Bis einer heult! • ein-Kind-Eltern
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11. April 2011 | Pia Drießen

ein-Kind-Eltern

Es ist so: heute waren der Miezmann, das Löwenmäulchen und ich eine ein-Kind-Familie. Ein ganz besonderer Tag, denn was uns ganz deutlich vor Augen geführt wurde: das Leben mit nur einem Kind ist ein so dermaßen Anderes!

Nachdem ich morgens nur einem Baby einen feuchten Kuss auf die Schnute drückte und arbeiten ging, begrüßte mich heute Mittag auch nur ein Baby, als ich wieder nach Hause kam. Er sah und erkannte mich, grinste breit und streckte seine Ärmchen aus …

Nach ausgiebigem Stillen, Kuscheln und einem kurzen Mittagsschlaf ging es dann zu Dritt in die Stadt, da wir Erwachsenen dringend neue Kleidung für die wärmere Jahreszeit brauchten. Ich sag mal so: wäre der Quietschbeu nur halb so ruhig und geduldig gewesen, wie es das Löwenmäulchen ist … wir wären inzwischen so was von pleite.  Ganz entspannt beobachtete der kleine Herr Löwenmaul, wie Mama und Papa Klamottenberge umher schleppten, anprobierten, weghängten, neu aussuchten. Derweil knabberte er eine Brezel, trank seine halbe Trinkflasche leer, sabberte ein T-Shirt an (das er sich selber von einem Ständer geangelt hatte und das ich anschließend einfach wieder zurück hängte – ich Sau!) und brabbelte munter vor sich hin. Seit über 2 Jahren haben wir nicht mehr so entspannt shoppen können! Und natürlich auch direkt viel zu viel Geld ausgegeben. Aber ich brauchte wirklich dringend ein paar neue Business-Outfits.

Wieder zu Hause stillten und kuschelten wir in aller Ruhe, ohne Lärm oder Hektik. Man kann richtig sehen und spüren, wie gut es dem Löwenmäulchen tut, mal die volle und ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen. Nur vormittags, als er mit dem Miezmann alleine war, hatte er eine halbe Stunde ganz fürchterlich weinen müssen. Ich vermute ja, weil der große Bruder und die Mama auf einmal fehlten, wo die doch sonst immer da sind. Noch dazu ist gestern der fünfte Zahn (seitlicher Schneidezahn oben links) durchgebrochen, was den kleinen Mann fürchterlich quälte. Osanit half ihm aber dann doch ganz gut.

Als er dann im Bett war (komisch, mit nur einem Kind dauert das zu Bett bringen plötzlich nur noch 10 Minuten, nicht mehr eine Dreiviertelstunde) saßen wir Eltern so ein kleines bisschen unbeholfen auf dem Sofa. Was hatte uns als ein-Kind-Eltern gleich immer so erschöpft?

Highlight des Tages war das Telefonat mit dem Quietschbeu am frühen Abend:

„Hallo mein Schatz!“
„Hallo! Mama!“
„Hast Du Spaß mein Schatz?“
„Papa?“
„Ja, Papa ist auch hier. Sag mal Hallo!“
„Hallo! Papa!“
„Hallo mein Schatz. Hast Du Spaß?“
„Mama! Papa!“
Wir kichern ein bisschen.
„So Schatz, jetzt hab noch einen schönen Abend. Tschühüß!“
„Chüüüs. Mama. Papa.“

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Mairlynd / Apr 11 2011

    Oohja, hier ganz genau so! Vor kurzem war die kleine Wachtel zum ersten Mal über Nacht bei Oma und Opa. Ich sage Dir – ein Kind allein, wieviel Zeit man auf einmal hat! Wir waren morgens dann frühstücken und es war sowas von entspannt mit so einem kleinen Baby, was einfach liegen bleibt, nicht wegläuft, nicht am Stück Fragen stellt, nicht die Finger im Kaffee badet, keine Backenpupse verteilt, nicht alles haben will, usw. usf. :-)

    Im Ernst, ich frage mich manchmal, wieso ich die Zeit damals mit Milena oft als so anstrengend empfunden habe. Aber dann wieder denke ich, nunja, es war neu für uns und nicht zu vergessen – sie war ein vollkommen anderes Kind. Nicht so genügsam wie die zweiten oft sind.

    Alles Liebe Dir – ich hab’s noch gar nicht gesagt, aber viel Erfolg wünsch ich Dir im Job!

  2. quattro-mum / Apr 12 2011

    Hier genau das Selbe! Es ist oft schon sehr viel ruhiger als sonst, wenn einer von unseren vier Jungs übers Wochenende bei Oma ist. Umso schöner, wenn dann Sonntags die drei „Daheim-Gebliebenen“ den Vierten sehnsüchtig erwarten!!!
    Das sind Situationen, in denen ich weiß, dass so viele Geschwister zu sein, noch dazu in einem so geringen Alterunterschied, für unsere Kinder nicht nur Rücksicht nehmen und auf manches verzichten bedeutet, sondern auch einen unheimlichen Zusammenhalt schafft.
    Schön, dass ihr den Tag so geniessen konntet! Und auch von mir alle lieben Wünsche für die kommende Aufgabe!
    Liebe Grüße

  3. Q / Apr 12 2011

    Genauso wie man sich beim ersten Kind fragt, wie man davor überhaupt irgendwas anstrengend finden konnte!

  4. kristl / Apr 12 2011

    cuüss…mama papa…mein herz schmilzt! könnte vom mausekind stammen! grüße!

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