Bis einer heult! • Krieg in Kleinpoddersdorf. Nun dann auch.
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12. Juli 2006 | Pia Drießen

Krieg in Kleinpoddersdorf. Nun dann auch.

Kleinpoddersdorf entdeckt die Werbung, bzw. entdeckt Werbung Kleinpoddersdorf. Und was passiert? Menschenmassen auf den Straßen, Gegen-Demos, „ich hör Dich nicht mehr!“-Drohungen … Straßenkampf. Ich lehne mich zurück, schmunzle und wundere mich, dass man ein und dieselbe Diskussion in diversen Bereichen immer wieder führen kann.

Was ist passiert? Ähnlich wie GoogleAds gibt es nun die AudioAds. Dies ist ein Service bei dem man 1.) kostenfrei seine Podcast-Files hosten kann und 2.) mit einem Spot am Anfang und Ende jeder Podcast-Episode ein paar Cents verdient.

Die Test-Podcaster, die diesen Dienst im Rahmen eines Testmonats ausprobierten, werden nahezu von Kritikern überrannt. Von Prostitution ist da die Rede. Mal wieder. Vom Verrat an der Poddospähre ist da die Rede. Mal wieder.

Und ich stelle fest, dass ich auch diesmal nicht nachvollziehen kann, wieso man einen gern gehörten Podcast abbestellt, nur weil zu Beginn und am Ende ein kurzer Spot gespielt wird. Ich verstehe ja bis heute nicht, wieso man ein Weblog, welches man immer gerne gelesen hat, auf Grund von GoogleAds und anderer Werbebanner nicht mehr lesen will.

Sind wir mal realistisch: Werbung hat nun mal das Internet erreicht und dies nicht erst seit gestern. Jeder von uns nutzt täglich Webseiten, die Werbung schalten. Die Menschen, die behaupten sie täten das nicht, müssen ein sehr begrenztes Surfverhalten haben.

Mir fällt hier das Beispiel des Lesers ein, der mir eine Email schrieb, in der er das Manitu-Banner oben rechts verteufelte. Im Footer seiner Mail stand etwas von super DSL-Tarifen geschrieben. Das lag wohl am Freemailer, den er nutzt. Auch nicht schlecht war der Kritiker in einer Podcast-Werbung-Debatte, der auf seiner eigenen Webseite Werbung für Bücher die er liest bei Amazon macht, natürlich mit eigner Amazon-Partner-ID. Der dumme Leser wird es schon nicht merken.

Wenn man etwas umsonst bekommen kann, dann nimmt man Werbung gerne mal in Kauf. Wenn aber andere etwas dafür bekommen, dass man sich Werbung auf ihrer Seit ansieht, dann sind das ganz böse und korrupte Materialisten. .

Wenn Du etwas bekommst, dann musst Du es wo anders wieder abgeben. Und überhaupt darf man für ein Hobby schon mal gar nichts annehmen, geschenkt bekommen oder gar damit verdienen. Das versaut nämlich den Charakter und die Glaubwürdigkeit, wie wir gelernt haben.

Solltest Du dennoch einmal jemand anderem etwas schenken/spenden/geben, dann mache dies möglichst Publik, damit der blöde Wichtigtuer aufhört überall umher zu laufen und zu verbreiten, Du würdest die Frechheit besitzen „Spenden“ anzunehmen und dennoch gleichzeitig Freeware nutzen, Du raffgieriger Geizkragen.

Inzwischen bin ich über diese ganze Moralapostelei so verärgert, dass ich mir sogar schon überlegte, meine Seite mit GoogleAds zu pflastern und den Podcast mit AudioAds zu fluten. Die Leute, die wegen meiner Beiträge hier vorbei schauen, würden sicher auch weiterhin kommen. Die Leute, die nur klugscheißen und moralaposteln wollen, würden wohl weg bleiben. Das wäre dann aber nun wirklich kein herber Verlust.

