Bis einer heult! • 11 Monate Miezmeedchen
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24. April 2013 | Pia Drießen

11 Monate Miezmeedchen

Mein liebes Rabaukenmeedchen,

nun bist Du schon 46 Wochen alt. Das sind genau 11 ganze Monate!

11 Monate Miezmeedchen

Wann ist das passiert?

Um es direkt vorweg zu nehmen: Du läufst immer noch nicht. Da sieht mal, wie viel so eine ärztliche Prognose wert ist. Jedes Kind hat sein Tempo. Und Deines ist zwar rasant, aber eher in gefährlicher Hinsicht. Du kletterst auf alles drauf, was sich Dir in den Weg stellt. Hocker, Treppenstufen, Bobby Cars, Lauflernwagen und Kisten. Schon wie der kleine große Bruder bekommt Du die Beine einfach unglaublich hoch gehoben, bis auf Hüfthöhe, und schiebst dann einen Fuß auf den zu erklimmenden Gegenstand. Den Rest ziehst Du Dich mit den Armen nach oben und trohnst dann wie eine Siegerin auf dem erklommenen Hindernis. Waghalsig, meine Liebe. Denn Du beachtest dabei natürlich nicht, ob der Gegenstand Räder hat oder einfach nur sehr instabil ist. Den größten Nervenkasper bekomme ich nach wie vor, wenn Du Dich auf ein Bobby Car stellst und anfängst durch wildes Geruckel das Auto in Bewegung zu bringen. Gleich gefolgt von Deinen Kletteraktionen am Tisch. Mal gerade vom Tisch aufstehen ist schon lange nicht mehr möglich. Neuerdings reicht es Dir schon, wenn wir länger als 10 Sekunden auf ein zu schmierendes Brot gucken, um Dich in deinem Hochstuhl hinzustellen und auf den Tisch zu klettern. Wir binden Dich daher im Moment mit einem Schal fest, was Du zwar nur bedingt lustig findest, aber definitiv nur Deiner Sicherheit dient. Und unseren Nerven.

Du isst, als hättest Du nie etwas anderes getan. Und zwar alles. Wir kochen schon mehrere Wochen nicht mehr speziell für Dich, sondern für die ganze Familie und geben Dir alles, was Du selber verwerten kannst. Und Du bist eine kleine Fleischfresserin. Gibt es zum Beispiel Buttergemüse mit Reis und Würstchen, isst Du zwei Würstchen und ein Brokkoliröschen. Der Rest interessiert Dich nicht weiter. Austricksen kann man Dich leider auch nicht mehr. Du erkennst Wurst, wenn sie auf dem Tisch steht. Und jammerst und schimpfst dann so lange, bis man Dir etwas reicht. Anfänglich habe ich versucht Dich mit Gemüse oder Obst abzulenken, aber das wirfst Du dann wütend im hohen Bogen auf den Boden. Eigener Wille in Reinform.

Wir stillen nur noch zum Schlafen beziehungsweise nachts, wobei Du eigentlich nur noch nuckelst und nicht trinkst. 2, vielleicht 3 Schluck und Du bist eingeschlafen.

Seit einer Woche schläfst Du abends in Deinem Gitterbett im Schlafzimmer der Jungs – jetzt Eurer gemeinsames Schlafzimmer – ein. Anfänglich hast Du Dich noch pünktlich gegen 23 Uhr gemeldet. Inzwischen ist es meist zwischen 3 und 4 Uhr. Dann hole ich Dich zu uns ins Bett und wir kuscheln den Rest der Nacht eng miteinander. Das ist so schön.

Du stehst immer wieder mal frei und hast auch schon – ich vermute versehentlich – 2 freie Schritte gemacht. Meist setzt Du Dich aber sofort auf den Po, wenn Dir der Halt fehlt Das ist kein Plumpsen mehr, sonder ein langsames in die Knie gehen und Hinsetzen. Ich denke daher schon, dass Du eigentlich genug Körpergefühl und -beherrschung haben müsstest, um frei Stehen zu können. Alles hat seine Zeit. Vermutlich fühlst Du Dich einfach noch nicht sicher genug.

