Bis einer heult! • Plätschernd
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14. März 2011 | Pia Drießen

Plätschernd

Hier ist es ziemlich ruhig geworden. Und das gefällt mir nicht. Es gibt verschiedene Gründe dafür. Zum einen würde ich gerne über mein Gefühlskarussell schreiben, das ich derzeit fahre. Über den Kinderwunsch und die damit einhergehende Verunsicherung und Unsicherheit, die Zukunft betreffend.  Aber ich habe erkennen müssen, dass hier nicht der richtige Ort dafür ist. Es geht mir persönlich zu nah, wenn Fremde meine Gefühle und unsere Situation an sich beurteilen und analysieren und mir Abgeklärtheit vorwerfen, wo ich nur objektiv realistisch sein will muss. Das ist meine Pflicht, ich habe die Verantwortung für zwei Kinder zu tragen!

Also mache ich das mit mir selber aus.

Unser Alltag ist derzeit ein plätschernder. Das Löwenmäulchen lernt rasant. Motorisch ist er fit und inzwischen beginnt er seine Stimme gezielt einzusetzen. Es gibt einen ganz bestimmten Ruf, mit dem er nach mir ruft. Und der in böses Krähen umschlägt, wenn ich dem Ruf nicht sofort folge.

Der Quietschbeu durchlebt eine starke Phase der Selbstbehauptung- und bestimmung. Unglaublich, welche Ausdauer dieser kleine Mensch hat. Unsere „Nein“ – „Doch“ Diskussionen ziehen sich durchaus mal über eine halbe Stunde. Dafür spricht er immer besser. Richtige Sätze sind zwar nach wie vor mehr Zufall bzw. selten reproduzierbar, aber an und für sich ist unsere Kommunikation beinahe frei von Missverständnissen. Der Miezmann muss zwar dann und wann nachfragen, was der Quietschbeu mit diesem oder jenem Wort meint, aber da habe ich definitiv auch einen zeitlichen Vorteil.

Der Miezmann arbeitet viel und nutzt die freie Zeit, in der die Jungs wach sind, um mit diesen zu spielen, kuscheln, Blödsinn zu machen. Am Wochenende kauften wir einen Sandkasten, den er mit großer Hingabe direkt aufbaute. Der Quietschbeu dankte es ihm mit großer Begeisterung für die Buddelkiste! Die Jungs lieben ihn abgöttisch und vermutlich auch vorbehaltsloser als mich, die ja die Königin der Verbote und Ermahnungen ist *gnihi*

Und ich? Ich arbeite, wenn die Jungs schlafen. Haushalt passiert wenn die Jungs wach sind (auch mal mit deren Hilfe. Der Quietschbeu kann z.B. ganz wunderbar wischen und saugen. Ohne Witz. Der hat da viel Spaß dran!) Seltener komme ich dazu, nur mal rumzusitzen. Nehme ich mir einen Abend „frei“ bin ich nach 5 Minuten auf dem Sofa eingeschlafen (oder vorher schon beim Gute-Nacht-Stillen). Mein Ziel war es, bis zum Sommer, wenn sich unsere Familie wirtschaftlich neu aufstellen muss, weil das Elterngeld wegfällt, eben dieses durch meine Arbeit auffangen zu können. Wenn kein Wunder geschieht werde ich das voraussichtlich aber nicht schaffen. Das ist das Los, wenn man so gut verdient hat, wie ich, und das Elterngeld deshalb entsprechend hoch ausfiel.

Vermutlich ist es das erwartete Zeichen von oben, dass ich ausgerechnet jetzt einen Anruf erhalte und einen Traumjob angeboten bekomme. So was von auf mich zugeschnitten, flexibel in Arbeitszeit- und ort … ich wär verrückt, nähme ich ihn nicht an. Und so verabschiede ich mich langsam und auch ein gutes Stück zögerlich von unserem Kinderwunsch. Aber darüber wollte ich hier ja nicht mehr schreiben.

Plätschernd eben. Sie sehen.

