Bis einer heult! • stöhnen sie lauter. jetzt.
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3. Juli 2006 | Pia Drießen

stöhnen sie lauter. jetzt.

Für den Weg zur Arbeit eine frisch verpackte, also noch nicht geöffnete, Glamour aus unserem Flur aufgesammelt und in meine Tasche gesteckt. Herr H. nennt diese Zeitschriften übrigens „Durchhalteblättchen“, ich hingegen finde den Begriff „Instant-Lebenshilfen“ passenden. Wie dem auch sei, in der Bahn zoppe ich jedenfalls die Glamour aus ihrer lila-auberginefarbenen Umverpackung, in welcher ich dieses Blatt neuerdings immer erhalte. Oho, die Ausgabe von April 2006 … da sieht man mal wieder, wie dringend und nötig ich solche Abos habe.

Das spannendste an der Glamour, sind ihre wirklich neuen und innovativen Sextipps, die ich das ein oder andere Mal ja schon hier thematisiert habe. Was soll ich sagen? Heute spielen wir Karten …

Mischen Sie kräftig durch!
Um neuen Schwung in Ihr Liebesleben zu bekommen, mischen Sie doch einfach mal die Rheinfolge der Stellungen, lassen Sie mal das Vorspiel weg oder verwöhnen Sie sich lange gegenseitig oral.

Bluffen Sie!
Männer sind unbeholfen, was die Bedürfnisse der Frau angeht. Stöhnen Sie daher lauter und lustvoller, wenn er zufällig die richtige Stelle trifft und richtig berührt. Außerdem stimuliert ihr Stöhnen Ihre eigene Libido zusätzlich. Er wird das als Lob auffassen und sich diese Stelle merken.

Liebe Glamour, jetzt mal ehrlich? Wer oder was genau ist eigentlich Eure Zielgruppe? Es kann doch nicht Euer ernst sein, dass Ihr so was als „Tipps die sie süchtig machen“ verkaufen wollt? Das sind ganz schnöde Basics, Dinge, die man sich in der Pubertät selber denken kann, wenn man es nicht vorher schon in der Bravo gelesen hat.

Für mich steht jedenfalls fest, dass Eure Redakteure entweder zu viel Arbeiten müssen, um selber eine atemberaubendes Sexualleben zu entwickeln, oder freie Redakteure sind, die auch für die Bravo schreiben und die Umschläge bei der Deadline vertauscht haben.

Notiz an mich selber: unbedingt dieses Abo beenden! Suche heute noch die Kundennummer!

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Danz / Jul 3 2006

    Link

    sagt das nicht schon alles?

    …..

  2. Christoph H. / Jul 3 2006

    Solche Zeitschriften liegen bei auch haufenweise im Kollegstufenraum. Mittlerweile könnten wir schon eine Liste der 1000 besten Sex-Tipps herausgeben. Für die Freistunde sind aber diese Zeitschriften schon mal ganz lustig.

  3. EmmJay / Jul 3 2006

    Die Autoren dieser Texte sind bestimmt die Sexpartner der Autorinnen, die eben diese Texte für die Men’s Health schreiben. Das würde einiges erklären, aber bei Weitem nicht alles :nein: …

  4. Bina / Jul 3 2006

    Solche „Tipps“ machen wahrscheinlich insofern süchtig, als dass sie doch seit ewigen Zeiten von Frauenzeitschrift zu Frauenzeitschrift und zurück weitergereicht werden. Natürlich werden zwischendurch mal die Illustrationen und die Reihenfolge geändert, der Satzbau und die Wortwahl angepasst. Aber sonst…
    Man muss sich doch nur im Supermarkt nur mal die Titelseiten angucken… Ewig das Gleiche, von den Pseudo-Sextipps über die neuesten Sommerdiäten etc. etc. Und der Suchtfaktor erklärt sich dadurch, dass Frauen immer wieder gerne zugreifen.
    Wobei sich das sicherlich auch 1:1 auf diverse Männerblättchen übertragen lässt…

  5. Christian / Jul 3 2006

    das schöne ist ja – neben disen wirklich aufregenden Tipps – das sie im 3 Monatsrhythmus wiederkommen. Mal unter dem Titel „Jetzt ist Sommer – Zeit für den aufregendsten Sex“, dann im Herbst „machen Sie es sich kuschelig – aufregender Sex wenn die Nächte länger werden“, dann als „Machen Sie doch mal die andere Weihnachtsüberraschung“ (da dürfen die Dessous dann mal rot sein, oho).
    Und so weiter.

    Traurig.

    Machen Sie doch mal was ganz mutiges: Lassen Sie doch mal das Licht an :lol:

  6. Pjöni / Jul 3 2006

    @5: Da sind mir doch glatt die Kinks mit „When I Turn Off The Living Room Light“ eingefallen: :wink:
    Your nose may be bulbous,
    Your face may be spotty,
    Your skin may be wrinkled and tight.
    But I don’t want to see you,
    The way that you are,
    So I turn off the living room light.

  7. Martin S. Hagen / Jul 3 2006

    Ihr versteht den Sinn dieser Artikel nicht:

    Es geht nicht darum, irgendwelches neues Wissen über Sex zu vermitteln. Es geht darum, das Selbstwertgefühl und die Zufriedenheit der Leserinnen zu steigern! Und das macht man am einfachsten, indem man selbstverständliche Banalitäten als bahnbrechende, sensationelle Sextipps verkauft.

    Weil die Leserin dann denkt: „Cool, ich wechsle mit meinem Partner schon bisher immer die Reihenfolge der Stellungen. Das heißt, ich muss eine echte Sexpertin sein, eine Granate im Bett, und mein Liebesleben absolut überdurchschnittlich. Yippieh!“

  8. Pia / Jul 3 2006

    Ach bitte, so dumm ist ja wohl kein Mensch! Wenn man solche Texte ernsthaft so interpretiert, sollte man eventuell lieber Bravo GIRL lesen, oder so …

  9. Tobias K. / Jul 3 2006

    Klingt „Stellungen“ nicht irgendwie sowieso sehr militärisch? Ich ziehe da als Pianist ja „Spielarten“ vor. ;-)

  10. Nick / Jul 3 2006

    :shock:
    Also echt! Das waren die schlechtsten Tips, die ich darüber je gelesen habe! Warum starten die nicht mal ne Aktion, dass die Leser selber Tips einsenden dürfen! Ich wette, das wäre 170x interessanter!:grin:

    Grüße,
    Nico

  11. min / Jul 3 2006

    Oh je Niko, bitte Pia und Co. nicht auf Ideen bringen sonst wird dieser Blog bald FSK 18 :wink:

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