Bis einer heult! • Alltagsdingsi #03: Auf in den Tag
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31. Januar 2012 | Pia Drießen

Alltagsdingsi #03: Auf in den Tag

Gehen wir von einem normalen Wochentag aus, so ist der Ablauf unseres Morgens eigentlich jeden Tag gleich. Gut, Abweichungen gibt es natürlich bei der Laune jedes einzelnen Beteiligten, aber im Grunde schlagen da dann doch immer die jeweiligen Charaktere durch.

Ich stehe zwischen 5:45 Uhr und 6 Uhr auf, trödel fünf Minuten auf der Toilette rum, die ich zum Lesen von Nachrichten, E-Mails und dem Wetterbericht nutze und steige dann in die Dusche. Anschließendes Zähneputzen und Haare föhnen ist obligatorisch. Dann ziehe ich mich an, wecke den Mann (der irgendwas unverständlich rum brummel, knurrt und sich wieder umdreht) und kann ziemlich pünktlich um 6:30 Uhr das Schlafzimmer der Miezbeus betreten.

In 8 von 10 Fällen bemerken sie mich gar nicht. Ich kann noch in Ruhe die Anziehsachen für den heutigen Tag aus dem Schrank nehmen und zusammen suchen. Dann wecke ich grundsätzlich zuerst das Löwenmäulchen, weil das einfach schon am frühen Morgen ein Sonnenschein ist. Da wird ein bisschen hinterm Ohr gekrabbelt, der Bauch gerieben und der Popo getätschelt, bis es sich in alle Richtungen biegt, streckt, laut gähnt und dann wie ein Stehaufmännchen im Bett sitzt. Dann muss erst mal fünf Minuten gekuschelt werden. Meist beginnt das Löwenmäulchen schon vorher mit seiner Neckerei, leckt mir am Ohr oder pustet mir ins Gesicht. Der Kerl kann leider so gut wie gar nicht ernst sein, wobei das leider Augenzwinkernd gemeint ist.

Dann klettert er ins Bett des großen Bruders, den er „Dada!“ nennt und streichelt ihn über die Haare und das Gesicht. „Eiii, Dada! Eiiii!“ Der Quietschbeu ist leider – und das ist nicht Augenzwinkernd gemeint – ein ziemlicher Morgenmuffel. Meist brummt und knurrt er irgendwas und dreht sich wieder rum (kommt Ihnen jetzt sicher bekannt vor, hm?). Ich krabbel ihm ein bisschen den Rücken, frage, ob er gut geschlafen hat und was Schönes geträumt … eine Antwort erhalte ich eh meist nicht. Wir sind ja morgenmuffelig. Ich gebe ihm einen dicken feuchten Schmatzer und erkläre, dass ich jetzt das Löwenmäulchen fertig mache und er dann dran ist. Brummen. Knurren.

Das Löwenmäulchen putzt sich 3 Minuten lang selbstständig die Zähne und beginnt dann wütend zu schimpfen und zu heulen, wenn es ans Nachputzen geht. Noch schlimmer wird es nur, wenn ich sage: „Fertig!“ Am liebsten würde das Löwenmäulchen nämlich den ganzen Tag nur Zähne putzen. Angezogen wird der kleine Herr Löwenmaul – der inzwischen mit zwei zugedrückten Augen in Größe 86 passt – auf der Wickelkommode. Das ist für mich einfach im Moment am angenehmsten. Zum Schluss noch Hausschuhe an die Füße und schups verschwindet er im Spielzimmer.

Der Quietschbeu-gut-Zureden-10-Kampf beginnt. Zähneputzen ist den einen Morgen mal super, den anderen ganz schrecklich doof. Anziehen ist den einen Morgen mal total toll, den anderen voll furchtbar. Mal muss ich ihn komplett anziehen, mal darf ich ihm nicht mal die Hose richtig herum hinhalten. Demzufolge dauert das Anziehen des Quietschbeus zwischen 5 und 15 Minuten. Heute waren es 10 und ein Kompromiss von „Ich zieh Dir die Strumpfhose an, Du dann die Jeans drüber.“

Gegen 7 Uhr sind wir dann alle fertig und gehen runter. Der Quietschbeu muss Grundsätzlich noch sein Schmusekissen, den Nucki und die Boo mitnehmen, um auf dem Sofa weiter zu kuscheln.