Klar ärgere auch ich mich, wenn ich eine Zeitung kaufe und nahezu jede dritte Seite aus ganzseitigen Werbeanzeigen bestehen. In dem Fall habe ich aber auch für die Information Geld gezahlt und nicht, wie es im Internet nun ja Gang und Gäbe ist, kostenlos Informationen erhalten, die von Werbung begleitet werden.

So oder so halte ich dieses ganze Prostitutions-Gerede für einen Wurstkringel. So wird aus zwei Enden ganz schnell mal gar keins!

Es gibt soviel wichtigere Dinge auf diesem Planeten, als die Diskussion, ob jemand mit seinem Blog/Podcast ein paar Cent nebenbei verdient.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Leo / Jul 12 2006

    Ich würde nicht wegbleiben wenn hier alles voller GoogleAds wäre, mein Firefox filtert die raus. Müsste ich deswegen draussen bleiben?

  2. Micha / Jul 12 2006

    …ganz zu schweigen, von den Kosten, die ohnehin entstehen, wenn man Content (in Form eines Blogs oder Podcasts) anbieten möchte oder eben schon anbietet. Ich glaube, selbst bei geschalteten Ads ist man von „ein paar Cent verdienen“ sicher noch weit entfernt, wenn man die eigenen Kosten gegenrechnet. Ich hätte nichts gegen ein wenig Werbung auf einer Seite, es sollte nur nicht so sein, dass die Werbung zum „Haupt-Content“ wird und es eigentlich nichts anderes „wichtiges“ mehr auf der Seite zu lesen gibt… Und ich denke, sowas wäre selbst bei einem Google-Ad-gepflasterten Daily-Me nicht zu erwarten, oder???

  3. eller82 / Jul 12 2006

    Also ich selbst finde Werbung auch nicht so schön, aber solange sie ordentlich plaziert ist und nicht zu aufdringlich daher kommt ist sie auf jeden Fall berechtigt. Man muss es auch so sehen, dass das Betreiben einer Webseite/ Podcast ja auch Geld kostet und solange man das kostenlos anbietet sollte auch ein wenig Werbung erlaubt sein!

  4. Littleandy / Jul 12 2006

    Leo: deswegen ja solche Aktionen – aus Podcasts die Werbung rauszufiltern dürfte doch etwas schwieriger sein, oder?

  5. kiter / Jul 12 2006

    Ich habe prinzipiell nichts gegen Werbung. In meinem Blog ist ja auch welche.
    Wenn ich etwas lese, weiß ich wo die Werbung ist und sehe da eben nicht hin.
    Anders ist es mit „Zwangswerbung“; z.B. Popups. Da bin ich gezwungen hinzusehen um sie zu schließen. Blogs, die solche Werbung haben, besuche ich nicht (mehr).
    Genauso verhält es sich mit Werbung im TV. Privatsender sehe ich (fast) nicht.
    Genauso verhält es sich mit Werbung im Radio. Werbesender vermeide ich.

    Was mache ich also mit Podcasts, die Werbung enthalten? :flenn::flenn::flenn:

  6. Anne / Jul 12 2006

    Ich glaube, die Verteufeler ahnen auch oft nicht, wie viel Arbeit so ein Blog und/oder Podcast auch sein kann, wenn man sich einigermaßen Mühe gibt.

    Klar, macht man das in der eigenen Freizeit und man will ja auch vom Leser oder Hörer direkt kein Geld dafür. Wenn man trotzdem zumindest in geringfügigem Maße etwas dafür bekommen kann, ist das meiner Ansicht nach völlig in Ordnung.

  7. Leo / Jul 12 2006

    @2: keinesfalls, nur ist der Aufwand etwas höher.

  8. StAnKa / Jul 12 2006

    Also ich stimm dir da voll und ganz zu, Pia.
    Hab vor kurzem nen entsprechenden Blogeintrag gelesen und finde, das is alles dummes Rumgequatsche… und vielleicht der Neid, dass sie selbst nicht die begünstigten sind. Und ausserdem gibts doch RSS-Reader, da sieht man die Werbung auf der Seite auch nich… Also alles heiße Luft und künstliches Aufgerege… (ist das eigentlich n korrektes Wort?)

