Bis einer heult! • Von Schuldgefühlen
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10. Oktober 2011 | Pia Drießen

Von Schuldgefühlen

In den letzten beiden Schwangerschaften waren die ersten Wochen hormontechnisch von Eifersucht und Verlustangst geprägt. Die Ausmaße waren enorm und ich hatte richtige Panikattacken, der Miezmann könne mich betrügen oder verlassen. Das Schlimmste dabei war, dass mir im Kopf völlig klar und bewusst war, dass das die Hormone sind, die verrücktspielen. Aber mein Körper ließ sich von diesem Wissen nicht beeindrucken. Es waren fürchterliche Wochen, die ich auch in den letzten beiden Jahres-Resümees jeweils als die schlimmste Zeit des Jahres bezeichnet habe.

Diesmal ist das etwas anders. Da ist keine Angst des Betrogen und Verlassen Werdens, sondern die Angst, nicht auszureichen. Aber nicht, wie man vielleicht erwarteten würde,  im Bezug auf den Mann, sondern auf den Quietschbeu.

Gestern machte der Quietschbeu ja einen Ausflug mit meiner Schwesterfamilie. Als sie ihn abends nach Hause brachten war er glücklich, fröhlich und unendlich müde. Meine Schwester sagte, dass er gar nicht nach Hause gewollt habe und ich weiß, wie sie das meint, als sie es sagt. Dennoch ist da dieser Stich ins Mutterherz. Ich wollte ja, dass er Spaß hat, dass er mal Mittelpunkt sein darf, dass er raus kommt und toben kann. Mir ist auch ganz bewusst, dass da nichts Böswilliges dran ist, wenn er sagt, er wolle nicht nach Hause. Er ist ja dennoch gerne bei mir geblieben, hat meiner Schwester nur gewunken und nicht hinterher geweint. Dennoch liegt da seither dieser schwere Klumpen in meinem Magen, der mit sagt, dass der Quietschbeu hier aktuell zu kurz kommt.

Da ist ein enorm forderndes Löwenmäulchen, das kränklich ist, Zähne bekommt, Laufen lernt. Der kleine Herr Löwenmaul klebt an mir wie eine Klette und heult eifersüchtig auf, wenn ich mich zu intensiv um den Quietschbeu kümmere. Das Löwenmäulchen ist sehr theatralisch, weint sofort dicke Tränen, wirft sich verzweifelt auf die Erde … es zieht jedes Register und irgendeiner erbarmt sich seiner immer.

Der Quietschbeu ist anders. War er schon immer. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass er mit seiner aktuell anstrengenden Art mehr Aufmerksamkeit einfordert. Als mein großer Sohn gestern beim Abendbrot von seinem Tag erzählt, da schossen mir die Tränen in die Augen, weil er so groß geworden ist und ich das gar nicht mitbekommen habe.

Abends, im Bett, frage ich mich, wieso ich den Quietschbeu einen Ausflug machen ließ und nicht das Löwenmäulchen? Ich hätte den Tag gestern auch wunderbar mit den Quietschbeu alleine verbringen können. Das hätte er durchaus auch mal verdient. Aber ich weiß, dass der Gedanke völlig albern ist, immerhin hatte das das Löwenmäulchen Fieber, wohingegen der Quietschbeu gesund und munter war.

Heute Morgen ist der Quietschbeu ein Engel. Er will kuschel, küssen und drücken. Er hört ausgesprochen gut, hilft mir beim Anziehen, fragt mir fünf Löcher in den Bauch und tröstet das immer und immer wieder aufheulende Löwenmäulchen (Zähne sind Ärsche!). Ich bin ganz verliebt und mit jedem Funken mehr Liebe und Stolz wachsen auch das Schuldgefühl und die Angst, sich nicht ausreichend auf den wundervollen Kerl und seine Bedürfnisse einlassen zu können.

