Bis einer heult! • Zeit sinnvoll nutzen
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4. August 2012 | Pia Drießen

Zeit sinnvoll nutzen

Schon seit längerem – ich denke etwa seit der Zeit, in der ich meine zweite Hebamme Claudia kennengelernt habe – habe ich immer wieder diese eine Idee. In meinem Kopf habe ich in die eine und in die andere Richtung gesponnen, musste letztendlich aber immer wieder feststellen, dass ich für diese Idee und diesen Weg 10 Jahre zu spät dran bin. Vor 10 Jahren musste ich mich für einen Beruflichen Zweig entscheiden und entschied mich für die Werbung, Marketing und Medien. Ich habe diesen Beruf stets mit viel Herz und Seele ausgeübt und liebe seine Vielfalt und meine Aufgabenbereiche auch heute noch sehr. Doch mit der Geburt der Kinder stellte ich schnell fest, dass es da tatsächlich noch andere Dinge in meinem Leben gibt, die mein Herz begeistern und füllen können.

Durch die erste schwierige Geburt und den mehr als holprigen Start ins Muttersein, habe ich erkannt wie wichtig es ist, wenn man jemanden hat der einem erfahren und hilfreich zur Seite steht und dabei auch auf der emotionalen Schiene bereit ist, sich auf einen einzulassen. Ich lernte Claudia erst in meiner zweiten Schwangerschaft kennen und erkannte sofort, dass sie nicht nur mit einem Stundenzettel zu Besuch kam, sondern auch mit Herz und Seele. Ich heulte bereits bei unserem allerersten Treffen, was sie damals sehr verunsicherte, wie sie mir später verriet. Ich schien auf den ersten Blick so taff und unerschrocken und dann brach ich bei der Erzählung von meiner ersten Geburt doch in hysterisches Schluchzen aus.

Die Hebamme, die mich in meinem ersten Wochenbett begleitet hatte, war distanziert, arbeitete ihren Plan ab und versuchte nicht mal im Ansatz nach dem Grund meiner Unsicherheit zu forschen oder nur zu fragen. Ich bin mir nach wie vor sicher: mit Claudia als Hebamme hätte ich auch den Quietschbeu gestillt.

Vielleicht gehört es tatsächlich nicht zu den Aufgaben einer Hebamme hinter die Kulissen zu blicken, eine helfende Hand zu reichen und empathisch zur Seite zu stehen. Jede Sorge einer Erstgebärenden hat es verdient ernst genommen zu werden. Und jede Erstgebärende darf unsicher und überfordert sein.

Ich denke da an Sorgen und Gedanke zu Themen, wie:

– Schlafen

– Ernährung (Flasche, Stillen, Brei, BLW)

– Alltag (Kochen, Einkaufe, Ausflüge, etc.  mit Baby)

– Körperliches ( Wochenfluss, Hämorrhoiden, erste Periode nach Geburt, etc.)

– Partnerschaft, Beziehung, Familie

Ich denke, es hängt vom Typ Hebamme ab, ob sie das leisten möchte. Claudia war für mich immer da, egal wie doof die Frage schien, gab mir Anregungen, machte alternative Vorschläge und hörte auch einfach mal nur zu. Meine erste Hebamme versorgte den Nabel des Quietschbeus, wog ihn und ging wieder. Auch hatte ich bei ihr nie das Gefühl eine Frage abseits der Babypflege stellen zu können.

Und da setzt meine Idee an. Könnte ich die Zeit 10 Jahre zurück drehen, würde ich eine Ausbildung machen, mit der ich Familien begleiten könnte, die ein Baby erwarten bzw. in die gerade ein Baby geboren wurde. Emotional begleiten, nicht medizinisch. Ich würde jede noch so alberne Frage beantworten, Tipps und Ratschläge geben und auch einfach immer wieder betonen, dass es völlig okay ist, anfänglich ängstlich, überfordert und todmüde zu sein. Ich würde so was wie eine Mutmacherin sein wollen, eine gute Freundin, die Tipps und Tricks kennt und Ihre Erfahrungen teilt, die auch mal ne Stunde mit dem Baby um den Block geht, damit die Mutter schlafen kann oder  andere Freiräume schafft, wenn man selber noch sehr überfordert ist.