    Und Podcasts mit Werbung… ich würde sagen, da wir alle eh schon genug trainiert sind, Werbung als solche zu erkennen und unter Umständen auch auszublenden, sehe ich noch kein Problem mit Podcasts…
    Allerdings muss ich sagen, dass ich diesen „Andrea W. wills wissen“-Jingle absolut grausam fand… :-)

  9. blaustrophobiker / Jul 12 2006

    @Anne: Das paradoxe ist ja, dass die, die jetzt aufschreien, nicht selten selbst einen Podcast haben – demzufolge wissen sie auch, wie groß der Aufwand ist.

    Ich habe das Gefühl, in diese Debatte mischt sich ein gewisser „Futterneid“ – man könnt den Anderen nicht, dass sie mit ihren Podcasts Geld verdienen, weil man selbst ja schließlich auch keins macht. Und dass dann im Gegenzug „wertvolle 20 Sekunden“ der eigenen Lebenszeit mit Werbung verschwendet werden, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Stattdessen wird im Podcast lieber um Paypal-Spenden gebettelt oder darauf hingewiesen, die Amazon-Links auf den eigenen Seiten zu klicken. Das machen die Hörer dann ja „freiwillig“. Aber hintenrum ist es doch das Gleiche: Man „verkauft“ eine gewisse Zeit in seinem Podcast, um damit Geld zu machen. Der Unterschied ist nur: durch AudioAds sind die Einnahmen sicher, anders als z. B. über Paypal-Spenden.

    Ich habe zwar keinen Podcast abonniert, der Werbung schaltet – das liegt aber nicht an der Werbung, sondern vielmehr an mangelndem Interesse und/oder mangelnder Kenntnis. Aber mir ist es auch egal, ob ein Podcast nun Werbung einblendet oder nicht – sofern alles in einem gewissen Rahmen bleibt. 20 Sekunden am Anfang und am Ende oder drei bis vier kurze Spots zwischendurch lasse ich mir noch gefallen, aber wenn der Podcast schlussendlich zur Werbesendung mutiert, dann wird’s mir zuviel und ich bestelle ab. Wenn jemand einen guten Podcast macht, dann gönne ich es ihm auch, wenn er damit einen gewissen Geldbetrag verdient, um z. B. seine eigenen Kosten zu decken (machen einige Blogger, z. B. der Schockwellenreiter, ja auch). Ich kann Werbung geistig ausblenden – sei es auf Webseiten, in Magazinen, im Radio oder in Podcasts.

  10. Emilys Everyday Life / Jul 12 2006

    Was soll man dazu überhaupt noch sagen?
    Ist doch alles albern. Bestätigt aber meine Thesem, dass im Internet viele Spinner unterwegs sind :wink:
    Einfach drüber hinweg lesen und weiter machen! :grin:
    Auf jeden Fall weiter machen :ja:

  11. Adel / Jul 12 2006

    :schnarch: Die unendliche Geschichte.
    Bateman brachte es damals auf den Punkt:

    „Wir Blogger prostituieren uns wo wir nur können“

    Und bei den Podcastern ists nunmal nicht anders.

    „Scheiss der Hund drauf“

  12. juergen / Jul 12 2006

    Pia, fast identisch mit meiner Meinung über diese ganze Werbe-Sache bzw. den Buhei, den ein paar wenige, selbsternannte Pseudo-Podosphären-Retter darum machen!

    Lb Grüße … Jürgen :-)

  13. Htwo / Jul 12 2006

    Das Daily-Me ist für mich zu etwas alltäglichem geworden, etwas was wie für andere das Lesen einer Tageszeitung zum Frühstück ist. Nur, dass ich es halt nicht zum Frühstück lese.
    Für mich kommt es auf die Art der Werbung an. Der manitu-Banner ist zwar keine Werbung im eigentlichen Sinne, aber ich möchte ihn trotzdem als Beispiel für angenehme, dezente Werbung verwenden, die niemanden stört, aber von dir einfach eine nette Geste ist. Ich finde es auch nicht schlecht, wenn Leute Werbung für Dinge machen, die sie gut finden, womit sie gute Erfahrungen gemacht haben (bin selbst bei manitu :grin: ), egal ob gegen Bezahlung oder ohne.