Es ist doch so: auf Nichts und Niemanden habe ich in meinem bisherigen Leben länger und intensiver gewartet, gehofft und gebetet, als auf den Quietschbeu. Er ist meine erste große Liebe, wenn Sie verstehen, wie ich das meine. Er hat mir so viele Dinge gelehrt, mich gefordert und wachsen gelassen. Ein erstes Lächeln, ein erstes Wort, das erste „Mama!“. Dieses Kind ist die Erfüllung meines größten Wunsches: ich wollte Mutter sein!

Darum habe ich mir heute überlegt, dass ich, bevor das Maimiez geboren wird, noch unbedingt eine Sache erlebt haben möchte – sofern meine Schwester mit macht:

Ich möchte eine ganze Woche mit dem Quietschbeu verbringen, in der das Löwenmäulchen eine Woche Urlaub bei meiner Schwester macht. Vielleicht fahren wir sogar ein paar Tage weg, in die alte Heimat, und erleben Wald und Wiese! Nur der Quietschbeu und ich. Auch der Miezmann käme so zu einer wohlverdienten Woche Ruhe und könnte mal Kraft tanken für die anstrengende Zeit, die uns kommenden Sommer erwartet.

(Nein, diese Schuldgefühle und Ängste beziehen sich nicht auf das Löwenmäulchen. Vermutlich, weil er ohnehin seit 15 Monaten, 1 Woche und 2 Tage bei mir ist und sobald er meine Aufmerksamkeit einfordert – ob Tag oder Nacht – auch bekommt. Tatsächlich habe ich mich auch schon mal gefragt, ob es richtig war, die Jungs mit so geringem Altersabstand zu bekommen. Nicht, weil es mich zu stark gefordert hätte, sondern weil dem Quietschbeu dadurch viel Aufmerksamkeit und exklusive Zuwendung abgesprochen wurde, die er ohne den kleinen Bruder sicher länger hätte genießen können. Doch was nützt es im Nachhinein mit sich zu hadern? Es beruhigt mich jedoch sehr zu wissen, dass das Löwenmäulchen bei der Ankunft des Maimiez fast 2 Jahre alt sein wird und die ersten wichtigen Schritte des Abnabelns bereits gegangen sein werden. Hoffentlich.)

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Ilsa / Okt 10 2011

    Sie haben dem Quietschbeu einen Nachmittag geschenkt, den er genossen hat. Sie haben ihm gegeben, was er gebraucht hat. Also, alles gut :-)
    Alles Liebe von Ilsa

  2. evizentrum / Okt 10 2011

    Nur ein Gedanke aus einer anderen Sichtweise:
    Auch der Quietschbeu kann daran wachsen, wenn nicht jedes Bedürfnis sofort hundertprozentig erfüllt wird, er warten muss, sich selbst beschäftigen muss.

    Er weiß, dass du ihn liebst und alles für ihn tust, soweit du das nur kannst, da bin ich mir ganz sicher!

  3. Ramona / Okt 10 2011

    Ich bin heut auch sehr hormonverheult. Da kommen mir gleich wieder die Tränen. Ich hoffe, du fühlst dich bald wieder stabiler (hihi, und ich auch ;-). Möglicherweise empfindet der Quietschbeu das ganz anders als du in deinem Mutterherz. Wir Mütter neigen ja auch manchmal zu eigenartigen Filmen im Kopf. Bestimmt werdet ihr eine schöne zeit noch miteinander verbringen können. Vielleicht reichen ja auch mal 3 Tage?

  4. Frau Muschel / Okt 10 2011

    *Frau Miez an mich drück und tröste*

    Liebe Frau Miez,

    hachja..normale Sache…mehr sage ich dazu nicht.

    Dennoch möchte ich noch los werden, dass es in vielerlei Hinsicht egal ist, in welchen Abständen man die Kinder bekommt. Meine Jungs sind je genau 7 Jahre auseinander, und oft denke ich „hmpf, Schade das die Kluften so groß sind“.