Ich wäre gerne so ein bisschen wie Claudia, nur eben ohne den medizinischen Anteil, da mir eine dreijährige Ausbildung zur Hebamme wirtschaftlich nicht möglich ist. Aber so was wäre es wohl; Eine Mischung aus Hebamme, Kinderpflegerin und Sozialpädagogin.

Man kann sich hier in Deutschland und auch in Österreich zu einer sogenannten Mütterpflegerin/Familienbegleiterin ausbilden lassen. Das sind private Ausbildungsseminare, die mit einer Liezens verbunden sind. Zum Schluss hat man neben einer fachlichen Qualifikation auch die Erlaubnis einen speziellen Namen zu tragen, je nach Institut, bei dem man diese Ausbildung absolviert hat. Natürlich lassen diese Institute sich solche Ausbildungen auch ordentlich bezahlen und eben da muss ich dann wieder aussetzen.

Wenn ich wirklich etwas in diese Richtung tun möchte, dann kann ich mich nur in diesem letzten Jahr Elternzeit weiterbilden. Danach sind wir wirtschaftlich wieder auf meine Berufstätigkeit angewiesen. Nun hat man in der Elternzeit ohnehin aber weniger Geld, als später in der Berufstätigkeit. Es sind also keine 2000 bis 3000 Euro übrig, die ich in solche eine Ausbildung investieren könnte. Dennoch lässt mich der Gedanke nicht los.

Nun hat mich eine liebe Blogleserin darauf aufmerksam gemacht, dass es hier in Bonn einen Verein gibt, der sich die Unterstützung von jungen Familien, in die ein Baby geboren wurde oder Kinder bis 3 Jahre leben, zur Aufgabe gemacht hat. Man erhält eine Qualifizierung durch diverse Abend- und Wochenendseminare und wird dann als ehrenamtlicher Elternhelfer eingesetzt. Konkret heißt es:

Bei dieser Tätigkeit unterstützen und begleiten Sie die Familien nach ihren individuellen Bedürfnissen in unterschiedlichen Bereichen. Sie haben keine Erziehungs- oder Beratungsfunktion im professionellen Sinn (weder Eltern noch Kindern gegenüber).

Es entsteht Raum für einen Wissenstransfer, so wie er früher durch die Strukturen der Großfamilie gewährleistet war. Durch einen intensiven Austausch können Familien motiviert bzw. gemeinsam Lösungen gefunden werden, um in einen gesunden Lebensrhythmus (für Kinder und Eltern) hineinzufinden.

Im Grunde ist es genau das, was ich gerne tun möchte. So habe ich mir überlegt, ob ich mich diesem Verein nicht für die Zeit meiner Elternzeit anschließen sollte, um meine Erfahrung zu teilen und dabei Erfahrungen auf dem Gebiet der Familienbegleitung zu sammeln. Nebenbei kann ich mich im Bereich Stillberatung, Babymassage weiterbilden und vielleicht auch noch ein Praktikum bei Claudia machen.

Ich mein, das ist jetzt vermutlich meine letzte Chance etwas Neues in meinem Leben auszuprobieren, bevor es ins alte Berufsleben zurückgeht. Und wenn das Neue gut klappt, vielleicht lässt es sich später mit meinem normalen Job unter einen Hut bringen oder bietet mir sogar die Möglichkeit zur Selbstständigkeit, wenn wir doch dem Miezmann hinterher ziehen sollten und ich mir eine neue Aufgabe suchen muss.

Was halten Sie denn von der Idee? Haben Sie Anregungen und Tipps, wie ich das angehen könnte? Wie gesagt: ich habe rund ein Jahr Zeit. Und genau dieses eine Jahr möchte ich so sinnvoll wie möglich nutzen.

Nachtrag:

Eine Leserin hat mich auf die Ausbildung zur Doula aufmerksam gemacht, deren Aufgaben und Tätigkeit ziemlich genau das abdecken, was ich mir vorstelle. Die Ausbildung dauert ein dreiviertel Jahr und besteht aus Wochenendseminaren. Nun muss ich mir nur klären und planen, ob meine Familie mich auf diesem Weg unterstützen kann, in dem sie in der Seminarzeit z.B. die Kinder nimmt und wie man die Ausbildung für uns realistisch finanzieren kann. Oh Gott, es ist so aufregend, wenn man das Gefühl hat seinen Traum zumindest Millimeterweise näher zu kommen.