    Mal ein hypothetisches Beispiel:
    Wenn hier Google-Ads kommen würden (nicht als temporäre Protestaktion), bekämst du nach ein paar Tagen einen Brief mit ein paar Bildern von Brücken (Geld meines ich, wurde schon einmal missverstanden) und der Bitte „Pro-Accounts“ einzurichten, damit das Lesevergnügen nicht durch unschöne Google-Ads verschlechtert wird.

    Pop-Ups habe ich am Anfang gehasst, aber inzwischen hat ja jeder Browser standartmässig einen Pop-Up-Blocker und dadurch sind sie auch kein wirkliches Problem mehr.

    Früher hab ich mal ein durch Werbung finanziertes Broweserspiel gespielt und da hab ich, wenn ich Zeit hatte, auch die Werbung beachtet bin manchen Bannern gefolgt, allerdings war am Ende doch nie etwas interessantes dabei.

    Im großem und Ganzem habe ich nichts gegen Werbung, wenn sie schön gestaltet ist und zu sinnvollen Angeboten und nicht zu Undingen, die kein Mensch braucht bzw. die gar nicht existieren, sondern nur virtuelle Geldmache sind.

    Eigentlich mag ich Werbung sogar sehr gern, ich lass mich gerne in andere Welten entführen, geschehen bei der BMW-Werbung mit dem Lied von thom, und bin auch gewillt mir Produkte, wenn sie tatsächlich überzeugen zu kaufen, aber meist ist es einfacher zu einem Fachmagazin zu greifen als sich auf eigene Faust über beworbene Produkte zu informieren.

    Zurück zu dem „in andere Welten tauchen“, das funktionert derzeit eigentlich nur mit wenigen TV-Werbungen oder vielleicht auch mal einem Plakat, aber sicherlich nicht mit Google-Ads.

  14. Micha / Jul 12 2006

    ich teile die Meinung von Anne. Ich denke auch das die Centbeträge die man warscheinlich für das schalten der Werbung bekommt, nur ein geringer Lohn ist, für die Arbeit die man in so einem Potcast oder Blog steckt.

    Und wer keine Lust auf Werbung, kann sie doch rausschneiden :grin:

  15. Kochwerkstatt / Jul 12 2006

    Frau Pia, ich stimme Ihnen zu. Dieses reine Gewissen, welches sich manche im Internet selbst verordnen, gibt es meiner Meinung nicht. Das Blogdorf spiegelt doch nur das richtige Leben wieder. Und da möchte ich einige Schreier mal erleben. Da wäre man überrascht.
    Mich würde auch mal interessieren wie viel Blogs es gäbe, wenn Software und Webspace nicht kostenlos zu bekommen wären und man jefen Monat seinen Obulus abdrücken muß.
    Dann gäbe es auch eine Menge Doppel-Moralapostel weniger, auf deren Seiten immer diese komischen Intersticials von links reingefahren kommen.
    Wenn sich mit den GoogleAds und sonstigen Ads Kohle machen läßt, dann nur her damit. Percunia non olet!

