Bis einer heult! • Tagebuchbloggen, Dienstag, 12.03.2013
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12. März 2013 | Pia Drießen

Tagebuchbloggen, Dienstag, 12.03.2013

Frau Brüllen hat zum Tagebuchbloggen aufgerufen. Eigentlich schon seit Montag, aber da bin ich schlichtweg nicht dazu gekommen. Also schreibe ich heute von unserem ganz normalen Dienstag.

Um 8:30 Uhr bringe ich die Jungs in den Kindergarten und warte, bis alle Gruppenfreunde vom Löwenmäulchen da sind, um ein Gruppenfoto mit allen Kindern und Erziehern als Abschiedsgeschenk für die eine fehlende Erzieherin, die Ende des Monats den Kindergarten leider verlassen wird, zu machen. 85 Bilder, von denen auf einem einzigen alle Kinder und Erzieher fast in Richtung Kamera gucken, keiner weint oder zappelt.

Zwischen Tür und Angel verrät mir die Kindergartenleiterin Augenzwinkernd, dass wir unseren Kindergartenplatz fürs Meedchen zum 01.05.2013 fix haben und sie den Vertrag vorbereiten wird. Ich führe ein kleines Freundentänzchen auf, bis aber zeitlich schlagartig wehmütig und von diesem „Hach, Gott, mein Baby wird ein Kindergartenkind“ erschlagen.

Um 9 Uhr treffe ich mich mit der Herzfreundin und dem Meedchen im McCafé, trinke einen monströs großen Mocca und tratschte ein bisschen über die vergangene Woche. Danach gehen wir etwas länger als eine Stunde bei anhaltendem Schneegestöber spazieren, bis mir die Oberschenken taub gefroren sind.

Gegen 11:30 Uhr sind wir wieder zuhause. Ich räume ein wenig auf, stillte das Meedchen und sichte danach die 85 Fotos. Das eine scharfe Foto mit allen halbwegs nett guckenden Personen bearbeite ich dann noch entsprechend, ebenso wie ein neues Foto vom Löwenmäulchen, das ich in die unzähligen Freundebücher  kleben kann. Alles auf einen USB-Stick gepackt, damit ich die Bilder später in der Drogerie ausdrucken kann.

Zwischendurch essen das Meedchen und ich Banane und ein paar in Öl geschwenkte Nudeln.

Gegen 13 Uhr schläft das Meedchen endlich beim Kuscheln auf dem Sofa ein. Ich baue einen Kissenwall vor dem Sofa auf und räume die Spülmaschine ein und aus. Zwischendurch klingelt der Postbote und bringt ein Paket von NONOMO (Hurra!) und eins für den Laden, der ja geschlossen wurde. Ich telefoniere meine Freundin an, um sie über die Lieferung Kinderschuhe zu informieren. Kinderschuhe! In meinem Flur. Ganz ganz Viele! Zur Ablenkung schippe ich schnell den Schnee vor unserem und dem Nachbarhaus weg, weil der liebe Nachbar heute Nacht so lieb war, nach seiner Nachtschicht vor unserem Haus direkt mit zu schippen.

Um 14:30 Uhr wecke ich vorsichtig das Meedchen, die mich aber direkt anstrahlt und sich bereitwillig in den Overall fummel lässt. Mütze auf und los. Beim Verlassen des Hauses klingle ich bei der Nachbarin und gebe ihr eine unserer Mitwachshosen, aus der das Meedchen entwachsen ist, die aber der Nachbarstochter jetzt gut passen wird. Im Gegenzug erhalte ich meine letzte H&M Bestellung, die der Hermesbote bei ihr abgegeben hat.

Wir fahren zu dm, wo ich erst die Fotos ausdrucke und dann noch ein paar Dinge einkaufe. Alnatura Knuspermüsli für Kinder, Windelhosen für das Löwenmäulchen, Einweg-Wickelunterlagen und Waschmittel. Ach ja, an dem hübschen rosa-karierten Schlafsack mit Kirschen, Bäumchen, Vögeln und Erdbeeren drauf kann ich nicht vorbei gehen. Ist ja nicht so, als hätten wir keine Schlafsäcke, aber der soll fürs Kindergartenmeedchen sein, denk ich mir.

Um 15:30 Uhr bin ich endlich am Kindergarten. Man muss wissen: wenn im Rheinland einer ein weißes Taschentuch aus dem Fenster wirft, gehen alle sofort in die Eisen. Man stelle sich das entsprechende Chaos vor, wenn mal mehr als 10 cm Schnee fallen. Und genau so ist das heute. 20 cm Neuschnee. Verrückt.

