Bis einer heult! • Sonntags-Blutbad
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7. August 2011 | Pia Drießen

Sonntags-Blutbad

Der Miezmann hat den Quietschbeu auf dem Arm und beide blödeln herum. Das geht eine ganze Weile so, bis der Miezmann ganz abrupt den Quietschbeu absetzt und raus rennt, als sei er auf der Flucht. Der Quietschbeu steht ganz verdattert neben mir, guckt seinem Papa hinterher und fängt dann an zu weinen. Mir ist sofort klar, dass irgendwas nicht stimmt und rufe viel zu panisch „Was hast Du gemacht?“ Der Quietschbeu rennt mir weinend hinterher, als ich den Miezmann suchen gehe.

Ich finde ihn im Bad, den Kopf über das Waschbecken gebeugt, die Hände vors Gesicht haltend. „Was ist passiert?“ Ich höre was von Finger und Nase und kann mir ungefähr denken, was passiert ist.

Ich erkläre dem weinenden Quietschbeu also, dass er dem Papa den Finger in die Nase gesteckt hat und das dem Papa ganz doll wehgetan hat. Und dass der Papa jetzt erstmal die schmerzende Nase kühlen muss. Dann nehme ich ihn fest in den Arm und tröste ihn. Er klammert sich feste an mich und weint immer wieder „Papa, aua?“ Ich beruhige ihn, indem ich ihm sage, dem Papa ginge es gleich wieder gut.

Dann schaue ich wieder nach dem Miezmann, der immer noch im Bad hockt. Ich frage ihn, obs denn jetzt ginge, woraufhin er die Hände vom Gesicht nimmt und ich nur noch Blut sehe. Überall. Die ganze Nase und alles drum herum ist Blutverschmiert. Ich bekomme Panik, rufe was von Krankenhaus und Arzt und wedle mit den Armen in der Luft, woraufhin mich der Mann bittet, einfach raus zu gehen.  

Ich tröste den Quietschbeu erneut, der sich auf Grund meiner hysterisch, schrillen Stimme erneut dazu genötigt fühl, loszuweinen. Ich habe augenblicklich Schuldgefühle und beruhige ihn, es sei nicht so schlimm.

Letztendlich blutete es eine ganze Weile, hörte dann aber auf. Der Quietschbeu muss eine ziemlich dicke Ader sehr fies erwischt haben. Es sah wirklich schlimmer aus, als es war.

Und was lernen wir daraus? Ich muss mich in unerwarteten Situationen besser beherrschen. Ganz dringend. Mein armer Quietschbeu, mein armer Miezmann. :/

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. bauchherzklopfen / Aug 7 2011

    Wir sollten wohl besser aufpassen, wenn die Püppi in Zukunft ganz dringend Mamas oder Papas „Nasé“ zeigen will. „Augé“ ist auch fies.
    Sorry, so ein ganz klein bisschen musste ich lachen, auch wenns in dem Moment sicher alles andere als lustig war.

    • Mama Miez / Aug 7 2011

      Wir wissen auch gar nicht wies passiert ist. Ob er gezielt in die Nase gestochen hat oder versehentlich …
      Im Nachhinein lachen wir hier auch.

  2. soulsilence / Aug 7 2011

    Du liebe Güte, den Schreck kann ich mir lebhaft vorstellen. Und ich glaub, da hätte jeder „leicht“ hysterisch reagiert. Aber gut, dass es allen, vor allem dem Gatten, nun wieder gut geht und sich alle wieder vom „Blutbad“ erholt haben.

  3. Nian / Aug 8 2011

    Das mit dem beherrschen ist aber garnicht so einfach… Aber weißt du wir dürfen auch mal geschockt überreagieren.*nickt

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