Bis einer heult! • Weißkatz vermisst!
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27. Juni 2009 | Pia Drießen

Weißkatz vermisst!

Als das Baby bei uns einzog, da nahm uns das Weißkatz die anfänglich leidende Aufmerksamkeit übel und hatte zudem noch Angst vor dem neuen Mitbewohner. Die ersten zwei Tage sahen wir sie gar nicht. Dann kam sie langsam wieder zum Vorschein, blieb jedoch auf Distanz zu uns und ganz besonders zum Baby.

Es dauerte vier Wochen, bis das Weißkatz sich wieder dazu herabließ, mit seinen Menschen zu kuscheln. Wohlgemerkt nur, wenn das Baby nicht schon bekuschelt wurde oder sich in unmittelbarer Nähe aufhielt.

Vor zwei Wochen dann, ich fütterte gerade das Baby, kam das Weißkatz zu uns herein, hüpfte kurzerhand auf meine Beine und kuschelte sich an mich und das Baby. Allerdings nur so lange, bis das Baby mit den Zehen wackelte, sie erkannte: „Oh, shit. Die Nacktkatze!“ Und wieder verschwand.

Letzte Woche dann schien der Knoten geplatzt zu sein. Sie forderte wieder lautstark ihre Streicheinheiten ein. Egal, ob das Baby gerade auf ihrer Menschin oder ihrem Menschen lag und gluckste. Ich hab mich so gefreut, meine alte Weißkatz wiederzuhaben …

Heute Nacht ist das Weißkatz bei starkem Regen vom Balkon gestürzt. Wir sind nicht davon ausgegangen, dass sie bei dem Wetter überhaupt auf den Balkon gehen würde. Sie muss dann beim Sprung auf das Küchenfensterbrett auf dem nassen Marmor der Fensterbank abgerutscht sein. Wir hörten es nur noch scheppern, dann schimpfte ein Nachbar laut los (vermutlich ist sie auf Nachbars Gartentisch gelandet) und als wir die Situation begriffen hatten (Pucca maunzte uns sehr eindringlich und penetrant an), war es schon zu spät.

Ich bin mehrere Stunden im Regen durch den stockdunklen Garten gerannt, habe ihren Namen gerufen und sie gelockt. Nichts. Heute Morgen bin ich, sobald es hell war, nochmal alles abgegangen, habe übers Feld gerufen und mit der Leckerchen-Dose gelockt. Nichts.

Pucca rennt von einem Zimmer ins andere, ruft nach ihrer Schwester und hat ein enorm hohes Kuschelbedürfnis. Dabei war Pucca nie eine Kuschelkatze.

Ich mache mir Vorwürfe, dass ich nicht besser aufgepasst habe. Ich bin wütend, dass das blöde Vieh ausgerechnet nachts bei starkem Regen vom Balkon fallen muss. Ich bin so unendlich besorgt, dass ihr etwas passiert ist, dass sie sich verletzt hat oder gar unter ein Auto kommt. Sie war noch nie draußen. Sie kennt weder Autos noch andere Tiere.

Im Hausflur habe ich einen Brief an die Nachbarn aufgehängt. Sie sollen bitte Ausschau halten. Ich hoffe so sehr, dass sie wieder kommt, aber irgendwie glaube ich, dass die Chancen nicht gut stehen …

Kittys Kissen I

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
           

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