Bis einer heult! • Werbung des Grauens #3 #4 #5
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21. Juli 2009 | Pia Drießen

Werbung des Grauens #3 #4 #5

Ich wollte dieses Blog absolut Politikfrei halten, aber ich muss mit diesem Vorsatz brechen. Der Ein oder Andere, der mir bei Twitter folgt, hat in den letzten Wochen das ein oder andere Wahlplakat – von mir getwittert – zu sehen bekommen. Heute dann das Highlight schlechthin. Eins, dem 140 Zeichen nicht gerecht werden können.

Aber der Reihe nach.

19. Juni 2009 – ich twittere das hier:

plakatwahlkampf 1970, oder wie? on TwitpicMenschen, die unfreiwillig komisch sind, lösen bei mir so ein starkes Gefühl von Fremdscham aus. Normalerweise. Bei diesem Plakat musste ich jedoch einfach nur lachen. Immer wieder. Kennen Sie Pat und Patterchon? Waldorf und Statler? Dick und Doof? Die haben alle eines gemeinsam: sie sind lustig. Aber freiwillig und mit voller Absicht. Tendler und Tüttenberg nicht. Die sind hilflos einer wirklich schlechten Plakatkampagne ausgeliefert. Kurzarmhemd und Krawatte? Seitenscheitel. Was soll dieser komische Würfel? Hat Herr Tendler etwa eine Dauerwelle? Fönwelle? Worum geht’s hier eigentlich?

20. Juli 2009 – ich twittere das hier:

Grottig schlechter Plakatwahlkampf Teil 2 #Troisdorf #SPD on TwitpicUns‘ Uwe – was als rheinische Redensart sicher Bürgernähe symbolisieren sollte, lässt irgendwie den Eindruck von Thekenfreund, Saufkumpan, Vereinsmeierei aufkommen, aber Vertrauen in den Politiker auf dem Bild da erweckt das bei mir nicht gerade. Aber vielleicht bin ich auch nicht Zielgruppe. Zu tief ins Glas haben jedenfalls die Werber geguckt, als sie das schneidige „Yes, we can“ in ein hölzernes „Ich kann‘s – Ich will“ übersetzten. Ist das peinlich. Wo ist Sinn und Gespür für Ästhetik? Liebe SPD Troisdorf, ich empfehle Euch dringend eine neue Agentur bzw. PR-Abteilung. Dringend!

21. Juli 2009 – ich twittere das hier:

Plakatwahlkampf. Runde 3. Haha! #SPD #SanktAugustin #Brüller  on TwitpicAusnahmsweise mal die SPD Sankt Augustin, nicht Troisdorf. Die Sankt Augustiner haben einen ganz klaren Vorteil: bei ihnen kandidiert Jesus persönlich. Sein weltlicher Name ist Marc Knülle, was alleine schon astreine Comedy ist. Und Herr Knülle kann so einiges. Während er ein Mädchen auf dem Arm hält, das ihm freundlicherweise sein Handy ans Ohr hält, schüttelt er einem Farbigen die Hand und hat auch noch einen Unterarm für die arme Rentnerin frei. Hätten die Füße mit aufs Bild gepasst, ich bin mir sicher wir würden zu sehen bekommen, wie der Herr Knülle das alles über Wasser gehend regelt.
I-Tüpfelchen? Die kreative Übersetzung des schneidigen „Yes, we can“ in ein „Der macht das!“

„Das macht Knülle!“ hätte ich allerdings noch einen Tick ansprechender gefunden!

Das die hier veröffentlichten und verhöhnten Plakate alle von der SPD sind, ist tatsächlich unbeabsichtigt. Die anderen großen Parteien setzten auf klassische bis konventionelle Motive und Slogans mit gutem Bildmaterial. Tut mir leid, liebe SPD. Selber Schuld!

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+