Nachtrag 2:

Vielleicht sollte ich noch einmal betonen, dass es mir um die Zeit vor und nach der Geburt, nicht die Geburt selber geht. Ich weiß, dass eine Doula eben das sein soll: eine Geburtsbegleiterin. Aber es gibt auch sogenannte Wochenbett-Doulas, bzw. wäre es das, auf das ich meinen Schwerpunkt legen würde.

Zum einen denke ich, dass eine gute (Beleg-)Hebamme bei der Geburt völlig ausreichend sein kann, aber die emotionale Mütter-Betreuung im Wochenbett dafür meist zu kurz kommt. Zum anderen ist es mir mit Kleinkindern kaum möglich eine rund um die Uhr Rufbereitschaft anzubieten. Eine Geburtstbegleitung wäre also erst zu einem späteren Zeitpunkt denkbar.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Anette / Aug 4 2012

    Hallo Mama Miez!

    Die Idee ist super, und m.E. wärst Du absolut prädestiniert dafür. Das mit dem Verein klingt prinzipiell auch gut, nur das Wort „ehrenamtlich“ stört mich etwas – ist eine schöne Sache, aber wäre die „Ausbildung“ dann auch so, dass Du auf lange Sicht Geld mit Deinem Tun verdienen könntest? Oder ist das dann immer ehrenamtlich? Denn das ist ja nicht Dein Ziel, oder?

    Zweite Idee: Ich finde ja 2000 bis 3000 Euro an sich nicht viel für eine solche Ausbildung. Es wäre eine Investition in die Zukunft. Allein 829 Personen haben „gefällt mir“ bei Mama Miez auf facebook geklickt. Wenn jeder von ihnen nur 3,50 Euro dazu geben würde, hättest Du das Geld für die Ausbildung zusammen. Ich weiß, dass das in der Realität nicht so funktioniert. Aber vielleicht könntest Du ja mal ausrechnen, was denn konkret finanziell fehlen würde, damit Du diese Ausbildung beginnen kannst. Und vielleicht ließe der Betrag sich ja über Deine „Fangemeinde“ auftreiben. Du könntest auch eine Leistung verkaufen: Eine von Dir ausführlich beantwortete Frage im Themenkreis Schwangerschaft/Baby/Kleinkind etc. für xx Euro. Oder, damit es rechtlich okay ist: Du beantwortest individuell die Fragen Deiner Fans, und jeder, der mitmacht, spendet einen Betrag dafür, der ihm angemessen erscheint und den er übrig hat.

    Das sind so meine Ideen, weil ich eine kostenpflichtige Ausbildung prinzipiell für besser und zukunftsweisender halte. Wie gesagt, Ehrenamt ist eine tolle Sache und ich bewundere alle, die es machen. Aber man muss halt leider erstmal Geld verdienen.

    LG
    Anette

  2. Kami / Aug 4 2012

    Also ich finde das toll. „Zu alt“ finde ich, gibts bei sowas nicht. ich glaube, frisch von der Schule mit 18 „familienhelfer“ oder Sozialarbeiter usw. zu lernen ist bei den meisten nicht gerade von Vorteil (ich komme selbst aus dem Bereich ;)) daher – wenn nicht jetzt, wann dann?
    Bei deinem ersten Teil der Schilderung musste ich an eine Doula denken. das ist ja so ähnlich, Geburtsbegleiterin, aber ohne das Medizinische eben…
    Also, ich sage: mutig sein :)

  3. Pfeffermiinze / Aug 4 2012

    Erst einmal bewundere ich ja sehr dein Zeitmanagement – 3 Kinder plus ehrenamtliches Engagement und Weiterbildung. Hut ab!

