Bis einer heult! • 8 Monate Löwenmäulchen
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1. März 2011 | Pia Drießen

8 Monate Löwenmäulchen

Mein liebes Männlein,

nun bist Du schon sage und schreibe 8 Monate alte. 34 Wochen und 5 Tage.

Du bist in den letzten Wochen unglaublich mobil geworden. Deinen Fortbewegungsstil, eine Mischung aus Robben und Krabbeln, nennen wir Krobbeln und diesen beherrscht Du so perfekt, dass Du stellenweise schneller bist, als es Dein Bruder krabbelnd war. Auf glatten Untergründen gleitest Du wie ein Alligator voran, was wirklich sehr niedlich ist. Dein Körper schlängelt sich richtig, während Hände und Füße Dich blitzschnell nach vorne schieben/ziehen.

Du kommst aus dem Sitzen problemlos ins Liegen und aus dem Liegen problemlos ins Sitzen. Inzwischen ziehst Du Dich auch sehr zielstrebig an den Möbeln hoch und öffnest mir mit großer Wonne alle Küchenschränke.

Die Stereoanlage hat es Dir besonders angetan. Egal welche Barriere ich Dir aufbaue, Du überkletterst oder umschlängelst sie gekonnt und drückst Knöpfe, drehst Regler und angelst nach Kabeln, wo es nur geht. Wir haben wirklich gedacht, wir hätten das Haus kindersicher as kindersicher can be eingerichtet, aber Du hast uns sehr charmant, nämlich immer mit einem Grinsen, gezeigt, dass hier noch ein Käbelchen raus guckt und man unter der Glasvitrine mit ganz langen Armen auch an die Mehrfachsteckdose gelangen kann. Du bist ein Entdecker und Eroberer und bist immer wahnsinnig stolz, wenn Du wieder etwas gemacht hast, wofür ich schimpfe. Überhaupt amüsiert es Dich sehr, wenn ich schimpfe. Dann legst Du die Hände bäuchlings in einander, grinst Dein Äquatorgrinsen und strampelst freudig mit den Beinen.

Wenn Papa nach Hause kommt flippst Du inzwischen sehr zuverlässig aus. Du quietscht sehr laut, ruderst mit den Armen, Deine Augen leuchten (das ist so unbelievable wow!) und man sieht Dir an, wie sich in Dir alles vor Freude überschlägt.

Nach wie vor schläfst Du bei uns im Bett. Die meiste Zeit der Nacht in der Mitte, ab den frühen Morgenstunden, wenn Du anfängst rumzurumoren, lege ich Dich auf meine Seite, damit Papa noch ein bisschen schlafen kann.

Wir stillen noch. Ich denke man kann es nicht mehr vollstillen nennen, denn inzwischen isst Du viele andere Dinge. Deine Hauptnahrung ist aber nach wie vor immer noch Muttermilch. Seit Du mit uns gemeinsam am Tisch sitzt, hast Du schon viele leckere Dinge probieren dürfen. Dein Lieblingsnahrungsmittel ist derzeit definitiv Gemüsegurke, gleich gefolgt von Brezel. Auch sind wir inzwischen soweit, dass Du nicht mehr nur ein Lebensmittel bekommst, sondern eine Auswahl. Zum Beispiel eine Möhre, einen Gurkenstift und ein Stück Brot oder Brezel. Dies lege ich vor Dich auf den Tisch und Du bedienst Dich nach eigenem Gusto. Es ist witzig, wie Du die einzelnen Dinge aufnimmst, anlutscht, abbeißt, kaust, wieder hinlegst, das nächste aufnimmst und zwischendurch immer nach der Trinklerntasse forderst. Ich denke, das hast Du Dir beim großen Bruder abgeschaut, jedenfalls wirkt es schon sehr groß und professionell. Du hattest auch bereits Dein erstes Geflügelwürstchen zwischen, ein Rosinenbrötchen, Kakao (das aber nicht beabsichtigt. Dein großer Bruder hat Dich kurzerhand mit seinem Kakao gefüttert und da Du ja problemlos aus einer Trinklerntasse trinkst, auch gleich mit großen Schlucken). Überhaupt profitierst Du (aus Deiner Sicht) von der Großzügigkeit und Teilbereitschaft Deines Bruders enorm. Was ich nicht schon alles aus Deinem Löwenmaul fischen musste.

