Bis einer heult! • Wussten Sie schon, dass ...
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18. September 2006 | Pia Drießen

Wussten Sie schon, dass …

… der von 1963 bis 1966 deutsche Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel, Befürworter des Starfighters, welcher auch als Witwenmacher bekannt war, seinen Sohn Joachim von Hassel in einem Starfighter verlor? Der Oberleutnant der Bundeswehr stürzte 1970 mit seinem Starfighter ab und war sofort tot. Zu diesem Zeitpunkt war Kai-Uwe von Hassel Präsident des Deutschen Bundestages.

Vier Jahre zuvor hatte Kai-Uwe von Hassel in seiner Position als Verteidigungsminister den Inspekteur der Luftwaffe auf eigenen Wunsch entlassen, weil dieser in einem Interview geäußert hatte, die Anschaffung des Starfighters sei eine rein politische Entscheidung gewesen.

Auf Grund der hohen Ausfälle des Kampfflugzeugs, war dieses permanenter Kritik ausgesetzt. Trotzdem reagierte man nicht und ignorierte sogar das vernichtende Urteil zweier deutscher Testpiloten vor Einführung des Starfighters in Deutschland. So brachte der Witwenmacher schließlich 116 deutsche Piloten ums Leben.

[Aus der Kategorie: Sich selber eine Meinung bilden.]

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. ein anderer Juergen / Sep 18 2006

    Gerade Welle:E gehoert? :-)

  2. dave-kay / Sep 18 2006

    tja, heute macht niemand mehr den Mund auf und nimmt eine Kündigung in Kauf. Ansonsten hat sich nix geändert.

  3. marcc / Sep 18 2006

    Kai-Uwe von Hassel badete damit aber auch die Anschaffung seines Vorgängers Franz-Josef Strauß aus. Denn der hatte sich den Schönwetterjäger von Lockeed aufschwatzen lassen. Staruß geriet sogar in Korruptionsverdacht, denn die Firma hatte zuvor Militärs anderer Länder anscheinend bestochen. Aber ein Bundestagsuntersuchungsausschuss fand dafür keine Beweise.

  4. Tapedeck / Sep 18 2006

    Mist! Ein anderer Jürgen hats schon geschrieben ;)

    „Mein Name ist Joachim von Hassel, ich bin Pilot der Bundeswehr, zum fliegen um die ganze Welt – brauch ich kein Flugzeug mehr“ *sing*

  5. Meris / Sep 18 2006

    Spätestens als sein Sohn umkam, hat er gemerkt, dass dieser Starfighter zu nichts taugt. ^^

  6. Pe Pe / Sep 18 2006

    Auch liebevoll „Erdnagel“ genannt taugte der Starfighter von Anfang an nix.
    Kaum zu glauben, dass die Entscheidung für die Anschaffung nicht mit Gefälligkeitszahlungen von Lockheed im Gleichschritt marschiert ist.

  7. Captain Coma / Sep 18 2006

    Es ging ja damals auch der running joke um, wie man wohl am besten selbst an einen Starfighter käme…Einfach ein Stück Land von ca. 10x10m kaufen, irgendwann schlägt schon einer dort ein ^^

  8. Arne / Sep 19 2006

    lol… der ist gut *g*

    Ansonsten: Eine weitere Episode aus dem Band „Unsinnigkeiten in klein Deutsches Land“. Der Kapitalismus ist geübt in sowas.

  9. McNazz / Sep 19 2006

    Auch auf die Gefahr hin, als Troll durch Klein-Bloggersdorf getrieben zu werden, hier der eine oder andere Aspekt zum Witwenmacher:
    – Piloten, die ihn flogen (solange er flog), waren begeistert von den Eigenschaften.
    – Und wenn er für das eingesetzt worden wäre, für das er gebaut worden ist, wären vermutlich nicht so viele vom Himmel gefallen. Gedacht war er als Abfangjäger, für Deutschland ist er als Bomber eingesetzt gewesen. Das ist so, als wenn man mit der A-Klasse in einem Hindernisparcour rumwirbelt, und sich beschwert, dass sie ständig umkippt, anstelle ein Auto zu nehmen, das für sowas gebaut ist.
    Ok, 116 tote Piloten sind 116 zuviel, und ich bin zu jung, dass ich durch Landkauf an einen Starfighter gekommen wäre, aber trotzdem glaube ich, dass man dem Flieger zuviel schlechtes nachsagt.

  10. apunkt / Sep 19 2006

    Wenn ich das in der wikipedia richtig verstanden habe, war das ja wohl Lockheed selbst, die das Gerät als Allround-Flugzeug angepriesen haben. Und zwar, weil sie die Teile in Amerika nicht mehr los wurden. Das ist das wirklich verwerfliche daran: die Firma hat genau gewußt, was die Maschine leisten kann und was nicht. Und sie haben die Dinger trotzdem an alle Welt verkauft, nachdem ihnen die Luftwaffe in ihrem eigenen Land keine Folgeaufträge gegeben hat. Noch zynischer kann man glaub ich gar nicht mehr sein.

    Die Bundeswehr wollte einen Jagdbomber, der Allwetter und Nachtauglich sein sollte. Bekommen haben sie einen Nur-Tag-Abfangjäger, der ursprünglich nicht mal ein richtiges Radar hatte. Mit einem kleinen Fähnchen und einem Spoiler nachgerüstet.

  11. Nik / Sep 26 2006

    Wenn man ein Gerät, egal, welches, außerhalb der geplanten Spezifikation betreiben will, dann bleiben gewisse äh „Überraschungen“ nicht aus. Als Tag-Abfangjäger war der Starfighter eines der besten Flugzeuge seiner Zeit.

    Daß man Aussagen von Herstellern nicht immer für bare Münze nehmen kann, sollte bekannt sein, deswegen testet man ein solches Produkt, bevor man es beschafft. im Zweifen hängen viele Menschenleben davon ab, ob ein Militärflugzeug die geforderten Leistungen bringt.

    Das Votum der damaligen Tester war eindeutig: Die französische Mirage war das bessere Flugzeut für die eigentlichen Aufgaben (Allwetter-Jagdbomber), aber aus politischen Gründen wurde dann der Starfighter beschafft. Der konnte Nuklearwaffen tragen, die Mirage nicht. Der traurige Rest der Geschichte ist bekannt.

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