Bis einer heult! • Ich möchte 2011 ...
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1. Januar 2011 | Pia Drießen

Ich möchte 2011 …

Reden. Bewältigen. Danken. Abschließen. Vertrauen.

Ich möchte geduldiger sein. Mit dem Quietschbeu, dem Miezmann und spätestens wenn das Löwenmäulchen in die Scheißelkramphase kommt, auch mit dem Löwenmäulchen. In der Strohwitwenzeit habe ich einmal kurz vor dem Verlust meiner Kontrolle gestanden. Das will ich nie wieder erleben müssen. Es verfolgt mich noch jetzt nahezu täglich und mein Gewissen ist schwer belastet, allein durch das Wissen, dass ich in diesem Augenblick beinahe jemand war, den ich nie akzeptieren könnte. Meine Kinder sind mein höchstes Gut. Ich würde Ihnen nie Schaden zufügen. Aus diesem Grund werde ich dieses emotionale Erlebnis des beinahe Kontrollverlustes aktiv bekämpfen. Ebenso wir die Panikattacken, die Verlustangst und die Eifersucht, die mich temporär zu einem sehr unglücklichen Menschen machen und die mitunter Auslöser für diese eine Situation waren. Es sind Bruchstücke und kleine Splitter der Vergangenheit, die in meiner Persönlichkeit stecken. Es hat mich Mut und Kraft gekostet, dies zu erkennen und mir selber einzugestehen. Jemanden, der mir beim Ziehen dieser Splitter behilflich sein kann, habe ich auch schon gefunden.

Ich möchte organisierter sein. Ich möchte den Quietschbeu und das Löwenmäulchen so in unseren Haushalt und in unseren Alltag integrieren, dass jeder ausreichend Zeit für die Dinge hat, die er gerne tun würde. Und mit „jeder“ meine ich den Miezmann und mich. Jeder braucht seine Freiräume oder zumindest die Gelegenheit seinen Hobbies/Job nachzugehen. Ich möchte das Arbeitszimmer kinderfreundlicher gestalten, damit die Jungs bei mir sein können, wenn ich arbeite und ich nicht nur während ihres Mittagsschlafs oder in den freien Abendstunden dort arbeiten kann und den Miezmann so alleine im Wohnzimmer sitzen lassen muss. Ich möchte Zeit für uns – als Paar – haben.

Ich möchte mutiger sein. Ich möchte häufiger sagen, was ich denke. Generell möchte ich häufiger sprechen und reden, statt immer nur zu schreiben. Dass ich Emotionen und Gefühle beinahe gar nicht mehr verbalisiere, sondern nur noch aufschreibe, ist mir während der Abwesenheit des Miezmannes bewusst geworden. Ein Dutzend wortreicher Briefe. Hundert Dinge geschrieben, die ich in 9 Jahren Beziehung nicht sagen konnte. Erbärmlich. Noch gestern Abend damit angefangen dies zu ändern und ihm eine kleine Handvoll ehrlicher Gefühle ins Gesicht gesagt. Generell sollte ich aber auch lernen „Nein!“ und „Du bist doof!“ zu sagen, wenn ich es meine. Dieses übersteigerte Harmoniebedürfnis macht mich unterm Strich immer nur unglücklich und nicht die, denen mal ein paar offene Worte um die Ohren gehauen werden sollten!

Ich möchte mehr ich sein. Auch wenn ich das gerne abstreite, so bin ich doch sehr fremdgesteuert. Die Meinung anderer interessiert mich häufig zu sehr. Auch aus oben bereits erwähntem Streben nach Harmonie tue ich manchmal Dinge, die ich aus meiner Überzeugung heraus vermutlich so nicht tun würde.

Ich möchte Dankbarkeit zeigen. In den letzten Monaten bin ich reich beschenkt worden. Emotional und Materiell. Von an sich fremden Menschen aus dem Internet und von Freunden in meinem realen Leben. Und ich habe das Gefühl mich nicht für all den Zuspruch, die Ideen, die Denkansätze und die materiellen Zuwendungen ausreichend bzw. gebührend bedankt zu haben. Das möchte ich in diesem Jahr nachholen, auch wenn ich noch nicht weiß, auf welche Art und Weise.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. tempobohne / Jan 1 2011

    Bewundernswert!

  2. Nike / Jan 1 2011

    Ein toller Eintrag… Für all Deine Pläne meine grösste Bewunderung und ganz viel Kraft!

    LG
    Nike

  3. ramona / Jan 1 2011

    Ui, das lese ich mich selber in so vielen Zeilen von dir. Ich wünsche dir ganz viel Energie, Liebe für dich selbst und Geduld für deine Vorhaben. Bin gespannt, wie du den Weg gehst. Vielleicht hast du ja Lust, mal Bücher über gewaltfreie Kommunikation zu lesen oder Hörbücher zu hören. Die Beschäftigung damit hat mir sehr viel geholfen, mit solchen Brenzelsituationen umzugehen, mehr auf mich selbst zu achten und meinen Mitmenschen eben nicht „du bist doof“ du sagen (sondern zu schaun, was ihr verhalten in mir auslöst).

    Ein wunderbares, kräftiges, lebendiges 2011 wünsch ich dir.

  4. Tanja / Jan 1 2011

    Hut ab! Davon könnte ich mir gute ine Scheibe abschneiden…

  5. Ninette / Jan 1 2011

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie nächstes Jahr um diese Zeit unter diese großartige Selbstreflexion dickte, fette Haken setzen können und ein glücklicherer Mensch sind!

  6. Eva / Jan 1 2011

    Tolle Vorsätze!
    Viel Kraft für die Umsetzung…

  7. fraumuemmel / Jan 1 2011

    Vieles davon könnte ich auch davon für mich übernehmen. Aber für dich hoffe ich und wünsche ich dir, dass es so klappt, wie du es dir vorstellst!

  8. Rosa / Jan 1 2011

    Ich möcht mir wünschen, dass Du im nächsten Jahr das Wort „erbärmlich“ nicht benutzen musst.

  9. Pienznaeschen / Jan 1 2011

    Weißt Du was? Weil Du es gedacht und formuliert hast, wird die Umsetzung, diese wie ich finde sehr großen und wunderbaren Ziele zu leben sein … hab ein ganz wundervolles Jahr!

  10. Tina Pappnase / Jan 10 2011

    Ich lese hier gerade und musste schlucken weil ich bei so gut wie allem unterschreiben kann und das auch für mich möchte.

    Ich wünsche Dir, dass Dir all das gelingt was Du Dir vorgenommen hast.

    LG

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