Inzwischen hast Du vier Zähne. Zwischen den oberen Schneidezähnen hast Du eine  ganz putzige Zahnlücke, von der ich ein bisschen Hoffe, dass sie bleibt. Das perfekte Gebiss kannst Du ja dann noch als Schulkind bekommen (Mama macht nur Späße).

Du ahmst die Laute Deines Bruders nach. Ab und zu hört sich dann wie eine „Mama“ nein.

Manchmal bist Du bis zu einer Stunde alleine im Haus unterwegs, spielst mit Dingen, die Dir unter die Finger kommen, liegst neben Deinem Bilderbuchguckenden Bruder auf dem Teppich und lässt Dir erzählen, was da alles zu sehen ist und wie es heißt. Nur manchmal, wenn Du versuchst seine Bücher zu essen, gibt es Streit. Dir wird dann ein kraftvolles „NEI!!!“ entgegen geschmettert, das Du mit verdutzter Miene entgegen nimmst. Manchmal muss er Dir auch das Buch mit Gewalt entreißen, aber dann ist es auch wieder gut.

Selten rangelt ihr um ein Spielzeug, aber wenn, dann bist Du hartnäckig bis ins Letzte. So zog der große Bruder Dich bereits meterweit über den Fliesenboden, weil Du ein Spielzeug ums Verrecken nicht loslassen wolltest.

Du bringst Deinem Bruder viel Blödsinn bei. Ohne Dich wäre er sicher nie auf die Idee gekommen, dass man durch den Raumteiler kriechen kann, um hinter das Sofa zu gelangen. Oder unter die Küchenzeile, um da Playmobilmännchen in die Bodenlüftung zu stecken.

Du bist so ein herzlicher, schelmischer und langmütiger Charakter. Was Du nicht alles über Dich ergehen lässt, ohne auch nur leise zu meckern. Wenn Dein Bruder ganz besonders wild mit Dir ist, sich zum Beispiel auf Dich setzt und laut „Hoppahoppa!“ schreit (und dabei auch Hoppehoppe macht!), dann lachst Du giggelnd.

Ich bin so unglaublich stolz und verliebt in Dich. Deine wundervollen, immer noch kunterbunten Augen, die so unbeschreiblich fröhlich strahlen können. Dein Lächeln und erst das Grinsen. Deine kleinen Hände, die morgens in mein Gesicht patschen oder auch mal gerne meine Rücken krabbeln und inzwischen sehr zielsicher an meinem Hemd reißen, wenn Du Hunger hast.

Du bist ein absolutes Herzkind und ich schäme mich, dass ich jemals daran gezweifelt habe, dass ich Dich ebenso lieben könnte, wie den großen Bruder. Ihr Beide seid einfach mein Herz und meine Seele. Und so wie sich das abzeichnet, werdet ihr dies auch für einander sein.

Danke, mein kleines Herz. Danke für jede Minute mit Dir!

***

Dieser Beitrag ist um einen Tag zurück datiert, damit ich ihn in Zukunft sofort am richtigen Tag finde.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Stadtmoewe / Mrz 2 2011

    War der Qietschbeu seinerzeit nicht auch so technik-verrückt-fasziniert??

    Kleines, süßes Löwenmäulchen … hab auch ein Äquatorlächeln auf den Lippen jetzt. Danke :)!

  2. Christine / Mrz 8 2011

    Wunderschön geschrieben, da ist man ja fast hautnah dabei :-)
    Liebe Grüsse vom anderen Ende der Welt
    Christine

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