Bis einer heult! • Privatisierungsfolgen
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14. September 2006 | Pia Drießen

Privatisierungsfolgen

Im Gebäude, in welchem unsere Agentur sitzt, sind die Briefkästen innen, also im Hausflur. Dies bedeutet, dass der/die/das freundliche Postbote klingeln muss, um seine Post loszuwerden. Täglich und seit Jahren klingelte der/die/das freundliche Postbote bei uns, weil wir die Klingel unten links haben. Das hat wohl psychologische Gründe, so wie man im Supermarkt immer links um ein Regal gehen soll, wenn man richtig tickt.

Seit der Privatisierung der Briefpost, was nun ja auch schon wieder eine ganze Weile her ist, klingeln hier zwischen 9 und 12 Uhr bis zu sechs unterschiedliche Briefzusteller. Nachdem man an der Sprechanlage das dritte Mal ein unfreundliches und abgehetztes „Post!“ entgegen geschmettert bekommt, kann es schon mal passieren, dass die Nerven etwas dünner werden. Immerhin hatte man selber gerade auch noch etwas zu tun und steht nicht ganztägig und hauptberuflich an der Tür um die vermeintliche Post ins Haus zu lassen. Das wird dann schon Mal was lauter bei uns. Fragen Sie den Pjöni.

Lieblingskollege O. war eines schönen Tages sogar so sauer, dass er in den Hausflur rannte und den/die/das Postboten zur Rede stelle, warum er/sie/es immer „Post!“ sagen würde, wenn er/sie/es gar nicht von der Post sei? Seither klingt ein immer sehr freundliches „Firma WestMail, Briefzustellung, dürfte ich bitte ins Haus? Danke schön!“ durch die Gegensprechanlage. Den/die/das haben wir also schon mal so weit. Eine Firma von sechsen.

Heute habe ich nach dem zweiten „Post!“-Klingeln Pjöni dazu verdonnert an die Tür zu gehen, wenn es vor 12 Uhr noch mal klingeln sollte. Da, gerade im Moment, das dritte Klingeln … UPS … die haben mir gerade noch gefehlt. Aber über Paketzusteller lasse ich mich ein anderes Mal aus.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Tine / Sep 14 2006

    Tach, Post. ;)

    Die Privatisierung könnte aber Arbeitsplätze schaffen. Nicht nur, die Postler die bei der Nicht-Post angestellt werden. Also der Vermieter eures Hauses könnte z.B. einen Pförtner einstellen, der sich um die Postler kümmert. *ach_ja* ;)

    Zu „Warum sagen sie Post, obwohl sie nicht von der Post sind?“ Er bringt aber welche… Tja.

    Schönen, post-armen Tag wünsche ich noch.

  2. Pjöni / Sep 14 2006

    Eine kleine Korrektur: Meistens schmettern die lieben Zusteller einem nicht „Post!“ ins Ohr, sondern „POST!!!“

  3. Emilys Everyday Life / Sep 14 2006

    Ich bin schon sehr gespannt auf deinen Bericht über die guten Paketzusteller. Da hab ich auch so einiges zu erzählen ;)

  4. thomas / Sep 14 2006

    Diese privaten Briefdienste sind die PEST!

    Als die gerade ganz neu waren hat so einer bei mir einmal einen Brief falsch eingeworfen. Ich fand mich ganz schön nett, daß ich – unwissend – zur Post gewatschelt bin und den Brief dort wieder abgeben wollte…der postler guckte mich nur doof an und sagte, den könne er nicht annehmen, der sei nicht von ihnen…

    …nach 3 Minuten doof gucken hatte ich dann auch verstanden, was er für einen Schmerz hat.

    Also bei dem privaten angerufen.

    „Ach, das ist aber nett! Können Sie den Brief bitte nach $AMARSCHDERWELTRECHTSAB bringen?“

    „Nein, kann ich nicht! Hab‘ ich den falsch eingeworfen oder Ihr?“

    „Na gut, dann holt den unser Zusteller morgen ab!“

    …um HALB SIEBEN hat der Typ mich geweckt, und das während meiner Studentenzeit!!!

    …und heute sind die auch noch nicht besser…

  5. DonJupp / Sep 14 2006

    Die sind die Pest. Das Klingeln nervt einfach total, und zum anderen kommen häufig Briefe nicht an. Denn wenn man in einem 3 Parteien Haus wohnt, und alle gehen arbeiten ist halt keiner da der die Tür aufmacht. Und irgendwann schicken die das Ding wieder zurück. Zum Glück hat der Postbote (TM) ;-) einen Schlüssel.
    Da hilft nur ein Einfamilienhaus auf dem Lande wo 1. der Briefkasten am Gartenzaun hängt, und 2. sich die private Konkurrenz nicht lohnt.

  6. waldrauschen / Sep 14 2006

    naja.. aber das ist doch so wichtig, wie die wahl der richtigen zahnpasta?
    oder?

  7. Pia / Sep 14 2006

    richtig.

  8. Max / Sep 14 2006

    Die machen doch auch nur ihren Job, und ich denke die wenigsten möchten deren Stress haben.

  9. stonefield / Sep 15 2006

    Paketzusteller sind eine Spezies für sich und da ist dem einzelnen Zusteller oft nicht bewusst, wie sein persönliches Verhalten den Paketdienst repräsentiert. Z.B. lasse ich auf den UPS Zusteller im Gebiet A gar nichts kommen (freundlich, aufmerksam, mitdenkend, zuvorkommend) und im Gebiet B fährt der absolute Trottel. Eine Firma – ein Handbuch – und trotzdem liegen Welten dazwischen.

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