Bis einer heult! • notiert #05
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15. August 2010 | Pia Drießen

notiert #05

Dank der Gabe von Bachblüten-Tropfen (extra für Kinder, von unserem Kinderarzt empfohlen) konnten wir die letzten beiden „Anfälle“ vorzeitig – nach immerhin 10 Minuten des Abwartens, ob es sich von alleine wieder gibt – verkürzen. Ich wartete beide Mal genau so lange, bis der Quietschbeu erneut begann sich Haarbüschel auszureißen und sich die Unterarme blutig zu kratzen. Bei allen mir gegebenen Nerven … das kann ich einfach nicht aussitzen.

Vom Buch „Ohje, ich wachse“ kann man ja auch halten, was man will, aber der dort beschriebene letzte Sprung, der genau ins jetzige Alter des Quietschbeus passt, schildert genau das Verhalten, dass ich beim Quietschbeu derzeit wahrnehme. Immer bei Mama sein wollen, nur sehen oder hören reicht nicht aus. Jähzorn, Ungeduld, Schlafstörungen … das eine stärker, das andere schwächer …

… aber der Höhepunkt dieses Schubs scheint nun überstanden zu sein. Gesten und heute jedenfalls war der Quietschbeu wieder äußerst gut gelaunt, geduldig und wissbegierig. Bilderbücher wurden mit großem Interesse und immer wieder gewälzt. Selbst zum Einkaufen mussten wir eins mitnehmen, dass er uns immer wieder unter die Nase hielt und „Datda?“ wissen wollte, wie das zu sehende Ding heißt. Auch üben wir derzeit sehr motiviert eine Vielzahl von Babyzeichen, nachdem wir mehr zufällig zum Babyzeichen von „mehr“ kamen und der Quietschbeu eben genau diese Zeichen richtig und oft einsetzt. Ich hoffe doch, dass die Zeichen unsere Kommunikation vereinfachen. Aktuell üben wir verstärkt Essen, fertig, lecker und weg bzw, alle-alle.

Diesen verregneten Sonntag verbrachten wir gemütlich daheim. Irgendwann kam der Quietschbeu singend ums Eck, steuerte auf mich zu, zeigte auf meinen Mund und spitze die Lippen. Ganz perplex habe ich mich dann instinktiv nach vorne gebeugt und bekam den ersten angekündigten und nicht von mir initiierten Kuss meins Sohnes. Dann drehte er sich um, ging zu seinem Papa und wiederholte das Spiel dort. Beide Eltern auf Wolke 7. Ich sag‘s Ihnen!

Sogar das Haarschneiden ließ er sich heute ohne Murren gefallen. Nun hat er auch hinten wieder eine annehmbare Frisur und ich bin froh, dass ich zumindest ein wenig mit Kamm und Schere umgehen kann und der Quietschbeu daher das einzige Kind in seinem Freundeskreis ist, das keinen Pisspott- oder 4mm-Schnitt tragen muss.

***

Heute Abend habe ich das Löwenmäulchen zum ersten Mal zum Schlafen in sein Bett – welches ja an meines angestellt ist – gelegt. Bisher schlief er abends bei uns im Wohnzimmer, entweder in seinem Laufstall oder auf uns. Da wir uns aber so langsam auch wieder ein bisschen Zweisamkeit wünschen und ich außerdem der Meinung bin, dass die Sinne des Löwenmäulchen inzwischen so wach sind, dass z.B. der Fernseher eher aufwühlend, als beruhigend wirkt, ist es wohl die bessere Entscheidung, ihn in einem ruhigen, dunklen Raum zu betten. Erstaunlicher Weise klappte das auch sehr gut. Gestillt hatte ich ihn noch im Wohnzimmer und so reichten nach Wickeln, umziehen und in den Schlafsack stecken, gerade mal 5 Minuten Nuckeln, um ins Land der Träume zugelangen.

Nun stehen hier zwei Babyphone-Emfänger im Wohnzimmer. Und Schweigen.Flattr this

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. aleXXblume / Aug 15 2010

    Hey, super! Die Notfalltropfen wollt ich dir auch noch empfehlen, hatte es aber dann vergessen, dazuzuschreiben zu den Schüssler Salzen. Manchmal geht es eben nicht ohen sowas, aber ich finde, wenn es homöopathisch oder so ist, kann ich gut damit leben. Ich bin froh, dass der QB so gut drauf anspricht! Das macht auch ihm sicher vieles leichter…

  2. Sabrina / Aug 16 2010

    Oh ihr macht mir Angst, das zweite Kind was ich „kenne“, was so vom letzten Sprung durchwühlt wurde.
    Schön aber das ihr einen weg gefunden habt. Und mir scheints auch das es nun vorbei ist, so wie der kleine wieder fröhlich ist.

  3. eva / Aug 16 2010

    ja, den schub zwischen 12 und 15 monaten fand ich auch bei allen dreien immer den anstrengendsten. dieses abnabeln, laufen lernen aber dennoch klammern und vor allem nachts total zurückzufallen in alles babyhafte, heulen, im bett stehen und heulen, alle paar stunden.
    die bachblütentropfen hatte ich auch immer am start, auch auf reisen, im flugzeug etc. von uns liebevoll die anti-kravall-tropfen genannt ;D
    übrigens, ich hab mich immer gefragt, warum „ohje, ich wachse“ nach dem 12-15 monatsschub aufhört— genau, weil es danach so richtig abgeht ;) kicher, sorry.
    lg eva

  4. jo / Aug 16 2010

    Hilft nicht wirklich, da ich wegen Urlaub die Hauptdiskussion verpasst habe, aber ich wollte nur kurz schreiben, dass die 15 Monate wirklich ein schwieriges Alter sind. Alle meine Kinder hatten da eine Unerträglichkeitsphase, Erna die immer etwas langsamer ist, etwas später, aber auch unverkennbar. Jedenfalls, Freund Blase, der „aufgeweckteste“ der 3, ist ja im „Normalzustand schon – wie soll ich sagen – kräftezehrend, aber damals… Noch heute, mit fast 4, hat er solche Heul- und Jaultage (nicht besser erträglich als Quietschen *seufz*) und bis auf die Selbstverletzung ist es wie bei Euch. Da hilft auch nur aussitzen und so gut es geht das Heulen ignorieren. Ich habe das gut zureden ebenso aufgegeben wie das Schimpfen, Nähe anbieten oder Ablenken. Ich warte jetzt einfach ab, irgendwann ist auch der längste Tag zuende ;-)
    Liebe Grüsse, jo

  5. FrSchnütchen / Aug 16 2010

    Was sind das genau für BachblütenTropfen?
    12-15MonatsSchub? Na danke auch … ich bin ab 11:00/11:30 nur noch mit 10ExtraKg im Bewegung … ^^ …

    LG :)

  6. Barbara / Aug 18 2010

    Unser Kleiner geht nuna uch seit gut einer Woche mit seinem großen Bruder schlafen – jeder in seinem Bett und auch hier scheint es dem Kleinen gut zu tun aus dem Trubel genommen zu werden und in Ruhe zur Ruhe zu kommen.
    Liebe Grüße
    Barbara

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