Die Miezbeus gucken Kikaninchen, während ich Ihre Frühstücksdosen zubereite. Ich habe überlegt, ob ich hier etwas ausführlicher dazu schreiben sollte, warum und wieso ich meine Kinder morgens Fernsehen gucken lassen. Aber wissen Sie was? Das liest sich dann wieder wie Rechtfertigung und Entschuldigung und da habe ich gerade gar keine Lust zu. Nur so viel: früher hatten wir stressige und hektische Morgen, an denen die Kinder die  Brotdosen schon während derer Zubereitung halb leer futterten, rummeckerten, gelangweilt alle Schubladen aufrissen und ausräumten, den Flur verwüsteten und letztendlich meine Nerven noch vor Verlassen des Hauses blank lagen. Jetzt haben wir Frieden und Freude – nur keinen Eierkuchen.

Nach der Zubereitung der Brotdosen werden diese im jeweiligen Rucksack verstaut und ich nutze die Ruhe, um mich noch schnell zu schminken. Dann werden gemeinschaftlich Schuhe, Jacken, Schals und Mützen angezogen. Mal mit meiner Hilfe, mal völlig selbstständig. Manchmal auch mit der Unterstützung des Papas – der irgendwie so nebenher läuft und dann eben zur Stelle ist (oder nicht).

Wir verlassen das Haus im Entenmarsch zwischen 7: 15 Uhr und 7:30 Uhr. An einem Dienstag auch schon um 7 Uhr, weil dienstags das Frühstück vom Kindergarten zubereitet wird und ich mir die Arbeit sparen kann.

Wenn man das so liest, nein, falsch, wenn ich das so lese, dann finde ich, dass meine Morgen früher auch mal ruhiger und entspannter waren. Und vor allem hat früher auch noch ein Kaffee vorm Verlassen des Hauses hinein gepasst. Da ich aber ausreichend und ein bisschen flexibel Zeit zum Abliefern der Jungs im Kindergarten haben will (nichts find ich schlimmer, als dieses hektische rein bringen, Klamotten vom Leib reißen, abgeben, wieder raus rennen), fällt der nun mehr flach.

Und das nächste Mal erzähle ich Ihnen, von unserem Alltagsdingsi – Ankommen und Abholen im/vom Kindergarten.

[ Alltagsdingsi? Alltagsdingsi! ]

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Karin / Jan 31 2012

    Ich find deinen Ablauf sehr geregelt. Respekt! Bei ist bis 7 Uhr alles genau geplant. Ab da trödel ich dann ein wenig. Ich bin ja „nur zu Hause“ und Töchterchen 4 auch und Töchterchen 3 hat die Freiheit bis spätestens um 9 Uhr im Kindergarten zu sein! Manchmal darf sie auch schwänzen. Heuer noch, nächstes Jahr ist sie dann schon Schulanfänger. Puh, eignetlich wollt ich nur schreiben, dass ihr das toll macht :-)

  2. Tine / Jan 31 2012

    Ich bewundere sie für diese tolle Disziplin. Bei und sind die Morgende noch sehr unkoordiniert, der Hauptfreund und icb weigern uns nach harten Nächten trotzdem früh aufzustehen und dann wird alles hektisch. So wie heute. Wird das irgendwann besser wenn das Baby kein Baby mehr ist? ;)

    • Mama Miez / Jan 31 2012

      Schlaf, solange Ihr schlafen könnt. Beziehungsweise schlaft, wann immer Ihr schlafen könnt! Das mit der Regelmäßigkeit und Disziplin, das kam hier sehr viel später und auch nur, weil ich Jobtechnisch dazu gezwungen wurde ;)

  3. Mama06 / Jan 31 2012

    Ja so ähnlich sieht es hier auch aus, nur das ich nicht zur Arbeit muss, sondern die zu mir kommt. Ach und wegen dem Fernsehen, ja genau das mache ich auch und genau aus den Gründen. *lach* Ich hab da zwar manchmal ein schlechtes Gewissen das meine Nerven morgens keine Drahtseile sind, aber gut ich sorge zu mindestens dafür das wir kein Streit haben.

  4. kerstin / Jan 31 2012

    Also, wenn ich das so lese, dann find ich das klingt alles entspannt! und durchaus ruhig!!! Aber ich kenn auch sofort meinen Fehler und weiß , warum es hier so oft nicht so entspannt ist ;o) !

    Und wieder einmal muss (;o) ) ich Ihnen schrieben, es ist alles prima, wenn dieser Zeitplan, diese und jene Tätigkeit für sie und die Familie so und genau so richtig ist, dann ist doch alles bestens! Bei uns gibts am Abend Fernsehen, meist, manchmal gibt am nachmittag und bei Freunden nur am Wochenende… so wie es eben für alle am besen passt! Das wichtige daran ist doch, das man sich überhaupt Gedanken darüber gemacht hat, oder?