    Vielleicht wäre Wellcome http://www.wellcome-online.de/was_wir_tun/hilfe_nach_der_geburt/ehrenamtliche_mitarbeit/index.html ja auch eine interessante Anlaufstelle. Solch Organisationen haben ja immer auch festangestellte Mitarbeiter, die gern Tipps geben, wie man vom Ehrenamt wehseln kann in eine bezahlte Tätigkeit und Wellcome gibt es deutschlandweit. Falls also doch mal ein Umzug ansteht…

  4. Xi / Aug 4 2012

    Find ich ne super Idee! Auf, auf, Frau Miez, Sie schaffen das! :)

  5. Frische Brise / Aug 4 2012

    Doula wollte ich auch werden. Es gibt verschiedene Weiterbildungen dafür, z.B. bei der http://www.gfg-bv.de .

    Was mich im Moment davon abgebracht hat, war ein Gespräch mit einer Doula. Sie sagte: „Du musst spontan einen Zettel auf dem Küchentisch hinterlassen können, dass Du für ein paar Stunden weg bist. Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit!“ Das ist für mich mit kleinen Kindern nicht vereinbar. Später vielleicht.

    • Mama Miez / Aug 4 2012

      Das stimmt. Ich weiß für mich auch, dass das nur funktioniert, wenn ich ein 1A Netzwerk habe, auf dass ich mich verlassen kann. Darum lag mein Schwerpunkt ja auch auf „nach der Geburt“. Die Ausbildung zur Doula setzt ja nicht voraus, dass man danach auch 100% als Doula arbeitet. Die Qualifikation ist aber erstmal da. Wie man diese dann einsetzt bleibt einem ja zunächst selber überlassen.

      • Frische Brise / Aug 4 2012

        Bei der GfG gibt es auch die Weiterbildung zur Familienbegleiterin. Die Kosten dafür kann man in Raten zahlen.

        Nur eins ist klar, Geld verdienen lässt sich hinterher damit nicht besonders.

        • Mama Miez / Aug 4 2012

          Ja, hatte ich schon gesehen, entsprach aber nicht dem, was ich mir vorstelle. Es ist eben nichts „fertiges“ dabei, weshalb ich überlegte, mit selber meine Qualifikationen zusammen zu tragen. Ist ja zum Schluss egal, wie man es nennt (sofern der Name nicht geschützt ist).

  6. Ich wollte auch grad auf die Doula-Ausbildung hinweisen.

    Was den Rest betrifft: Just do it!
    Man sollte nur Dinge bereuen, die man getan hat (und nicht solche, die man nicht getan hat).
    Also gibt dem Leben eine Chance wenn Du es irgend einrichten kannst. Du kannst wirklich nur gewinnen bei der Sache.

  7. Maufeline / Aug 4 2012

    Finde ich super =)
    Eine Freundin von mir ist aus den gleichen Gründen Trageberaterin, Stillberaterin und eben Doula.
    Aber Doula ist zwar ein Ausbildungsberuf, deckt aber eigentlich vor allem die Zeit kurz vor der Geburt und die Geburt selber ab, die Dinge die danach kommen sind garnicht mehr „offiziell“ mit dabei.
    Vielleicht kann man, wenn man dann das Zertifikat „Doula“ hat, auch einfach das Angebot ausweiten…? Das RundumglücklichMiezPaket! :-)

    • Maufeline / Aug 4 2012

      Jetzt antworte ich mir mal wieder selber, weil ich gesehen habe dass Du das Douladings quasi selber schon geschrieben hast ;-) (also dass das eher was für vor der Geburt ist) Da war ich zu langsam :-)

  8. Frau Zeitlos / Aug 4 2012

    Das ist eine ganz, ganz tolle Idee. Arbeite auch in der PR, wollte als Kind aber immer Hebamme werden. Zufällig besteht seit Kurzem hier vor Ort die Möglichkeit, dies zu studieren. Wüsste ich, wie ich das wuppen könnte: Ich würde sofort anfangen.
    Von daher kann ich Sie nur ermutigen, diesen Weg einzuschlagen. Sehe gerade in der Familie, was passiert, wenn junge Mütter schlechte Kliniken und Hebammen haben: Kaiserschnitt bzw. Saugglocke, anschließend wird nur abgepumpt statt Kind angelegt usw. Klar, wird jedes Kind auch so groß. Aber ich wünsche jeder Mama und jedem Baby einfach eine Begleitung mit Herz rund um die Geburt.

