Bis einer heult! • 8 Monate Quietschbeu
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2. Januar 2010 | Pia Drießen

8 Monate Quietschbeu

Mein geliebtes Männlein,

Du bist heute auf den Tag genau 8 Monate alt. 35 Wochen genau.

Das war ein rasanter Monat. Die deutlichste Veränderung in den vergangenen Wochen ist eindeutig die neu erworbene Fähigkeit des Sitzens. Diese Fähigkeit hat so ziemlich alles verändert, was Deinen kleinen Alltag ausmachte. Du spielst auf Deinem Schaumgummipuzzleteppich bis zu 2 Stunden völlig vertieft vor Dich hin. Ab und an wirfst Du mir ein Blick zu, gackerst, grinst und spielst dann weiter. Du quatscht mit großer Wonne und vielen Emotionen Dein Spielzeug voll. Von empört bis belustigt ist alles dabei. Besonders niedlich ist es, wenn Du schimpfst. Dann legst Du die Stirn in Falten und krähst laut „Dahdadahdadah!“ und wirfst das beschimpfte Spielzeug im hohen Bogen davon. Wenn Du Dich freust klatscht Du in die Hände und rufst ganz entzückt „hattahattahatta!“, wofür ich Dich niederknutschen könnte.

Leider hat diese neue Fähigkeit auch zur Folge, dass Du sämtliche Krabbelversuche eingestellt hast. Du sitzt nur noch und versuchst nicht einmal nach vorne zu kommen. Wenn es hoch kommt verbringst Du ganze 10 Minuten am Tag auf den Bauch oder im Vierfüßler, rutscht rückwärts zu Deinem Zielort und drehst Dich dort dann nach vorne. Dann muss aber wieder gesessen werden. Unbedingt.

Da Du nun vier Zähne hast (2 oben, 2 unten) kaust und beißt du alles, was Du in die Hände bekommst. Bananen gehören zu Deinen absoluten Lieblingsspeisen. Du isst 2 ganze Bananen am Tag. Eine direkt aus der Hand und eine abends im Brei. Außerdem magst Du Birnen, Orangen, Pflaumen, Kiwis und Pfirsiche. Deine Lieblingsspeise zu Mittag sind Seefisch und Nudeln mit Brokkoli. Vom Trinken hältst Du nach wie vor wenig bis gar nichts, so dass Dich in diesem Monat auch ärgste Verstopfungen plagten. Zum Schluss war die einzige Lösung Dir Milchzucker unterzujubeln, was gar nicht so einfach ist, wenn man einen notorischen Trinkverweigerer hat. Da „Apfelsaft in Wasser“ erst gar kein Thema werden sollte, habe ich es einfach mal mit türkischen Apfeltee von Teekanne versucht. Der ist von Haus aus ohne künstliche Süßung süßlich. Und siehe da: Du trinkst wieder. Zwar nur wenig, zwischen 100 und 200 ml am Tag, aber immerhin.

Du sitzt nun in einem großen Jungs-Autositz und kannst endlich aus dem Fenster gucken. Beim Anschnallen schimpfst und krähst Du nach wie vor, aber während der Fahrt bist Du nun endlich selig, dass Du uns und die Straße im Blick hast.

Dein erstes Weihnachtsfest hast Du mit Bravur und sehr viel Spaß bestanden und verlebt. Du warst wirklich an jedem Tag ein reinster Sonnenschein. Trotz hin und her Fahrerei, trotz vielen Menschen, trotz fremden Gesichtern und trotz des Lärms und der Hektik. Du hast Klöße gegessen, Entenbrust und Rotkohl. Und Du hast die ganze Familie mit Deinen großen blauen Augen und Deinem freundlichen Wesen verzaubert. „So ein freundliches Kind. So groß schon. So aufmerksam.“

