graue Gedanken

Der Wind bläst dir bitterkalt ins Gesicht, trocknet die stummen Tränen die du dir noch Minuten zuvor verstohlen von den Wangen gewischt hast. Hier kann dich jeder sehen und dennoch ist die Distanz zwischen ihnen und dir groß genug. Eben, in der Bahn, eingepfercht zwischen fremden Menschen, fühlte es sich eng an, zu eng. Doch hier, auf diesem riesigen Platz aus grauen Betonplatten bist du frei, siehst zum Himmel und lässt den Wind mit deinen Haaren spielen. Er durchdringt jede Ritze deiner Kleidung, lässt dich frösteln, doch nimmt er auch jeden grauen Gedanken mit. Die grauen Gedanken, die er dann zu den anderen grauen Gedanken trägt, welche die Menschen mit sich herum schleppen, die über diesen Platz laufen. Daher wird er aus grauen Betonplatten sein, vermutest du, schmunzelst und gehst dann weiter.
Frei von grauen Gedanken.

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