Ich hoffe dennoch, dass ich bald wieder mehr schreiben kann / will. Dass dieses Gefühl von „gerne hier sein“ wiederkommt. Es fehlt mir doch ein bisschen, der Austausch. Im Übrigen geht es mir bei Twitter genauso.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Sabine / Mrz 14 2011

    Hallo, ich kenne das mit dem Zeichen von oben. Bei uns war es auch so das wir überlegten ein drittes Kind zu bekommen. Doch dann wurden alle Zeichen auf die Selbstständigkeit gelegt und ich habe einen Laden eröffnet. Das ist jetzt sozusagen unser drittes Kind. Aber wer weiß, vielleicht wenn dieses „Kind“ etwas reifer ist kommt noch ein viertes dazu! Ich denke mir immer es war schon gut so wie es ist. Aber das muss man/frau immer selbst abwägen!
    Jede entscheidung ist die richtige!

    Gruss Sabine

    • Mama Miez / Mrz 14 2011

      Jede entscheidung ist die richtige!

      Danke. Ehrlich. :)

  2. kristl / Mrz 14 2011

    na klar, schwer solche entscheidungen…ich überlege auch noch grade hin und her bzw. wird mir die entscheidung abgenommen durch das immer noch stillende und regelmäßigen zyklus verhindernde mausekind…und das hat wahrscheinlich auch seinen sinn! tu das was sich für euch alle richtig anfühlt…und stell es garnicht zur diskussion! go for it!

  3. nutella_monstre / Mrz 14 2011

    Ach ja, der Text könnte auch von mir sein, seufz. Beruflich weiterentwickeln o. ein drittes Kind? Entscheidung steht noch aus. „Königin der Verbote u.Ermahnungen“ würde ich gern zu meinen Lieblingsformulierungen hinzufügen, Einwände?

  4. Miri / Mrz 14 2011

    Aber das ist es doch, was ich und sicher auch einige andere letztens meinten: Das Leben lässt sich nun mal schlecht planen und hält immer wieder Überraschungen bereit. Neue Wege und Chancen, die sich ergeben, neue Horizonte. Und manchmal sind die ganz anders, als man selbst dachte. Anders, nicht schlechter. Der Spruch “ Jede Entscheidung ist die richtige“ oder „Kein Weg ist der falsche“ passt da eigentlich ganz gut.
    Vielleicht brauchen wir manchmal ein wenig mehr Gelassenheit und Vertrauen auf „den da oben“ und müssen uns ein Stück weit vom „Planen“ lösen.
    Glaube mir, das fällt mir selbst ja oft schwer, da ich eben gerne weiß was auf mich zukommt. ;-)

    Ich gratuliere an dieser Stelle auch zum supertollen Jobangebot. So wie du es beschreibst, klingt es wirklich nach einem Glückstreffer (oder Wink von oben). :-)

    Zum Schluss wünsche ich dir und deiner Familie alles Liebe und Gute und dass der Weg, den das Leben für euch bereit hält – mag er auch noch so „anders“ sein – sich als der richtige für euch anfühlt!

  5. Kassiopeia / Mrz 14 2011

    Es ist scheiße, wenn der Ort, an dem man man selbst ist, nicht für alle Gedankenschwurbeleien gut ist. Ich hab mir für meine Gedanken still und heimlich einen anderen Ort erfunden. Und mehr oder minder durch Zufall eine Handvoll Menschen daran teilhaben lassen. Das war Seelenbalsam.
    Ich hoffe, den findest du auch. Diesen Ort. An dem du einfach denken und lassen kannst, was du willst.

  6. Mama Miez / Mrz 14 2011

    Kassiopeia, das hier war ja eigentlich eben dieser „andere“ Ort. Letztendlich ist es aber überall dasselbe, wenn man sich erst mal länger aufhält.

  7. isabella / Mrz 14 2011

    ich habe das nicht mitbekommen, wenn es überhauot huer war, aber ich finde es toll wie du vieles von mehreren seiten beleuchtest. und nachzudenken schadet wohl nie. klar ist es gut wenn man mal aufs bauchgefühl hört, aber jeder hat doch wohl das recht gelassener oder organisierter zu sein! egal wie du es machst, es wird für DICH und DEINE jungs das richtige sein. du bsit doch eine clevere frau, keine ahnung wer da schon wieder so weit den mund aufreisst??!! alles libe und gute, egal ob für job oder für das dritte kind!

  8. Tinyfootsies / Mrz 15 2011

    Das Leben hat dich doch nun schon ein paar Mal überascht – wenn ich mich da an den einen Twitterabend erinnere – lass dich doch auch dieses Mal überraschen. Überraschen wo deine Reise noch hingeht. Im Job wie im Mutterglück.
    Vielleicht musst du dich auch erst wieder ein Stück weit befreien, ein bißchen auf andere Gedanken kommen. Etwas Zeit ins Land gehen lassen … Und dann … und dann wird sich schon zeigen, wo dich das Schicksal hinbringt.
    Life is what happens while you’re busy making other plans!

