Bis einer heult! • Beim Osteopathen. Heute.
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8. Juni 2009 | Pia Drießen

Beim Osteopathen. Heute.

Heute dann also beim ersehnten Osteopathie-Termin gewesen.

Um es noch mal kurz zusammen zu fassen: der Quietschbeu ist ein fröhliches, vergnügtes Baby, das gerne flirtet und zufrieden schmatzt. Nur manchmal schreit er von einer Sekunde auf die andere wie am Spieß, als ginge es um sein Leben und das in einer Tonlage, die jedem Menschen Schmerzen zufügt. Grundbedürfnisse wie Hunger, volle Windel, Kuschel- oder Rumtragebedürfnis können bei diesen Anfällen ausgeschlossen werden. Man riet uns also mehr als ein Mal dazu, einen Osteopathen aufzusuchen, der sich unseren Quietschbeu mal ansieht. Das war dann also heute.

Erstaunlicherweise lässt unser Baby sich anstandslos von der netten Osteopathin, selber schwanger (aber ich hab natürlich vergessen zu fragen, wie weit und so. Schätze aber so sechster Monat), tätscheln, drehen, drücken, wenden. Und flirtet dabei auf Teufel komm raus. Ich bin mal wieder ganz entzückt und platze bald vor Stolz, so ein tolles Baby zu haben.

Wir stellen uns einigen Fragen der Osteopathin. Wann schreit er? Wie lang schreit er? Wie schreit er? Kann man ihn beruhigen? Wir antworten mit besten Wissen und Gewissen, während sie weiterhin das Baby dreht und drückt.

Dann wendet sich das Blatt. Der Quietschbeu beginnt das erste Mal zu meckern, als die Dame an seinem Kopf herum fummelt. Ja, sage ich, das mag er gar nicht. Auch Mützen und so. Nee, das ist nix für ihn (ich hatte mal versucht ihn zu beruhigen, indem ich seinen Kopf in meine Hände nahm. Da ist er völlig ausgerastet!). Es wird auch für den Laie schnell klar, dass das Quietschbeu-Geschrei irgendetwas mit seinem Kopf zu tun haben muss. Er lässt sich zwar kurzfristig von einer leckeren Flasche Fenchel-Kümmel-Anis-Milch ablenken, klagt dann aber sofort weiter und verfällt schließlich in das von uns mehrfach beschriebene, hysterische Gekreische. Als sie ihn zum Schluss der Behandlung noch mal auf den Bauch legt, um eine Blockade im unteren Lendenwirbelbereich zu lockern, schläft er erschöpft ein.

Das mit der Blockade im Lendenwirbelbereich, dass sei wahrscheinlich mit der einen Behandlung schon behoben, sagt die Osteopathin. Aber sie glaube eh nicht, dass das Geschrei vom Rücken her rühren würde, sondern vom Kopf.

Weil der Quietschbeu mit stolzen 37 cm Kopfumfang über 20 Stunden auf die Welt gepresst wurde, geht sie von einem Geburtstrauma aus. Die Schädelknochen würden sich bei der Geburt ja übereinander schieben, damit der Weg durch den Geburtskanal bewältigt werden kann und bei unserem Quietschbeu haben diese sich auf Grund der Dauer und der Enge (noch) nicht wieder richtig zurück geschoben. Das tut ihm weh und er hat wohl ziemliche Kopfschmerzen. Das Brüllen an sich würde aber die Lockerung der Schädelplatten begünstigen.

Wir sollen nun erst mal schauen, wie der Quietschbeu sich die nächsten Tage gibt. Manche Babys schreien die ersten Tage nach einer osteopathischen Behandlung mehr und schlafen schlechter. Ander schlafen mehr und schreien weniger. Jedenfalls sollen wir auf jeden Fall in zwei Wochen nochmal wieder kommen, um zu sehen, wie sich sein Kopf bzw. die Schädelknochen dann entwickelt haben.

Ich bin nun selber sehr gespannt, wie er sich verhalten und vor allem fühlen wird. Es wäre ja ein Traum, wenn diese einstündige Behandlung schon Erfolge aufweisen würde.

Mit der Osteopathin bin ich im Übrigen sehr zufrieden. Sehr nett, sehr kompetenter Eindruck, super Umgang mit dem Kleinen, tolle Praxis. So oder so war es ganz sicher die richtige Entscheidung, sie aufzusuchen.

Auch deshalb noch mal Danke an dieser Stelle für die vielen Tipps und Ratschläge bezüglich manueller Therapie und Osteopathie. Ich werde natürlich entsprechend weiter berichten :)

(Nicht zu vergessen die wiederholte Betonung der Osteopathin, ihres Zeichens auch Physiotherapeutin, dass es ja ganz erstaunlich wäre, wie stark die Halsmuskulatur des Quietschbeus jetzt schon entwickelt wäre. Sie war ehrlich sehr beeindruckt und ich bin ehrlich sooooo stolz!)

