Bis einer heult! • Babyalltag-Schnipsel 2
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20. Juli 2009 | Pia Drießen

Babyalltag-Schnipsel 2

Der Quietschbeu hat seine erste komplette Nacht im Schlafsack verbracht und das, ohne groß rumzumeckern oder rumzurumoren, was wohl letztendlich daran lag, dass er keinen Grund dazu hatte (immerhin muss man seine Ärmchen nicht aus einem Schlafsack befreien). Sehr niedlich dann das Schauspiel, das mich heute Morgen um 7 Uhr weckte. Die Wiege neben mir schwang beachtlich hin und her. Ein kurzer Blick hinein offenbarte dann auch den Grund: Der Quietschbeu lag friedlich lächelnd auf dem Rücken, die Arme in die Luft gestreckt und seine kleinen Hände bewundernd, ab und an eine davon dann abgeleckt und wieder in die Höhe damit. Das ganze hatte ihn so vereinnahmt, dass er selbst das Strampeln vergaß. Hoffen wir, dass das Schlafen im Schlafsack weiterhin so ruhig von Statten geht. Irgendwie habe ich nämlich die Befürchtung, dass wir uns den SwaddleMe nochmal stark herbeiwünschen werden.

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Ich vermeide es mittlerweile den Quietschbeu zuhause im Bondolino schlafen zu lassen. Zunächst schafft mein Rücken das einfach nicht, denn meist nutze ich die Schlafpausen um ein wenig am PC zu arbeiten. Die Körperhaltung ist eh schon nach vorne geneigt und das Gewicht vom Quietschbeu zieht noch mal zusätzlich nach vorne. Also üben wir fleißig das Schlafen im Laufstall. Mal klappt das besser und der kleine Mann reguliert sich binnen Sekunden mit Hilfe seines Schnullers selber bis in den Schlaf, mal klappt das schlechter und er schreit eine viertel Stunde so hysterisch, als wolle man ihn abstechen (Dann hilft nix. Kein auf den Arm nehmen, Herumtragen, auf den Bauch legen. Einfach gar nichts!), bis er vor Erschöpfung einschläft.

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Nachdem wir ja das Nachtschlafen so gut hinbekommen haben (für viel Geduld und Ausdauer wurden wir nach etwa einer Woche mit erholsamen und ruhigen Paarabenden belohnt!), üben wir derzeit den Mittagsschlaf. Der Quietschbeu ist einfach deutlich ausgeglichener, wenn er feste Zeiten und Rituale hat. Also gehen wir jeden Tag gegen 13 Uhr in sein Zimmer, entkleiden ihn bis auf den Body, wickeln noch einmal und ziehen ihm seinen Schlafsack an. Ich lege ihn dann, anders als beim Nachtschlaf, in seinem Zimmer ins Bett, gebe ihm seinen Schnuller und seine Schnuffelpuppen, ziehe die Spieluhr auf und verlasse nach kurzem Streicheln den Raum. Meist knötert er noch ein, zwei Mal, wenn er den Schnuller verliert. Danach ist aber Ruhe und er schläft gut und gerne bis 15 Uhr.

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Die wichtigste Erkenntnis, die ich gewonnen habe seit der Quietschbeu bei uns ist, ist die, dass Regelmäßigkeiten den meisten Erfolg mit sich bringen. Regelmäßigkeit und Geduld! Wenn ich den Kleinen zum Beispiel in den Laufstall lege und er anfängt zu weinen, dann zoppe ich ihn nicht direkt wieder raus, sondern halte seine Hand, streichle seinen Bauch und bin einfach so lange da, bis er sich beruhigt. Funktioniert eigentlich in jeder Situation gut. Nicht möglichst Viel versuchen, sondern möglichst konsequent bei einer Sache die Nerven bewahren (natürlich gibt es auch Situationen, in denen ich ihn wieder aus dem Laufstall herausnehme. Es gibt ja schon einen Unterschied zwischen Müdigkeit und Verzweiflung.)