    • Mama Miez / Mrz 15 2011

      Tinyfootsies, danke für dieses Kommentar. Es hat mich irgendwie „berührt“. und den letzten Satz nähme ich gerne als neuen Slogan für diese Blog ;)

  9. bella_lina / Mrz 15 2011

    Liebe Mama Miez,

    da steck ja ganz schön viel drin in diesem Blogbeitrag… soviel dass ich gar nicht weiß wie und wo ich am besten anfangen will. Auf jeden Fall möchte ich vorwegschicken, dass ich nur von meiner Sichtweise aus schreiben kann und das soll auf keinen Fall anmassend klingen oder ein RatSCHLAG in irgendeine Richtung sein.

    Ich wollte/will seit Jahren einen eigenen Blog anfangen, denn es gibt so vieles dass ich gerne aufschreiben und für mich festhalten/konservieren aber auch mitteilen (also mit anderen teilen) würde. Aber genau der Umstand dass andere Leute, die ich nicht kenne und die auch mich nicht kennen (denn ich kenne ja jemanden nicht nur weil ich regel- oder unregelmässig den Teil seines Lebens lese, den er im Blog hinterlassen will. Auch wenn man natürlich geneigt dazu ist, dies zu glauben, denn es entstehen ja unweigerlich Sympathien & eine Anteilnahme am Leben des Bloggenden) ab einem gewissen Punkt meinen dass sie in der Lage dazu sind die Komplexität meines Lebens oder nur einzelner Entscheidungen erfassen und dann be- oder verurteilen zu können, schreckt mich immer noch (etwas) ab.

    Ich bin ein planender Mensch. Ich liebe es meine Gedanken, meine Pläne, meine Wünsche zu sortieren, zur ordnen und zu durchdenken. Das mach ich – glaub ich – schon mein ganzes Leben lang. Und ich hab echt schon ein paar gute Pläne, Lebensentwürfe und Träume gehabt, die ich rational, aber durchaus auch mit viel Herzblut „verfolgt“ habe. Und jetzt kommt es – das ABER (oh ich hasse „aber“), also: aber regelmässig wenn ich mit mir im Reinen und „sicher“ war dass der Plan gut und noch besser durchdacht war, dann kam das Leben, hat mir eine reingehauen und meine tollen Pläne über den Haufen geworfen. Das waren bisweilen extrem schmerzhafte Einschnitte und Erfahrungen, aber auch die besten, die allerbesten Sachen meines Lebens sind so passiert. Jetzt wo ich alt und weise bin ;-) muss ich sagen (nein nicht dass ich jetzt keine Pläne mehr mache – sollte ich vielleicht), dass ich festgestellt habe, dass vieles, wenn nicht gar alles, sich mit einer bisschen Distanz anders, leichter und weniger dramatisch darsstellt, als es zuerst schien. Und vor allem: das LOSLASSEN hilft! Sobald ich bestimmten Sorgen, Ängsten, Wünschen, usw. loslasse wird es leichter, denn das Leben ist nicht ein „richtig“ oder „falsch“ und möchte allen Anschein nach nicht (ver)geplant werden. Eine gute Portion Vertrauen und rein in die Achterbahn des Lebens – es wird schon!

    War das jetzt logisch oder zumindest verständlich was ich sagen wollte? Auf jeden Fall freue ich mich darauf hier wieder weiterzulesen. Wie oft oder über was liegt nicht in meiner Hand, aber ich freue mich!

  10. Monika / Mrz 15 2011

    Dieses Angebot ist einen Versuch Wert. Flexible und frei einteilbare Arbeitszeiten sprechen auf jeden Fall dafür.Das Du trotzdem hin und her gerissen bist, kann ich gut verstehen. Ich würde Deine Texte sehr vermissen, wenn Du bedingt durch Job und Familie keine Zeit mehr findest zu bloggen. Ich bin treue Leserin seit fast einem Jahr. LG Monika

  11. Pienznaeschen / Mrz 15 2011

    Manchmal macht das Leben ganz komische Loopings und irgendwie immer dann wenn man glaubt auf ziemlich graden Schienen zu fahren (so kommt es mir zuweilen zumindest vor). Viel Glück egal was Du tust!