  16. Thomas / Jul 12 2006

    Ist ja interessant, dass Web 2.0 nach einer Phase der Euphorie dieselben Probleme hat wie Web 1.0 – sowohl auf Anbieter-, wie auch auf Nutzerseite. Wie oft im Leben gibt’s nix umsonst und am Ende bleiben die Enthusiasten übrig. Der Rest bloggt und podcastet leicht gequält vor sich hin, weil es in Mode ist oder wechselt ins professionelle Lager. Jede Diskussion über die Kommerzialisierung wird die Lust des Nutzers dämpfen, „user generated content“ zu produzieren, der ja angeblich das Salz in der Web 2.0-Suppe ist.
    Ich habe grundsätzlich nichts gegen Werbung, solange sie gut gemacht ist, nicht penetrant wirkt und als solche erkennbar ist. Eine sichere Methode, sich bei mir unbeliebt zu machen sind Drückerkolonnen, Telefonmarketing und kaum gekennzeichnete Anzeigen in Zeitschriften im Layout der Artikel. Mit ein wenig Abstraktionsvermögen kann man das nun auf Blogs und Podcasts übertragen.
    Zu AudioAds: wie bei Web 1.0 kommt jetzt eine Phase der „kreativen Werbeüberlistung“ und es nur noch eine Frage der Zeit, bis ein „frisiertes“ iTunes die typischen Anzeigen erkennt und gar nicht erst auf den iPod kopiert – so wie ein guter Browser Popup-Fenster nicht anzeigt und ein kluges Mailprogramm Spam ausfiltert. Erst radikales DRM wird sowas verhindern und das möge uns Microsoft&Co. bitte ersparen, sonst hole ich meine Schiefertafel aus dem Keller:razz:
    BTW: Ich bin gespannt, wie das Fazit der Marketing-Fachwelt zu den Opel- und Cola-Aktionen ausfällt.

  17. Tobias K. / Jul 12 2006

    […] Der Kleinkrieg trobt in Königsbloggerhausen. Der eine hat da in seinem Fenster neuerdings ein Werbefähnchen, der andere findet das nicht so doll. So weit, so gut. Nur dass der eine jetzt nicht nur einfach stillschweigend einen Bogen um den Wohnblog macht sondern in aller Öffentlichkeit drüber herzieht, läßt mich stutzen. […]

  18. Finja / Jul 13 2006

    >>Wenn Du etwas bekommst, dann musst Du es wo anders wieder abgeben. Und überhaupt darf man für ein Hobby schon mal gar nichts annehmen, geschenkt bekommen oder gar damit verdienen. Das versaut nämlich den Charakter und die Glaubwürdigkeit, wie wir gelernt haben.

  19. Tobias / Jul 13 2006

    Die Diskussion muss man in zwei Ebenen differenzieren.

    1.) Jegliche Werbung, Sponsoring etc. in Blogs ist falsch und doof. Manche haben diese Ansicht, aber wohl die Minderheit. Jeder muss selbst entscheiden, ob er mit seinem Hobby unbedingt Geld verdienen will und für ein paar Kröten im Monat sein Layout mit Werbung versaut oder nicht. Google-Ads und Amazon lassen sich leicht rausfiltern, jeder kann also in gewissem Maße selbst entscheiden, ob er diese Werbung sehen möchte oder nicht.

    2.) Schleichtwerbung/bezahlte Blogeinträge. Das ist die aktuelle Debatte um die Promotion um Ask.com: Werbung sollte auch als solche gekennzeichnet werden. Wenn das nicht passiert oder was von „Kooperation“ geschwafelt wird, dann regt sich zu recht Widerstand.

  20. hans / Jul 13 2006

    von mir aus können sie soviel werbung schalten wie sie möchten – ich werde trotzdem weiter hier vorbeischauen.
    und ihre meinung unterstütze ich auch voll und ganz! wer weiss, vielleicht wird es in gar nicht so ferner zukunft überhaupt keine werbefreien blogs oder podcasts mehr geben. warten wir es einmal ab…
    grüsse aus köln

  21. Hans Spiegl / Jul 13 2006

    ich habe nur einen podcast mit werbung gehört, das waren die „chicks on tour“.

    ich habe nix gegen werbung, schließlich gibt podcaster auch geld für sein hobby aus und gar nicht so wenig, wenn ich an die hardware denke.

    aber bei diesem einen podcast war die werbung extrem störend, weil die professionell geschulte stimme des werbesprechers überhaupt nicht zu den netten dialekt der chicks passte, auch war die werbung lauter, rausfrei – halt profi … das alles waren brüche, die einfach das zuhören sehr viel schwieriger gemacht haben.

    insofern ist das ganze ein bärendienst für jeden podcaster …

  22. eco | 15Minutes / Jul 13 2006

    Sind wir mal ehrlich: Die meisten bekommen für ihre Ads nicht mal die Hostingkosten zusammen. Ich stimme Ihrem Artikel aber zu. Das einzige was mich wirklich stören würde (und leider oft bei Fun-Seiten eingesetzt wird) sind Layer-Ads. Und da würde ich mir schon überlegen ob ich einen Blog weiter lese. Denn die nerven wirklich. Anderseits, wer keine Werbung sehen will, kann ja auch einen RSS-Reader bemühen. Wenn die vollständigen Artikel syndiziert werden, ist das ne tolle Sache.

