Bis einer heult! • finally Windelfrei
Skip to content
15. August 2012 | Pia Drießen

finally Windelfrei

In der vergangenen Woche durfte ich eines Morgens dem Quietschbeu eine äußert beeindruckende Ladung Scheiße aus der Nachtwindel entfernen. Kein anderes Wort  würde der Ladung gerecht werden. Das war auch der Punkt, an dem ich mir sicher war, dass ich meinem größten Kind keine weitere Windel anziehen würde. Punkt.

Ich erklärte ihm, dass er inzwischen wie ein großer Mann Aa machen würde und es daher an der Zeit sei, dass er das dann auch, wie ein großer Mann, in die Toilette erledigt. Seitdem er nur noch nachts eine Windel angezogen bekam, hatte er es sich nämlich angewöhnt, morgens im Bett, bevor er sich als wach meldete, sein Geschäft in die Windel zu verrichten.

Natürlich habe ich ihn öfters gefragt, warum und wieso er nicht auf die Toilette gehen möchte. Eine Antwort habe ich nicht wirklich erhalten. Irgendetwas schien ihn zu ängstigen. Vielleicht war es auch die andere Körperhaltung, die man auf der Toilette automatisch einnimmt. Es klappt einfach nicht, auch wenn er es versuchte.

Jedenfalls war mir klar, dass er, so lange er eine Möglichkeit finden würde in eine Windel sein Geschäft zu verrichten, dies auch tun würde. Die Windel musste also weg.

Am Abend legte ich ihm eine Einweg-Wickelunterlage unter das Laken, da ich nichts anderes zur Hand hatte. Ich erklärte ihm kurz, dass ich ihm nun keine Windel anziehen würde und, dass wenn er Pipi machen müsse, er nach mir rufen solle. Er sagte zu, dass er das genauso machen würde.

Äußerst skeptisch fragte ich später bei Twitter und Facebook, ob ich den Quietschbeu vor unserem Zubettgehen noch mal auf die Toilette setzen solle, oder nicht. Die Antworten waren 50:50, aber mir leuchtete ein Contra ein, dass da sagte, dass er ja lernen müsse seine körperlichen Bedürfnisse selber zu erkennen. Ich ließ ihn also schlafen, kontrollierte vor dem Zubettgehen aber ob noch alles trocken war. Und das war es tatsächlich.

Morgen um 6 Uhr rief er dann, dass er Pipi müsse. Ich dachte noch: „Na super, jetzt ist er auch noch so früh wach, wo er doch sonst bis 8 Uhr schläft …“ Aber in Wahrheit gingen wir gemeinsam auf die Toilette und er legte sich im Anschluss wieder in sein Bett und schlief weiter. In der folgenden Nacht rief er mich um 3 Uhr. Die Nächte danach musste er gar kein Pipi machen.

In den ganzen Tagen ohne Nachtwindel sagte er immer wieder, er müsse Aa machen, saß dann Ewigkeiten auf der Toilette, machte aber nie etwas.  Was habe ich mit Engelszungen auf ihn eingeredet. Was habe ich ihm nicht alles versprochen. Angefangen bei Süßigkeiten über Bücher bis hin zu Spielzeugautos und gigantischen Ausflugsversprechen. Nichts ging.

Gestern Abend, als die Jungs schon auf dem Weg ins Bett waren, sagte der Quietschbeu dann, er würde gerade noch Aa machen gehen. Und machte dann eben Aa. Bäm.

Dasselbe dann heute Nachmittag. Er ging mit kurzer Ankündigung auf die Toilette und verrichtete sein Geschäft. Zudem hat er noch nicht einmal im Schlaf ins Bett gepullert. Ich denke ich darf somit offiziell Windelfrei für den Quietschbeu verkünden.

Und ich möchte festhalten, wie unsagbar stolz ich mal wieder auf meinen großen Sohn bin. Mal wieder hat er mich total überrascht. Ich mache mir Tage lang Sorgen und Gedanken … und er macht es einfach. Brüller. Echt mal.

