Bis einer heult! • Vom Decken bunter Dächer
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12. Dezember 2011 | Pia Drießen

Vom Decken bunter Dächer

Haben Sie was gemerkt? Richtig, die selbstreferenziellen Beiträge sind zweieinhalb Jahren gegen NULL gegangen. Aus Gründen.

Mit dem ersten Kind wurde ich Mutter. Und war es fortan eigentlich ausschließlich. Konnte ja keiner ahnen, dass diese neue Rolle einen so sehr einnehmen und fordern würde.

Man kann sich das in etwa so vorstellen: Man ist Jahrelang Marketingberaterin, macht seinen Job gerne und lässt diesen zum Großteil das Leben bestimmen. Dann geht man eines Tages einfach nach Hause, um am nächsten Tag einen neuen Job als – sagen wir mal – Dachdecker anzufangen. Nur mit dem Unterschied, dass einem das niemand erklärt. Weder Theorie noch Praxis. Man kann da vorher ein bisschen was drüber lesen und ich versichere Ihnen, dass sich ein gutes Dutzend anderer Laien dazu berufen fühlen wird Ihnen Ratschläge zu geben … aber lernen müssen Sie das ganz alleine! Am ersten Tag gleich rauf auf’s Dach. Egal welches Wetter herrscht.

Und wenn Sie nach einiger Zeit das grundlegende beherrschen und Spaß am neuen Job gefunden haben, dann überlegen Sie, ob Sie nicht doch noch eine Fortbildung mitnehmen, mit der Sie einen neuen Fertigkeitsgrad erreichen können.

Das war dann der kleine Beebie. Nicht, dass der besonders fordernd oder anstrengend war, aber das Händeln von einem Kleinstkind, das gerade die ersten wackeligen Schritte wagte, und einem Stillkind … das war anfänglich schon son bisschen wie Mathe-Leistungskurs ohne Lehrer. Allerdings geht in der Fortbildung das mit dem Lernen irgendwie schneller. Statik und Co. hatte ich also ratzfatz drauf und konnte zurück auf den Bau.

Und während ich da so ein Dach nach dem anderen deckte, merkte ich, dass ich völlig unbewusst und nebenbei ein hübsches buntes Muster in ein Dach gedeckt hatte. Ich stand also vor dem Haus, betrachtete das Dach und überlegte, wie das nun passiert sein konnte.

Dann wurde mir schlagartig bewusst, dass mir dieses ganze bunte Marketing- und Medienzeug doch arg fehlte. Meine Kreativität kochte unterschwellig vor sich hin und wollte wieder raus gelassen werden. Das und der erste Geburtstag des kleinen Beebies waren dann die Punkte, an denen ich mich entschied wieder arbeite zu gehen. Halbtags. Ich deckte fortan also pinke Dächer mit Blumen und Glitzersternen. Oder Apfelgrüne mit weißen Punkten. Und das glänzte alles so schön.

Die gute Mischung aus dem einen und dem anderen Job ließen aber den Herzenswunsch nach einer weiteren Herausforderung, einer erneuten Fortbildung, ja, vielleicht sogar dem Meister, nicht geringer werden. Und so begebe ich mich nun also auf in die nächste Herausforderung.

Das Schöne an der neuen Herausforderung ist, dass ich wieder viel mehr bei mir bin. Ich nehme mir bewusst Zeit für mich, genieße sowohl den Job wie auch die Kinder. Es fühlt sich rund an. Aus diesem Grund will ich auch gerne wieder mehr hier schreiben. Von den Beebies und von mir. Derzeit ist das noch ein hoch-motivierten Vorsatz.

Mal sehen, was sich daraus entwickelt. Vielleicht sind meine Dächer dann bald nicht nur bunt und gemustert, sondern auch noch bestickt, benäht und hochwertig veredelt. Vielleicht sind sie aber auch erst mal einfach wieder nur braun. Kann natürlich auch passieren.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. derdiedas / Dez 12 2011

    Ich hab die Fortbildung gewählt, für den Meister fühl ich mich derzeit nicht geschaffen.

  2. Svenja / Dez 12 2011

    Dank dieser und ähnlich wundervoller Geschichten, könnte ich mir das mit dem Dachdecken auch mal vorstellen. Danke dafür.

  3. Mama arbeitet / Dez 12 2011

    Schöne Bilder, ich sehe förmlich bunte Dächer vor mir! Und kann auch nicht vom Wörterbasteln lassen, nur weil ich zwischendurch und nebenbei drei Kinder bekommen habe ;)

  4. rebhuhn / Dez 12 2011

    was Svenja sagt.

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