  23. Bommel / Jul 13 2006

    …ich kanns auch nicht verstehn, daß man sich wegen Werbung so aufregen kann…Werbung gibt es inzwischen überall und wenn ich sie nicht sehen will, schau ich sie mir auch nicht an, so einfach ist das ! Mich interessieren doch die Beiträge in einem Blog und nicht die Werbung, also beachte ich dann einfach die Werbung nicht. Und in einem Podcast spul ich dann eben schnell vor bis die Werbung vorbei ist oder ich höre weg, wenn es mich nerven sollte …also sooooo schlimm ist das doch wirklich nicht :wink::pfeif:

  24. Dave-Kay / Jul 13 2006

    Ihr werbenden Blogger habt doch alle kräftig einen an der Murmel, das kann man gar nicht anders sagen.
    Wenn bei mir jemand daher kommt und mir vorschreiben will, was ich in meinem Blog darf und was nicht, bekommt er einen Tritt und bleibt am besten weg. Es ist MEIN Blog, da bin ich der Chef, ja, der Alleinherrscher.

    Aber ihr seid ja in einer Zwickmühle, ihr wollt ja Besucher haben, ja ihr benötigt sie geradezu, also fangt ihr an euch zu rechtfertigen. UND DAS klingt immer lächerlich, hier, wie in jedem anderen beworbenen Blog ebenfalls. Nicht argumentieren, machen und Klappe halten, alles andere ist albern und klingt nach schlechtem Gewissen.

  25. Pia / Jul 13 2006

    Rechtfertigen? Schlechtes Gewissen? Weswegen?

  26. Mitch / Jul 13 2006

    Es geht ja im ganzen „Streit“ meiner Meinung nach nicht um Werbung – die gibt es überall, sondern um versteckte Werbung, um Meinungskauf.
    Da bin ich dann gerne ein Moralapostel und sage, dass ich es nicht verstehen kann, wenn man seine Meinung für Geld verkauft…

  27. Dave-Kay / Jul 13 2006

    sagen sie mir das, Frau Pia, ich weiß es nicht, ich jedenfalls lasse mich auf keine Diskussionen ein bezüglich der Dinge, die ich in meinem blog veranstalte. Bei nahezu allen werbenden wird aber genau das Thema immer wieder diskutiert, warum?
    Was ist das, wenn nicht Rechtfertigung? Wenn ich nicht drüber nachdenke, ob die anderen nicht vielleicht doch recht haben, muss ich das nicht.

  28. Pia / Jul 13 2006

    Öhm, lieber Dave-Kay. Hier ging es nicht um dieses Blog. Diesbezüglich bin ich nämlich eigen und tue was ich will … wie Sie es eben auch tun.

    Es ging viel mehr um die selbsternannten Retter des Internets, die mir auf anderen Seiten über den Weg liefen. Hier ist alles ruhig, zur Zeit.

  29. Dave-Kay / Jul 13 2006

    es ist doch egal, um welches Blog es geht. Dass diese Diskussionen stattfinden, darum geht es. Dass sie das hier thematisieren, darum auch.

