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12 Kommentare

  1. Martin Schindler

    Da kann ich dir nur beipflichten. Ich bin in Kempten im Allgäu aufgewachsen. Ein wunderschönes Fleckchen Erde. Ruhig mit guter Luft, netten Menschen und einem atemberaubenden Blick auf die Alpen. Ich habe dort die ersten 22 Jahre meines Lebens verbracht und mich nie wirklich unwohl gefühlt – aber auch nie wirklich wohl. Ein Zuhause, oder „Daheim“, wie ich als Allgäuer sagen würde, ist es aber nicht so richtig. Das Gefühl stellte sich nie so richtig ein.

    Ich dachte dann mit 22: Gut, vielleicht ist es diese Abgeschiedenheit und dieses Kleinstadtgefühl, was mich stört. Also zog ich in das Zentrum von Köln. Hier lebe ich nun seit fünf Jahren, fühle mich weder wohl noch unwohl. Und ein „Daheim“ ist es bestimmt nicht.

    Vor zwei Jahren flog ich dann für zweieinhalb Wochen nach San Francisco – einfach so, um mir mal die Stadt anzusehen. Und in dem Moment, an dem ich am Aquatic Park auf einem kleinen Mäuerchen saß und auf die Bay hinaus sah, da hatte ich das Gefühl, das ich bisher nicht hatte: Hier bin ich zuhause.
    Seit dem versuche ich so oft es geht nach San Fran zu fliegen und nenne diese Stadt mein Zuhause. Dafür werde ich zwar immer belächelt, aber was solls.

    Du hast absolut Recht: Egal, wie weit der Ort weg ist, ob man dort geboren wurde und aufwuchs, ob man dort Menschen kennt oder nicht – Zuhause ist da, wo man sich auch so fühlt.

  2. Lustiger Weise ist der Ort, an dem ich mich sehr lange sehr wohl gefühlt habe, Sonthofen. Allgäu, Sweet Allgäu. Aber daheim war ich da auch nicht.

  3. „Zu Hause“ ist eine komische Sache: Manchmal fahre ich am Wochenende von Bonn aus „nach Hause“, in die rheinland-pfälzische Provinz. Sonntags fahre ich dann aber auch wieder „nach Hause“ … in die Bundesstadt.

    Zu Hause ist man da wo man sich wohlfühlt. Bei mir ist das überall der Fall, wo ich meine Familie und Freunde dabei habe.

  4. Als alte Kielerin habe ich auch keinerlei Gefühle mehr für diese Stadt.
    Was geblieben ist, ist die Liebe und Sehnsucht zum Wasser … alles andere dort oben, erinnert mich an eine Conni, die es nicht mehr gibt.

    Zuhause bin ich in Berlin, obwohl ich dort weder geboren bin noch großartige andere Verbindungen zu habe.

    Das ist einfach ein Gefühl in mir drin … Berlin -> Leben -> Zuhause sein.

  5. „Home is where the Heart is…“. Ich habe 25 Jahre in einer Kleinstadt verplempert, um dann nach wenigen Wochen zu merken, wie sehr ich mich mit meiner „neuen Heimat“ Hannover identifiziere. Aber letzlich merke ich, wenn man es wirklich auf die nackte Basis herunterbricht, dass meine Heimat überall dort ist, wo meine Frau ist. Nirgends habe ich so ein intensives „Heimatgefühl“ wie abends im Bett, angelehnt an meine Liebste.

  6. Anne

    Ich bin Kleinstädtlerin und vor einem Jahr nach NYC gezogen. Zu Hause bin ich in der Kleinstadt in Nordhessen nicht mehr, zuviel von mir ist da untergegangen und ich bin nicht mehr die, die ich damals dort war.
    Interessant, wie wir alle ähnliche Erfahrungen haben.
    Doch in meinem Haus, in dem ich aufgewachsen bin und in welchem jetzt meine Mama alleine wohnt, werde ich immer zu Hause sein.
    Zu Hause fühl ich mich aber auch am Times Square.
    Home is, where your heart is!

  7. Seraphima

    Aber wenn „Heimat, das ist in mir drin“ ist und ich das, was in mir drin ist, ja immer mit mir herumtrage, ist das nicht jeder Ort, an dem ich gerade bin, Heimat? Müsstest Du Dich dann nicht auch Hürth „Heimat“ sein – solange Du da bist?

    Und was ist „Zuhause“? Ist das die Wohnung, in der man lebt? Und gibt es wirklich keinen Unterschied zwischen Heimat und Zuhause?

  8. Heimat hat zumindest bei mir auch was mit der richtigen Raumtemperatur, dem Sicherheitsgefühl und lieben Menschen drumrum zu tun.
    Hier in Sao Paulo fühle ich mich zum Beispiel mal Daheim und mal nicht. Wenn es im Haus nur 16 Grad sind, ich abends allein hier sitze, nur von den Katzen beflankt und oben unser Sohn liegt und schläft, dann fällt es mir schwer.
    Wenn aber in diesem riesen Ding ein nettes Klima herrscht (damit meine ich jetzt die Temperatur), ich mindestens den großen Mann (und manchmal sogar Freunde aus Deutschland oder wie jüngst sogar meine Mutter und meine Schwester auf einem Haufen) um mich herum habe oder weiß, dass er spätestens irgendwann zum Schlafen erscheinen wird, ja dann fühle ich mich nirgends wohler als hier. – Zumindest für den Moment.

  9. Was soll ic hsagen. Ich satmme aus Ludwigshafen! Der Vorteil ist, es ist überall schöner. Die Stadt ist hässlich, doof und wäre gerne irgendwas anderes.

    Ich liebe alles andere mehr als diese Stadt. Nichts habe ich da erlebt. Dreißig Jahre dort gelebt, aber erlebt immer woanders.
    Ich stimme ihnen zu. Heimat ist plötzlich irgendwo.

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