegt die Zukunft.

  8. Holger Ehrlich / Mai 31 2006

    „Auch wenn ich für eine Frau relativ technikaffine bin… “ – bitte? Wollen Sie andeuten, daß Frau und Technik sich nicht vertragen? Seltsam, immer wenn ich das behaupte, stehe ich als DER frauenfeindliche Chauvi dar…
    Ihr Mißfallen an modernen Handys teile ich allerdings. Mein Handy-Händler sah mich an als käme ich fellbehangen mit einer Keule direkt aus dem Neadertal als ich ihm sagte, ich wolle mit meinem Handy nichts weiter als telefonieren, das allerdings in bester Tonqualität. SMS, MMS, MP3, DVB-H und was es noch so an angesagten Akronymen gibt, interessiert mich überhaupt gar nicht. Ich will auch keine Videokonferenzen in der Straßenbahn abhalten – ich will nur ab und zu mal telefonieren. Ein passendes Handy war nicht leicht zu finden…

  9. Andreas / Mai 31 2006

    Ich verstehe auch nicht so wirklich, wie man mit dem moblen Nerventöter auch noch versuchen will, „Musik“ zu hören. Für sowas hab ich meinen ollen MP3-Player von TrekStor. Da passt dann mit 1GB auch ungefähr das 30fache an Dateien drauf, was mein 6230i maximal tragen könnte. Aber es kann im Notfall auch MP3s abspielen, wie es beweist, wenn es mal klingelt. („puls“ von zweipol, nette kleine Kölner Band.)

    Aber falls Interesse besteht (und sie, wertes Fraulein Pia einen neuen Akku auftreiben können) – ich habe da noch irgendwo ein klassisches 3210, welches meine Anforderungen von Anno 2000 erfüllte – telefonieren, SMS tippen möglich und gute Wurfeigenschaften kombiniert mit passender Masse. ;-)

  10. marcc / Mai 31 2006

    Mein Sony Ericsson S700i schluckt nur einen 128 MB-Memory-Stick und ist daher keine echter mp3-Player-Ersatz. Inzwischen hat Sony ja gelernt und seine mp3-fähigen Händies „Walkman“ getauft und viel Speicher dazugepackt.

    Auch wenn die 128 MB für Bus- und Straßenbahnstrecken reichen, taugt das Handy nur bedingt, denn der Ohrhörer ist ein proprietäres Teil von Sony, der zudem sehr leicht aus der proprietären Buchse rausrutscht. Aber ich mag es eben nicht, wenn das Ding in der Tasche dann losquäckt. Und dann hat das Handy keinen Sleep-Timer, weswegen Musik zum Einschlafen hören nicht geht, erstens dudelt es die ganze Nacht durch, zweitens ist am Morgen der Akku leer.

    Vielleicht ist das jetzt bei neuen Sony-Handys aber alles anders.

  11. Herr M. / Mai 31 2006

    Das Problem mit dem Handy-Krach gibt es auch in Stuttgarter U-Bahnen. Es nervt total. Und dennoch sagt irgendwie keiner etwas, wenn dieses Gekrächze durch das ganze Abteil dröhnt. Ich werde mich demnächst aufmachen einen Sender eines Signals zu entwickeln, dass solche Handies lahm legt. Ganz einfach.
    Ich hätte wahrscheinlich nicht den Drang nach Aufmerksamkeit in mir um mein Handy in dieser Lautstärke vor sich hindudeln zu lassen. Am besten sind ja dann noch die Plakate in unserer Bahn, die einen i-Pod-Hörenden Jugendlichen zeigen mit der Überschrift darauf: Wie würden Sie es finden, wenn Ihr Nachbar seine Zeitung laut liest. Pfff. Ipod-Stöpseln sind ein Witz gegen die Lärmbelästigung dieser Handy-Fuzzis. Diese Funktion gehört augenblicklich aus allen Handies entfernt.

  12. Anne / Mai 31 2006

    Da bin ich ja beruhigt, dass ich nicht der einzige Handy-Idiot bin. Ich kann damit telefonieren und SMS schreiben. Das war’s. Und SMS nutze ich nur sehr selten und bin auch nicht wirklich schnell dabei.

    Ansonsten bin ich ja nun wirklich ein Technikfreak und hab sehr gerne technisches Spielzeug aller Art, aber die Handy-Begeisterung hat mich (zum Glück?) noch nicht ergriffen. Meines ist auch schon fast vier Jahre alt… und kann auch fast nix (jedenfalls nicht, dass ich wüsste).

    Nur meine Klingeltöne hab ich selbst komponiert. Weil’s Spaß gemacht hat. Das macht auch insofern Sinn, als dass ich am Klingelton höre, ob es ein Anruf oder eine SMS ist.

    Im Übrigens find ich mein Handy in den Weiten meiner Tasche auch nie. Also ruhig länger klingeln lassen.

  13. SyrelSnyr / Mai 31 2006

    So weit muss es ja nu nicht gehen, Herr M. Aber der Lautsprecher gehört bei der MP3-Funktion definitiv herstellerseitig verboten. Welches Endgerät dann letztenendes an den Ohrsteckern steckt, ist doch relativ egal, oder?