    Aber ich habe das so gewählt, weil ich für mich eben diese Abstände auch wollte.
    Dann sehe ich meine Nachbarinnen die, jede, recht schnell hintereinander die Kinder bekommen haben. Die Eine wuppt das alles prima, die Andere ist völligst überfordert.
    Den perfekten Zeitpunkt gibt es eben nicht, und die Kinder lernen das Miteinander besser als manch Erwachsener.
    Der Quietschbeu ist sich so sehr ihrer Liebe Sicher, ich denke das Sie die wirkliche Leidtragende sind, aber das haben Sie ja selbst schon erkannt ;)
    Ihre Idee mit der Woche Urlaub ist genial. Machen Sie das in ihrem Leben einfach öfter mal, wenn dies möglich ist.
    Was ich eigentlich sagen will, Sie machen das schon richtig, und Ihre Kinder kamen und kommen genau richtig. Die Liebe, Ihre Liebe steuert das alles in die richtigen Wege, so kommt keiner zu Schaden :)

    Herzliche Grüße
    Frau Muschel

  5. Mela / Okt 10 2011

    Ich schniefe hier – und das ohne Hormonchaos. Aber ich kann deine Gedankengäge nachvollziehen. Mit den Zwillingsmäusen geht es mir oft auch so. Und trotzdem bin ich sicher, dass der QB auch aus dieser aktuellen Situation lernt und trotzdem genau weiß wie sehr er geliebt wird.
    Eine Woche, oder auch nur ein paar Tage, nur mit dem Quietschbeu hört sich trotzdem schön an. Ich drücke die Daumen dass es klappt!

    Lg Mela

  6. sabrina / Okt 10 2011

    Genau so erging es mir, als Sam auf dem Weg war. Luke war doch noch so klein und ich fühlte mich schrecklich, weil ich ihm ein Stück Mama raubte.
    Ich merke auch heute noch, das er mich hier und da für sich alleine möchte, das er es genießt, wenn wir 2 mal ganz alleine sind. Und deswegen ist die Idee, ein paar Stunden nur mit dem Großen zu verbringen sicher nicht die schlechteste :-)

  7. Nike / Okt 10 2011

    Zuallererst etwas off_topic: ich lese jeden einzelnen Deiner wunderbaren Blogeinträge. Ich bewundere es, wie Du den Alltag mit zwei „Kleinen“ meisterst -gerade jetzt.

    Auch ich glaube, wie viele meiner Vorrednerinnen, dass es DEN perfekten Altersabstand zwischen (zwei) Kindern nicht gibt. Alles hat Vor-und Nachteile. Ich merke zum Beispiel gerade, dass es dem Junior nach fast 4 Jahren exclusiver Aufmerksamkeit schwer fällt, teilen zu müssen. Mal mehr, mal weniger. Sei es Aufmerksamkeit, materielle Dinge oder auch Plätze, die er früher für sich hatte und die nun langsam für den Purzel erreichbar werden. Auf der anderen Seite ist er schon selbständig genug, viele Dinge alleine machen zu können :)

    Deine Idee, dem Quietschbeu eine ganze Woche ungeteilte Zeit zu schenken, ist eine ganz tolle. Gerade im Hinblick auf den Maimiez und darauf, dass er dann, als Ältester, derjenige sein wird, der am meisten selbst machen und ein Stück wachsen muss

    Alles Liebe
    Nike

  8. Anette / Okt 10 2011

    Ich kann das nachfühlen, klar – aber man darf nicht vergessen, dass Kinder, vor allem so kleine, eine sehr erstaunliche Fähigkeit besitzen: Nämlich die, Dinge so hinzunehmen, wie sie sind und sie einfach als gegeben und natürlich anzusehen und zu akzeptieren. Ein Kleinkind würde z.B. nie über schlechtes Wetter lamentieren. Es regnet? Dann regnet es! Mehr nicht. ;-)

