Bis einer heult! • 'Schüss Prinzip!
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30. Mai 2009 | Pia Drießen

'Schüss Prinzip!

Ich hab mich schon immer gerne über diese missionierenden Müttern aufgeregt, die ihre Meinung zu bestimmten Baby-Produkten wie einen einstudierten Katalog herunter rasseln. Manchmal glaubte ich sogar, dass die ihre Beiträge in irgendeinem Word-Dokument abgespeichert haben und mit Copy&Paste anbringen, wenn sie gerade passen.

Beliebte Produkte sind da z.B. das Gehfrei, die BabyBj.örn-Trage, Bettdecke und Kopfkissen, (jetzt fallen mir natürlich prompt keine weiteren ein, aber die Stillfrage gehört wohl auch dazu).

Ich hab solche Diskussionen immer nur schmunzelnd zur Kenntnis genommen. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, jeder sollte selber in der Lage sein, sich etwaige Informationen zu diesen Themen selber anzulesen und sich seine eigene Meinung zu bilden. Da halte ich mich raus. Aus Prinzip!

Dann bin ich eben über ein Baby-Blog gestolpert, welches aus dem Leben eines aktuell 2 Monate alten Säuglings erzählt. Süß, niedlich, Herz erweichend. Und dann war da dieses eine Foto, wo der Vater den kleinen Kerl im BabyB.jörn trägt, mit dem Gesicht nach vorne, also nicht zum Vater gewandt …

… und in der nächsten Sekunde habe ich zum Kommentarfeld gescrollt und schreibe, dass der BabyB.jörn der Teufel ist und die gezeigte Trageweisung seine linke und rechte Hand. Natürlich bleibe ich sachlich und freundlich (finde ich jedenfalls. hoffe ich jedenfalls). Immerhin kann es ja tatsächlich sein, dass die Eltern von der Schädlichkeit dieser Trageweise nichts wissen (ob der BabyB.jörn jetzt generell zu verteufelt ist sei jedem selber überlassen. Ich mag ihn jedenfalls nicht).

So schnell kann es gehen. *gnah*

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Jana / Mai 30 2009

    Ich habe leider auch schon missionierende Kommentare geschrieben bzw. im Kiga versucht Dinge zu ändern :-) . Vor allem wenn es um die geliebten Chu.cks, Feuchttücher, Frucht.zwerge usw. geht, die ich aus den unterschiedlichsten Gründen total ablehne. Doch wer weiß, was ich alles falsch oder anders mache und in ein paar Jahren den Kopf darüber schüttele, was mich wohl damals geritten hat, dieses zu tun oder jenes zu kaufen. Doch alles ist menschlich und in bestimmten Jahren hormonell gesteuert … *lach*

  2. Frau Antonmann / Mai 30 2009

    Stoffwindel – Einwegwindel
    Schnuller – Daumen
    Kinderwagen – Tragetuch
    Fertigbrei – Selbstgekocht
    im Elternbett – im eigenen Bett
    gebrauchte Schuhe – neue Schuhe
    Krippe – zuhause
    brauchen Sie noch mehr?;))

  3. lukeblogde / Mai 30 2009

    Ich erwische mich auch manchmal dabei – aber ich versuche mich zurück zu halten, denn mein Kleiner bekommt Fruchtzwerge, auch mal schokolade, ich reinige ihn mit Feuchttücher und er trägt Chucks :-) Und manche Dinge sollte man einfach nicht so verbissen sehen, meine Ma hält mir immer vor Augen, das auch wir daran nicht gestorben sind. Im Endeffekt macht eh jeder das, was er für richtig hält. Gerade diese *sorry* stillfanatischen Mütter haben mich des Öfteren auf die Palme gebracht, zur Anfangszeit – jetzt ist es mir wurscht und auch beim 2. werde ich sicherlich nicht viel ändern :-)

