Bis einer heult! • Von Schmerzen
Skip to content
30. August 2010 | Pia Drießen

Von Schmerzen

Nach der Geburt des Quietschbeus war die Erinnerung an den Geburtsschmerz schnell verblasst. Ich wusste zwar, dass es wehgetan hatte, auch dass es sehr wehgetan hatte, aber wie schmerzhaft die Geburt wirklich war, das war irgendwie ratzfatz verschwunden.

Folglich hatte ich vor der Geburt des Löwenmäulchens auch keine Angst. Ich wusste ja, dass es wehtat und der Schmerz dennoch verschwinden würde. Sogar aus meiner Erinnerung.

Doch irgendwie ist das diesmal anders. Ich erinnere mich sehr lebhaft an diesen Schmerz. Die erste Presswehe, die mich so überrumpelte und bei der ich ernsthaft dachte, ich müsse sterben.

Vor ein paar Abenden unterhielt ich mich mit dem Miezmann darüber und sagte ihm auch, dass die Geburt irgendwie tiefer in mir stecken würde, als die Erste. Und das, obwohl die erste Geburt wesentlich anstrengender, kräftezehrender und langwieriger war.

Wirklich geschockt war ich dann aber davon, was der Miezmann dazu sagte. In dem Moment, in dem diese erste Presswehe mich erfasst hatte, schrie ich. Ich schrie um mein Leben. Und der Miezmann sagt, dass er in diesem Moment gedacht hat, er würde den Kreißsaal ohne mich verlassen. Ernsthaft.

Irgendwie beängstigt mich das. Irgendwie hört sich das ganz unfassbar schlimm an. Irgendwie habe ich nicht geglaubt, dass der Schrei auch nur ansatzweise dass vermittelt hat, was ich empfand. Hat er dann aber wohl doch sehr deutlich.

Ob die Erinnerung doch noch verblasst? Bis zur nächsten Schwangerschaft?Flattr this

Print Friendly
Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. eva / Aug 30 2010

    Ja! Hast Du.
    Nr. 3 tat dann wider Erwarten so weh, wie ich es mir in den kühnsten Träumen nicht vorgestellt habe, Nr. 3! Die nicht gerade dick und schwer war. Aber sie kam mit Fruchtblase und Fruchtwasser vor dem Köpfchen.
    Und danach, wenn du dann beim 3.Kind NACH der Geburt auch noch Schmerzen hast, weil die Nachwehen wie Geburtswehen sind (nämlich tagelang zu veratmen) und der gesamte Bauchbereich ab Brust bis Hüfte quasi ein wabbeliges Zentrum ohne Kraft ist, und Du freiwillig 5 Tage nur zum Pipimachen aufstehst und nur duschst, weil es sonst eklig ist, DANN möchtest Du wahrscheinlich KEIN Kind mehr bekommen. Und hast wirklich abgeschlossen damit, dass der Kinderwunsch nun erfüllt ist ;)
    Na, noch Bock ??? LOL
    LG Eva
    P.S. Erwähnte ich auch schon die ungeheurlichen Pupse, die durch die Darmsortierung nach der Geburt herauswollten? (Wohlbemerkt bei mir, nicht beim Baby ;D )
    Und nein, ich wollte Dein Post jetzt nicht lächerlich machen, ich verstehe das mit dem Schmerz. Nr. 2 flutschte ja ohne Hebamme heraus, und da hab ich gar keine Schmerzerinnerung dran, nur, dass das Kind nun plötzlich raus muss und oh, was tun wir!!?? Ich musste den Mann kommandieren. Deswegen erschütterte mich die ganz bewusste Geburt Nr.3 wahrscheinlich so ;)

    • Mama Miez / Aug 30 2010

      Eva: warst Du das, die das Zweite im Wohnzimmer bekam? Ungeplant. (ich las doch mal sowas in der Art).