  9. Frische Brise / Aug 4 2012

    Ich nochmal: Schade, dass Deine erste Hebamme so unfit war.
    Denn genau die angesprochenen Themen fallen sehr wohl in ihren Tätigkeitsbereich.

  10. Bettina Döbler / Aug 4 2012

    Genauso wie dir ging es auch meiner Freundin nach der Geburt ihrer zwei Kinder, sie hat sich dann in Wochenendseminaren weitergebildet und gibt jetzt Kurse im Babyschwimmen, Babymassage, Pekip und ist außerdem noch Stillberaterin! Damit kann man sich gut Selbstständig machen oder in eine Hebammenpraxis einsteigen!!!
    Soweit ich weiß waren die Weiterbildungen nicht allzu teuer!

  11. Sabrina / Aug 4 2012

    Och ja, Doula *-* Aber es gibt da doch eben auch die die komplett vor und anch der geburt, ja auch unter der geburt begleiten, aber eben nicht wie eine hebamme eher wie eine „gute freundin mit mehr wissen“

    Bei mir startet nun erstmal die Stillberaterin, dann kommt nächstes Jahr die Trageberaterin bei der Trageschule NRW, dann entweder Familienbegleiterin oder Doula oder sowas. Babymassagen, Kursleiterin Familiencafe oder sowas in der art soll es dann in 3-4 Jahren sein ^^ Mal sehn wohin mich das alles führt, also die viiiiel erfolg!

  12. annicka / Aug 4 2012

    Liebe mamamiez, ich möchte sicher niemanden bremsen, die gerade auf ihr Herz hören will, aber nachdem ausdrücklich nach Meinungen gefragt wurde…
    mir fallen spontan zwei Dinge ein, die Sie ehrlich überlegen sollten:
    1. Der Draht muss stimmen. Sie können vermutlich nur dann gut betreuen, wenn Sie und Ihre „Klientin“ auf wenigstens ähnlicher Wellenlänge liegen. Mal ehrlich: mit wievielen, sagen wir mal Kindergartenmuttis kommen Sie auf Anhieb klar? Wenn es mehr als 50% sind, will ich nix gesagt haben.
    2. Wenn Sie und ihre Familie auf Ihr Einkommen angewiesen sind, müssen Sie wirklich Geld verdienen. Die Hebamme zahlt die Krankenkasse – aber Sie? Muss die Familie zahlen, und wenn Sie wirtschaftlich arbeiten wollen, ist ein Stundensatz von ca.25Euro das absolute Minimum. Davon zahlen Sie Aquise, Werbung, Anfahrt, ach, wem erzähle ich das… Das schränkt die Zielgruppe dann doch schon wieder ordentlich ein…
    Nochmal: ich möchte nicht entmutigen, nur realistische Hinweise geben.

    • Mama Miez / Aug 4 2012

      Die Fragen sind gut und ich will sie mal möglichst sachlich beantworten.
      Auf Anhieb fällt mir eine einzige Kindergatenmuddi ein, die mich nervt. Das aber, wegen ihrer extrem aufdringlichen Art. Und als Elternbeiratsmitglied hab ich wirklich mit vielen Kindergartenmuddis zu tun.
      Ich bin ein sehr umgänglicher Typ und wenn die Wellenlänge nicht stimmt, kommt es auch nicht zu einer Betreuung. So hat Claudia das gemacht und wieso sollte ich das nicht ebenso handhaben können? So eine Betreuung macht ja auch nur Sinn, wenn man sich „gut“ versteht.

      Ja, mag sein, dass die Zielgruppe stark eingeschränkt ist. Es ist schon ein bisschen exklusiv, sich so eine Wochenbett-Begleitung zu „leisten“. Aber das es für mich ja nicht alleine sein. Dazu kämmen Fortbildungen zur Stillberaterin, Babymassage, Trageberaterin … ein rundes Kursangebot kann so ebenfalls geboten werden. Man muss sich nur entsprechend breit aufstellen und sich am besten ein sich gegenseitig ergänzendes Wissen aneignen.
      Selbstständigkeit ist mir im Übrigen nicht fremd. Nur, falls der Gedanke aufkommt, ich sähe das alles ein bisschen zu locker :)

  13. Frau PN / Aug 4 2012

    Ich finde das eine wunderbare Idee.

