Bis einer heult! • 18 Monate Quietschbeu
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2. November 2010 | Pia Drießen

18 Monate Quietschbeu

Mein lieber Quietschbeu,

heute bist Du eineinhalb Jahre alt, 18 Monate genau.

Im letzten halben Jahr hast Du eine rasante Entwicklung hingelegt.  Am Tag als Dein kleiner Bruder aus dem Krankenhaus nach Hause kam hast Du Deine ersten freien Schritte gemacht. Du warst 14 Monate und eine Woche alt. Eine Woche später bist Du ausschließlich gelaufen. Seither hast Du an Geschick und Geschwindigkeit zugelegt.

Du kletterst auf Stühle, auf Leitern und steigst Treppen hoch und runter. Du kletterst von Stühlen, Sofas oder dem Bett nicht mehr nur rückwärts, sondern springst hinunter und landest sicher auf Deinen Füßen. Motorrisch bist Du inzwischen top fit. Du kannst zärtlich und vorsichtig sein, genauso wie Du hart und sehr stark sein kann.

Wenn Du sauer bist, weil etwas nicht klappt oder Du Deinen Willen nicht bekommst, dann haust Du schon mal wahllos gegen Gegenstände und  guckst mich dann herausfordern an. Es reicht ein Lächeln um Dich zu entwaffnen und Du bist wieder versöhnlich gestimmt.

Du nennst Deinen kleinen Bruder „Sasa“ und er ist auch das erste, was Du morgens nach dem Aufstehen oder nach dem Mittagsschlaf suchst. Hast Du ihn gefunden rufst Du freudestrahlend „Da! Sasa! Allo!!!“ und streichelst ihm über den Kopf oder schüttelst seine Hand. Wenn er stark besabbert ist, was oft vorkommt, nimmst Du ein Spucktuch und wischt seinen Mund ab.  Weint der kleine Bruder bringst Du ihm eine Boo oder ziehst ihm den Spieluhrhund auf, der dann La Le Lu dudelt. Du bist unheimlich fürsorglich und setzt Dich sofort zu ihm, wenn er auf der Erde liegen darf. Du kannst dann einen ganzen Nachmittag neben ihm sitzen, Bilderbücher betrachten und vor Dich hin spielen. Dabei weichst Du ihm keinen Meter von der Seite.

Dein liebstes Spielzeug ist nach wie vor der Staubsauger, Besen, Wischmopp und Kehrblech, gefolgt von diversen alten Handys und Deinem Bobby Car. Inzwischen fährst Du wie ein Profi vor- und rückwärts und lenkst auch ganz prima.

Du vermisst Deinen Papa. Jeden Morgen beim Frühstück begrüßt Du sein Foto, ebenso wie Du es abends vor dem Zubettgehen verabschiedest. Ich bin sehr gespannt, wie das Wiedersehen verlaufen wird, ob Du schüchtern sein wirst oder aufgedreht freudig.

Du bist sehr anhänglich und hast immer wieder mal Phasen, in denen Du Dich selbst in vertrauten Situationen oder gegenüber vertrauten Personen an mein Bein klammerst und bitterlich weinst. Ich hinterfrage das nicht, nehme Dich dann auf den Arm und halte Dich so lange, bis Du von selber wieder runter möchtest.

Du erzählst inzwischen kleine Geschichten aus einer Kombination von Lauten, Worten und Babyzeichen. Für manche Dinge hast Du Dir einfach selber Zeichen ausgedacht, wenn ich Dir keins zeigen konnte. Hubschrauber zum Beispiel. Dabei wedeln die Hände über Deinem Kopf und zu machst ein BrrrBrrrBrr Geräusch dazu. Flugzeug hingegen ist eine ausladende Armbewegung mit einem Fffffffffffffschhh Geräusch. Wir können uns so richtig gut verständigen und Du erzählst mir so täglich, dass der Papa mit einem großen Flugzeug weggeflogen ist.

Du liebst gerne in Deinem Zelt und machst dort Päuschen. Dazu schleppst Du die beiden großen Stillkissen hinein, baust Dir ein richtiges Kissenschloss, erbettelst bei mir dann ein kleines Schüsselchen mit Deinen Lieblingskeksen (Dinkel-Hafer-Bauerhoftiere von Bahlsen) und sitzt dann eine gute Stunde im Zelt und guckst Dir Deine Lieblingsbücher an.

Deine Lieblingsbücher sind die Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner. Inzwischen haben wir das Sommer-, Herbst- und Winter-Wimmelbuch. Als nächstes sollst Du das Nacht-Wimmelbuch bekommen und zum Frühjahr hin dann auch das Frühlings-Wimmelbuch. Außerdem magst Du alle Bilderbücher, in denen Tiere zu sehen sind.

Du beherrscht die Tierlaute von Enten, Hunden, Katzen, Schweinen (sogar besser als ich), Kühen, Schafen, Elefanten (er macht bei Dir wie der Elefant aus der Sendung mit der Maus), Eseln, Pferde und Vögeln. Den Papagei übst Du verbissen und manchmal verwechselst Du Pferde mit Eseln, weil Dir das Esel-Geräusch einfach über die Lippen geht.

Alles was Reifen hat ist bei Dir ein „Dutdut“. Sogar Schubkarren oder Rollstühle. Und Du sagst „Dutdut!“ wenn Dir jemand im Weg steht.

Du beherrscht an die 30 Babyzeichen und benutzt rund 10 Worte/Laute um Dich zu Verständigen. Das ist wirklich keine große Menge, aber ich bin erstaunt, wie gut wir damit kommunizieren können.

Du hast 16 Zähne. Es fehlen die letzten vier Backenzähne.

Du trägst Kleidergröße 86/92 uns hast Schuhgröße 24.

Du wiegst 11,5kg.

Deine blonden Haare wachsen wie Unkraut und Du warst bereits drei Mal beim Frisör. Es ist wieder an der Zeit.

Mein geliebter großer Junge. Die Zeit vergeht viel zu schnell und doch genieße ich diese Phase ganz besonders, weil unser Verhältnis noch so nah und innig ist, wir Kommunizieren können und täglich voneinander lernen. Du bist so Wissbegierig und geduldig, wenn Du etwas Neues verstehen und lernen möchtest. Außerdem bist Du so unheimlich sensibel, einfühlsam und fürsorglich, mit gerade mal eineinhalb Jahren, dass es mich immer wieder erstaunt und stolz macht, Deine Mutter zu sein.

Ich liebe Dich, mein Großer, mein Erstgeborener. Niemand könnte ein besserer großer Bruder sein, als Du. Du hast Deine Rolle und Deinen Platz in dieser Familie und Du füllst diesen mit so viel Herz, Freude und Liebe aus, dass ich jeden Tag aufs Neue vor Glück platzen könnte.

Deine stolze Mama

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Nancy / Nov 2 2010

    Sooo wunderschön Liebe Frau Miez!! Die Liebe zu Ihren Kindern ist spürbar!

  2. Rissa / Nov 9 2010

    Wunderschön geschrieben! So liebevoll und warmherzig… da rührt es einen zu Tränen

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