Bis einer heult! • Ich. Du. Wir.
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2. Dezember 2009 | Pia Drießen

Ich. Du. Wir.

Es gibt so Träume, die verfolgen einen in den Tag hinein. Die sind so realistisch, dass man nach dem Erwachen erst mal wie betäubt in seinem Bett liegt und sich fragt, ob das nun nur ein Albtraum war, oder eine Vorahnung? Kann das wirklich passieren? Ist es vielleicht schon passiert?

Was haben wir um diese Liebe gekämpft. Lange Zeit war es ein hartes Stück Arbeit, bis dann irgendwann das Vergnügen überwog, unser Leben geregelte Bahnen annahm, so honigsüß und habaneroscharf wurde.

Wenige Tage ohne Dich sind wie Jahre. Immer noch. Es ist schrecklich vor einem prall gefüllten Kühlschrank zu stehen und nicht zu wissen, was man essen soll. Niemand, der seine warme Hand nachts zu mir herüber schiebt und eine Weile meine Hand hält. Einfach so. Niemand, der mit mir diskutiert, ob wir nun diesen oder jenen Film gucken. Zum Schluss gucke ich gar kein Fernsehen, weil ohne Dich einfach rein gar nichts interessant ist.

Deine Augen begrüßen mich jeden Morgen freudestrahlend. Auch wenn Du nicht hier bist. Ein Stückchen von Dir lässt Du nun nämlich immer hier: Deinen Sohn, der Dir wie aus dem Gesicht geschnitten ist und schon jetzt Deine Mimik perfekt interpretiert.

Du rufst an. Um kurz nach 10. Die letzten Fetzen des Traumes verpuffen mit Deinem „Hallo.“ und schweben aus dem offenen Fenster, als Dein Lachen erklingt. Als Reaktion auf sein Lachen. „Der kleine Scheißer!“, lachst Du. Früher hast Du mich so genannt. Aber das ist okay. Nie war ich mehr ich, als jetzt. Nie waren wir mehr wir.

Ich vermisse Dich. Auch nach nur wenigen Tagen. Obwohl Du so bald schon wieder da bist.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Sayuri / Dez 2 2009

    Das ist sehr schön geschrieben. Dein Mann kann sich glücklich schätzen

  2. Cora / Dez 2 2009

    Das hast du wunderschön beschrieben…genauso geht es mir, wenn mein
    Liebling nicht da ist…leider spiegelt unser Hund seine Mimik nicht wieder. ;o))

  3. Tine / Dez 2 2009

    So schön!

  4. Tinka / Dez 2 2009

    :-) Ich bewundere es unendlich, wie schön man Gefühle in Worte fassen kann…

  5. Johannes / Dez 3 2009

    :-)

  6. nelly_pappkarton / Dez 3 2009

    du hast Glück, dass du solche Gefühle zulassen kannst.
    ich vermeide solche abhängigkeiten

  7. Vreni / Dez 3 2009

    Ganzkörpergänsehaut.

    Wunderwunderschön geschrieben! Toll!

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