Bis einer heult! • Im Mai soll das Wetter ja besser sein.
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9. August 2007 | Pia Drießen

Im Mai soll das Wetter ja besser sein.

Der junge Mann (das wollen wir ihm einfach mal unterstellen) sah suchend um sich. Die Schultern hatte er hoch gezogen, die Hände in den Hosentaschen vergraben. Irgendwo hier sollte er den nächsten Hinweis finden, so hatten seine Freunde gesagt. So ein wenig blöde kam er sich schon vor, nicht wissend, was er eigentlich suchte. Wichtig konnte es nicht sein, jedenfalls nicht so wichtig, wie das kleine Mädchen zu Hause und die Freundin, die er ja schon lang gefunden hatte … nein, stopp. Er grinste, als er sich daran erinnerte, dass mit dem „meine Freundin“ jetzt sehr bald Schluss sein würde. Er war kein kleiner Junge mehr oder einer von den jungen Typen, die nicht wussten, was sie wollten. Er war ein Mann. Einer, der erkennen musste, dass er nun wie ein kleiner Junge erneut nach links und rechts sah und dann über die Schulter Hilfe suchend zu den Jungs blickte, die ihn breit angrinste.

„Und? Eine Idee?“, rief Michael ihm zu und erhielt dafür ein Schulterzucken als Antwort.

Seufzend sah er noch einmal die lange Straße entlang. Wie hatten seine Freunde nur auf die Idee kommen können, seinen Jungesellenabschied in eine Art Schnitzeljagd ausarten zu lassen?

Er warf erneut einen Blick auf den Zettel in seiner Hand:

Mit kurzer Unterbrechung trägt sie ihren Namen seit 1827, da damals in beiden Richtungen der Straße jeweils ein Turm zu sehen war: westlich der Turm der Spandauer Nikolaikirche, östlich der Turm der Sophienkirche. In der heute zentralen Geschäftsstraße von Moabit befinden sich das Rathaus, das Krankenhaus Moabit, das Kriminalgericht Moabit, das Brüder-Grimm-Haus sowie die Breitscheid-Oberschule. Sie und diverse Wohn- und Geschäftshäuser, wie zum Beispiel die Nummern 4 und 38, stehen unter Denkmalschutz.

Also, dass er hier richtig war, stand außer Frage. Jetzt nur noch herausfinden, wo der nächste Hinweis versteckt war. Wenn Jette jetzt hier wäre, sie wäre sicher einfach darauf los gelaufen, hätte Passanten angequatscht und zum Schluss auch noch zufällig den Richtigen Hinweis erwischt. Bestimmt sogar!
Er brauchte jetzt sofort eine Art Erleuchtung, bevor er an Ort und Stelle Wurzeln schlagen würde. Kurzentschlossen drehte er sich um und riss die Tür der Arminius-Apotheke auf, vor der sie gestanden hatten.

„Entschuldigung, die leckeren blauen Pillen, die beim letzten Mal so gut gewirkt haben, haben Sie die?“

Noch bevor die Apothekerin antworten konnte, hallte die Stimme Gottes zu ihm herab:
„Gut gemacht, Herr Mayweather. Ich wusste schon immer, dass sie ein ganz Schlauer sind. Nun nehmen Sie ihren nächsten Hinweis entgegen und gelangen so an ihr Ziel.“ Er tat, wie ihm geheißen war, griff nach den blauen Pillen, dem nächsten Hinweis und verließ die Apotheke, vor der seine Freunde warteten.

„Und?“, hallte es ihm mehrstimmig entgegen.
„Ich bin rein, hab nach den Pillen gefragt und dann sprach Gott zu mir.“
„Wie??? Gott?“
„Ja, ich hab mich auch gewundert. Wusstet Ihr, dass Gott genauso klingt, wie Pia vom ‚Daily Me‘?“

***

Lieber Herr Mayweather, verehrte Frau Jette, liebes kleines blondes Mädchen von Mayweather und Jette … ich wünsch Euch für Eure bevorstehende Hochzeit alles erdenklich Gute. Glück, Harmonie, gemeinsamen Erfolg und Zufriedenheit. *hach*

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. jette / Aug 9 2007

    Ich dank Ihnen, Frau Pia.

    (Hoffentlich sind/waren Sie nett zu ihm.)

  2. Pia / Aug 9 2007

    Also ICH war ja nur in meiner göttlichen und somit übersinnlichen Form „vor Ort“. Aber ich bin mir sicher, dass alle sehr nett zu ihm sein werden. Ich wollte schon immer mal ein Teil des Schnitzels einer Schnitzeljagd sein *gnihihihi*

  3. Mimi / Aug 9 2007

    Frau Pia als Schnitzel? Hmmm… ich wollte eh grade zu Abend essen…

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