  12. Kassiopeia / Mrz 15 2011

    Ich hab jetzt noch einmal in Ruhe darüber nachgedacht. Über das was ich geschrieben habe und deine Antwort.
    Ich hatte jetzt mehr als ein Jahr Zeit an einem anderen Ort zu denken und zu fühlen, was mir gut tut. Eigentlich so gut wie ohne Zuschauer. Nur für mich allein.
    Diese Zeit, die ich nicht in aller Ausführlichkeit nutzte, weil es nicht immerzu nötig war, gab mir Halt und Kraft und war eine Art Brücke. Mehr nicht. Ich glaube, es war genau das richtige für die richtige Zeit.
    Es folgte eine Online Krise möchte ich sagen, in der ich hinterfragte, was mir gut tut und was ich noch sein will. Vielleicht wie du jetzt? „Welches Paar Schuh zieh ich mir an?!“ Ich löste das Ganze eigentlich nur, indem ich aufhörte darüber nachzudenken und nach der Trial and Error Methode vorging. Ich testete einfach aus und dachte irgendwas wird mir schon gefallen und gut tun. Woher sollte ich vorher wissen, was sich gut anfühlt, wenn ich es gar nicht fühlen konnte?
    Ich hörte auf, alles richtig machen zu wollen. Ich wollte es einfach nur überhaupt machen/probieren und nicht wie ein verängstigtes Kaninchen darauf warten, dass sich das schon von allein lösen würde. Dieses Unwohlsein ging nicht einfach wie von Zauberhand weg. Es war einfach ein Prozess. Ich glaube, dass das gerade gut ist. Aber es hat lange gedauert. Ein halbes Jahr?
    Dann war da unser Schicksalsschlag. Und ich mochte einfach nicht mehr. Vielleicht war das ein zusätzlicher Punkt. Ich mochte nicht mehr „dort“ schreiben. Ich hatte keine Lust mehr. Ich war wieder ganz bei mir/auf meinem Blog. Und schrieb, was mir gut tut. Ich schrieb mir einfach alles von der Seele und es war Wurscht, ob es jemandem gefällt. Die letzten Wochen zum Beispiel hätte ich „dort“ niederschreiben können, aber ich wollte nicht. Ich schrieb Privat auf meinem Blog und als ich soweit war, machte ich es auch für andere sichtbar.
    Ich versuche gerade den Faden zu finden. Was ich damit eigentlich nur sagen will. Manchmal landen wir eben auf Umwegen wieder auf unserer alten Zielgerade. Und es ist okay. Das was heute das richtige ist, muss es nicht morgen auch noch sein. Man sollte fühlen dürfen, was man will. Und sei es alles durcheinander. Und von hinten nach vorne und von vorne nach hinten. Jeder hat das recht zu fühlen was ihm gut tut. Auch du. Und wenn dir Arbeit gut tut, weil es ein toller Job ist, dann ist das so. Es heißt auch nicht automatisch, dass du deine Lebensziele nicht kontinuierlich genug verfolgt. Wen kümmerts? Am Ende, wenn wir den Löffel abgeben und das werden wir zwangsläufig wohl alle tun, habe ich einfach keine Lust zu überlegen und mich zu ärgern, wann ich hätte mehr auf mich achten sollen und meine innere Stimme, sondern versucht habe es anderen Recht zu machen. Es wird immer jemanden geben, dem das nicht gefällt, es geht auch nicht darum anderen wild auf die Füße zu treten, sondern darum bei all den Anforderungen von Außen, von all den Bildern, die auf einen projeziert werden, nicht zu vergessen auf sich selbst aufzupassen und sich selbst glücklich zu machen. Natürlich gibt es immer einen Rahmen, zu zahlende Rechnungen, andere Verpflichtungen, da sind Kinder, ein Mann, eine Familie. Aber genau die, die dich wirklich lieben, tun das egal für was du dich entscheidest.
    Kurz: Ob mit Umweg oder ohne, ob geradlinig oder im Zickzack, ich wünsch dir einen Ort (ob hier oder anderswo) und Menschen, bei denen du du sein kannst.

  13. eva / Mrz 17 2011

    siehst du, das schicksal meint es doch total gut mit dir :)
    aus dieser neuen position heraus kann man doch sehr gelassen heraus eine nr3 bekommen, oder.
    die tagesmutter meiner freundin kostet bei 20std 430,- im monat hier in der landeshauptstadt.
    lg eva

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