    Meine Große hatte ich, als (leider 10 Tage vor der letztendlichen Geburt) die Wehen anfingen, bei Oma und Opa parken müssen. Ging nicht anders. Und obwohl ich eine Woche zu Hause saß und vor mich hinwehte, habe ich sie nicht besucht – weil es besser für sie war. Sie sah das Ganze übrigens als „Urlaub“ und sprach auch so davon. Obwohl meine Eltern nix Besonderes mit ihr unternahmen, sie ließen sie einfach an ihrem beschaulichen Alltag teilhaben. Das fand sie großartig! Und es war halt einfach so. Vermisst hat sie mich nicht.

    Kinder denken ja nicht „was wäre wenn“ oder „früher hatte Mama aber mehr Zeit für mich“. Sie leben im Moment, und wenn sie die Mama in diesem Moment brauchen, wird sie eingefordert. Wenn nicht, ist auch okay.

    Ich habe eine sehr enge Bindung zu meiner Großen. Auch, weil ich sehr lange auf sie warten musste und die Hoffnung schon aufgegeben hatte. Weißte, was sie neulich sagte?
    Ich: „Spatz, ich bin so kaputt, wenn heute noch eine Katastrophe passiert, klappe ich zusammen. Also sei bitte ein bisschen lieb.“
    Sie: „Ach Mama, das macht doch nix, dann bringt halt der Papa mich in den Kindergarten!“

    Ich fand das sehr süß und beruhigend. In der Tat – wenn mir jetzt (sie ist 3) was passieren würde – sie würde am allerbesten von allen damit klar kommen, dass ich nicht mehr da bin. (Noch. Später wird das dann anders.)

    Ich finde das beruhigend …

    Liebe Grüße und alles Gute
    Anette

  9. Evelyn / Okt 10 2011

    Genauso geht es mir hier auch mit meinen zwei Jungs, die 16 Monate auseinander sind. Mir ist leider erst nach der Geburt des zweiten bewusst geworden, wieviel Zeit mir mit dem ersten verloren geht. Ist so, kann ich nicht mehr ändern, fühlt sich aber nicht gut an. Aber ich weiß, dass es meinem Sohn gut geht, genau wie es dem QB sehr gut geht und frage mich manchmal auch, ob es ein Mamading ist. Ich würde ihn gerne mehr an mich binden und denke ich bin nicht genug für ihn da. Aber ich Sorge jeden Tag dafür, dass Menschen da sind, mit denen er gerne zusammen ist und bei denen er sich wohl fühlt. Und das ist ja eigentlich meine Aufgabe als Mutter. Dennoch wäre eine Woche Zeit nur mit dem Großen was ganz Tolles für mich. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass es klappt und eine super Woche werden wird.

  10. eva / Okt 10 2011

    ist dir noch schlecht?

    diese hormonstürze gegenüber meinem größten kind, meinem einzigen sohn, meinem erstgeborenen kenne ich.
    aber noch schlimmer finde ich jetzt die gefühlsstürze gegenüber dem mittleren kind, das immer in alle richtungen kämpfen muss, um gesehen zu werden. und dennoch so dankbar und süß ist.
    und immer, immer das schlechte gewissen, dass einer grad zu kurz kommt. 2 arme, 3 kinder. wer sitzt neben mir. dann sitzt einer in der mitte auf dem schoß, und beide protestieren rechts und links. aber den großen auf den schoß nehmen? dann sehe ich das vorlesebuch nicht mehr—
    so ist es im leben. aber das macht die kinder stark. wenn du sie trotzdem manchmal einzeln siehst und dich ihnen zuwendest (ich mache das abends beim ins bett bringen), dann machst du es gut. und sie haben SICH. vergiss das nicht. sie haben sich.
    lg eva