    War auch meine schon mal ;) Habe mich aber bei Weitem nicht so intensiv damit beschäftigt wie Du bereits.

    Ich werde dieses Thema für mich auf alle Fälle auch noch mal anschneiden wenn so gut wie alle gewünschten Kinderlein auf der Welt sind ;)

    Und „zu spät“ oder „zu alt“ gibt es doch gerade da wirklich nicht. Je mehr Erfahrung man hat um so besser ist es doch.

    Ich wünsche Dir wahnsinnig viel Glück und Erfolg bei Deinem Weg.
    Versuch es. Abhaken kannst Du es immer noch.

  14. frau schlüpfer / Aug 4 2012

    warum wirst du nicht einfach still- oder trageberaterin? die können sich die meisten leute vielleicht eher leisten wie eine doula. wobei ich denke, dass das alles jobs sind, die man eher als zuverdienst sehen kann. ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass die ein gehalt ersetzen können. eine hebamme muss ja auch einiges „abarbeiten“, um von ihrem beruf leben zu können.
    ich hatte nach der geburt meines kindes auch so einen impuls. ich hätte alles hingeworfen und hätte eine ausbildung zur hebamme gemacht.habe ich aber nicht. und ich bin sehr froh, dass sich in meinem leben nicht alles nur um kinder dreht. dass ich ein büro habe und zwischendurch der mensch sein kann, der ich früher war. mutti bin ich ja immernoch! aber es tut auch mal gut, ungestört mit kinderlosen erwachsensen zu quatschen :-)

  15. Tula Scribachina / Aug 4 2012

    Eine Anmerkung zum Thema ehrenamtlich versus zweite Karriere: Ich finde nicht, dass sich das ausschliesst. Man kann ja ehrenamtlich anfangen, Kontakte knüpfen, ausprobieren, lernen und dann sehen, ob sich ein Job draus machen lässt. In der sozialpädagogischen Familienhilfe, die von den Jugendämtern bezahlt wird, werden beispielsweise oft Externe/Soziale Dienstleister eingesetzt, die sich dann wiederum Honorarkräfte mit entsprechendem Profil suchen – da muss man gar kein ausgebildeter Sozialarbeiter/Pädagoge oder sonstwas sein. Und Problemfamilien, in die weitere Kinder geboren werden und die dringend Begleitung bräuchten, gibt es genug. Auch bei den kirchlichen Beratungsstellen oder Einrichtungen für junge Mütter, etc. gibt es sicher immer mal wieder Bedarf an kompetenten Helfern. Da kann man durchaus Geld verdienen. Das sind dann allerdings nicht so Mittelschicht-Mamas wie Du und Ich… Dafür Leute, die wirklich Hilfe brauchen.
    Ich würde grundsätzlich sagen: Wenn Dein Herz dafür schlägt, musst du alles daransetzen, es zumindest zu probieren. Der Zeitrahmen scheint mir allerdings ein bisschen eng gesteckt. In solche beziehungsintensiven, emotional fordernden, sozialen Tätigkeiten muss man auch ein bisschen hineinwachsen – sonst geht man schnell kaputt daran. Und auch der Alltag mit drei so kleinen Kindern muss sich ja erstmal einspielen und vielleicht hier und da noch umorganisiert werden. Deshalb würde ich sagen: Mach es, aber piano. Und erstmal ehrenamtlich. Aber vielleicht bin ich ja auch einfach ein Schisser ;-)

  16. eva / Aug 5 2012

    Tu. Was. Dein. Herz. Dir. Sagt. Punkt.
    Ich mache grad eine 18monatige Umschulung zur Tourismuskauffrau.
    In Vollzeit mit 3 Kindern. Ok 2 sind schon in der Schule, aber dennoch : es gibt mir So viel, wieder neues zu lernen, an meiner Zukunft zu feilen ….für mich gab es auch nur diesen einen Zeitpunkt. Ich hab es einfach getan -sogar gegen das Einverständnis meines Mannes.
    Ich habe es noch nie bereut, auch wenn wir uns jetzt trennen.
    Es ist mein Leben! Frauen wie Du und ich wollen mehr. Ich war fast 10 Jahren nur mutti ;) das konnte es nicht sein. Lange dachte ich das.
    Deswegen: mach es ! Bau dir unbedingt ein sehr gutes Netzwerk in Bezug auf Kinderbetreuung auf.
    Herzlichst unterstützt, LG Eva

  17. familiekeks / Aug 5 2012

    Liebe MamaMiez

    ich weiß, dass wird dir in Deinem Traum (welchen ich einfach nur wunderbar finde) sicherlich nicht weiterhelfen, aber ich mag es trotzdem gesagt haben.