  14. Herr Timo / Mai 31 2006

    Oh ja und hier in Berlin sind sie auch lautstark vertreten!
    Meine Theorie ist ja, dass es ein komplizierter Vorgang innerhalb des Balzverhaltens der menschlichen Kreaturen darstellt.

    Und man muß den Jungs auch das eine echt lassen: Mut haben sie schon. Ich würde unter permanenten Schweißausbrüchen leiden, wenn ich nur einmal so cool sein könnte und auch die „neidischen“ Blicke derer, die nicht mit ihrem, nennen wir es „Getthoblasterhandy“ durch die Gegend laufen, kassieren würde.

    Helden sind das! Wahre Helden und ich bleibe bei meinem Vorschlag, dass sie auch Gema Gebühren bezahlen sollten, wenn sie schonmal die ganze Bahn damit beschallen :wink:

  15. Tobias K. / Mai 31 2006

    Hm… ich glaube es ist nicht nur türkischer Pop… es ist auch arabischer drunter, wir können das nur meist nicht auseinanderhalten. ;-)

    Und ich finds auch lästig, aber mich störts nicht (verquer, ich weiß) – was mich stört sind die Typen, die in Bonn in den Zug einsteigen und dann mit Akkordeon, Tuba und Gesang durch die RE-Abteile ziehen *aaaaaaaaaaargh* :notfunny:

  16. Andreas / Mai 31 2006

    @15, Tobias: Sowas verpasse ich, weil ich zumeist von Siegburg aus mit der S-Bahn fahre? Hm…

  17. Tobias K. / Mai 31 2006

    Am übelsten find ich ja, dass die das machen um GELD zu bekommen. – Ich habe nichts gegen Straßenmusikanten. Wenn in Bonn die Jungs mit Akkordeon und Tuba die Toccata spielen, bin ich begeistert. Ebenso bei der jungen Dame die die kleine Nachtmusik auf ihren 50 Gläsern spielt. Dann kann ich nämlich hingehen, wenn es mich interessiert – und dann sogar Geld in den Hut schmeißen. Und wenns mich nicht interessiert, dann geh ich halt. Aber wenn die im Zug direkt zu mir kommen um ihre Polkaversion von MyWay zum Besten zu geben zuckt meine Hand immer Richtung Notbremse. – Das ist ja als ob man im Dunkeln vergewaltigt wird und bezahlen soll, nur weil die Dame glaubt, sie wäre eine Prostituierte… :box:

  18. padre / Mai 31 2006

    Also Sie überraschen mich, Fräulein Pia – bei Ihrem trendtechnischen Interesse gerade im Bereich des innovativen Zeitvertreibs (ohne Ihnen nahetreten zu wollen) hatte ich eine perfekt informierte Edeldesignmobilfunkgerätbesitzerin erwartet. Mit Handytäschchen passend zur Notebooktasche von Bruce. Ich interessiere mich ja sehr für das Nokia 8800 – das hat sogar vier exklusive Klingeltöne, nicht überspielbar, vom Komponisten Ryuichi Sakamoto, der bereits für die akustische Untermalung von „Der letzte Kaiser“ einen Oscar, einen Golden Globe und einen Grammy bekam. Außerdem kann man auch telefonieren.

  19. Herr M. / Mai 31 2006

    Zitat von Herr Timo:
    „Helden sind das! Wahre Helden und ich bleibe bei meinem Vorschlag, dass sie auch Gema Gebühren bezahlen sollten, wenn sie schonmal die ganze Bahn damit beschallen.“

    Das finde ich gut. Sehr gut sogar. Das lasse ich mir umgehend auf ein T-Shirt drucken :roll:

  20. Steffen / Mai 31 2006

    Ich muß mich ja auch mal outen. Mein Handy kann auch MP3s spielen. Wobei ich miestens meinen regulären MP3-Player vorziehe. Ich neige auch nicht dazu ganze Bahn-Wagen zu beschallen, schon gar nicht mit türkischem Pop. Zum Thema Klingeltöne: Wen interessiert es wo es die Teile gibt. Ich habe mein Handy in der Regel in Tasche und den Vibrationsalarm an. Mich nerven nämlich leute, die es erst mal 5 Minuten klingeln lassen, um zu zeigen wie toll ihr neuester Klingelton ist.

  21. Buzz / Mai 31 2006

    Ich besitze so ein neumodisches Handy zum Glück nicht. Da mein altes so langsam aber auch in den Ruhestand treten möchte, sollte ich mir mal Gedanken über ein neues machen.

    Das schlimmste sind ja diese ständigen Tausch- und Klingelorgien in der Berufsschule! Manche Leute leben echt nur für den Klingelton. :shock:

  22. Pat Bateman / Mai 31 2006

    kann mich dem herrn timo und dfusion nur anschließen… wenn die jungen leute hier in den bussen und bahnen meinen, ihr handy brauche frische luft und müsse gleichzeitig hip-hop in miesester klangqualität absondern, dann würde ich da wirklich gerne mal gegenhalten… bloß, wie schon gesagt wurde, mir wär es peinlich :shock: andererseits, tristania ist schon auf dem speicher-chip. ich müßte also nur einmal drücken… :pfeif:

  23. Henning / Jun 2 2006

    Die Frage ist doch, was man morgens um halb neun überhaupt schon in der U-Bahn zu suchen hat. ;-)

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