  11. alexandra / Okt 10 2011

    glaube nicht, das dem QB etwas fehlt. ihm gehts blendend. er hat so viel mehr was andere nicht haben. eine mutter die sich gedanken macht.
    und ehrlich, ein kind mit zuviel aufmerksamkeit, zuviel von allem kann auch nicht gedeihen. kinder brauchen kinder um sich herum. und mit einem oder zwei jahren sind sie viel mehr spielkameraden als wenn sie vier oder fünf jahre unterschied haben. und da spüren sie dann auch den unterschied, das es vorher anders war, es nun auch noch eine nummer zwei gibt.
    der QB kennt es doch gar nicht anders. und zwillinge? die sind sind gleich zu zweit. sind sie deswegen unglücklich?

    deine überlegung mit einer QBZeit ist toll. ich finde vll. nur eine ganze woche ein bissel viel, ein wochenende würde sicher auch reichen. aber wie das mit persönlichen meinungen so ist :-)

    kopf hoch.

  12. Shura / Okt 10 2011

    Ich finde es beeindruckend, wie klar und deutlich Sie ihre Ängste formulierne können, Mama Miez! Und danke, dass Sie mich daran teilhaben lassen!

    Die Idee von der einen Woche nur für den QB ist wunderschön! Ich drücke die Daumen, dass alles klappt mit der Schwesterfamilie und dem LM!

    Unsere beiden Zwrge sind 21 Monate auseinander. Anfangs war es ganz prima. T. hat einen wahsinns Entwicklungssprung hingelegt, ist liebevolle große Schwester geworden, einfach prima in die Rolle hineingewachsen. Problematisch wurde es erst, als L. agiler wurde und fordernder. Mit 6 Monaten war der Chill-Baby-status irgendwie verloren gegangen und eine kleine Klette dafür da. Das hat sich bis heute nicht geändert. T. musste mit der Zeit viel zurück stehen und stecken! DAS viel und fällt ihr heute noch schwer. Öfters kommen Sätze, wie: ich mag dich auch mal wieder alleine haben.

    Ich finde die Kleinen merken ganz deutlich, dass sich etwas ändert und passen sich je nach Charakter der Sache besser oder nicht so gut an. Aber und das ist wirklich toll: sie wachsen an den Aufgaben!

    Und wie toll ist es, wenn T. L. beim Anziehen hilft? Wie sich beide freuen. Es gibt so viele tolle Momente, auch wenn es nicht immer so ist. Aber die tollen überwiegen.

    Was ich noch zum Schluss sagen wollte, ich mache mit T. immer Mama-Tochter-Tage. Sie mag meine Uni, ich nehme sie mit hin und wir hören uns eine Vorlesung an, so lange sie lust hat. Wir gehen nur zu zweit in die Bib. Einen Tag im Monat gehört nur T. Oder am We passt der Mann auf L. auf und wir sind zusammen im Puppentheater, mit ihrer Freundin verabredet oder Eis essen. Sa geht nur sie mit Papa einkaufen.

    Uns hat das ganz viel geholfen, dass es diese Zeiten gibt. T. oder L. wissen dann genau, das nur sie in den Momenten die Aufmerksamkeit haben und zeeren viel länger als gedacht davon.

    Sie werden eine tolle Mutter von 3 Miezkindern sein! :)

  13. engelswelt / Okt 10 2011

    Ich könnte das so glatt unterschreiben. Einfach so. Und ohne überschüssige Hormone.

    (Und es mag sich jetzt blöd anhören, aber es tut irgendwie gut zu hören, dass man mit solchem Kopfkino nicht alleine ist.)