Print Friendly
Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Pumucklchen / Aug 15 2012

    Und wie über stolz du davon schreibst!
    Dein kleiner Quitschbeu wird groß .. <3

  2. Fusselmama / Aug 15 2012

    Ganz großen Glückwunsch :) Erstaunlich wie selbstverständlich er das geschafft hat.
    Freut mich für euch.

  3. die_schottin / Aug 15 2012

    Super. Gratulation! Vielleicht muss ich es auch einfach mal bei Colin versuchen die Windeln ganz wegzulassen. Er will partout nicht aufs Klo gehen, hält ein bis er wieder absteigt und macht dann. Wir haben auch extra, wie Ihr, eine Familienklobrille. Nützt nüscht. Ein Tralala-Thron-Töpfchen steht hier auch rum, weil wir dachten, dass das ihn vielleicht motivieren würde. Aber nichts hilft. Er weiß genau wann er muss, macht seit er 4 oder 5 Monate alt ist, nicht mehr nachts, die Windeln sind immer trocken wenn er durchschläft. Aber ich sehe auch, dass wenn er Groß muss, er sich an etwas festhält und dann nur ein Bein anzieht. Das ist natürlich ganz anders als auf der Toilette und ich denke, hier ist der K(n)ackpunkt, er muss lernen das Geschäft im Sitzen zu verrichten. Ich warte dann mal ab, wann er soweit ist. Vielleicht klappt es durch den Kindergarten, der nächste Woche startet, wenn er all die Großen auf dem Klo sieht….

  4. Sabrina / Aug 15 2012

    Super *-* Das freut mich

  5. rage / Aug 15 2012

    :-))) so sind se, die männer. bequem bis zum äussersten. reaktion erst beim point of no return… :-)) ich persönlich find das immer schräg, wenn ich von kindern lese, die nächtens aufs klo müssen – das fand hier in den letzten vier jahren, seit der grosse windelfrei ist, noch nie statt. mit schräg mein ich: ich kann es mir nicht vorstellen, weil ich es nicht kenne. ich bin froh drum :-))))

  6. Maufeline / Aug 16 2012

    Wir haben hier aktuell auch grade ein großes Klothema, deswegen musste ich ziemlich grinsen als ich das hier las. Herzlichen Glückwunsch dem Großen übrigens für den weiteren großer-Junge-Schritt!

    Was ich jetzt noch völlig OT anmerken wollte ist, dass eine Freundin von mir zu Besuch war, die ein drei Monate altes Baby hat, ihr erstes Kind. Irgendwann mittendrin sagte sie ganz plötzlich:“ Was ich Dir sagen wollte: Ohne Dich hätte ich vermutlich nicht gestillt, dafür wollte ich Dir Danken!!“

    Sie hat nämlich in ihrer Umgebung keinerlei Hilfen bekommen, schon gar nicht von der Familie, und viele Freunde mit Kind hat sie dort nicht. Über Internet und Telefon habe ich ihr Fragen beantworten können und sie in ihrem Instinkt bestärken können, dass das Stillen für ihren Sohn gut „genug“ ist- weil er so viel geschrieen hat wurde ihr immer gesgt dass er zu wenig zu essen bekommt und hunger hat, obwohl er gut zunahm.

    Ich will mich damit hier jetzt nicht selbst beweihräuchern, nur nochmal sagen, wie toll ich Deine Idee mit der Wochenbettbegleitung finde- das ist mir da nämlich wieder in den Sinn gekommen! Sowas ist einfach so UNGLAUBLICH Notwenig- für Frauen die eben KEINE Freundinnen haben die aushelfen können, oder Misthebammen (meine erste war ebenfalls ein Desaster!!).

    Liebe Grüße, und OT Ende ;-)
    Katha

Leave a Comment

           

Rabatt Wochen bei Roompot