Bis einer heult! • Schön, wenn's vorbei ist.
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25. Juli 2011 | Pia Drießen

Schön, wenn’s vorbei ist.

Das Wochenende. Boah. Ich sach’s Ihnen.

Gestern Abend brach ich um 20 Uhr, nachdem der Mann und ich das gröbste Heimkehrerchaos verräumt und beseitigt hatten, auf dem Sofa zusammen und schlief einmal bis 22:30 Uhr (da wurde ich wach, weil der Mann meine Hand streichelte, glaube ich) und dann wieder bis kurz vor Mitternacht. Dann gingen wir ins Bett.

Es ist, wie es schon immer war: der Quietschbeu kommt mit Situatinonsveränderungen, vielen Menschen, Lärm und Trubel nur ganz schlecht zurecht. Er isst dann schlecht, schläft unruhig, weint und schreit viel, trotzt noch mehr … es war sehr anstrengend. Hinzu kam ein Überangebot an Süßigkeiten, weil jeder diesem unheimlich niedlichen Kind gerne was zusteckt und an Aufmerksamkeit, weil sich unter den anwesenden Teenagern sowas wie ein Wettkampf um die Gunst des Quietschbeus entwickelt hatte. Ständig schleppte ihn jemand herum, zog ihn hier hin oder dahin, wirbelte ihn herum, etc. Ich kam mit dem „Macht mal langsamer“, „Nein, nichts Süßes mehr“, „Lass ihn das selbst machen“ gar nicht hinterher.

Das Ende vom Lied war es, das er nur noch weinte. Er versuchte gar nicht mehr Dinge „bittend“ zu bekommen, zum Beispiel eine Milch oder ein Brötchen, nein, er weinte direkt los. „Miiiiiiiiiiiiiiiiiiich! Böööööööötsche esse!!!“ Heul, schluchz, jammer.

So aßen wir gestern Abend für unsere Verhältnisse sehr früh (aber auch hier aß der Quietschbeu nur ganz wenig), ließen die Jungs eine halbe Stunde in der Wanne plantschen und kuschelten zum Schluss zu Viert im Spielzimmer in der Kuschelecke und schauten dabei den kleinen Maulwurf und sein rotes Auto. Alle Nägel wurden geschnitten, alle Ohren geputzt und dann ging es ohne Protest ab ins Bett.

Der Quietschbeu schlief 11,5 Stunden ohne  den kleinsten Piep durch. Ich musste ihn heute Morgen sogar aktiv wecken, was nur äußerst selten vorkommt. Dafür war er aber direkt super gelaunt, half mir beim Zusammensuchen seiner Anziehsachen und beaufsichtigte den Bruder beim Spielen.

„Nein, Sasa, haiß!“ (Das Löwenmäulchen versucht Papas Nachtischlampe anzufassen)

„Vosich, Sasa, rutsche aus!“ (Das Löwenmäulchen versucht auf nassem Badezimmerboden auf einen Hocker zu klettern)

Das Wochenende war trotz allen Stresses und miesem Wetter ganz wunderbar und toll.  Ich bin so gerne mit meinen Geschwistern und deren Familien zusammen. Ich bin so gern in diesem kleinen hessischen Örtchen. mein Seelchen weint immer, wenn wir wieder fahren müssen.

Außerdem:

Der Quietschbeu benutzt bewusst und aktiv „Bitte?“, nachdem er sich lange hartnäckig geweigert hatte, dieses Wort zu verwenden. Er sagt schon lange und völlig selbstverständlich „Danke!“, aber das mit dem Bitte hatte er bisher nicht verstanden. Da ist dieses Wochenende endlich der Knoten geplatzt, als er am Miezmann vorbei die Treppe hinunter wollte und immer nur am Papas Bein zerrte „Wäääg, Papa, wäääg, Tschion nunta“. Der Miezmann sagte dann: „Männlein, sag doch einfach bitte!“ (wie wir ihn schon in hunderttausend andern Situationen aufgefordert hatten) und der Quietschbeu antwortet: „Papa, wäg, bitte.“ Und schon ging Papa zur Seite und der Quietschbeu hatte freie Bahn. Seither sagt er ständig und in jedem Satz „bitte“. Schlimme neue Herausforderung für mich: einem geweinten „Biiiiiiittäääää!“ wiederstehen, wenn der Herr nach Kakao und Co. weint.

***

Ich gebe dem Quietschbeu heute Morgen zwei Traubenzucker-Lollys, sagte, er soll sie in die Hosentasche stecken und nach dem Frühstück mit Quentin (dem Sohn der Tagesmutter) teilen. „Aber erst nach dem Frühstück, Männlein. Nicht vorher rausholen!“ Und er lässt die ganze Zeit die Lollies in der Tasche und bemerkt immer wieder: „Ers Früschücke, dann Olli esse. Gwentin teile.“ Das ist auch das erste, was er der Tagesmutter erzählt, als wir heute Morgen dort ankommen.
Das mit dem Teilen hat er wirklich gut drauf. Da bin ich sehr stolz.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Q / Jul 25 2011

    Das klingt so schön. Ich kenne Leute, die haben ein RIESEN Grundstück und jeder Teil der Familie, Geschwister, Eltern und die Oma, hat sich darauf ein Haus gebaut. Dann haben sie so einen Innenhof, den alle überqueren, aber jeder einen eigenen Garten und Parkplatz ud eben eigenes Haus! Aber eine gemeinsame Einfahrt und eben diesen Innenhof… hach! Das finde ich eine super Art zu wohnen!!

    (Tschion, das ist ja süß :) )

    Das mit nach dem Essen funktioniert hier irgendwie noch nicht… in dem Punkt muss ich dringend mal konsequenter werden… seufz.

  2. yenofa / Jul 25 2011

    Ich finde das wirklich klasse, wie der Quietschbeu gerne teilt. Und auch, dass er auf Dich hört, wenn Du sagst, dass es den Lolli erst später gibt. Tja, und dass ihn Trubel verwirrt, kann ich gut verstehen. Geht mir heute noch oft so :)

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