Bis einer heult! • Ein Wiedersehen
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1. Dezember 2006 | Pia Drießen

Ein Wiedersehen

Heute Abend werde ich, seit meinem Abitur das ersten Mal, auf ein Ehemaligen-Treffen gehen. Es ist lustig, wie viele Leute sich schon im Voraus wieder finden. Wie viele Emails man plötzlich erhält, auch und besonders von den Menschen, mit denen man eigentlich nie was am Hut hatte. Die Meisten, mit denen ich schon gesprochen habe, waren nicht einmal in meiner Stufe.

Es verwirrt ein wenig, dass das Gymnasium, welches ich besucht habe, heute anders heißt, als damals. So gestaltet sich eine Suche nach der Schul-Homepage schon mal etwas komplizierter, aber zum Schluss haben wir alle doch noch gefunden, was wir gesucht haben. Ernst-Mach-Gymnasium heißt es jetzt und ich erinnere mich noch, wie wir uns als Fünftklässer bereits Namen ausdenken sollten. Bis dahin wurde die Schule immer nach der Straße benannt, an der sie lag.

Eigentlich ist es auch gar kein richtiges Ehemaligen-Treffen. Es wird einen Weihnachtsbazar geben, wie wir ihn als Schüler schon immer geliebt haben. Dazu Kaffee und Kekse für die ehemaligen Schüler im Lehrerzimmer. Meine Schwester und ihr Mann werden da sein, die beide zehn Jahre vor mir ihr Abi gemacht haben. Mein Ex-Freund Si, der ein Jahr vor mir Abi gemacht hat und Basti, der ein Jahr nach mir Abi gemacht hat. Natürlich auch viele viele andere Menschen, die ich seitdem nicht mehr gesehen habe. Aber am meisten freu ich mich auf meine beste Freundin, die ich nun seit einem Jahr nicht mehr zu Gesicht bekommen habe.

Ahh, wat supi. Ich freu mich jedenfalls. Und Morgen steigt dann hier die Geburtstagsparty, zu der ich niemanden mehr einladen kann, weil das Wohnzimmer auch so schon aus allen Nähten platzen wird.

Ehemaligen-Treffen … das hört sich immer so nach Altwerden an. Aber machen wir uns nichts vor … ja, ich werde alt. Erst vor ein paar Tagen sprach ich mit einer lieben Bekannten und schwärmte ihr ausführlich von Take That vor. Etwas irritiert stellte sie irgendwann fest: „Ja, da war ich ja noch zu klein. Sechs oder so.“ Das war schon ein kleiner Schock. Meine Nichte war 2, als ich Take That Fan war und die geht heute auf Bushido Konzerte. Backstage. VIP.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. ener / Dez 1 2006

    Oh ja, Abitreffen,
    schön, schön.
    Da geht man ja meist mit gemischten Gefühlen hin.
    Oder in letzter Minute auch nicht – halt wegen der gemischten Gefühle.
    Wenn man aber da war, dann war es doch ein nettes Erlebnis und es erwächst die Erkenntnis, dass einem manche, die man früher gar nicht mochte, doch näher sind als die damals Nahen.
    Lustig war bei mir auch, festzustellen, dass sich im Großen und Ganzen die Gruppierungen von damals zum Ende des Abends wiederfanden… Die Nerds in irgendeiner Ecke, die Hippen in der Nähe der Tanzfläche, die Ex-Freunde und Freundinnen beisammen, die Kiffer draussen usw.
    Viel Spass jedenfalls.

  2. Pepino / Dez 1 2006

    Richtig, auch bei mir kam heraus, daß man sich heute zu anderen Gruppen als früher zugehörig zählt… die „Freunde“ von damals sind heute Nasen und die Nasen von damals sind heute ziemlich auf meiner Wellenlänge… nicht alle, aber viele…

    Mein Tipp: auf jeden Fall hingehen. Und wenn es nur zum beruhigen ist, weil die Anderen doch nicht so toll sind, wie man früher immer dachte, daß sie es wären…

  3. Anne / Dez 1 2006

    Bei mir war’s eher wie Pepino. Ganz wenige Freunde hab ich behalten, die meisten aus den Augen verloren. Dafür hab ich dann auf Umwegen ein paar andere wiedergetroffen, mit denen ich mich wahrscheinlich heute viel besser verstehen würde als früher, wo man sich weitestgehend nicht füreinander interessiert hat.

    Das ist mir aber schon auf der Uni aufgefallen, wo ich auf einmal mit Leuten rumhing, mit denen ich – wo vermutete ich jedenfalls – auf der Schule wenig bis nichts zu tun gehabt hätte.

  4. Soeren Onez / Dez 1 2006

    Wir haben einen wirklich schönen Brauch in unserer Schule, jedes jahr, am Wochenende vor Weihnachten ist großes Ehemaligen-Fußball-Turnier. Es kommen alle, nicht nur Fußballer und es ist ein riesen Spektakel. Letztes Jahr wäre ich erste mal Ehemaliger gewesen, war aber für meinen Zivildienst in Tschechien und konnte nicht hin.

    Doch dieses jahr spiel ich mit und freu mich wie ein kleines kind darauf. Ach wt hab ich die Schule hehasst und jetzt kann ichs nicht mehr erwarten wieder hin zu kommen.

    Dein Blog gefällt mir wirklich gut, habe zwar schon ganz oft den Namen deines Blogs gehört, hier hin gekommen bin ich aber noch nie, dann jetzt or ein paar Tagen und ich bin wirklich begeistert.

  5. Kess / Dez 1 2006

    Oh wie schön…Wir haben seit geraumer Zeit mehrmals „Klassentreffen“, denn in unserem Jahrgang ist der Heiratswahn ausgebrochen und wir/die ollen Landeier laden dazu immer u.a. alle aus dem Jahrgang (37) ein. So sehen wir uns ziemlich oft. Leider konnte ich diesen Sommer zu keinem der 4 „Treffen“, weil ich hochschwanger und hitzegebeutelt froh auf jede Erholung war, es jederzeit losgehen konnte und ich die 130km wie sich herausstellte niemals rechtzeitig ins Geburtshaus geschafft hätte.

  6. marcc / Dez 1 2006

    Viel Spaß, aber nicht in die alten Rollenmuster verfallen.

    Es lohnt sich alleine deswegen hinzugehen, weil Du ev. beim nächsten Mal nicht kannst (so ging es damals bei mir.) Und plötzlich war es das letzte Klassentreffen.

  7. marcc / Dez 6 2006

    Und? Wie war es?

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