Bis einer heult! • Wie ich sone Mutti wurde …
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7. März 2012 | Pia Drießen

Wie ich sone Mutti wurde …

Mutti-Assimilierung eins:

Der Quietschbeu und ich füllten gestern so ein pinkes Diddl-Kindergartenfreundebuch mit Glitzer drauf aus. Früher hab ich auf solche Bücher geschimpft und fand sie total unnötig und blöde. Heute sehe ich die vor Freude strahlenden Augen des Quietschbeus, der mit großer Leidenschaft Bilder für seine Kindergartenfreunde in die Bücher mal.

Und ja, auch meine Söhne haben inzwischen jeder ein Freundebuch. Der Quietschbeu das Kindergartenfreundebuch aus Wimmlingen und das Löwenmäulchen das Buch der kleinen Raupe Nimmersatt. Und Sie glauben gar nicht, wie oft und begeistert sie in diesen Büchern blättern, die Fotos ihrer Freunde erkennen, betrachten und die Zeichnungen, Aufkleber und bunten Handbadrücke bewundern.

Sie müssten einmal dem stolzen Quietschbeu dabei zusehen, wie er seiner Oma sein Kindergartenfreundebuch zeigt und dabei erklärt, wer die R. ist und dass die ihm immer den Stuhl zurück schiebt, wenn er zum Frühstückstisch kommt. Oder dem Löwenmäulchen, das euphorisch „Da!“ ruft, seinen kleinen Zeigefinger auf ein Bild drückt und mich mit großen Augen anstrahlt, wenn er seine Freunde erkennt und das Aussprechen ihre Namen übt.

Und dann meckern sie doch noch mal, wie unnütz und albern und doof son Kindergartenfreundebuch doch ist.

Ich kann Sie aber beruhigen: ich war wie schon erwähnt vor der Kindergartenzeit der Miezbeus ganz genau so. Tut aber in Echt gar nicht weh son Vorurteilsding hinter den glänzenden Augen der Kinder zu begraben.

Mutti-Assimilierung zwei:

Heute ist der Fotograf im Kindergarten. Der, von dem wir alle nichts halten und der im letzten Jahr die Fotos schwarzweiß nachbearbeitet und an den Rändern weichgezeichnet hat. Wir vermuten alle das Schlimmste. Dennoch konnte ich nicht über meinen Schatten springen und gab meinen Kindern Überziehklamotten mit, damit sie wenigstens ohne Tomatenflecken auf der Brust fotografiert werden. Überziehklamotten sind im Falle der Miezbeus Pullover, die man überzieht und dann total chic aussieht, wie der Quietschbeu immer sagt.

Ich bat auch darum, das Löwenmäulchen nicht zu kämmen (dann sieht der immer aus wie ein fremdes Kind!) und dem Quietschbeu bitte nicht wieder das Polo bis zum obersten Knopf zuzuknöpfen! Weil das Gruppenfoto möchten wir eigentlich schon ganz gerne haben und ich weiß nicht wie lang ich dafür gebraucht habe der liebsten Erzieherin des Quietschbeus klar zu machen, dass sie meinem Sohn bitte die Shirts nicht immer in die Hose stecken soll.

Ich bin aufs Ergebnis gespannt. Sehr.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Mo / Mrz 7 2012

    Bei uns war auch der Kindergartenfotograf.
    Der, von dem wir alle nichts halten.
    Der letztes Jahr orange weiß melierten Hintergrund, dieses jahr BRAUN WEISS melierten Hintergrund ausgepackt hat.
    Der, der jetzt auch nichts zu Farbkonzepten zu BRAUN WEISS meliertem Hintergrund im vorab abgesprochen hat.
    Der, der das Gruppenbild sowas von versaut hat weil er sich nicht gekümmert hat wer wie steht..
    Und die Sonneneinstrahlung, die hat er wohl auch unterschätzt.

    Naja, das Gruppenbild sieht aus als hätten die Kinder einer Ufolandung beigewohnt, vielleicht wäre das was für künftige Sommerlöcher bei der Bild oder so, und der BRAUN WEISS melierte Hintergrund biss sich mit einigen Klamotten sowas von..

    Aber: Hauptsache das Kind zog nicht einfach nur die Lippen hoch und sah aus wie bei einer Trockenzahnputzübung sondern lächelte fast echt in die Kamera.

    Sie dürfen also gespannt sein. ;)

  2. alexandra / Mrz 7 2012

    Es gibt da so ein Buch: Geburt einer Mutter. Leider ein bißchen trocken, daher nur zu einem drittel gelesen.
    Ich wäre für einen Nachfolger: Geburt einer Kindergartenmutter.