    btw. Werbung is evil

  30. Thomas / Jul 13 2006

    @Dave-Kay: Bin ganz Deiner Meinung. Es ist ein Fehler, Werbung in Podcasts und Blogs großartig zu thematisieren und der ganzen Welle überhaupt Platz und Bandbreite zu bieten (außer bei Alex Wunschel, weil Marketingmethoden sein Thema sind). Soll doch jeder ausprobieren, wie er „sein persönliches Finanzierungsmodell“ findet, ob er/sie bereit ist, Geld in sein Hobby zu investieren – oder vielleicht ist so manches Projekt einfach nur eine ins Web geblasene Blindbewerbung (inzwischen kennt man ja ein paar Leute, bei denen das erfolgreich war). Dafür möchte ich dann keine Werbung über mich ergehen lassen. Ich wünsche mir eine klare Ansage, welchem Zweck das Projekt dient, damit ich Werbung entsprechend „einordnen“ kann – also nix anderes als Fairness. Ich habe großen Respekt vor der Mühe, mit der private Podcaster wie Caro, Anne oder Kirsten ihre Sendungen machen und profitiere von Podcasts wie nsonic oder pimpmybrain. Hier würde ich (gute und thematisch passende) Werbung gerne in Kauf nehmen, wenn es dem Anbieter nützt. Im Extremfall schaltet der Blogger ja sogar Werbung für Produkte, mit denen er selbst zufrieden ist und gibt mir damit eine Empfehlung, z.B. für einen guten Provider. Manchmal bin ich aber auch enttäuscht, wie wenig Leute aus einem Thema machen, obwohl sie große Unterstützung dabei hatten (Opel) und wenn mir jemand drei Minuten lang was von seiner Katze erzählt, dann kann ich darauf vielleicht auch verzichten und erspare mir die Werbung.
    Abstract: Soll doch jeder machen, was er will – der „Markt“ wird’s richten.

  31. Anne / Jul 13 2006

    Bei einem muss ich im Nachhinein zustimmen. Layer-Ads (wenn ich jetzt das richtige meine) nerven tierisch.
    Das würde mich im Endeffekt nicht vom Lesen eines Blogs oder einer anderen Webseite abhalten, aber ich empfinde es als Leser doch als sehr störend, wenn über dem Text irgendwas aufpoppt und ich es wieder schließen muss, um weiterlesen zu können.

    Normale Google-Ads oder ähnliche Werbung, die um den Inhalt rumgebaut oder anderweitig integriert ist, stört mich prinzipiell erst mal nicht. Ich mag es aber trotzdem, wenn eine Seite ein schönes Design hat. Zuviel Werbung oder schlecht integrierte Werbung kann da unter Umständen optisch stören.

    „Moralisch“ hab ich damit kein Problem. Meine einzige Werbung momentan sind die Amazon-Links, die aber immerhin thematisch an den Blogeinträgen bzw. Podnotes orientiert sind. Damit habe ich auch sage und schreibe schon 1,80 Euro verdient.

  32. Pia / Jul 13 2006

    Mir wäre jetzt aber auch kein Blog mit LayerAds bekannt. Das ist nun eine Form von Werbung, die auch mich nervt. Schlicht und ergreifend, weil Sie aufdringlich ohne Ende ist.

  33. marcc / Jul 13 2006

    Es gibt bei funpic.de kostenlosen Webspace auf dem auch WordPress&Co laufen. Da blendet sich eine Anzeige großflächig drüber.

  34. Thomas / Jul 13 2006

    @Anne: Die Amazon-Links sind ein gutes Beispiel für ein Werbemodell, das eine Website nicht beeinträchtigt und sich bei thematisch passenden Blogs sehr gut integrieren lässt. Ich klicke die Links gerne an, weil mich die Meinung anderer Leser zu einem Buch oder einer CD interessiert.
    Firmen, die mit Layer-Ads, Gedudel oder Popup-Fenstern werben werden hier genauso boykottiert wie der DSL-Anbieter, der jedes halbe Jahr eine Drückerkolonne vorbeischickt. Ein entsprechendes Konsumverhalten ist der einzige Weg, diese Werbeformen auszurotten und Marketingmethoden zu beeinflussen.

  35. Seraphima / Jul 13 2006

    @thomas: bei „DSL-Anbieter, der jedes halbe Jahr eine Drückerkolonne vorbeischickt“ hilft ein ultimatives Zauberwort: „Telekom-Mitarbeiter“ :-D Seitdem verschwinden die schneller von unserer Tür als man gucken kann. Und sie kommen nie wieder! *lach*

  36. Anne / Jul 13 2006

    @thomas: Bin mir nicht hundertpronzentig sicher, was du mit dem DSL-Anbieter meinst, aber wenn bei uns schon mal jemand vor der Tür stand und uns irgendwelche Telefon- oder DSL-Tarife andrehen wollte, war mein Zauberwort immer „Netcologne“. Ich weiß zwar nicht genau warum, aber geholfen hat das auch immer.