  2. Sabine / Aug 30 2010

    Als bislang stille, aber dennoch beständige Mitleserin traue ich mich mal:
    Ich glaube, die Erinnerung kann sich besser festsetzen, wenn man sich bezüglich weiterer Kinder tief im Innern nicht wirklich sicher ist. Bei meiner ersten Geburt hatte ich dieses Sterbenmüssen-Gefühl. Es war eine zähe, kraftraubende Entbindung von 52 Stunden, weitere Erörterungen sind wohl überfällig….
    Ich wollte aber immer mehrere Kinder und war demnach noch „nicht fertig“, weshalb dieses Erlebnis auch bei mir überraschend schnell verblasste. Nummer zwei war ein Fall-Raus-Kind, keine Zeit für schlimme Schmerzattacken.
    Eigentlich sollte dann Schluss sein, aber das Schicksal hatte anderes mit mir vor. Neuer Mann und neue Familien (erweiterungs)planung. Der Mann wünschte sich noch zwei gemeinsame Kinder, um kein verwöhntes Nesthäkchen als Nachzügler zu haben. Mir gefiel der Gedanke an eine große Familie und ich fühlte mich auch fir dafür, wobei mir als zu dem Zeitpunkt schon 33-jährige noch Eines aber auch gereicht hätte. Soweit klar…..bis zur Geburt von Nummer 3. Hölle, Hölle, Hölle..und es scheinen bei den hilflos danebenstehenden Männern dann oft dieselben Gedanken zu kommen. Ich hatte eine Saugglockengeburt, weil unser Junior (Kopfumfang 37,5cm)festsaß und ein Kaiserschnitt angeblich nicht mehr möglich war. Diese Stunden sind bei mir unauslöschlich eingebrannt, ich habe sogar Depressionen bekommen und mich weiteren Nachwuchsgedanken verweigert, nach nunmehr 8 Jahren bin ich auch zu alt und der Altersunterschied ist zu groß. Vielleicht hätte ich das Ganze auch vergessen können, wenn mein Wunsch nach einem 4.Kind richtig intensiv gewesen wäre, aber mit Dreien war ich eigentlich gut ausgelastet, hatte zu dem Zeitpunkt noch mein Studium (Zweitberuf) in der Endphase……so ist die Schmerzerinnerung wohl deshalb gelieben, um mich vor mir selbst zu schützen (ich überschätze meine Kräfte gern mal).
    Ich denke, wenn Ihr als Familie gut funktioniert und Euch mit den Zweien irgendwie noch nicht ganz vollständig fühlt, wird das Erlebte irgendwann anders bewertet und die Erinnerung rückt in den Hintergrund, bestimmt!

    liebe Grüße
    Sabine

  3. neph / Aug 31 2010

    Achherrje… also ich erspare Dir jetzt grausame Geburtsszenen, ich hätte jetzt auch nicht wirklich welche im Angebot ;) , und sag einfach mal, dass ich nach dem kleinsten kleinen Mädchen auch einige Monate länger zum „vergessen“ gebraucht habe als nach dem größten kleinen Mädchen – und das obwohl die zweite Geburt soviel einfacher und entspannter war als die erste.
    Ich denke, das mag mit den Nachwehen zusammenhängen, denn das Langzeitgedächtnis ist eigentlich auf Wiederholung angewiesen um Dinge besser zu speichern und noch ein paar Tage und Nächte Nachwehen – auch wenn sie natürlich sehr viel schwächer waren als die Geburtswehen – prägen sich schon besser ein als nur ein halber Tag Geburt, der durch all die Aufregung auch noch und ohnehin „schwammig“ haftet.

    Das kleinste kleine Mädchen ist nun zehn Monate alt und würde ich jetzt schwanger, so hätte ich keine übermäßige Angst mehr vor der Geburt. Vor vielleicht drei, vier Monaten sah das noch anders aus. Beim größten kleinen Mädchen war alles nach wenigen Wochen schon schwammig und rosarot…

  4. eva / Aug 31 2010

    frau mamamiez, ja, am küchentisch, im stehen. hebamme war zwar unterwegs, aber luzia wollte schneller sein ;)
    ich hab danach gelacht und konnte bäume ausreißen!

  5. tuettels / Sep 2 2010

    liebe mamamiez,
    ja,sie werden auch diesmal wieder verblassen.anders als beim quietschbeu,aber es wird kommen.
    ich glaube,es hat damit zu tun,dass man eben weiß was auf einen zu kommt und man so viel mehr aufnimmt,seinen körper in dieser extremsituation schon mal erlebt hat und besser abschätzen kann was noch passiert resp. was grad passiert.
    bis zur nächsten schwangerschaft wird sich das alles gelegt haben,bestimmt.

Leave a Comment

           

Rabatt Wochen bei Roompot