  4. aleXXblume / Mai 30 2009

    Ich kann da eigentlich immer beide Parteien verstehen. Denn wie Sie, liebe Mama Miez, jetzt bemerkt haben, brennen einem manche Dinge einfach sehr auf den Nägeln, vorallem dann, wenn man selber ein Kind hat und dadurch einfach „emotional sehr envolviert ist“ :)
    Als „missionierte“ Mama mag man sich manchmal überrumpelt fühlen, oder das Gefühl bekommen, man dürfe sich nicht mehr selber entscheiden oder wäre in den Augen der anderen eine Rabenmama, wenn man dies oder jenes täte oder eben nicht täte.
    Aber letztendlich bleibt doch jeder selber überlassen, was sie tut, wie sie sich entscheidet und da kann es m.E. nicht schaden, wenn frau genügend Infos hat, um diese Entscheidung auch bewusst zu treffen.
    Denn ich bin im Gegensatz zu Ihnen nicht der Ansicht, dass sich Mütter schon ihre Infos selber holen. Dafür kenne ich einfach zu viele, die Dinge machen, weil sie nie drüber nachgedacht haben, weil sie ihnen die Werbung so suggeriert hat oder weil die Mutter das schon so gehandhabt hat – und die gar nicht auf die Idee kommen, diese Quellen zu hinterfragen.
    Das bedeutet nicht, dass ich jetzt jemand bin, der wildfremde Leute ungefragt auf der Straße anspricht, wenn ich sie z.B. mit BabyB.jörn und Kind nach vorne guckend antreffe.
    Aber wenn jemand drüber bloggt und eine Kommentarfunktion hat, dann ist das schon mal per se ein Gespächsangebot und das darf ich dann doch auch annehmen, auch wenn meine Meinung von der der Schreiberin abweicht, oder? Eine Latte von „Ach ja, wie nett, und bei mir auch“ ist zwar nett, aber bringt einen nicht unbedingt weiter.
    Ich weiß,dass ich mich damit ab und zu in die Nesseln setze, aber ich bekomme auch oft positive Rückmeldung und die Angesprochenen sind mir für die Infos dankbar.
    Ich denke, wer nichts sagt, macht natürlich auch keinen Fehler. Aber der verbessert auch nichts.
    Ich hoffe, dass ich das jetzt irgendwie so rüberbringen konnte, wie ich es meine. Ich möchte jedenfalls noch mal meinen Satz vom Anfang wiederholen: Ich verstehe da durchaus beide Seiten :)

  5. frau kollegin / Mai 30 2009

    (soll ich es überhaupt gestehen?)

    und genau diese trage und diese trageweise ist die einzige, die meine tochter akzeptiert.
    beim ergomisch wertvollen und speziell für sie um genug geld angeschafften teil brüllt sie sich auch weiterhin die seele aus dem leib. und so beuge ich mich ab und zu ihrem willen, wenns nicht mehr anders geht.
    ich hoffe, ich komm jetzt nicht in die hölle.

    oder bin ich schon da?

  6. Kathi / Mai 30 2009

    Ich hatte VOR meinem Kind auch viele Prinzipien – selbstgekochter Brei, Tragetuch, Beistellbett (und nicht Mamas) und noch viele viele mehr. Die sind dann alle so im Laufe des täglichen Lebens flöten gegangen. Seitdem verkneife ich mir Kommentare dieser Art, weil es doch sehr peinlich ist, wenn das eigene Kind dann auch in den Genuß einer solchen „Prinzipienentgleisung“ kommt. :-)

    LG Kathi

  7. amidelanuit / Mai 30 2009

    ich hatte mal das prinzip, dass keines der kinder bei uns im bett schlafen soll……muaahahahha…. geiles prinzip:))

  8. Patricia / Mai 30 2009

    Wir hatten vor den Kindern das Prinzip, dass die Eltern jeden Tag genügend Zeit für sich und ihre Hobbies behalten sollten … dann kam unser kleiner Löwe und wir freuten uns, wenn wir es allein aufs Klo geschafft haben ….

  9. Frau Ährenwort / Mai 30 2009

    Pfui!

  10. Kassiopeia / Mai 30 2009

    Beim letzten Telefonat mit einer Freundin wurde ich ganz philosophisch. Während ich bei Zoe immer den Mülleimer verbot, weil eine Wiederholung und
    Klarheit mir sehr wichtig erschien, mir aber massig Gebrüll entgegen geschmettert wurde, bei Noah machte ich es gleich, nur war er ganz anders und bei Tom, derselbe Mülleimer, ne andere Mama, die mal so und mal so macht, mit dem Wissen, dass der scheiß Mülleimer mit 2 Jahren sowieso nicht mehr spannend genug ist. Nun wäre die Frage, was passieren würde, wenn ich Ben den doofen Mülleimer gar nicht erst verbieten würde (wenn es mich denn nicht nerven würde! ;) ). Aber da meine Kinder kein Versuchslabor sind, bleibt mir beim Vierten die Erkenntnis, dass vieles entwicklungstechnisch abläuft und so nur eine Phase ist, die wieder geht und eine andere kommt und viel wichtiger mein Mantra, dass ich jedem Kind eben eine andere Mama bin… ;)