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Zum Thema Laufstall las ich neulich diesen Beitrag. So richtig kann ich die Sorge nicht verstehen. Man sperr Kinder doch nicht ein oder weg, nur weil man sie mal in einen Laufstall setzt. Wir haben unseren Laufstall von Anfang an und aus zwei Gründen im Wohnzimmer stehen. Erstens haben wir Katzen die Haaren, gerne kuscheln und neugierig sind. Uns war also klar, dass der Quietschbeu die ersten Monate ganz sicher nicht auf dem Boden liegen würde (mal abgesehen davon, dass wir überall nur Fliesen haben, aber keine Fußbodenheizung). Zweitens mussten wir eine Lösung finden, wo wir den Kleinen tagsüber ablegen konnten, sobald wir in der unteren Etage sind. Ein Stubenwagen hätte nur die ersten Wochen ausgereicht. Schon jetzt, mit elf Wochen, ist er einfach viel zu aktiv (und zu groß), um in einem Stubenwagen zu liegen. Und das mit dem Boden erklärte ich ja schon. In seinem Laufstall kann er gefahrenlos das Rollen und Drehen üben und bei Bedarf auch einfach einschlafen. Später werden wir den Laufstall sicher gerne nutzen, um den Quietschbeu vor Gefahren zu schützen, wenn wir z.B. in der Küche oder im Badezimmer sind. Das finde ich dann doch schöner, als das Kind in einer Wippe oder so festzuschnallen. Da hat es deutlich weniger Bewegungsfreiheit.

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Irgendwie hab ich dieses Schnipselding jetzt völlig zweckentfremdet. Das sind ja schon keine Schnispel mehr, sondern eine komprimierte Blogwoche. Förschterlich! Entschuldigung!

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. topsec / Jul 20 2009

    ich denke, es kommt darauf an, wie man den laufstall nutzt. es gibt leute, die legen das kind hinein und kümmern sich längere zeit nicht mehr. auf der anderen seite braucht man dafür natürlich auch ein kind, das das mitmacht. das haben wohl nicht viele, wir jedenfalls bestimmt nicht. alleine silvia will eigentlich fast durchgehend beschäftigt werden. andere sachen mache ich eigentlich nur, wenn die beiden schlafen oder außer haus sind.

    mittlerweile habe ich mich mit dem gedanken an einen laufstall schon ein wenig angefreundet. insbesondere vor dem hintergrund, dass sie dort ja nur für kurze zeit wären. möglicherweise würde va sarah das gitter auch taugen, weil sie sich derzeit schon gerne aufzieht.

    wir werden noch eine weile schauen, wie es geht bzw. ob es auch ohne geht, und wenn nicht, dann kaufen wir halt einen. gerade bei zwillingen, wo man manchmal für mehrere minuten immobil ist, weil man mit der anderen beschäftigt ist und die auch nicht weglegen kann, wäre ein laufstall sicher praktisch. schaun wir mal.

  2. Schussel / Jul 20 2009

    Wenn wir einen Laufstall hätten, könnte man bei uns nirgends mehr durchgehen, deshalb liegt der Knirps hier auf dem Boden. Dafür haben wir aber auch keine Katzen oder ähnliches Getier. So tragisch finde ich einen Laufstall auch nicht. (Gut, und der Knirps würde den Laufstall vermutlich auch nicht so gut ertragen wie dein Quietschbeu – wenn man ihn irgendwo hinlegt und nicht direkt nebendran sitzt, dann geht das gar nicht.)

    Das mit Rhythmus und Ritualen dagegen funktioniert bei uns so gar nicht. Immer, wenn wir denken, ha, das klappt jetzt aber gut, dann wird alles umgeworfen. Nicht von uns – vom Knirps. Da schläft er mal wochenlang immer um halb 8 abends friedlich ein, wir stellen uns brav darauf ein, und plötzlich gibt es abends wieder zwei Stunden Tralala mit Einschlafen frühestens um 10. Egal was wir tun. Auch mit dem Mittags/Tagsschlaf: wochenlang immer um 9, um 12 und um 3. Ganz von alleine. Ganz plötzlich wieder vorbei, Knirps todmüde, schläft aber nicht und erst recht nicht zu diesen Zeiten. Ebenso das mit dem konsequent eine Sache probieren: klappt hier nicht. Wird dann nur immer schlimmer. Wenn ich das richtige gefunden habe, dann klappt es, wenn nicht, dann kann er auch gut und gerne zwei Stunden meckern/wachbleiben/sich die Augen reiben. Ob die Kinder so unterschiedlich sind oder ich was falsch mache? Ich weiss es nicht, manchmal.

