Bis einer heult! • Grüß' mir die Sonne!
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4. Januar 2012 | Pia Drießen

Grüß‘ mir die Sonne!

Fast in Vergessenheit geraten ist eine Geschichte, die mir die liebe Tine heute Morgen wieder in Erinnerung rief. Es begab sich knappe 20 Stunden nach der Geburt des großen Beebies. Der kleine frischgeschlüpfte Kerl hatte arg mit der Umstellung und dem Ankommen in der großen lauten und kalten Welt zu kämpfen. Sein Bäuchlein krampfte unter der ungewohnten neuen Nahrung Milch und es fehlte ihm anhaltend an Enge und Nähe. So kam es, dass ich ihn die erste Nacht seines Lebens im Fliegergriff, der gegen die Bauchkrämpfe helfen sollte, durch die stockdunkle Krankenhaus-Cafeteria trug und leise irgendeine Melodie summte. Irgendwann kam eine Hebamme dazu und riet mir, dem Kleinen doch etwas vorzusingen. Meine Stimme würde er ja aus der langen Zeit der Schwangerschaft kennen und das würde ihn sicherlich zusätzlich beruhigen und ihm Halt geben.

Ich begann also in meinen Hormonzersetzten Gedanken nach einem passenden Kinderlied zu suchen und fand … nichts. Als Kind konnte ich ganze Liederbücher in- und auswendig, von vorne nach hinten wiedergeben. Aber jetzt, 25 Jahre später, war da nur noch gähnende Leere.

Mein Blick fiel auf dieses arme wimmernde Würmchen auf meinem Unterarm, das ich weiterhin mit dem Gesicht nach unten wie ein kleines Flugzeug hin und her schaukelte. Fliegergriff eben.

Und alles was mir in dem Moment in den Sinn kam, war das Fliegerlied von Hans Albers (den meisten wird die Extrabreit Version aus den 80er geläufiger sein).

So war „Flieger, grüß mir die Sonne!“ das erste Lied, dass der große Beebie auf dieser Welt zu hören bekam. Die ganze Nacht durch. Immer und immer wieder. Kein Wunder also, dass ich heute schlagartig wehmütig werde, wenn ich das Lied höre und an unsere ersten gemeinsamen und sehr holprigen Stunden denken muss.

Flieger, grüß mir die Sonne,
grüß mir die Sterne
und grüß mir den Mond.
Dein Leben,
das ist ein Schweben
durch die Ferne,
die keiner bewohnt!

[bei Youtube lauschen]

Im Übrigen half ihm das Singen des Fliegerlieds auch über diese Nacht hinaus immer wieder sehr, um sich zu beruhigen und leichter in den Schlaf zu finden.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Michael / Jan 4 2012

    :) Jetzt hab ich zwei schöne BIlder im Kopf, das von Dir gezeichnete und das da http://www.flickr.com/photos/herrholmes/2683043662/sizes/z/in/photostream/
    Ach werden unsere kleinen verdammt schnell groß… :)

  2. Tine / Jan 4 2012

    Beruhigend, dass ich nicht die einzige bin. Bei uns hilft bei Bauchschmerzen „Pinky und Brain“. Zum Einschlafen eher No Doubt.

  3. Michael / Jan 4 2012

    Damals konnte ich ja noch Lieder und Liedtexte erfinden. Heute werde ich für jedes falsche Wort gerügt :( Zwergerl halt :)

  4. derdiedas / Jan 4 2012

    Bei uns wars „kommt ein Vogel geflogen…“, heute ist es http://www.youtube.com/watch?v=FY0FFDZaYw8 mit „Mäuschen“, statt „Anne“. ;-)

  5. Marc / Jan 4 2012

    Wenn der große Beebie Pilot werden will, dann hat er gut zugehört, denn da heißt es unter anderem: „Piloten ist nichts verboten“.

    Geht aber tatsächlich gut als Kinderlied, ein Wort könnte man anpassen bei „Such Dir die schönste Sternenschnuppe aus und bring sie Deiner Mama (und nicht Mädel) mit nach Haus“.

  6. Sonja / Jan 4 2012

    Hach…jetzt haben Sie meine schwangeren Hormone aufgewirbelt. Wie soll ich denn den Flüssigkeitsverlust wieder ausgleichen!? *schnieeeef*

  7. Cecie / Jan 4 2012

    lieder erfunden hab ich auch. du meine güte… ich hätte BIBLIOTHEKEN füllen können!!

    und, ja: sehr sympathisch. wie krieg ich das bild jetzt wieder aus meinem kopf? ;)

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