Den Vormittagsschlaf hast Du abgeschafft. Vielleicht döst Du noch ein paar Minuten im Auto, wenn wir unterwegs sind. Dein Mittagsschlaf dauerte weiterhin 2 bis 2,5 Stunden und Du gehst zwischen 19 und 20 Uhr ins Bett. Aktuell wachst Du morgens immer schon sehr früh auf, meckerst und weinst dann. Das kannten wir bisher von Dir nicht. Normalerweise begrüßt Du uns morgens mit einem fröhlichen Singsang. Ich denke allerdings, dass Du ohnehin gerade schubst. Du jammerst auch so oft am Tag vor Dich hin, ohne dass eine wirkliche Unzufriedenheit erkennbar wäre. Und Du schmust neuerdings, wenn Du müde bist (was Papa und ich sehr genießen). Generell muss immer einer von uns in Sichtweite sein, sonst bricht hier die Hölle los. Die ersten Fremdelreaktionen hast Du auch bereits gezeigt. Wie gesagt: ich tippe auf einen Schub und bin gespannt, was er uns bringen wird. Am Ende vielleicht doch noch das Krabbeln (Dein Papa hat gar nicht gekrabbelt. Er ist vom Sitzen ins Knien zum Stehen und Laufen gekommen)?

Dein aktuelles Lieblingsspielzeug ist der Stapelturm von IKEA.

Dein erstes Silvesterfest hast Du natürlich verschlafen und das, obwohl die Nachbarn so laut Ballerten und Knallten, dass bei jedem Böller das Babyfon anging (und das ist sehr unempfindlich eingestellt).

Es ist unfassbar, wie groß und kräftig Du schon bist. Da erinnert eigentlich nichts mehr an das kleine hilflose Wesen, als das Du in unser Leben getreten bist. Du bist kein Baby mehr. Jedenfalls nicht gefühlt. Du bist unser kleines, großes Wunder, so herzlich und lustig, so liebenswürdig, so agil, so wild, so laut, so leise. Du bist einfach Du. Geliebtes kleines Männlein.

Ich liebe Dich abgöttisch. Mit meinem ganzem Herzen und meinem Leben!

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. myelita / Jan 3 2010

    Hallo!

    Du schreibst das sooo liebevoll. Es tut richtig gut sowas zu lesen. Ich wünsche Dir viel schöne Zeit mit Deinem kleinen Männlein.

  2. kristl / Jan 3 2010

    hallo, wie witzig, mein fräuken hat auch trotz riesenböllerei die auch durchs babyfon drang geschlafen und geschlafen…ich musste schauen um mich zu vergewissern dass es wirklich so ist! wir wohnen auch in der nähe von bonn und unser mausekind ist 6 monate alt…vielleicht magst du mal mailen?

  3. Eliane Zimmermann / Jan 5 2010

    hab eben dein hübsches blog gefunden. wie schön, dass mamas heutzutage auf so nette art das werden eines menschleins protokollieren können, für sich und für andere. meinen jungs sind zwar erst 10 und 16 doch die schwangerschaften kommen mir wie aus der steinzeit vor (ich liebe ja auch wilma und fred von familie feuerstein!). die behandlung der ärzte war auf alle fälle steinzeitlich. ich bin ex-bonnerin, also godesbergerin, irgendwie ab und zu, mit unterbrechungen. komme inzwischen gerne zurück. wohne fast um die ecke, mit flugzeug vom flughafen hahn ;-), von kerry nur 1,5 stdn. entfernt. viele grüße von der eisgigen grünen insel in die ex-heimat eliane

  4. josili / Jan 5 2010

    Heute nacht ist mir brühwarm eingefallen: vielleicht hat er so Verstopfung auch wegen der 2 Bananen? Probier doch mal was anderes in den Brei zu geben. Liebe Grüsse, jo

    • Mama Miez / Jan 5 2010

      Also der Kinderarzt hat gesagt, dass Bananen definitiv nicht stopfend wirken, wie der Volksmund es gerne behauptet. Eher im Gegenteil. Zu viel Banane kann abführend wirken. Ich tippe weiterhin auf zu wenig Trinken.

      • josili / Jan 6 2010

        Klar kommt immer auch aufs Kind an, meine grossen essen ja Banane nicht mal, aber bei der Kleinen wirken sie wie ein Korken ;-)

  5. fraulise / Jan 6 2010

    Meine Tochter wird bald 3 und ich kämpfe auch oft mit den Tränen vor Rührung und schmelze dahin.Als ich das gerade hier gelesen hab konnte ich mich gut an solche Momente bei uns erinnern und ich finde es total schön wie du das alles immer schreibst.Geniesse diese Momente,es sind die schönsten die man haben kann und warte bis der kleine Mann erstmal sagt:Mama ich liebe dich!

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