    Du bist für viele Deiner Leser eine Art mh, wie nenne ich es Therapeutin (?), denn mir geht es selbst so. Einfach deine Einträge zu lesen, zu sehen wie Du die doch in jeder Familie existierenden Alltags Problemchen selbst löst, wie Du darüber nachdenkst und vor allem voraus denkst – DAS hilft wirklich und erleichtert mich z.B. oft wenn ich wegen einer Phase ect. erstmal verzweifle.

    Ich finde Dich toll und wichtig.

    Achso und solltest Du eine Test Klientin benötigen, ich stehe Dir gerne zur Verfügung ;)

    Alles Liebe für deine Pläne!

  18. Muckel / Aug 5 2012

    Huhu,
    gibt es vielleicht in deiner Nähe einen Standort von wellcome?
    http://www.wellcome-online.de/

    Dort können freiwillige ehrenamtlich junge Mütter/Familien unterstützen, eine Koordinatorin bringt ehrenamtliche Helferin und Familie zusammen, ja nach Wissensstand der Ehrenamtlichen.

    Eine extra Ausbildung ist hierfür nicht erforderlich, es ist einfach „nur“ ein Ehrenamt.

    Ich finde es eine sehr gute Sache, es geht hierbei hauptsächlich darum die Mütter nach der Geburt zu unterstützen, durch Tipps und praktische Hilfe.

    Vielleicht wäre das etwas für dich?

    Liebe Grüße

  19. margarete / Aug 5 2012

    Hallo Miezmama. Seit ich bei http://www.wellcome-online.de/ ehrenamtlich arbeite und dort einen eher schwierigen Fall hatte ( http://margareteaudrey.wordpress.com/2012/07/29/ronny-rolf/ ), strebe ich auch den Beruf der Kinderpflegerin an und spare fleißig für die 3000 Euro Ausbildungsgebühr.
    Ich weiß bisher nur, dass man das in Gießen lernen kann.
    Liebe Grüße

    • Mama Miez / Aug 5 2012

      Ja, die Mütterpflegerinausbildung in Gießen ist auch das, was mich am meisten reizt. Später ergänzt durch die Ausbildung zur Doula. Vielleicht sieht man sich ja dann in Gießen (sofern auch ich hier irgendwie die 2800 Euro auftreiben kann :/)

      • margarete / Aug 6 2012

        tja, das wär doch toll!
        aber auch bei mir wird es noch lange dauern, bis ich so viel Geld zusammen habe…

  20. margarete / Aug 5 2012

    *Ich meine Mütterpflegerin :-D

  21. Reni / Aug 6 2012

    Liebe Miezmama…
    ich bin baff… ich überlege seit WOCHEN wie ich das was ich fühle und denke und vorallem das was ich gern tun würde in Worte zu fassen… und hier steht es nun. Als kompakter Text mit allen Gedanken die sich auch in meinem Kopf befinden (nur das es hier wesentlich geordneter aussieht als in meinem Kopf :-) ).
    Ich finde es mutig ernsthaft über einen solchen Weg nachzudenken, mutig weil es nichts ist was viele andere machen und vorallem eigentlich so gar nicht das ist was Sie beruflich bisher gemacht haben. Und doch denke ich, es wäre perfekt für Sie. Auf Sie zugeschnitten wie ein Schnittmuster. Ich wünsche Ihnen sehr das es für Sie eine Möglichkeit gibt, genau das zu tun was Sie sich in Ihrem Herzen vorstellen, das Sie sich verwirklichen können und viel junge Mütter von Ihrem Wissen und vorallem von Ihrer herzlichen, liebenswürden Art (von der man hier in jeder einzelnen Zeile lesen kann) profitieren können.
    Liebe Grüße Reni

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