Bis einer heult! • Erkenntnisse einer jungen Mutter (22)
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9. Juni 2011 | Pia Drießen

Erkenntnisse einer jungen Mutter (22)

Ich hoffe, dass der Mann sich beim Discounter gegen die hysterische – schon lange vor der Öffnung vor der Tür wartende – Müttermeute durchsetzen und ein paar sommerliche Beebieschlafanzüge ergattern kann.

Ich hab ja immer Sorge, dass er als Mann für so was nicht skrupellos genug ist, ganz Gentleman den armen Damen erst mal den Vortritt lässt und dann vor geplünderten Warenkörben steht.

Wenn Sie es selber noch nicht erlebt haben lassen Sie sich versichern: Jahreszeitenabhängige Kinderangebote (Regenkleidung=Herbst/Frühjahr, UV-Schutzkleidung/kurze Schlafanzüge=Sommer, etc.) beim Discounter ergattern ist Krieg! Mutter-Hausfrauen-Krieg. Todernst.

Es wird geschubst und vier Frauen zerren gleichzeitig an einer Packung. Es werden ganze Einkaufswagen, bis zum Rand gefüllt, zur Kasse geschoben (falls jemand im Freundeskreis auch eins will. Was übrig bleibt tauscht man 2 Tage später wieder um).  Schlimmer als die Mütter sind nur die Müttermütter (Omas). Nur wer erfolgreich den Laden verlässt hat ein Anrecht auf die Bezeichnung Superoma (und das Tragen eines entsprechend peinlichen T-Shirts mit der Aufschrift „Beste Oma der Welt“).

Ich selber habe einmal den Versuch unternommen an solch einer Schlacht teilzunehmen. Wer hier länger liest weiß, dass ich kein Pazifist bin. Ich war mental vorbereitet, hatte aber einen Schwachpunkt, den ich vorher so nicht abschätzen konnte: ich hatte die Kinder dabei. Und glauben Sie mal nicht, dass Kinder in so einem Fall einen „Och, sind die süß!“-Vorteil bringen und man ihnen deshalb an der Ware den Vortritt lässt. Nein! Das sind alles Mütter von den niedlichsten Kindern der Welt und die doofe Kuh, die blöd genug ist ihre Kinder mit in den Krieg zu schleppen, die ist selber schuld, wenn sie fünf Minuten nach Öffnung des Ladens diesen panisch, fluchtartig und erfolglos verlässt, nur um ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Die wurden, im Einkaufswagen sitzend, nämlich von gierigen Müttern binnen Sekunden so weit von mir weg geschoben, bis sie ängstlich nach mir weinten, weil wir den Sichtkontakt zu einander verloren.

Und die Erkenntnis?

Man sagt, das Leben sei kein Ponyhof. Kinderangebotsschlacht beim Discounter ist nicht mal Schlachthof, meine Damen und Herren!

Nachtrag:
Der Mann hat die Schlacht verloren und verließ den Kriegsschauplatz Beutelos #heul

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Thomas J. / Jun 9 2011

    Als Mann wird man in einer solchen Schlacht häufig nicht als Gegner ernst genommen und kann deswegen die besten Erfolge erzielen.

    • Pia / Jun 9 2011

      Sowas hat der Mann auch behauptet.

  2. Conni / Jun 9 2011

    Hahahaha!!! So was todernstes, so genial witzig erzählt. Aber: Isjawirklichso.

    (Hätte mich heute in die Schlacht geworfen, aber soweit kam ich gar nicht erst, das Schlachtfeld wurde bereits um 9.15 Uhr seiner Trümmer bereinigt.)

  3. Frische Brise / Jun 9 2011

    Und genau wegen dieser peinlichen Szenen pfeife ich auf die Zweifuffzig, die ich da eventuell sparen würde.

    • Pia / Jun 9 2011

      ich bin vom Preis-Leistungsverhältnis einfach begeistert und versuchen Sie mal kurze Schlafanzüge in vernünftiger Qualität zu kaufen. (Bei dm hab ich ab und an Glück).

