Bis einer heult! • zurück. zu Hause.
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24. Oktober 2010 | Pia Drießen

zurück. zu Hause.

Ich vermisse den Wald und die kalte klare Luft und die tiefschwarzen Nächte jetzt schon. So dunkel wie in deraltenHeimat sind die Nächte hier nicht, weil die großen Nachbarstädte den Himmel erhellen.

Wir waren eine Woche jeden Tag in der Natur unterwegs und trotz größter Schlemmerei von frischen Waffeln, heißer Schokoladen, Wildgulasch, Hirsch-Gemüse-Suppen und Wildschweinwürstchen habe ich immerhin eineinhalb Kilo abgenommen.

Der Quietschbeu ist ein absoluter Naturbursche. Das habe ich schon vorher gewusst aber nun hat es sich bestätigt. Er tobte und spielte in Laubbergen, matschte in Pfützen und sammelte Kastanien. Seine Mittagsschläfchen hielt er ebenso wie der kleine Bruder ausnahmslos an der frischen Luft, so dass er morgens sehr urlaubsmäßig immer schön bis 8 Uhr schlief.

Ich habe Wurst mitgebracht. Und ich habe die Vakuumieren lassen, damit ich sie im November/Dezember mit dem Miezmann zusammen bei einem Glas Rotwein und einer dezenten Käseplatte in Anoraks verpackt auf unserer neuen Terrasse verputzen kann. Der Rheinländer kann ja keine Wurst. Da muss man schon nach Hessen oder Niedersachsen fahren. Ich ärgere mich allerdings jetzt schon, dass ich nicht mehr gekauft habe.

Das Löwenmäulchen hat denen neuen Spitznamen „Sonne“, weil es sofort beginnt zu strahlen, wenn man ihn anlächelt. Allerdings ist er nicht minder hysterisch, wenn man ihn mal nicht beachtet, weils gerade eben nicht geht. Insofern war das natürlich seine Woche. So viele Menschen, die sich quasi darum rissen, ihn auf dem Arm halten zu dürfen. Jetzt brechen wieder magere Zeiten an.

Auch quatscht das Löwenmäulchen nun wie ein Wasserfall. Das kenne ich vom Quietschbeu gar nicht. Der Brabbelte zwar auch mal ein bisschen, aber ganz sicher nicht so exzessiv wie der kleine Bruder und vor allem nicht im Schlaf! Projekt Nuckel für das Löwenmäulchen ist auch abgebrochen. Wir haben unsere Finger zum nuckeln entdeckt.

Einziger Negativpunkt an dieser Woche: die Rückfahrt, alleine mit Baby und Kleinstkind. Ich fuhr absichtlich erst gegen halb acht los, da die Jungs dann normalerweise ins Bett gehen und ich mir so sicher sein konnte, dass beide müde sind. Das Löwenmäulchen schlief auch recht fix, aber der Quietschbeu bekam einen hysterischen Schreianfall par excelance. Nachdem ich ihm etwas zu Trinken, zu Essen, seinen Nachtnuckel, alle Boos, eine Decke, ein Stillkissen, Schuhe aus, aus der Liege- in die Sitzposition bringen angeboten hatte und nichts davon half, bin ich mit schreiendem Kind weitergefahren. Nachts als Frau alleine auf einem stockdunklen Parkplatz zu stehen gehört nicht zu meinen Lieblings-Beschäftigungen.

Ich sang gute 20 Mal „Was müssen das für Bäume sein“ mit allen vier mir bekannten Strofen, bis er dann doch einschlief. Eine Scheibe trockenen Toaste und seine Wasserflasche in der Hand.

Wir waren gegen 22 Uhr zu Hause. Leider wachten beide Jungs beim Entladen auf und begannen erneut zu schreien. Gegen 23 Uhr hatte ich sie dann schlafend im Bett, war danach aber selber so aufgewühlt und angespannt, dass ich noch bis 1 Uhr Greys’s Anatomy geguckt habe. Sie schliefen dann aber beide auch bis 9 Uhr.

Auch gut zu wissen, dass die Familie Miez eine Familie von Heimscheißern ist. Die ganze Woche kämpften wir mit Verstopfung. Alle drei. Kaum zu Hause darf ich wieder Monsterwindeln entsorgen. Immerhin.

Es war eine tolle Woche. Sie hat uns so gut getan und ich kann es kaum erwarten mit dem Miezmann gemeinsam dort hinzufahren.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Kirsten / Okt 24 2010

    Ahle Wurscht!

  2. Mama Miez / Okt 24 2010

    Röchtöch!!!

  3. Stadtmoewe / Okt 25 2010

    Wie schön, dass woanders auch nicht anders ist.

    Ich bin auch schon mit schreiendem Baby weitergefahren (bin im Moment in Norddeutschland bei meinen Eltern), weil auf dem Rastplatz komische Gestalten lungerten. Da steige ich, trotz großem Hund, nicht aus um mein Kind zu füttern oder zu trösten oder dergleichen. Dennoch, so weite Strecken (400km ca.) muss ich auch nicht öfter haben mit dem Auto, schon gar nicht alleine

    Aber … das klingt so richtig entspannt, was sie da schreiben :). Freut mich ehrlich!

    Liebe Grüße von der Küste zu euch ?!

  4. bauchherzklopfen / Okt 25 2010

    Ich lach mich grad untern Tisch. „Heimscheißer“ *thihi*
    Und schläft das Löwenmäulchen denn dann eigentlich weiter, wenn der Quietschbeu so ne Arie singt?

  5. Maracaya / Okt 25 2010

    Heimscheisser, wuharrharr :)

    Tja, manchmal hilft alles nix und das Kind muss halt schreien beim fahren, wenn man in endlicher Zeit ankommen will. Das gute (zumindest hier): Die Schreierei macht extramuede und der Schlaf ist danach umso tiefer. Wenner dann endlich kommt.

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