Bis einer heult! • Alle noch da (wo sie hingehören).
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16. Mai 2010 | Pia Drießen

Alle noch da (wo sie hingehören).

Ja, wir leben noch und es geht allen gut. Der Quietschbeu und ich rotzen weiter vor uns hin. Die Nasen, wenn Sie verstehen. Ansonsten ist der kleine Mann aktuell sehr aktiv und lernt, lernt, lernt den ganzen Tag (und vermutlich auch nachts) neue Dinge. Ob es Zusammenhänge von Handeln und Folge begreifen oder das richtige Einsetzen von Gegenständen ist, ist egal. Schuhe gehören an die Füße. Mützen auf den Kopf. Der Löffel gehört in die Tasse oder Schale und die Treppe ist „nei nei nei“.

Er übt weiterhin fleißig „Mamam“ und „Papa“, wendet sie aber nur äußerst selten gezielt an. Er plappert wie ein Wasserfall in Quietschbeuisch und röhrt weiterhin wie eine Mischung aus Donald Duck, einem Werwolf und einem brünftigen Hirsch. Der Miezmann und ich saßen schon mehrfach Tränen lachend vor dem Babyphone, wenn der Quietschbeu abends sein Schlafritual grölt.

In den vergangen Wochen warne wir auf mehreren ersten Geburtstagen. Ganz oft bekam ich zu hören, dass der Quietschbeu schon so viel älter wirkt, als er wirklich ist. Seine Gestik und Mimik lassen ihn älter wirken, auch wenn er rein entwicklungstechnisch ganz normal weit ist.

Am Esstisch zeigt er mit dem Finger deutlich auf das, was er essen will. Das sind zum Beispiel Tomaten und Fleischwurst. Milchbrötchen findet er hingegen inzwischen unspannend. Das ist so eine Eigenart, die seine gleichaltrigen Kumpel noch nicht zeigen.

Allerdings trotz er auch schon ganz gewaltig. Wenn er etwas nicht haben darf oder machen soll heult er wütend auf, wirft mit Spielzeug und wirft sich neuerdings nach hinten über. Das ist so ein Angewohnheit, die mich rasend macht, einfach weil sie so furchtbar gefährlich ist. Ihm ist egal, ob er dabei auf dem Wickeltisch, dem Bett oder dem Fußboden steht. Er wirft sich ruckartig nach hinten, schreit wütend und ich kann nur beten, dass ich ihn rechtzeitig gepackt bekomme, bevor er umstürzt. MEINE NERVEN!

Deshalb ist es hier aktuell auch ein bisschen stiller. Die Schwangerschaft wird langsam anstrengend und die Schlafphasen des Quietschbeus nutze ich dann meistens auch, um mich ein wenig hin zulegen. Generell bin ich aber noch recht fit und habe z.B. erst gestern den Quietschbeu 2 Stunden lang im Bondolino auf dem Rücken getragen. Ging super.

Während die meisten Mütter in meinem Umfeld ihren Kindern prophezeien ganz bald Laufen zu können, glaube ich da selber nicht dran. Klar ist er den ganzen Tag auf den Füßen (also wörtlich gemeint), rennt an Möbeln entlang und nutzt wirklich alles brauchbare (Einkaufskisten, Staubsauger, Bobbycar etc.) als Gehhilfe. Aber beim Krabbeln dachte ich auch immer: jetzt. gleich. Und passiert ist doch ewig nix. Ich vermute daher, dass er irgendwann im Spätsommer aufstehen und laufen wird. So wie das mit dem Krabbeln auch war. So, als wäre es total normal.

Ich bin aktuell sehr zufrieden und glücklich, auch wenn alles derzeit sehr anstrengend ist. Dieser kleine wuselige Mensch ist einfach Gold und Zucker und Sahne und Schokosoße oben drauf.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
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