Bis einer heult! • Ziele, Ziele, neue Ziele
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6. Oktober 2006 | Pia Drießen

Ziele, Ziele, neue Ziele

Ich lese im Buch der Erinnerung,
Ich hör mich lachen
Mein Leben war ein Märchen,
erzählt von einem Narren
Ich wusste nicht immer, was ich will,
doch ich wusste, wie ichs kriege
Ich nahm es leicht, auch wenn es härter kam
es war ein Setzen, ein Setzen neuer Ziele

© Böhse Onkelz – Buch der Erinnerung

Ziele, Ziele, neue Ziele, hallt es in meinem Kopf. Welche Ziele hast du in deinem jungen Leben schon erreicht? Hast du überhaupt schon welche erreicht? Welche Art von Zielen ist gemeint? Die, die dich am Leben halten? Die, die etwas Besonderes darstellen? Die, die über Einsamkeit oder Gemeinschaft entscheiden?

Ziele, Ziele, neue Ziele, hallt es in meinem Kopf. Ja, da gibt es ein Ziel, das mich bereits seit 16 Jahren begleitet. Der Weg ist das Ziel, sagt man ja immer. Ich schüttel´ den Kopf. Der Weg gehört zum Ziel. Oder der Weg macht das Ziel so erstrebenswert. Ziele, die ich ohne Mühen, Kraft und Initiative erreiche, sind es nicht wert Ziel genannt zu werden. Das sind Dinge, die man so mitnimmt, auf seinem Weg. Dem Weg zu dem einen Ziel.

Ziele, Ziele, neue Ziele, hallt es in meinem Kopf. Ich bin schon einen langen Weg gegangen, immer den Blick geradeaus, auf mein Ziel gerichtet. Ab und an ließ ich mich ablenken, schaute auch Mal nach links oder rechts. Trotzdem hab ich mein Ziel nie aus den Augen verloren.

Ziele, Ziele, neue Ziele, hallt es in meinem Kopf. Wie viel habe ich schon hinter mir gelassen, vom langen Weg zum Ziel? Plötzlich ist wieder soviel Energie da, wie schon lange nicht mehr. Wie seit Jahren nicht mehr. Ich sprinte ein Stück, hoffe, dass ich das Ziel so schneller erreiche. Nein, nicht schneller, aber besser.

Ziele, Ziele, neue Ziele, hallt es in meinem Kopf. Ein Märchen, erzählt von einem Narren. Die Erinnerungen haben keinen kunstvollen Einband, nur ein häufig wechselndes Design. Zu Lachen gab und gibt es viel. Auch jetzt: ich muss lachen. Wie genau ist mein Ziel definiert? Keine Ahnung, aber ich weiß, wie ich dahin komme. Vollgas.

Ziele, Ziele, neue Ziele, hallt es in meinem Kopf. Ich bin hier, jetzt, im Augenblick. Und ich komme. Immer näher. Ich habe Rückschläge erlitten, wütend mit Fäusten in Pfützen getrommelt und bin doch wieder aufgestanden. Geschmollt, die Arme verschränkt und dann wieder weiter. Weiter, Weiter, immer weiter …

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. nomy / Okt 6 2006

    gute Einstellung zum Leben!
    Müde machen einen die Ziele die vor einem liegen, anspornen tuen dich die Ziele die man gearde erreichen will und dafür etwas tut!

    Und das Ziel ist es glaube ich nicht „EIN“ Ziel zu haben sondern viele und diese sind der Weg, weshalb mein Ziel mein Weg ist

  2. Seraphima / Okt 6 2006

    Anapher gekoppelt mit Epanalepse. Sehr eingängig. Kluge Taktik für so einen Text.
    Und sehr schön, dass Du weißt, wie Du zu dem Ziel kommst ohne es vorher genauer zu definieren.

  3. KleinesF / Okt 6 2006

    …immer weiter geradeaus?!

  4. nomy / Okt 6 2006

    irgendwann ist schon ende …. lebenstechnisch getrachtet

  5. hasenfratz / Okt 6 2006

    böse onkels böse!

  6. Hannah Hübsch / Okt 6 2006

    Vielleicht entstehen Ziele auch aus einer Niederlage, einem Rückschlag, aus Schmerz. Diese als schmerzlich empfundenen Situationen definieren auf ihre Art ein neues Ziel.
    Ziel ist es das Gegenteil von Niederlage, das Gegenteil von Rückschlag und das Gegenteil von Schmerz, das Gegenteil vom schmerzvollen Status Quo zu erreichen.
    So macht man sich manches Mal zu einem (Zwischen-) Ziel auf welches man vor mancher schlechteren Erfahrung nicht gehabt hat. Auch das bringt voran und zeigt immer aufs neue was wichtig ist.

    Maybe.

  7. Dave-Kay / Okt 6 2006

    OT
    hybsch hier!

  8. Leiwerkluder / Okt 7 2006

    Bei jedem Ziel darfst Du aber nie das aus den Augen verlieren was links oder rechts von dem geraden Weg zum Ziel passiert. Wer nur stur geradeaus auf sein Ziel losgeht verpasst oft die besten Gelegenheiten am Wegesrand.

  9. Rossy / Jun 4 2007

    Aha.
    Das Ziel ist im Weg.
    Und unsichtbar.
    Nur als Sog erfahrbar.
    Und … You’re dam’n right.

    LG Rossy

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