Bis einer heult! • 7 Monate Quietschbeu
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2. Dezember 2009 | Pia Drießen

7 Monate Quietschbeu

Mein kleiner Wildling, mein Männlein.

Du bist heute auf den Tag genau 7 Monate alt. 30 Wochen und 4 Tage.

Es ist schwer geworden jede kleine Veränderung an Dir festzuhalten. Manchmal sind sie so klein, dass man sie kaum wahrnimmt. Der Pinzettengriff, zum Beispiel. Der hat sich irgendwie ganz still und heimlich eingeschlichen. Plötzlich sammeltest Du Brötchenkrümel vom Tisch auf. Einfach so.

Inzwischen trägst Du Kleidergröße 80 und tendierst bereits zur 86. Wir warten weiterhin auf die oft angekündigte Wachstumsverlangsamung. Es wäre schön, wenn sie vor deinem 12 Lebensjahr einsetzen würde. Du bist wie so ein Atompilz, der gerade mal drei Wochen in einen neuen Schlafanzug passt, bis auch dieser zu klein ist! Von Deinen Füßen wollen wir gar nicht erst reden …

Dein Essverhalten hat sich nicht groß verändert. Du isst mittags Gemüse-Fleisch-Brei und abends Griesbrei mit Obst. Zwischendurch knabberst Du Äpfelchen, Pflaume, Trauben, Birne, Dinkelzwieback und Reiswaffel. Sogar ein Butterkeks hat schon den Weg in Deinen raffgieren Mund gefunden. Genauso die Scheibe Fleischwurst, die die freundliche Dame an der Wursttheke Dir, im Bondolino sitzend, in dein grapschendes Händchen presste, während ich mich zu unserem Einkaufwagen umdrehte. Aber wir wollen mal nicht hysterisch werden. Ich bin jedenfalls guter Dinge, dass Du beides überleben wirst ;)

Morgens trinkst Du noch eine Flasche Milch und seit einer Woche kommst Du nachts gänzlich ohne Flasche aus. Abgesehen von zwei oder drei 30sekündigen Nuckelsuchern in der Nacht schläfst Du nun also tatsächlich von 19 bis 7 Uhr durch.

Vor zwei Wochen hast Du die beiden oberen Schneidezähne bekommen. Ein Drama und um ein Haar hätte ich meinen ausgeglichenen Puschelkeks nicht wieder erkannt. Du warst völlig außer Rand und Band, hast geweint, geschrien, gesabbert, hattest eine Rotznase und hast jegliches Breiessen verweigert. Das war die eine Woche, in der Du dann plötzlich nur noch aus der Flasche trinken wolltest. Es hat mir fast das Herz zerrissen, Dich so leiden zu sehen. Aber nun sind die beiden wirklich großen oberen Schneidezähne durchgebrochen und Du bist wieder mein alberner Kicherball. Seither bist Du eine Nahrungsvernichtungsmaschine. Alles was man knabbern kann zerlegst Du binnen Sekunden in millionen Kleinteile (um dann den Pinzettengriff daran zu perfektionieren).

Du robbst durch das ganze Wohnzimmer. Immer noch rückwärts. Nicht selten bleibst Du dabei unterm Sofa oder unterm Wohnzimmertisch stecken. Du hast einen riesen Spaß daran, mit den Füßen auf den Fuß der Stehlampe zu zimmern, weil das so ein herrlich schepperndes Geräusch macht. Du schiebst mit Begeisterung Deinen TrippTrapp durch die Gegend und schleuderst da Stillkissen, das immer auf Deinem Spielteppich liegt, mit Superheldenkräften durch den Raum. Das sieht dann aus, als würdest Du mit einer riesigen Schlange kämpfen. Es ist einfach unvorstellbar wie ein so kleines Kerlchen, wie Du es bist, binnen Augenblicke das ganze Wohnzimmer in ein Schlachtfeld verwandeln kann, indem Du Deine Spielkiste ausräumst und alles großzügig um Dich herum verteilst. Auch baust Du mir großer Freude Deinen Spielteppich gerne Puzzlestück für Puzzlestück ab und wedelst dann begeistert mit den einzelnen Buchstaben.

Wenn ich Dich tagsüber zum Schlafen in Deinen Laufstall lege, muss ich inzwischen das Spieluhrmobile abhängen, da Du sonst Dein ganzes Gewicht an eine Figur hängst und so lange daran zerrst und rüttelst, bis der Haltearm beginnt gefährlich zu knacken. Bei der U5 vor 3 Wochen hattest Du stolze 9,5 Kilo. Ich bin sicher, dass es inzwischen 10 sind. Das Nachbarsmädchen von 13 Monaten sowie Deine Cousine von 20 Monaten hast Du größentechnisch bereits im Sack. Aber dass uns Dein rasantes Wachstum beeindruckt bis verunsichert, erwähnte ich ja schon.

Du bist in Deinem Spiel so wild und laut, dass wir oft Tränen lachen müssen. Wir nennen Dich daher inzwischen auch oft „kleiner Wildling“.

Mein geliebtes kleines großes Baby. Du hast mehr Schalk im Nacken, mit nur sieben Monaten, als manch Großer. Du hast das herzlichste Lachen der Welt, den niedlichsten verschämten Blick und die dicksten Krokodilstränen. Du bist so klein und schon so perfekt. Für mich.

Ich liebe Dich!

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. bauchherzklopfen / Dez 2 2009

    *schniefschluchzkicherfeixseufz* – alles auf einmal, wenn ich deinen Quietschbeuliebesbrief lese…

  2. abraxa / Dez 2 2009

    möchtest du eine orientierung? simon mit 3 Jahren: Oberteile 122, Hosen 110-116, 20 kilo Kopfumfang konnte ich grad nicht messen – er war in QBs alter genau so proportioniert wie er, also sollte es etwa hinkommen ;)

  3. jasmin / Dez 3 2009

    ich hab geweint jetzt.

    die stille leserschaft ist hiermit vorbei.

    liebe grüße.
    jasmine

  4. Nancy / Dez 3 2009

    wunderschön geschrieben liebe miemama.

  5. giftzwerg / Dez 3 2009

    Das ist so schön geschrieben… ich weiß nich, ob ich kichern oder vor Rührung rumkniepern soll.

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