Rabaukinski

Vorgestern spaßte ich noch darüber, dass der Quietschbeu sich derzeit liebend gerne wie ein Kreisel dreht, dann schwankend umher torkelt und schließlich auf die Knie fällt. Habe ich als Kind auch gemacht. Fand ich auch immer toll.

Heute passierte dann, was man nicht haben will, was man sich aber im Voraus schon denken kann: er stürzte unglücklich.

Die Herzfreundin, die zu Besuch war, sagte direkt „Er ist nur auf die Hände gefallen.“, doch irgendwas – vermutlich dieses gruselige Muttergespür – sagte mir, dass er sich richtig weh getan hatte und nicht nur vor Schreck weinte. Ich nahm ihn direkt hoch, drückte ihn an mich und hielt ihn einfach fest. Und er schrie und weinte gar jämmerlich. Ich war mir sicher, dass er irgendwie auf den Kopf, die Nase, das Gesicht gefallen sein musste, denn er klammerte sich wirklich sehr verzweifelt an mich und weinte, weinte, weinte.

Erst nach einer Weile versuchte ich dann, ihm ins Gesicht zu gucken. Was ich allerdings zuerst wahrnahm, waren die hellroten Flecken auf meiner weißen Shirt. Blut also. Herzrasen. Ruhe bewahren.

Letztendlich stellte sich heraus, dass er sich die Oberlippe innen durchgebissen hat. Auf der Wange hat er nun einen Bluterguss und die Oberlippe ist geschwollen. Sieht wüst aus. Bei leichtem Druck auf die Wange sagt er auch direkt „Aua!“.

Er durfte daher heute kalte Kühlschrankgurke, kalte Kühlschranktrauben und Arnica Globuli naschen. Zähneputzen fällt heute Abend mal aus (zuerst hatte ich gedacht, er hat sich die Schneidezähne angehauen, weil der ganze Mundraum voll Blut war!).

Ich kann Ihnen sagen. So ein Adrenalinschub hat es ganz schön in sich (aber auch nur für die Mutter. Das Kind kreiselt schon wieder munter vor sich hin. Gnarf.)

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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7 Gedanken zu „Rabaukinski

  1. Zum Glück ist alles „gut gegangen“ und er hat sich nicht gleich ein mühsam gewachsenes Zähnchen ausgeschlagen.
    Dieses Drehen ist aber nicht ganz ungefährlich. Ich hab das als kleineres Kind auch liebend gerne praktiziert und hab jetzt eine kleine Narbe knapp unterhalb des Auges, weil in Omas Garten eine Stange im Weg stand. :/

  2. Oh Gott ….. so Schreckmomente und das Mutterherz gemeinsam: Hölle!

    Mir wäre der Mupf mal fast aus dem MaxiCosi gefallen (wollte ihn nur ins Bad tragen, hatte ihn dummerweise nicht angeschnallt und der Bügel war nicht richtig eingeharkt, so das der MaxiCosi nach vorne kippte) als er etwa 8 Wochen alt war. Niemals wieder will ich das erleben. Ist ja aber auch noch was anderes, ob das Kind sich selber wehtut oder durch die Unachtsamkeit seiner Mutter, weiß ich ja. Passiert ist mir sowas natürlich nie wieder.

    Gute Besserung wünsch ich dem Raubaukenbeu … und ganz schnelle Heilung, Wunden im Mund sind gemein!!

  3. Schluck !
    Armer Quietschbeu-Boy !
    Mit Speichel vermengt sieht das Blut ja auch immer aus, als wäre das halbe Kind „ausgelaufen“.
    Tapferer kleiner Kerl.
    Drückerle und Gruß
    Anja

  4. Aua und oh Schreck!
    Als die kleine Nichte noch die kleine war und alleine bei uns zu Besuch war, fiel sie hin. Es blutet und blutet und mit dem Speichel sah es noch viel fürchterlicher aus … ich glaube ich kann annähernd das Adrenalin erahnen.

    Ich hoffe morgen ist die Welt wieder heil und die Sache vergessen, zumindest für den Quietschbeu.

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