Bis einer heult! • gednisch.
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29. März 2012 | Pia Drießen

gednisch.

Nach der Ruhe folgt der Sturm. Mit Ruhe beziehe ich mich diesmal auf die Harmoniephase der Miezbeus und mit Sturm meine ich mein kleines Löwenmäulchen, das nach Treppensturz und Magen-Darm-Infekt nun auch noch in einem frischen Entwicklungsschub steckt und zeitgleich die letzten Backenzähne bekommt. Hurra!

So wandelt er seit wenigen Tagen auf den Pfaden des „Ich kann sprechen!“-Entwicklungsschubes. Sein Wortschatz ist richtig explodiert und er spricht nahezu jedes Wort auf Anhieb fehlerfrei nach.

Aus Gagao, der Sammelbegriff für alles Trinkbare, wurde binnen eines Tages Miiich, Wassa, Saff und Gakau. Wenn er mit den Duplos spielen möchte, sagt er Baue und wenn er Papa Miez zum Aufstehen bewegen möchte, sagte er nicht mehr nur Auff! sondern nun sogar Aufftee! Heute verlange er noch vor dem Verlassen des Hauses nach seinem Brod und Miich und gab erst Ruhe, als ich ihm versicherte, beides sei in seinem Rucksack, den er dann sofort Aufftii! wollte.

Der Quietschbeu war da wesentlich sprachfauler in dem Alter und viele der Löwenmäulchen-Gruppenfreunde sagen gerade mal Mama und Papa. Oh, es erleichtert so vieles und schürt doch auch mehr Verzweiflung, wenn ich ihn trotz Sprachgebrauch nicht sofort verstehe.

Besonders niedlich ist es zu beobachten, wie der Quietschbeu nun heimlich mit dem Löwenmäulchen das Sprechen übt. Gestern Abend, als beide im Bett lagen, konnte ich folgenden Dialog belauschen:

„Sag mal Slafen“
„Heia!“
„Nein, Slaaafen!“
„Heia!!“

Auch schön das „Da!“-Spiel. Dabei zeigt Herr Löwenmaul auf einen x-beliebigen Gegenstand und erwartet dann, dass man den dazugehörigen Begriff nennt. Also in Etwa so:

„Da?“
„Tisch.“
„Da?“
„Tür.“
„Da?“
„Stuhl.“

Ganz besonders herzig ist es, wenn die Miezbeus dieses Spiel im Auto spielen, dann hört sich das so an:

„Da?“
„Baum.“
„Da?“
„Haus.“
„Da?“
„Haus.“
„Da?“
„Haus.“
„Da?“
„Baum.“
„Waffwaff!“
„Ja, ein Hund.“

Sein erstes Zweiwortgefüge ist übrigens gednisch, das er immer dann einsetzt, wenn er etwas tun soll, zudem er keine Lust hat. Zum Beispiel seine Bücher ins Regal räumen oder etwas aufheben, was er fallengelassen hat. Hochgezogene Schultern, schräg gelegter Kopf und ein Schnütchen, das „gednisch“ seuftz.

Oh doch, mein liebes Löwenmäulchen, das geht! Es geht alles! Und wie das geht ;)

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Marlene´s Mom / Mrz 29 2012

    Ach Kinderschnuten sind doch was feines! V.a. „gednisch“ is super! Meine is erst knapp ein Jahr, aber voll der Quasselkopp. Wenn sie uns beide meint, sagt sie z.b. Mapa. Bloß nicht zu viel reden ;-) Aber das wird hier auch noch anders u wer weiß was sie dann vom Stapel lässt.

  2. Nathalie / Mrz 29 2012

    Sehr süss.
    Hier ist es auch sehr interressant die Interaktion der Beiden zu verfolgen.
    Hihi, ich erwachte mit Spannung die nächsten Worte des Millchens.

  3. WollibosWelt / Mrz 29 2012

    OMG, wie niedlich! Vor allem der „Slaafen“-Dialog. Freue mich auch schon darauf, wenn das Schneeflöckchen die Sprache so richtig für sich entdeckt. Ich finde, das ist für uns Eltern mit die spannendste und lustigste Zeit…

  4. aleXXblume / Mrz 29 2012

    Hihi! „gednisch“ ist göttlich! :D

  5. aniba / Mrz 29 2012

    süß… und wie hier auch. Unsere Maus macht genau das gleiche momentan, versucht alles nach zusprechen und will von allem wissen wie es heißt. Ein paar zusammengesetzte Wörter kommen auch und sie zeigt uns geschätzte 100x am Tag die Dinge, die sie schon benennen kann mit dem jeweiligen Namen dazu ;-). Ist ein tolle Zeit.

  6. Maracaya / Mrz 29 2012

    Bei „gednich“ musste ich grad grinsen, denn hier so:

    „gehtgaaanich…“ mit Schnuetchen, wenn irgendwas nicht klappt und Hilfe erwartet wird.
    Gefolgt von: „gehtdoch!“ mit stolzem Grinsen, wenn er’s nach etwas fummeln doch selber hinbekommen hat.

  7. die_schottin / Mrz 29 2012

    Das ist so eine wunderbare Zeit, wenn die Kinder die Sprache für sich entdecken. Und die letzten Backenzähne sind auch Arschl.öcher unter uns gesagt.

  8. Kat / Mrz 29 2012

    Awwwwwwwwwwwwwwww <3

  9. Tanja / Mrz 29 2012

    Ach Gott nein, liebe Frau Miez, wie niedlich ist das denn bitte? *hach* Die Dialoge und Begebenheiten lesen sich schon so herzig, wie ist das erst, da zuzuhören? *seufz*
    ZU schön, nein ehrlich ?

  10. Pjaupe / Mrz 29 2012

    Ich glaub ich übernehm das „gednisch“ in meinen Sprachgebrauch! <3

  11. Andrea / Mrz 29 2012

    Die hochgezogenen Schultern und den schräg gelegten Kopf kann ich mir richtig gut vorstellen. „Gednisch“ ist das perfekte Wort dazu. Eigentlich wird es viel zu selten benutzt ;-)

  12. Keks / Mrz 30 2012

    Bei uns herrscht die Ausrede „Ich hab keine Hand frei“, selbst wenn sich in beiden nichts befindet. Dann wird sich halt schnell mal drauf gesetzt und gegrinst. :-) Immer wieder herzig, was den Kleinen so einfällt.

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