    Zu den Amazon-Ads möchte ich noch sagen, dass ich sogar finde, dass die eigentlich im Blog ganz gut aussehen und das ganze etwas auffrischen. Ansonsten würde ich’s wahrscheinlich trotz der nachweislichen Top-Verdienstmöglichkeiten nicht machen.

  37. Thomas / Jul 13 2006

    @Anne+Seraphima: Hintergrund der Geschichte ist, dass ich gerade auf der Suche nach einem neuen, günstigeren Dienstleister für DSL und Telefonie bin. Der Anbieter mit dem Model und dem roten Band war dabei in der engeren Wahl, ist aber wegen seiner Werbemethoden inzwischen aus meiner Auswahl rausgefallen, weil mir diese Art der Kundenansprache auf die Nerven geht. Inhaltliche Diskussionen mit den „Außendienstmitarbeitern“ halte ich für sinnlos, weil die halt auch nur ihren (blöden) Job machen und die Art der Werbung nicht von ihnen beeinflusst werden kann. Manchmal ist es halt schwierig, sich als Kunde „transparent“ zu verhalten und Bedürfnisse zu vermitteln.
    Umgekehrt hab ich mich schonmal gefreut, als ich einen Anruf von der QM-Abteilung meiner Autowerkstatt bekam und die wegen hervorragender Arbeit loben konnte, was ich sonst wohl kaum losgeworden wäre.

  38. Seraphima / Jul 13 2006

    @thomas: *miteinembreitengrinsendasitz* Der „Anbieter mit dem Model und dem roten Band“ hat bei den Eltern meines besten Freundes 4 (!!) Monate gebraucht um Telefon und damit verbunden DSL in Gang zu setzen (sie waren vorher bei der magenafarbenen Buchstabenkolonne) und da weder Telefon noch DSL funktionierten, stand abend der Vater dieses Freundes regelmäßig unverhofft vor der Tür und bat darum telefonieren zu dürfen oder aber er rief bei dem Freund auf dem Handy an und fragte, ob er in die Wohnung des Freundes gehen dürfe um zu telefonieren.

    Andere nette Geschichten kenne ich sonst nur von der blau-roten Gesellschaft mit den 5 Buchstaben.

    Über die Firma, die mittlerweile ein eigenes Stadion hat, brauche ich gar nicht erst reden, musste deswegen meinen Rechner neu installieren, weil sich deren Software überall in meinem Laptop festgefressen hatte… :notfunny:

    Und mittlerweile bin ich jedesmal wenn ich solche Geschichten höre heilfroh, dass mein Freund bei dem großen pinken T (zwar für T-Systems und nicht für die andere Untereinheit) arbeitet, aber die wollen wohl glückliche Mitarbeiter haben und daher funktioniert einfach alles immer problemlos. :)

  39. Thomas / Jul 13 2006

    @seraphima: Die werben munter um weitere Kunden, während Hotlines überlastet sind, Anschlüsse nicht geschaltet werden können usw. – rechtlich scheint kein Kraut dagegen gewachsen zu sein, dass hier oft Leistungen nicht angemessen erbracht werden und Vertragsverhältnisse nicht transparent sind. Eigentlich dürfte ein Produkt gar nicht mehr beworben werden, das nicht zuverlässig verfügbar ist – jeder Discounter kann ein Lied davon singen.
    So überlege ich mir dreimal, ob ich die (mühsam erkämpfte) Cityflat einfach aufgebe, obwohl es theoretisch interessante Konkurrenzangebote gibt. Da sieht man mal, wo die „Geiz ist geil“-Mentalität hinführt: Als Kunde kann ich mich nur durch Konsumverzicht wehren und einfach weniger telefonieren bzw. ersatzweise auf Skype&Co. umstellen.

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