Bis einer heult! • Von dicken Möppesen
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20. Januar 2010 | Pia Drießen

Von dicken Möppesen

Der dicke Möppes (das große Familienauto (das dem Mann dennoch zu klein ist)) ist tot. Na ja, fast. Nachdem der Beebie und ich gestern ja noch ein wenig Shoppen waren und den dicken Möppes seither nicht mehr bewegten, klingelt heute Mittag der Nachbar von unten und fragt mal freundlich nach, ob ich denn bemerkt hätte, dass ich vorne einen Platten hätte. Öhm. Öh. Nein?

Ich überzeugte mich wenig später selber davon. Platt. Total.

Die vier Wochen alten Conti-Winterreifen gibt es nicht mehr. Sind auch nicht mehr zu bestellen. Sagen die von AhTeUh (die uns eben jenen Reifen vier Wochen vorher noch verkauft haben!). Nur haben wir schon zwei andere Conti-Reifen drauf und mit drei verschiedenen Sorten wollte ich nun nicht durch die Gegend fahren!

Der Nachbar gibt den Tipp mal bei Reifendings in Bonn anzufragen, was ich auch mache und die Aussage erhalte, man habe gewünschten Reifen sogar vorrätig. Auf Lager!

Der Nachbar bietet mir an, den Notreifen aufs Auto zu werfen, damit ich morgen direkt zu Reifendings fahren und meinen kaputten Reifen reparieren lassen kann. Ich freu mich. Also bin ich so strohwitwig, wie ich heute eben bin, doch nicht zum Tode verurteilt.

Zehn Minuten später klingelt der Nachbar mit einer Dose Zeug in der Hand. Er erklärt mir, das sei mein Notreifen. Ich frag dreimal nach bis auch mir klar wird, dass da einfach gar kein Notreifen ist (nur ne Dose mit Klebedings. So ne Art Flickset, wie beim Fahrrad.). Ich weine ein bisschen in mich rein. Dicken Möppes fahren, aber keinen Notreifen haben (der Lupo, der hat einen Notreifen. Aber den fährt, seit dem wir in Beebies machen, der Mann. Und der ist ja nicht da).

Der Nachbar von nebenan (der andere Nachbar) bietet mir an, morgenfrüh den kaputten Reifen zum Reifendings zu fahren, wo ihn der Mann dann morgen Abend repariert wieder abholen kann. Ich bin ein bisschen sprachlos und gerührt und so. Soviel Nettigkeit und das bei meiner Hormonhaushaltslage. Immer schön nach innen weinen.

Was lernen wir daraus? Dicke Möppese sind nicht zwangsläufig immer die begehrenswerteren Autos und ohne Nachbarn wäre ich eine nach außen weinende, verzweifelte Hormonbombe ohne Auto.

Schluchz.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. skee / Jan 21 2010

    Also, ich lese dich jetzt schon so lange und bin doch immer wieder erstaunt, wie toll du schreibst ;)

  2. Thomas / Jan 22 2010

    Mit AhTeUh ist das wie mit so manchem modernen Unternehmen: Man muss die Erfahrung mal gemacht haben – und dann draus lernen. Sie arbeiten ja nicht umsonst in der Werbung;-)

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