    Denn da werden 80% der Erziehungsvorhaben übern Haufen geworfen und, wie schon erwähnt, Vorurteile begraben :)

    Los, schreib! *g*

  3. Anne / Mrz 7 2012

    Bei uns ist heute auch der Fotograf im Kindergarten. Dieses Jahr mal ein anderer, im vergangenen Jahr war da ein fürchterlich unmenschlicher Mensch. Der hatte doch die Kinder im stockdunklen Raum fotografiert und sich dann gewundert, weshalb viele Kinder gänzlich verschreckt aussahen (dunkler Raum und dann plötzlisch *wusch* ein Blitz). Und beim Gruppenbild steht statt „Blaue Gruppe“ nun „Blaugruppe“ drauf. Naja. Wir hoffen heute auf das Allerbeste im Menschen. ;-)

  4. Kathrin / Mrz 7 2012

    Hahaha. Bei uns wurde um „einfarbiges Oberteil in gedeckten Farben“ gebeten, weil der Herr Fotograf „einen herbstlichen Hintergrund“ dabei habe. Muaaahaaa….die Bilder sind schauerlich! Aber ich mag sie trotzdem! Irgendwo muss ein Nest sein für all diese Fotografen, die irgendwie so 80er sind! ;-)

  5. Barbara / Mrz 7 2012

    Bis jetzt hatten wir beim Kigafotografen Glück bzw. nahmen den modernen Teil mit kunterbunten Kunstkind nicht. Beide Jungs sehen klasse aus – wobei ich beim Kleinen den Termin verschwitzt hatte und er eben wie immer gekleidet war :-)

  6. Smoew / Mrz 7 2012

    Diese Freundschaftsbücherchen … zu meiner Schulzeit hießen sie auch Poesiebücher .. 2 davon habe ich heute noch und hatte sie vor ein paar Tagen erst in der Hand. Kleine Schätze, denn an jedes Kind aus meiner Grundschulzeit konnte ich mich noch (wieder) erinnern.

    Und ja, natürlich wird auch mein Kind so ein Büchlein bekommen, wenn die Zeit reif ist. Weil die Erinnerung einfach toll ist. Um alles andere geht es ja nicht.

    (Kindergartenfotograf …gnarf!! Wünsche euch das Beste!!)

  7. Jule / Mrz 7 2012

    Ich weiß gar nicht, was immer alle haben mit diesen schrecklichen Kindergartenfotografen und das sage ich aus voller Brust. Und ich gestehe, ich komme beruflich aus diesem Bereich, sprich ich verdiene meine Brötchen damit, Wegbegleiterin, Impulsgeberin und so vieles mehr zu sein. Ich bin Erzieherin und hasse es jedes Jahr aufs Neue. Gerade unsere jüngsten Kinder können damit gar nichts anfangen und trauen sich oft gar nicht. Für die u3 Kids war es im letzten Jahr einfach nur besonders blöd…
    Wir machen so viele Fotos, jeden Tag, in vielen Situationen. Wir dokumentieren und überall im Haus sind Fotos der Kinder zu finden. Bei Bedarf ziehen wir den Eltern gerne jederzeit sämtliche Fotos auf einen USB-Stick. Keine gestellten Situationen, mitten aus dem Alltag und dem Leben der Kinder bei uns im Haus.
    Tut mir leid, aber ich verstehe es einfach nicht. Ich kann nichts damit anfangen und ich sehe es auch immer wieder bei soooo vielen Kindern…

    • Mama Miez / Mrz 7 2012

      Ich stimme Dir da zu. Ich halte das auch für problematisch, insbesondere bei den U3 Kindern. Sinn und Unsinn erschließen sich mir nicht.

  8. 123Moni / Mrz 7 2012

    ..ich finde die prima: hatte bislang jedes Jahr ganz herrliche Bilder von den Kids (KiGa und Schule- verschieden Fotografen), die Omas/Opas, Onkel/Tanten und Paten waren an Weihnachten von den Foto-Geschenken begeistert – wir selber haben traumhafte schwarzweiß und sepia-farbene Abzüge gerahmt an den Wänden – es kommt sehr auf den Menschen an, der Kinderfotografie macht, Kinderfotografie fordert ZEIT, Geduld und viel Gespür ! – Ich liebe inszenierte Fotos- WENN sie quasi wie natürlich aussehen – und meine Kids haben offensichtlich (ganz im Gegensatz zu mir) eine gewisse Natürlichkeit auch bei gestellten Aufnahmen – ich erkannte IMMER genau jenes zarte Lächeln, was sie eben lächeln, und nie wurden sie zu irgendwelchen Fratzen gezwungen – die Gruppenfotos sind immer schön geworden – und eine tolle Erinnerung (einzig eine Erzieherin ist NIE gut getroffen – das liegt allerdings nicht am Fotografen…) über Hintergründe lässt sich streiten: einmal, als mein Großer schon beim SCHULfotografen war, gab es wohl im Ex-KiGa so einen Pastell-Regenbogen hinter den Kindern – das hat so ALLES vorne im Bild „versaut“ – und ich persönlich bin eh´ für schlicht beige/grau/braun – und sehr für schwarz-weiß Fotos, gerne auch weichgezeichnet oder mit anderen Effekten getuned – oder SEPIA ! – habe allerdings eben auch eine ganze (alte) Original-Schwarz-Weiß und Sepia Ahnengalerie an der Wand – da reiht es sich jährlich ganz prima ein ! Kann nichts Schlimmes an der Fotografie an sich finden – bei uns ist die Resonanz durchweg immer sehr positiv!

    Moni

  9. Frau Muschel / Mrz 8 2012

    Hier *Finger in die Höh streck* Ebenfalls mit Fotograf aus den 80ern gesegnet!!

    2x im Jahr komt der Fotograf ( was ich persönlich sehr unnötig finde und meine Kinder nur 1x im Jahr knipsen lasse) und die Hintergründe sind zum schreien, wirklich…

    Die letzten Bilder waren …naja…
    Wir hatten schon Schönere, vor allem die von den großen Jungs waren immer schön.

    Zum Freundebuch *quiiiek*
    Das mit der Raupe Nimmersatt ist herzallerliebst <3

    Liebgruß

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