    • Kassiopeia / Jul 20 2009

      Die Kids ändern natürlich ihren Rythmus. Aber machbar ist denke ich schon immer einer. Abgestimmt auf die Bedürfnisse jeder Familie, der eine fokussiert (je nach Alter!!!) den Mittagsschlaf, der andere zwei Tagesschläfchen. Solange es sich für euch gut anfühlt, ist die Welt in Ordnung.

  3. sabrina / Jul 20 2009

    also wir haben auch einen Laufstall gehabt zum einen wie bei euch, da wir auch Katzen haben und zum anderen wollte ich einen sicheren Ort haben, wo ichs Kind mal ablegen kann, wenn Mama dann doch mal in relativer Ruhe auf die Toilette wollte zB. Den Laufstall haben wir bis kurz vor seinem 1. Geburtstag genutzt und ich fand ihn einfach praktisch. Mit wegsperren hat das meiner Meinung nach gar nichts zu tun – man steckts Kind ja nicht rein und überlässt es sich selbst die nächsten 6 Stunden ;-) Auch beim 2. werde ich den Laufstall sicherlich wieder nutzen

  4. Ellen / Jul 20 2009

    Also ich finde so einen Laufstall gar nicht schlecht, um das Baby mal kurz zwischen zu parken. Vor allem, wenn sie mobiler werden.
    Wir hatten leider keinen, so habe ich kurz das Gitterbettchen genommen.
    Allein wenn man mal kurz durchsaugen will und das Baby kommt ständig hinterher gekrabbelt;-)

  5. Feli / Jul 20 2009

    „Später werden wir den Laufstall sicher gerne nutzen, um den Quietschbeu vor Gefahren zu schützen, wenn wir z.B. in der Küche oder im Badezimmer sind. Das finde ich dann doch schöner, als das Kind in einer Wippe oder so festzuschnallen. Da hat es deutlich weniger Bewegungsfreiheit.“

    Davon abgesehen, dass die Kinder im Laufstall auf dem Rücken oder Bauch liegen und das in einer geraden Position, wohingehen ich bis heute keine Wippe gefunden habe, die nicht doch einen kleinen „Knick“ hat. Wir haben eine für unten, für die Mahlzeiten, ansonsten gibts hier auch keine Wippe und so wird das auch bleiben. Da ist ein Laufstall definitiv die bessere Lösung! :)

  6. Angi / Jul 20 2009

    Ich war am Anfang auch total gegen einen Laufstall. Mittlerweile haben wir aber doch einen. Er wird von mir eigentlich nur benutzt, wenn ich z.B. Wäsche aus dem Keller holen muss oder mal aufs Örtchen usw, wenn ich alleine bin. Der Kleine krabbelt einfach überall herum und zieht sich überall hoch, da kann man ihn nicht einfach unbeaufsichtigt lassen, und wenn es noch so kurz ist. Da ist es einfach sicherer ihn in den Laufstall zu packen. Ansonsten darf er aber krabbeln wo er möchte. :)

  7. Barbara / Jul 20 2009

    Bei uns war der Laufstall auch notwendig, weil wir unseren ja nicht einfach zwischen die beiden Schäferhunde auf den Boden legen konnten, wenn wir nicht direkt dabei waren. Der Laufstall war für uns einfach eine Sicherheit, dass die Hunde ihre Ruhe haben und der Kleine nicht von den Hunden überrannt wurde. Seit der auf den eigenen Beinen unterwegs ist, ist der Laufstall auch weg und wir vermissen ihn auch nicht.
    Liebe Grüße
    Barbara