  11. agichan / Mai 30 2009

    Ich gehöre ja schon zu der Sorte der missionierenden Mamas. Also nein, eigentlich nicht. Ich missioniere in der Regel nur gedanklich. Und mittlerweile akzeptiere ich das einfach als einen (vielleicht nicht gerade positiven) Charakterzug von mir. So.
    Ich denke einfach, dass es als normal beschäftigte, vielleicht sogar noch arbeitende Mutter (oder Vater, die sind an der Stelle genauso angesprochen) überhaupt nicht die Zeit hat sich wirklich über alles bis ins Detail zu informieren. Und die Sache mit den Informationen ist ja eh so ein Thema für sich. Will man wirklich sicher sein, müsste man jeden Test im Labor selber durchführen – ein wohl eher unmögliches Unterfangen. Ab einem gewissen Punkt muss der Mensch vertrauen und das kann bedeuten, dass man in manchen Dingen eben auch den „falschen“ Informationen Glauben schenkt.
    Wenn ich aber so manche Dinge betrachte, die (in meinen Augen) einfach offensichtlich daneben sind.. Dinge, bei denen ich nicht glauben kann, dass jemand nicht sehen kann, dass es absoluter Mist ist, denen unterstelle ich, dass sie einfach keine Ahnung haben (können). Denn wer sich informiert hätte, müsste ja zwangsläufig einsehen, dass das schlecht, ungesund, gefährlich oder sonst was fürs Kind ist (z.B. diese Lauflerndinger zum Reinsetzen…). Oder aber einfach, dass andre Dinge wesentlich besser sind und der Aufwand dem Kind das bessere zu geben eigentlich kein Aufwand ist (z.B. Gläschen mit Salz/Zucker/Aromen vs. Gläschen ohne all das). Für grenzwertig halte ich dagegen Dinge, bei denen man es zwar besser lösen könnte, dies aber mit einem größeren bis sehr großen Aufwand verbunden wäre. Da muss nun mal jeder für sich selbst abwägen, welchen Aufwand er betreiben will und vor allem auch kann (Zeit und so..) und wann doch die eigentlich „schlechtere“ Lösung gewählt werden muss. Blöd nur, dass unter diesen Punkt viele Dinge fallen.. – die meisten um genau zu sein. An der Stelle kommt man aber wiederum in einen Bereich, in dem man als schlichter Beobachter (der urteilt und/oder gleich missionieren will) eigentlich keine Ahnung hat. Wenn FrauKollegin z.B. den BabyB.jörn benutzt, dann nach eigener Aussage deshalb, weil die Tochter alles andre ablehnt. Man kann wohl annehmen, dass FrauKollegin weiß, dass ein Tragetuch für die Kinder gesünder ist als dieses Ding, aber wenn man ihre Situation vielleicht genauer kennt und eben auch weiß, dass die Tochter andres radikal abgelehnt hat, sie das Kind aber nicht die ganze Zeit ohne Hilfe tragen kann, schon Krämpfe in den Armen hat, weil das Kind satte 12 kg auf die Waage bringt, die Wäsche trotzdem gewaschen werden muss und sie das Ding auch gar nicht jeden Tag 8 Stunden nutzt (an der Stelle sei angemerkt, dass das frei erfundene Umstände sind ;)), dann kann man vielleicht sogar als BabyB.jörn-Hasser Verständnis aufbringen und sagen „ok, in diiiieeeser Situation… na gut.“. (btw finde ich die Dinger ebenfalls absolut gruselig.) Und wer weiß.. vielleicht hat auch die Blogmami das Kind genau ein einziges Mal reingesetzt?
    In den meisten Fällen, in denen bei mir dieses „missionieren müssen“ Gefühl aufkommt, weiß ich eigentlich nicht viel über die Person. Ich kenne Umstände nicht und überhaupt. Und bevor ich ihr unterstelle, dass sie einfach zu blöd ist, sollte ich ihr unterstellen, dass sie einen wichtigen Grund hatte es so zu lösen. Aber noch fällt mir das sehr oft richtig schwer ;) es gibt aber auch einfach sauviele blöde Menschen..
    Aber immerhin missioniere ich nur in Gedanken.. und weil ich sowieso ein Mensch bin, der sich gerne künstlich aufregt, tut mir das sogar gut ein wenig gedanklich über die andren, völlig unfähigen Mütter abzulästern. Schließlich ist mein Weg DER richtige schlechthin. Klar, sonst könnte ich ihn doch gar nicht guten Gewissens gehen ;)

    • frau kollegin / Mai 31 2009

      frei erfunden, aber gut getippt. (nur beim gewicht sind wir erst bei 6,5 kilo.)
      manchmal braucht man halt kurz mal zwei arme…

      jetzt gerade schläft sie übrigens in einem tragetuchähnlichem ding. das geht aber nur wenn sie müde ist.

  12. josili / Mai 31 2009

    Kicher, ich beisse mir seit ich Kinder habe, in jedem Fachgeschäft auf die Zunge wenn ich einen BB sehe, um nicht die Verkäuferin darauf hinzuweisen, was für ein Teufelsding da bei ihr im Regal steht ;-)

  13. Der Klarseher / Mai 31 2009

    Ich glaube schon, dass man Menschen darauf hinweisen darf, wenn sie etwas falsch machen. Man schreibt uns von oben herab soviel vor, da ist gesunder Menschenverstand dringend nötig!

  14. frau rieke / Jun 1 2009

    ich finde auch, dass man gut und gerne schonmal darauf hinweisen kann. denn wie du schon schreibst: wer weiß, vielleicht wussten sie ja gar nicht, dass das falsch/ungesund/schädlich ist…

    aber die aufzählung lässt sich wirklich ohne ende fortführen. ganz großes thema noch: impfen – nicht impfen :)

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