  14. aleXXblume / Okt 10 2011

    Zwei Dinge, die ich zuätzlich zu dem, was all die anderen schon gesagt haben, gerne beitragen möchte:
    Zum einen wird es immer wieder Phasen geben, in denen du dir unzulänglich und rabenmütterlich vorkommst. Was ich inzwischen gelernt habe: egal, wie schlimm es in dieser Zeit ausschaut/wirkt, hinterher ist alles wieder gut. Die Kids stecken das weg, sie sind nicht „fürs Leben gezeichnet“, weil mal ein halbes Jahr weniger Zeit für sie übrig war. Das finde ich wahnsinnig beruhigend!
    Zum anderen: auch wenn dann mal alle drei Miezkinder da sind, solltet ihr es euch zur Gewohnheit machen, immer mal wieder mit einem der Kinder alleine was zu unternehmen. Das tut ihnen gut und Euch erleichtert es auch das Gewissen. Ich kenne einige Familien, die das so handhaben (z.B. jeden 2. Samstag darf ein Kind mit einem Elternteil was unternehmen und sich auch wünschen, was es da machen möchte.) und alle Beteiligten sind positiv davon angetan.
    Bleib gelassen, wenn das Maimiez erst mal da ist, fügt sich eins zum anderen und es wird klappen! Mal besser, mal schlechter, aber unterm Strich ist alles gut – du machst so viele Dinge mit den Kids wirklich ganz toll! – Vor allem spüren sie deine Liebe und dein Herzblut – das wiegt so vieles auf!

  15. Q / Okt 11 2011

    Ich habe vor ein paar Tagen mit meiner Mama über genau dieses Thema gesprochen. In diesem Zusammenhang sprachen wir über eine Bekannte, die zwei Jungs in kurzem Altersabstand (1,5 Jahre auseinander, allerdings schon etwas größer, 9 und 11 glaube ich) hat.

    Meine Mutter besucht die öfters und erzählte mir, wie schade sie das fände, dass die beiden immer „in einem Aufwasch abgehandelt“ würden. Sie habe den Eindruck, das tue den beiden nicht gut. Sie würden immer zum gleichen Sport gefahren, machen immer denselben Ausflug, gehen immer nur alle zusammen essen etc. und meine Mutter hatte das Gefühl, den beiden fehle dadurch was. Der Kleinere ist auf den Großen immer sehr sehr eifersüchtig und habe nichts „Eigenes“, müsse sich immer am Großen messen. Der Große hingegen muss immer damit leben, dass ihm jemand alles neidet, was er macht und auf ihm rumhackt. Meine Mutter erinnerte sich daran, wie wichtig es ihr selbst früher immer war, auch mal was mit mir oder meiner Schwester (1,5 Jahre jünger als ich) alleine zu machen. Ich erinnere mich da auch dran: sie ging oft mal mit nur einem von uns essen (später) oder in den Tierpark (früher). Ich habe das als Kind GELIEBT. Ich war auch nicht eifersüchtig auf meine Schwester, wenn die alleine mit meiner Mutter unterwegs war, weil ich immer ganz tief drin wusste, wenn ich sie brauche, dann ist sie sofort für mich da, ganz allein für mich. Das war so ein Grundgefühl in meiner Kindheit.

    Beim Lesen dachte ich also eben sofort: Was für eine schöne Idee!!

    • Mama Miez / Okt 11 2011

      Ich denke nicht, dass das mit dem Altersabstand der Kinder zu tun hat. Ob nun 15 Monate, 1,5 Jahre oder 5 Jahre. Man hat IMMER die Möglichkeit individuell auf jedes Kind einzugehen. Man hat IMMER die Möglichkeit jedem Kind exklusive Zeit zuzugestehen. Sofern alle Kinder der mütterlichen Abhängigkeit entwachsen, also keine Babys, mehr sind.

      • Sabrina / Okt 11 2011

        Wir sind hier auch alle in Kurzenabständen geboren weil meine Mutter das so wollte, trotzdem sind wir individuell erzogen und behandelt worden, rein nach unseren intressen, nicht alle mit einen abwasch. Jeder durfte den Sport machen den er wollten, und ja ich war gerne mit meinen bruder beim sport. vielleicht gefällt das geraden den zwein? Ich fands schöner nicht allein zu sein, jemanden zu haben und vor allem 1 ganze stunde alleine mit meinen bruder ohne Eltern ohne nervige kleine schwester.

        meine schwester machte judo, mein bruder liebt computer und ich war viel in der natur, jeder bekam das was er wollte, musste nicht gezwungen machen was man nciht will. also zu sagen man könnte kinder nicht individuell betreuen ist definitiv falsch. Nur von aussen kann man sowas nämlich nicht beurteilen.