      • jd / Jun 9 2011

        genau wie der vater, will der sohn jetzt eh nur noch boxershorts und tshirts/unterhemden zum schlafen anziehen … und somit hat sich das thema für mich erledigt … nur günstige boxershorts zu bekommen is wirklich schwer!

        • Pia / Jun 9 2011

          Der große Beebie trägt ja die Boxershorts von H&M.

      • jd / Jun 9 2011

        die mag die weibliche hälfte des elternpaares nicht …

  4. Mo* / Jun 9 2011

    Also ich stimme Ihnen zu. Ich geh da immer nicht hin weil ich wenn ich mich mal prügel so schwer aufhören kann.
    Da ich eine Schwiemu habe die den Titel Superoma irgendwie schon das ein oder andere Mal verteidigt hat kann sie das machen!

    Und meist auch mit Erfolg. Denn.. Man muss einfach nur die beste Freundin vorher anrufen, bequem und mit hochgeklapptem Mantelkragen zur Getränkeausgabe/Pfandabgabe schlendern, mit rosaroter Panthermusik im Kopf drei Päckchen entgegennehmen sich nach Zeugen umgucken und total easy zur Kasse. :D

    Tarnen. Täuschen. Verpissen. *chrchrchr*

  5. Tina / Jun 9 2011

    Bei uns hilft immer die richtige Diskounter-Location auszuwählen. Ich bevorzuge einen an der „Automeile“. Dort muss „Frau“ nur für diesen Einkauf hinfahren, da er zu Fuss und per öffentlicher Verkehrsmittel eher umständlich zu erreichen ist und es ansonsten auch nur Autohäuser und ’nen Baumarkt gibt.

    Ich war dort also heute um 9:30h noch erfolgreich und musste noch nicht mal wen wegschubsen.

    Alternativ geht man einfach die nächsten 2 Tage noch mal hin, denn die „Einkaufwagenbunkerer“ bringen dann doch meistens noch einen Großteil zurück.

  6. Kat / Jun 9 2011

    Schon erstaunlich, dass es sowas immer noch gibt. Und da lebt man doch schon in einer Konsumgesellschaft, wo es doch sonst alles im Überfluß gibt… Ich habe mich nie hingestellt und um Sachen gekämpft. Dann doch lieber etwas mehr zahlen oder einfach flexibel sein ;)

  7. Rpunkt / Jun 9 2011

    Hier schlagen sich die Renter im Frühjahr beim Discounter immer um günstige „Pflanzkartoffeln“… Soziologisch interessant und dazu erheiternd…

  8. Vorstadtpoesie / Jun 9 2011

    Genau aus den o.g. Gründen habe ich diesen Kampf schon aufgegeben – auf die geniale Idee, den Mann in den Einsatz zu schicken, kam ich allerdings noch nicht. Ich befürchte aber Ähnliches: Er wäre da einfach zu nett und käme ebenso beutelos wieder nach Hause. ~

    Zuletzt erwarb ich erfolgreich diese Regenmatschhosen, aber auch nur unter härtesten Bedingungen: Eine Superoma versuchte doch glatt, sie mir aus dem Wagen zu „entwenden“, unter dem dreisten Vorwand, sie dachte, sie habe „ihre Hosen für die Enkel“ in den falschen Wagen gelegt… *hüstel*

  9. Iche / Jun 9 2011

    Haben Sie es mal in ALDIs in Kleinstädten und abgelegenen Plattensiedlungen versucht? Kann mir da keinen Auflauf vorstellen.

  10. Ela / Jun 9 2011

    ich habe da bei unserem Aldi einen netten kleinen Azubi. Den spreche ich immer an und frage ihn ob er vielleicht von Gr. xy noch was im Lager hat (hat er eigentlich immer) und das funktioniert auch immer. Dann gehe ich zur Kasse und schau mir die Meute aus der Ferne an. Allerdings bin ich noch nie mit Kinder dorthin. Aber ich bin eigentlich jedesmal da, wenn es gute Angebote gibt.

    Hat sich irgendwie zu einer Art Sport entwickelt. ;o)

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