Bis einer heult! • Der neue Kinderarzt
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26. Januar 2011 | Pia Drießen

Der neue Kinderarzt

Heute waren wir bei unserem neuen Kinderarzt. Anlass war die U5 des kleinen Herrn Löwenmaul sowie die Verstopfungsgeschichte vom Quietschbeu. Die Praxis ist groß, hell, modern und das Personal ist überaus freundlich. Mir geht mal wieder das Herz dabei auf, den Quietschbeu im Wartezimmer mit den anderen Kindern spielen zu sehen. Wird er geschubst oder gehauen sagt er deutlich „Aua. Nein!“ und geht von dem entsprechenden Kind weg. Kein Geheul, kein Zurückhauen, sondern klare Positionieren und Äußerung seines Willens. Ich hoffe, das bleibt so.

Der Kinderarzt selber ist ein wunderbarer, herzlicher und moderner Mann. Das ist der erste Eindruck und ich hoffe, dass der sich in Zukunft bestätigen wird. Er stellt meine Entscheidung, mit den Impfungen beim Löwenmäulchen zuwarten, nicht in Frage und zweifelt sie auch nicht an. Er wundert sich nicht, dass ich das sechseinhalb Monate alte Löwenmäulchen noch vollstille und er statt Brei Banane, Möhre, Laugenbrezel und anderes am Stück bekommt.

Das Löwenmäulchen ist ein Bilderbuch-08/15-Baby. Also alle Werte im absoluten Mittelfeld. Normal groß, normal schwer, normaler Kopfumfang. Nur motorisch ist deutlich weiter entwickelt, als seine durchschnittlichen Altersgenossen. Dafür hat er nach wie vor nur einen Zahn, der zwar schon vor Wochen durchbrach, seitdem aber nicht wirklich weiter herausgewachsen ist. Sein Geburtsmuttermal auf der Brust ist weiterhin unauffällig.

Für den Quietschbeu bekam ich Movicol Junior verschrieben sowie ein Stuhlproben-Set mit nach Hause. Der Arzt ist der Meinung, dass eine Lebensmittelunverträglichkeit unwahrscheinlich ist, da sich solche Unverträglichkeiten bei Kleinkindern meist durch Durchfall äußern und nicht durch Verstopfung. Er glaubt eher, dass dem Quietschbeu entscheidende Darmbakterien fehlen. Wenn ich zurück rechne begannen die Verdauungsprobleme des Quietschbeus ziemlich genau nach dem Noro-Virus und dem damit verbundenen einwöchigen Durchfall letztes Jahr. Wir werden daher jetzt erst mal abwarten, ob er auf das Movicol reagiert oder nicht und parallel die Stuhlprobe einschicken. Beim nächsten Termin wird dann auch noch mal auf innen liegende Hämorriden geprüft. Davor graut es mir jetzt schon. Armer Quietschbeu.

Ein ganz besonderer Herzmoment für mich war es heute, als der Arzt dem Quietschbeu eine Brezel gab und dieser daraufhin zu dem Arzt „Dann!“ sagte. Das hatte er die vergangenen Tage immer mal wieder getan wenn man ihm etwas gab, zuletzt heute Morgen, als ich ihm nach Aufforderung seinerseits seine Boo gereicht hatte. An sich ist das wohl nicht bemerkenswert. Da wir den Quietschbeu bisher aber nie aufgefordert haben „Danke“ zu sagen, auch nicht durch ein „Was sagt man?“, finde ich es einfach nur wunderschön zu sehen, dass er völlig selbstverständlich „Danke“ sagt wenn er etwas bekommt, nachdem er es wohl bei uns so beobachtet hat (ich mag es nicht, meinem 20 Monate alten Sohn ein bestimmtes Benehmen anzudressieren. Ich glaube, dass man ganz viel dadurch erreichen kann, dass man ein gutes Vorbild ist. Mehr als durch Worte. Auch wenn das manchmal ein langwierigerer und für einen selber sehr viel anstrengender Weg ist. Der Lerneffekt ist meiner Meinung nach gigantisch. Aber das ist Stoff für einen eigenen ganzen Blogeintrag.)

Beim Verlassen des Sprechzimmers gratulierte der Arzt mir zu meinen super Jungs und hob noch mal das herzliche und höfliche Wesen des Qietschbeus hervor (da bin ich dann fast geplatzt vor Stolz).

Fazit: Der neue Arzt ist super. Das Löwenmäulchen ist fit und das Quietschbeuverdauungsproblem wird endlich ernst genommen und nicht mehr mit einem „Soll er halt noch mehr trinken“  abgetan.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Anja / Jan 26 2011

    Ach, das ist schön zu hören. Sehr wichtig das man sich beim Kinderarzt gut aufgehoben und verstanden fühlt.
    Unsere Ärztin ist auch sehr, sehr nett und kompetent.
    Ich freue mich für Euch
    Ganz doll liebe Grüße
    Anja

  2. ramona / Jan 26 2011

    Ich finde diese „wie sagt man da?“ auch ganz grässlich. Dicht gefolgt von „geh und entschuldige dich!“ Kinder lernen viel mehr durch beobachten. Schön, daß ihr mit dem KA zufrieden seid!

  3. Steffi / Jan 26 2011

    Hi,
    na das klingt ja richtig gut. Ich drücke euch die Daumen das ihr weiterhin so gute Erfahrungen mit dem Kinderarzt macht. Ein guter Kinderarzt ist die halbe Miete. ;-) Wir haben auch eine ganz tolle Kinderärztin die mir schon manchen Floh den man mir im Kindergarten eingesetzt hat gezogen hat.
    Schön das beide Jungs fit sind.

  4. aleXXblume / Jan 26 2011

    Es ist schön, dass dein QB Danke sagt! :) Und Vorbild ist m.E. Grundlage, sonst geht einfach gar nichts… Trotzdem möcht ich dich schon mal vorwarnen: genauso wie es kam, kann es auch wieder verschwinden, zum Teil für lange Zeit. Aber ich denke, wenn man es beharrlich vorlebt, meißelt es sich doch ins „soziale Hirn“ und es kommt dann irgendwann wieder. :)

  5. shura / Jan 26 2011

    Schön zu lesen, dass ihr mit dem neuen Kia so zufrieden seit. Ich würde mich freuen, wenn das in Zukunft auch so bleibt und der Arzt immer so ist! :)

  6. quattro-mum / Jan 27 2011

    Oh ja, einen guten Kinderarzt zu finden gestaltet sich mitunter sehr schwierig… Bei uns hat es auch erst beim dritten Anlauf geklappt, aber dort sind wir seitdem „Stammgäste“ und mir graut es immer davor wenn am Wochenende was ist mit den Jungs zum Notdienst zu fahren… Denn ich habe seitdem keinen Arzt getroffen, dem ich so vorbehaltlos vertraue wie unserem Kinderarzt, der die Kinder ja auch seit Jahren kennt.

  7. Stjama / Jan 27 2011

    Das klingt sehr, sehr gut! Wunderbar, so soll das sein :) Dann hoffe ich nur noch, dass die Verdauungsprobleme auch wirklich bald überwunden sind, möglichst ohne die Hämmorhoidenuntersuchung *örks*. Ich drücke die Daumen!

    Liebe Grüße,
    Stjama

  8. Yanaz / Aug 9 2013

    Wir mussten auch dreimal wechseln, bis wir den richtigen Arzt für unsere beiden Kinden gefunden hatten. Da fahre ich gerne zum nächsten Ort. Schön, dass es bei euch geklappt hat.

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