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Svenja / Jun 8 2009

    Na da bin ich ja mal gespannt!
    Ich drücke die Daumen, dass die Behandlung vielleicht schon etwas gebracht hat :)

  2. frau rieke / Jun 8 2009

    ich drücke die daumen, dass der quietschbeu zu der zweiten kategorie (also viel schlafen, wenig schreien) gehört und die erfolge sicht- äh hörbar sind :)

    hört sich ja aber schonmal gut an!

  3. schlimpi / Jun 8 2009

    wie schoen, das s doch was zu geben scheint, was euch weiterhelfen kann … ich drueck die Daumen, das s hilft :)

    alels Liebe !!!

  4. Schussel / Jun 8 2009

    Hm. Ich bin auch gespannt, ob ihr Erfolge sehen werdet. Denn interessant hört sich das jetzt für mich schon an. Wie du vielleicht gelesen hattest, hatten ja wir auch eine 16-Stunden-38,5 cm Geburt. Am Anfang waren die Schädelplatten dementsprechend zusammengedrückt, aber auch jetzt fühlt man noch die Stellen, an denen sie übereinander liegen. Der Kinderarzt meinte, das dauert. Allerdings schreit der Knirps nicht. Sogut wie nie. Aber man darf ihn ebenfalls am Kopf nicht anfassen (Kopf streicheln hasst er, Mützen sind schrecklich böse, …)

    Ich drücke auch die Daumen für Erfolg mit wenig Geschrei!

  5. alexandra / Jun 8 2009

    ooh, liebe mama miez, ich drücke alle daumen für den kleinen quietschbeu. kopfschmerzen sind wirklich übel. kein wunder das er so viel weint. hoffentlich helfen ihm die behandlungen.

  6. feuervogel / Jun 8 2009

    Ach, mir laufen grad die Tränen … Erleichterung und Erinnerung mischen sich.

    Ich hoffe sehr, dass dem kleinen Mann genauso geholfen werden kann, wie Madame Lieschen. Der Liebste sagte damals nach der ersten Behandlung: „Was hat die mit unserem Kind gemacht? Hat die einen Turboknopf gedrückt?“ Sie ist übrigens seitdem immer mal wieder in Behandlung. Besonders nach starken Wachstumsschüben blockiert da immer mal wieder was … und heute überlege ich eben nicht mehr monatelang, sondern stelle sie einfach vor.

  7. Fridachi / Jun 8 2009

    Ich drück dem Quietschbeu die Daumen, dass es ihm bald besser geht. Ach, wie sehr sehnt man den Tagen entgegen, an denen die kleinen Mäuse sagen können, WAS ihnen fehlt.

    Alles Gute !!!

  8. June / Jun 9 2009

    das klingt doch wie ein schritt in die richtige richtung!
    ich drücke die däumchen!

  9. Chrizzo / Jun 9 2009

    Wow, das klingt ausgesprochen gut und interessant! Hoffentlich kann es auch wirklich helfen – toitoitoi dafür!

  10. amidelanuit / Jun 9 2009

    ich muss mit ben demnächst mal – der hatte auch so ein geburtstrauma. ich bin gespannt, wie das dann mit einem dreijährigen ist. als säugling hat er das geliebt vom osteopathen behandelt zu werden:)

  11. alexxblume / Jun 9 2009

    Oh wie schön! Ich wünsche Ihnen und dem Quietschbeu viel Erfolg bei der Therapie und dass im Idealfall der kleine Mann einen neuen Spitznamen braucht :)

  12. Pan / Jun 9 2009

    Entweder er schläft mehr oder er schläft weniger, ebenfalls kann es sein, dass er mehr schreit, sofern er nicht grade weniger schreit. Definitiv sicher ist aber: Es war die Osteopathin.

    Top!

  13. herzbruch / Jun 10 2009

    ich druecke die daumen. viel schlafen, wenig weinen, das waer‘ doch was. aber es ist doch sicherlich gut, ein wenig mehr zu wissen…
    duerfen ona und ich denn eigentlich auch quietschbeu gucken?

  14. in-cognito / Jun 12 2009

    okee,das mit kaputze muss ich mal testen.
    bei dm gefällts unserem lütten.die haben hier sogar nen wickeltisch.
    is ganz praktisch in dem riesen einkaufszentrum.
    also ich halts so:es is immer abgekochtes wasser da.
    davon rühr ich pre an und mach dann den letzten rest mitm wasserkocher warm und schütts drauf.passt meist auch von der temp.
    und geht bedeutend schneller wenn der löwe brüllt.

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