Die Jungs sind gut gelaunt und das Löwenmäulchen begrüßt mich mit einem fröhlichen: „Ich hab Aa gemacht!“, woraufhin ich ihn erstmal wickeln darf. Das Meedchen parke ich derweil in der Gruppe des Quietschbeus. 20 Minuten später sind wir auf dem Weg zum Auto. Nicht aber, ohne vorher mehrfach ein „Ohne Jacke kannst Du nicht raus gehen, es ist eiskalt! Nein, ohne Schuhe auch nicht, dann bekommst Du nasse Füße …“ gesprochen zu haben.

Heute ist Milchshake-Dienstag, also fahren wir zu McDonalds in den McDrive. Das Löwenmäulchen ordert wie immer einen Erdbeer-Shake und der Quietschbeu einen Schoko-Shake. „Leider ist unsere Shake-Maschine kaputt!“ dröhnt es aus der knarzigen Gegensprechanlage. Ein Schulterblick nach Hinten und ich sehe zwei glasige Augenpaare und Jungs, die nacht Luft schnappen, als müssten sie ertrinken. „Pommes! Ich nehm zwei mal Pommes!“ belle ich die Stimme im Kasten viel zu hektisch an und darf dann für 3 Euro irgendwas an den nächsten Schalter fahren. Die Jungs sind seelig.

Daheim angekommen karre ich die Kinder alle wieder ins Haus und versuche sie auf dem halben Quadratmeter Teppich im Flur auszuziehen, damit nicht die ganze Bude direkt wieder unter Wasser steht. Am Rande merke ich an, dass die Quietschbeufreundin samt Mama gleich vorbei kommen, was beide Jungs in hysterische Vorfreude versetzt. Ich schaffe es dennoch, noch einmal vorm Haus den Schnee zu räumen.

Um kurz nach 17 Uhr ist dann der heißt ersehnte Besuch endlich da. Die Kinder spielen, ich schmiere zwischendurch ein paar Wurstbrote und trinke mit meiner Freundin einen Kaffee. Es ist laut, aber wir schaffen es trotzdem irgendwie ein paar Sätze zu wechseln. Den Vorschlag nach oben zu gehen, um dort zu spielen, ignorieren beide Söhne. Wie immer.

Um 18:15 Uhr verlässt uns unser Besuch wieder. Ich mache den Jungs Abendbrot (Fleischwurstbrot, Ledawoschtbrot, Tomaten, Gurke) und lasse sie im Anschluß Ben und Holly auf KIKA kucken. Dann gehen wir gemeinsam hoch, putzen Zähne und ziehen Schlafanzüge an. Während ich das Meedchen ins Bett bringe (dauerte 5 Minuten), spielen die Jungs in ihrem Bett Mama-Papa-Baby. Das Löwenmäulchen ist der Papa und der Quietschbeu das Baby, entnehme ich ihrer Konversation.

Ich lese ihnen auf eigenen Wunsch den Grüffelo vor, bete mit ihnen und singe La Le Lu. Um 19:45 Uhr wünsche ich eine gute Nacht und lösche das Licht.

Ich räume den Tisch ab und packe die H&M Bestellung wieder in die Tüte. Bis auf 2 Paar Converse-Verschnitte schicke ich alles zurück.

Um 20:25 Uhr gucke ich „Was kosten Kinder“ auf ZDF und rege mich ein bisschen auf Twitter über die Art und Weise der „Reportage“ auf. Zwischendurch ruft der Miezmann an und klagt über Schmerzen der Nebenhöhlen. Ich verfluchte diesen „Frühling“.

Der Rest des Abends ist ein bisschen Twitter und ein Glas Cola.

Gute Nacht.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Luisa / Mrz 13 2013

    Ach es ist so schön zu lesen, wie dein Tag abläuft :-) meine Maus liebt auch Ben und Holly und nach dem sandmann geht es ins bett. :-)

  2. Ramona / Mrz 13 2013

    Liest sich doch gut. Danke fürs teilen. Hab ich mit Freude gelesen.

  3. Keks / Mrz 13 2013

    Solche Berichte würde ich gerne viel öfter lesen. Tipps und Tricks sind zwar auch schön und informativ, aber das hier ist irgendwie näher am Leben :).

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