Bis einer heult! • Die letzten 4 Tage
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9. Oktober 2011 | Pia Drießen

Die letzten 4 Tage

Donnerstag

Ich fahre am Nachmittag mit den Jungs zu meiner Schwester, wo ich kurzerhand auf dem Sofa zusammen breche und die Jungs von meiner Nichte und meiner Schwester bespielt werden. Gegen 20 Uhr sind wir zu Hause, die Jungs gehen glücklich ins Bett und ich breche erneut, diesmal neben dem Mann, auf dem Sofa zusammen.

Freitag

Der Mann ist krank. Ich höre das an seinen ersten Atemzügen, noch bevor er „Guten Morgen“ gesagt hat und bekomme sofort unbändige Panik. Wie soll ich das Wochenende nur ohne seine Hilfe schaffen? Im üblichen Schritt-für-Schritt-Verfahren mache ich die Kinder fertig, bringe sie in den Kindergarten und fahre zur Arbeit. Als ich sie am Machmittag abhole erhalte ich den ersten Statusanruf vom Mann, er sei beim Einkaufen, aber auf dem Heimweg. Die Tatsachen, dass er den Wocheneinkauf bereits alleine erledigt und relativ schwungvoll klang, geben mir wieder Hoffnung, dass er doch nicht so schlimm um ihn bestellt ist.
Zwischendurch ruft meine Mutter an und fragt besorgt, wie es mir geht. Meine Schwester habe ihr erzählt, dass ich erschöpft wäre. Nach all den Jahren ist es nun tatsächlich meine Mutter, die mich aufbaut, die mir sagt, dass das völlig normal und völlig okay wäre. Dass das rein gar nichts über meine Qualitäten als Mutter aussagen würde und dass auch sie solche Phasen durchlebt hätte. Da sie leider kein Auto hat, kann sie nicht vorbei kommen, würde aber sofort, wenn es helfen würde. 
Tatsächlich haben der Mann und ich mit den Jungs noch einen sehr schönen, aber auch anstregenden Nachmittag. Der Mann hat mir vom Einkaufen 3 verschiedene Ben&Jerry’s Töpfe mitgebracht und nach dem Genuss des Erstens rolle ich mich um 21 Uhr erneut schlafend auf dem Sofa zusammen.

Samstag

Ich fahre nach dem Frühstück mit dem Löwenmäulchen zu meiner Mutter. Der Miezmann und der Quietschbeu wollen Männerdinge machen und da sind wir ihnen im Weg, sagt der Mann.
Meine Mutter kocht mir Grießbrei. So, wie Grißbrei sei muss. Dick,  grob, süß. Ich bin ein sehr glücklich. 
Danach fahren wir zu IKEA und ich kaufen Bettzeug für die Jungs sowie dem Quietschbeu endlich einen Satz Töpfe und Rührlöffel. Da er seit einiger Zeit das Kochen für sich entdeckt hat, ist das genau das richtige Geschenk. 
Am Abend koche ich dem Miezmann auf seinem Wunsch hin Möhrenkartoffelstampf, das er mit großer Begeisterung und verliebten Augen ist. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihn habe. In diesem Moment und auch sonst. Nachdem die Kinder im Bett sind und ich einen weiteren Topf Ben & Jerry’s geöffnet habe, rolle ich mich auf dem Sofa zusammen und schlafe.

Sonntag

In der Nacht holen wir das glühende Löwenmäulchen zu uns, dass fürchterlich weint und zittert. Ich gebe ihm ein Fieberzäpfchen und nehme es mit in mein Bett. Gegen 4 Uhr hören ich den Mann das erste Mal stören. Er könne nicht schlafen, ihm sei so heiß und so übel … mir schwant schon nichts gutes, aber ändern können wir gerade auch nichts.
Am Morgen  bewahrheitet sich dann das ganze Elend. Löwenmäulchen und der Miezmann habe sich beide eine wunderbar fiebrige Grippe eingefangen. Der Mann klagt über Kopf- und Gliederschmerzen, muss sich erbrechen und ist auch sonst ganz wacklig. Das Löwenmäulchen ist schläfrig, hat glasige Augen, spielt aber tapfer vor sich hin. Lediglich der Quietschbeu hat Energie für drei gesunde Kinder. Nachdem Frühstück frage ich ihn, ob er einen Ausflug zu Tante Mimi machen wolle, worauf er voller Begeisterung vom Stuhl springt und sofort los will. 
Meine Schwester holt ihn schließlich gegen 11.30 Uhr ab. Ein bisschen beruhigen und besänftigen musste ich ihn im Vorfeld doch, da er darauf bestand, dass ich auch mitkomme. Nachdem ich ihm aber mehrfach versichert hatte, dass er am Abend wieder nach Hause käme, verschwand er mit einem breiten Grinsen. 
Seither haben wir geschlafen. Und eine kleinigkeit gegessen. Der Miezmann lutscht Salzstangen und Zwieback, das Löwenmäulchen und ich Bananen und Kiwis. Ich bin erschöpft, nach wie vor. Genieße aber auch die Ruhe mit nur einem Kind. Der kleine Herr Löwenmaul ist nämlich ein „vor sich hin“-Spieler. Der braucht mich nur ganz selten und dann ist es meistens zum Kuscheln und Schmusen.

Was sonst noch war.

Blogleserin Eva schickt mir Globuli, die ich gegen die Übelkeit verwenden soll. Verschiedene Mittel, die ich in verschiedenen Varianten einnehmen kann. Gleich das erste Mittelchen, dass ich gestern Abend zu mir nahm, wirkt bisher ganz wunderbar. Keine stärkere Übelkeit mehr seither. Ob ich das wohl auch dem Mann geben kann?

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Julia / Okt 9 2011

    Gute Besserung euch allen!

  2. Ramona / Okt 9 2011

    Oh, das liest sich doch (die entspannenden Momente). Gute Besserung!

  3. Vani / Okt 9 2011

    Denn ein gute Besserung meinerseits.
    Zu den Globuli, die kannst du auch deinem Mann geben. Ich selbst nehme sie bei Grippe ziemlich gerne, weil sie mir bei Gliederschmerzen, Bauchweh und Übelkeit eigentlich recht gut helfen.
    Ich war sogar der Meinung, man kann es auch bei Kleinkindern andwenden, müsste im Beipackzettel stehen, wie da die Dosierung ausfällt.

  4. Signorina / Okt 9 2011

    Ich wünsche Euch dreien gute und baldige Besserung!
    Ich kann mich noch gut an diese unglaubliche Müdigkeit der ersten SS-Wochen erinnern, wo ich auch jeden Abend nach der Arbeit zu Hause zusammen gebrochen bin… Ich will gar nicht wissen, wie sich das mit zwei Kindern anfühlt…
    Das Gute daran ist aber: es geht irgendwann vorbei, wie so manche SS-Beschwerden.

  5. Q / Okt 9 2011

    Toll, dass du so viel schläfst. Das hilft doch immer am besten…

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