  8. 123Moni / Jul 20 2009

    Ich kann nur sagen, dass unsere BEIDEN Kinder ihren „Laufstall“ geliebt haben, zur Zeit steht er bei uns noch, obwohl „Madame“ schon 2 Jahre alt ist, aber wir haben häufiger unseren Mini-Neffen hier und andere Babys im Bekanntenkreis, UND: von Zeit zu Zeit MÖCHTE sie da selbst noch rein, in „Ruhe“ ein Buch anschauen, mit ihren diversen Spielzeugen, die da reingewandert sind, spielen, und ich „parke“ sie da auch mal kurz, wenn ich schnell zum Komposthaufen sprinte, oder die Wäsche draußen vor dem Regen „rette“ und ich KEINE Lust habe, dass sie in der Zeit, in der ich den Garten durchquere, die Haustür auf-/zumacht, auf Socken hinterher läuft, sich in der Küche „nützlich“ macht o.ä. Sie sieht mich dann auch von dort durch´s bodentiefe Fensterelement, und alles ist „safe“ für diese kleinen Momente. Das „Ställchen“ ist auch ein größeres Modell… Unsere Madame hat es zwischendrin so lieb gewonnen, dass sie zu gerne DORT den Mittagsschlaf gehalten hat (es ist ziemlich „kuschelig“ ausgepolstert), so fühlte sie sich wohl näher dran am Geschehen im Erdgeschoss(damit an mir !) – und sie war glücklich. Ich habe das Gitter in unserem Wohnzimmer nie als „Gefängnis“ betrachte, denn tatsächlich konnte sie dort „mittendrin“ sein, auch wenn wir etwa einen Spiele-Nachmittag mit dem Großen machten – sie stand genau neben uns, und spielte IHRE Spiele dort drinnen, und WIR mussten gerade mal nicht permanent hinter ihr her durch das Haus laufen. Klar, wenn sie nicht mehr mochte, man hört es seehr deutlich, wenn sie auf etwas keine Lust mehr hat…kam sie sofort da raus, wir haben sie ja auch nicht in einer „Gitterkiste“ in den „dunklen Keller“ abgeschoben, der Laufstall ist Teil des Wohnzimmers – und komisch: die Tochter einer Freundin, die nie ein Laufgitter hatte, auch 2 Jahre alt, rennt, wenn sie uns besucht SOFORT zu dem Ställchen und möchte/geht da hinein, betüdelt die Sachen darin, und ist super-zufrieden…wir lachen uns immer scheckig, dass sie dem „Kinderknast“ sooo zugetan ist ;) . Zeitweise liegt dann dort der Baby-Bruder auch noch mit drinnen…!

    Ich denke, es ist letztlich egal WO ein Kind hin „abgeschoben“ oder womit „eingegrenzt“ wird, WENN es denn im NEGATIVEN so benutzt wird, DAS kann nie der Sinn sein, aber solange beide Seiten davon zeitweise „profitieren“, kann es sooo übel ja wohl auch nicht sein… Die Dosis macht das Gift !!!

    LG, Moni

  9. Kassiopeia / Jul 20 2009

    Ja, wir haben zwar keinen Laufstall, aber ansonsten liebe Mama Miez klingt das alles bekannt. Gut organisiert- eben! ;) Mehr sag ich lieber nicht! ;)

  10. Eike / Jul 21 2009

    irgendwie kommen bei mir da Erinnerungen hoch wenn ich das so lese. Mal schauen wann unsere Kleine es endlich versteht wie man auf dem Bauch schläft, dann ist dieses „immer wieder auf den Rücken drehen“ auch vorbei.
    LG
    Eike

  11. sibylle / Jul 22 2009

    Ohne mal die anderen Kommentare gelesen zu haben, sag ich mal ich bin pro Laufstall. Wir haben einen extra großen (1x1m) und war er bei Töchterchen eher dazu da sie zu schützen, war er für Söhnchen vielmehr Schutz vor der Schwester und sein eigener kleiner Raum. Ich kann und konnte nicht immer überall gleichzeitig sein und meine Kinder sind einfach temperamentvoll. Geschadet hat es beiden nicht und wenn sie raus wollten, kamen sie auch raus.

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