Bis einer heult! • Der große Beebie spricht #04
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12. Juli 2011 | Pia Drießen

Der große Beebie spricht #04

Damals, als ich diesen Blogeintrag schrieb, war ich unverheiratet, kinderlos, rauchte und trank zu viel. Das liest sich jetzt, als sei das schon ein halbes Leben her. In Wahrheit sind es gerade mal 5 Jahre.

Warum ich ausgerechnet diesen, an sich unspektakulären, Beitrag wieder hervor krame?

Wenn die Jungs und ich morgens ins Auto steigen und uns auf den Weg zur Tagesmutter machen, fahren wir ein wenig über Land und haben u.a. Aussicht auf ein Neubaugebiet der Nachbarstadt. Natürlich ist so ein Neubaugebiet bevölkert von Kränen, was den großen Beebie jedes Mal in pures Entzücken versetzt.

Zuerst rief er: „Mama, da! Kraaaaaaaaaaaan!!!“

Es folgte: „Da! Kraaan, Mama! Und anner Kraaan, und anner  Kraaan. Ahhhhh!“, woraufhin ich ihm erklärte, dass es Kräne hieße, nicht anner Kran. Wenn überhaupt dann noch ein Kran. Er ist 2 Jahre alt. Er beginnt gerade erst wahrzunehmen, dass es sowas wie ein Plural im Sprachgebraucht gibt.

Und während ich das so erkläre, kommt mir der obige Beitrag wieder in den Sinn. So wie auch an jedem folgenden Morgen, den wir an dem Neubaugebiet vorbei fahren und mein großer Sohn hyperventilierend an der Fensterscheibe klebt um anner Kran um anner Kran zu begrüßen und ich ihm immer wieder erkläre, es hieße Kräne.

Nicht einmal, ich schwör’s, habe ich Kraniche gesagt, obwohl es mir jedes Mal durch den Kopf schoss, bereits auf der Zunge lag, fertig zum Absprung, ich es doch wieder runter geschluckt habe …

Heute Morgen dann: „Mama, da! Kanische.“

Ich muss ganz furchtbar lachen und denke stolz „MEIN Sohn!“, kläre ihn dann aber doch erneut auf, dass es Kräne, nicht Kanische heißt, woraufhin mich der große Beebie ernst ansieht und sagt:

„Doch Kanische.“
„Nein. Kräne.“
„Nein. Kanische.“
„Nein. Kräne.“
„Hase?“
„Hääää?“

Und dann guck ich genau hin und erkenne was? Genau! Ein paar Kaninchen, die übers Feld hoppeln. Was hör ich meinem Kind auch nicht richtig zu!?

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Michael / Jul 12 2011

    *gg geht mir bei meinem auch oft so. dabei sehen die kleinen um ein so vielfaches aufmerksamer als unsereins.

  2. Maren / Jul 12 2011

  3. serotonic / Jul 12 2011

    Ich könnt euch beide sowasvon auffressen.

    • Pia / Jul 12 2011

      Ich bin nur schwer verdaulich *gnihi*

      • Marc / Jul 13 2011

        und der „kleine“ große ist dann leicht verdaulich, oder wie? ;-P

  4. Verena / Jul 12 2011

    Hahahaha, herrlich! Die Pointe hab ich absolut nicht kommen sehen! Hab mich köstlich amüsiert *gg*

  5. Marc / Jul 13 2011

    Dabei ist das Beebie (das ist eine so schöne Schreibweise, ich hoffe, dass die sich durchsetzt) mit den „Kranischen“ auf der richtigen Spur, sagt http://www.duden.de/rechtschreibung/Kran (der Kran hat seine Bezeichung, weil er im Mittelalter an einen Kranichhals erinnerte.)

    Nachtrag zur „B-Seite“: Schön, dass es das E-Book gibt, als ich das Buch damals bestellt hatte, war es nie beim Buchhändler angekommen.

  6. Claudia / Jul 13 2011

    Liebe Frau Pia,

    lang, lang is her. Aber meiner hat damals auch immer anner gesagt. Lustig das es
    wohl so automatische Worte bei Kids gibt. Haben die ja nicht von uns. Ich sach nich anner!
    Sehr schön fand ich auch „romal“ statt normal.
    An den Kindern merkt man auch erst wie Merkwürdig unsere Sprache ist. Wir hatten immer das Problem Waage. Im Bad steht die Waage. Kind: Mama waagen. Ich: das heißt wiegen. Kind: ich geh auf die Wiege. Ich: Nein, das heißt Waage. Kind: ????Häääähhhh

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