  16. AnJu / Okt 11 2011

    Du brauchst keine Schuldgefühle zu haben. Du schenkst Deinen Kindern etwas ganz besonderes: Geschwister. Die Liebe zwischen Geschwistern ist etwas ganz besonderes, weil sie viel elementarer ist, als z.B. eine Freundschaft. Man kann sich streiten und verträgt sich auch ohne, dass explizit Entschuldigungen ausgesprochen werden müssen. Man ist sich nie fremd, auch wenn man sich nicht oft sieht. Zumindest erlebe ich es so mit meinen Geschwistern (ich habe 3 davon). Irgendwann werdet ihr nicht mehr da sein, aber die Geschwister werden dann trotzdem nicht alleine sein.

  17. sandra / Okt 11 2011

    ich finde es sehr toll dass du ne ganze woche mit den QB verbringen willst. ich hatte das problem eher beim ersten als der zweite kam/da war, da nahm ich mir dann immer tage wenn der papa da war ,oder eben der andere mittagsschlaf machte,wo ich was alleine mit ihm machte am anfang, dass er sich dann darauf freuen konnte,doch als dann die dritte kam gabs das nicht und beim vierten auch nicht. was ich aber öfters heute noch mache ist dass ich was nur mit einem kind unternehme wenn der papa zu hause ist,meistens mit dem mädchen aber auch ab und an mit den jungs.finde das wichtig dass auch mal ein kind alleine im mittelpunkt steht.

    finde dein schreiben super,sowie dus schreibst.

  18. Frau ... äh ... Mutti / Okt 14 2011

    Frau Miez, ich schreib hier mal so drauflos. Erstens: alles Gute zum Dritten, drei sind toll! (vier auch. Zwei auch. Sie wissen schon.)
    Zweitens: den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht, ich schließe mich gerne an.
    Drittens: die Sache mit dem schlechten Gewissen … an die gewöhnen Sie sich mal lieber. Die haben Sie nämlich gewonnen, als Sie zum ersten Mal schwanger wurden. Jedesmal wenn etwas nicht ganz so optimal läuft, wird sich das Gewissen melden und Sie sind da völlig machtlos. Wenn es Ihnen aber vielleicht ein Bißchen hilft: ich führte neulich ein Gespräch mit meinen (mittlerweile ja großen, verständigen) Kindern über eben dieses Thema. Meine Sorge, die Großen vernachlässigt zu haben, weil immer ein Baby nachkam, die Sorge, die Jüngsten z vernachlässigen, weil die Großen forderten, die ständige Ungewissheit, ob ich gerecht bin, ob ich allen und jedem gerecht werde und dieses ganze Karussell eben. Ich wurde sehr schnell beruhigt, denn die Kinder sprachen einstimmig, dass sie es eben gar nicht anders kannten. Und dass es gut so war und ist, wie es eben ist. Das birgt für mich viel Beruhigung,weil es so wahr ist. Sie kannten es eben nicht anders. Sie haben eben auc!
    h aneinaner und voneinander lernen müssen, zurückstecken, warten und sich einfügen, teilen, abgeben und nicht alles haben. Dafür haben sie Geschwister. Immer einen Spielkameraden im Haus, immer jemand, mit dem man sich gegen die Eltern verbünden kann. Ich bin sehr neidisch darauf, denn ich bin Einzelkind.
    Viertens: Sie schaffen das schon. Echt jetzt. Schrauben Sie den Perfektionismus runter, nehmen Sie Hilfe, wo Sie sie kriegen können und freuen Sie sich auf das dritte Kind.
    Fünftens: tut mir leid, ich kann nicht kürzer.

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