    Ich bin gespannt auf den nächtsen Teil! Abholen und nkommen ist ja auch nicht immer einfach ;o)
    Einen schönen Tag
    Kerstin

  5. irmche / Jan 31 2012

    …übers kikaninchen geschmunzelt…hier auch so…kikaninchen make my day!!!

  6. skamilora / Jan 31 2012

    Ui. Ich lese ja gerne Tagesabläufe! Und das ist doch gut strukturiert und scheint zu klappen. Ansich ist es ja toll, wenn man ein Morgenmuffelkind hat :) …aber nur, wenn man selbst liegenbleiben kann…
    Weil es mir beim Lesen auffiel, vielleicht darf ich fragen. Ihr habt ein Spielzimmer? Das heißt die Jungs schlafen nur in ihrem Zimmer und zum Spielen haben sie ein anderes Zimmer? Die Miezmanntochter dann noch ein zusätzliches? Und…ein Arbeitszimmer habt ihr dann nicht, oder auch das? Hihi, schuldige, bin neugierig und immer interessiert wie es bei anderen daheim so ausschaut…

    • Mama Miez / Jan 31 2012

      Die Jungs haben ein gemeinsames Schlafzimmer. Das größte Zimmer ist das gemeinsame Spielzimmer. Die Miezmanntochter hatte bisher ihr Zimmer unterm Dach (der Dachboden ist aufgeteilt in (Gäste-)Zimmer und Arbeitszimmer), war dort aber immer so weit ab vom Schuss bzw. vom Familiengeschehen, dass sie nun im Spielzimmer der Jungs schläft (was besonders die Jungs freut, weil man dann morgens direkt auf die schlafende Schwester springen kann).
      Wenn das Maimiez dann in über einem Jahr nach einer eigenen Schlafstätte verlangt müssen wir noch mal umorganisieren, aber da ist ja noch ein bisschen Zeit.

      • skamilora / Jan 31 2012

        ahh, ok :) ich verstehe.
        dann ist das doch ein recht großes Haus…toll! Wenn man so viel Platz hat ist das immer wunderbar :)

  7. Barbara / Jan 31 2012

    *grins* schön zu lesen, dass es noch mehr Kinder in alter des kleinen kleinen Mannes gibt, die sich z u gerne die Zähne putzen… der taucht am Tag mindestens 10 mal mit Bürste und Tube auf… immer wenn jemand vergessen hat, die tube aus seiner Reichweite zu stellen….

  8. Britta / Jan 31 2012

    Ich freue mich immer total, dass du mittlerweile Bilder von den Miezbeus zeigst. Der kleine Herr Löwenmaul ist zu herrlich :)

    • Mama Miez / Jan 31 2012

      Ja, wobei da immer noch son bisschen flauer Magen bei ist ;)

      • Britta / Feb 2 2012

        Das kann ich auch nachvollziehen, ich weiß auch nicht, wie ich es handhaben würde. Dir ist flau aus Angst vor Missbrauch der Bilder oder?

  9. frauniepi / Jan 31 2012

    hab ich das jetzt überlesen oder frühstückt ihr nicht zu hause?
    wir stehen auch gegen sechs auf. allerdings, weil beide jungs dann bereits hellwach sind. der ehemann macht jeden morgen das frühstück, in der zeit wickle/wasche ich und ziehe die jungs an. dann frühstück, kinder noch mal abwischen/zähne putzen und während sie spielen, gehen wir duschen. ab acht wird angezogen (großes drama hier, deshalb jeder ein kind) und halb neun gehen wir los. im kindergarten gibt’s dann noch mal frühstück oder, wie es hier genannt wird, eine jause. mit chaos kann ich ganz schlecht, ich mag es organisiert und was immer mir dabei hilft, ist ok.
    was glaubst du, wie ich ein wochenende überstehe, das bereits um 4:35 uhr startet? da möchte ich bitte noch ne weile aufm sofa dösen und mache dafür auch filme an. was soll daran schlimm sein, wenn man zu anderen zeiten für ausgleich sorgt? dann werden die söhne eben regisseur und comiczeichner.
    witzig, sohn² könnte übrigens auch den ganzen tag zähne putzen. sohn¹? sagen wir mal so: ich hoffe er hat gute anlagen.

    • Mama Miez / Jan 31 2012

      Der Quietschbeu frühstückt sofort, wenn er im Kindergarten ankommt – so gegen 7:30 Uhr. Das Löwenmäulchen erst gegen 8:30 Uhr mit seinen Gruppenkameraden. Ich frühstücke um 8 Uhr auf der Arbeit.
      Am Wochenende frühstücken wir meist auch zwischen 8 und 9 Uhr. Wir kennen das alle gar nicht anders.

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