Seit diesem Monat kannst Du nun nicht nur die Fahrzeuge Deiner Brüder besteigen, sondern sie auch fortbewegen. Du musst also gewachsen sein, denn Deine Fußspitzen berühren nun endlich auf beiden Seiten den Boden. Die Bobby Cars fährst Du sehr lässig, indem Du mit einem Bein auf der Sitzfläche kniest und Dich mit dem anderen Abstößt. Das hast Du Dir sicherlich von Deinen Brüdern abgeguckt, die nur so fahren. Was allerdings noch nicht klappt, ist das Lenken.

Generell liebst Du alles, was Räder hat. Wutsch, Bobby Car, Dreiräder oder andere Aufsitzfahrzeuge. Im Baumarkt hast Du letztens einen kleinen Aufsitzt-Traktor erobert und war‘s überglücklich. Wir mussten uns stark zusammenreißen, Dir vor lauter Niedlichkeit den Traktor nicht sofort zu kaufen.

Dein liebstes Spielzeug ist weiterhin der Playmobil-Fuhrpark des großen großen Bruders. Aber auch das Schaukelmotorad erkletterst Du immer und immer wieder mit Wonne und schaukelst wild hin und her.

Du hast das Alter erreicht, indem man Dich keine 2 Minuten mehr aus den Augen lassen kann. Ratzfatz hast Du eine Spielzeugkiste mit Rädern erklommen und ziehst Dich darauf stehend am Regal hoch. Himmel. Wenn ich nur daran denke! Unser an sich kindersicherer Haushalt wird von Dir Tag für Tag auf die Probe gestellt. Zumindest hast Du bisher noch keine Anstalten gemacht, in die Spülmaschine zu klettern. Aber da warte ich eigentlich auch täglich drauf.

Deine Liebe für alle Familienmitglieder ist unverkennbar. Wenn wir deine Brüder vom Kindergarten abholen, strahlst Du ihnen entgegen, reckst Du Arme nach ihnen und hüpfst auf uns ab. Sie dürfen Dich umarmen und küssen und streicheln. Wird es Dir zu viel oder zu eng (die Umarmung des kleinen großen Bruders gleicht manchmal einem Würgegriff) weißt Du Dich zu wehren und zu befreien. Dann meckerst Du ihn immer unendlich niedlich an und schimpfst wie ein kleiner Rohrspatz!

Papa ist Dein Held. Gerade in den letzten Tagen, in denen Dein Papa Urlaub hat und die ganze Zeit zuhause ist, bist Du ein richtiges Papakind geworden. Du tobst mit ihm, wie ich es sonst nur von den Jungs kannte. Hin, her, hoch, runter. Es kann Dir gar nicht wild genug sein. Auch lässt Du Dich von Papa recht unkompliziert in den Schlaf tragen, was bei mir nie und nimmer funktionieren würde.

Du fremdelst weiterhin nicht, hast derzeit aber eine Krise,  wenn ich den Raum verlasse und sei es nur, um auf die Toilette zu gehen. Du kommst direkt hinterher und versuchst Dich auf meinen Schoß zu setzen. Das ist manchmal … nicht so günstig.

Tagsüber schläfst Du auf dem Sofa (gesichert durch diverse Bodenkissen) oder in der NONOMO. Auch schläfst Du inzwischen im Auto sehr schnell ein und meckerst nur noch kurz, wenn man Dich in den Maxo Cosi setzt. Es ist besser geworden, seitdem wir ihn dauerhaft im Auto lassen und Dich nicht mehr im Haus hineinsetzen und dann zum Auto tragen. Wir werden dennoch in den nächsten Wochen auf einen Reboarder wechseln, einfach weil Du darin aufrechter und höher sitzt und so mehr sehen kannst. Meist meckerst Du, wenn wir alleine unterwegs sind. Sitzen Deine Brüder neben Dir bist Du entspannt und glücklich.

Du hast begonnen mit uns aktiv zu spielen. Ob nun Verstecken oder Fangen … wenn man Dich sucht oder jagt lachst Du gackernd und klatscht vor Freude in die Hände. Du winkst, sobald jemand „Tschüss!“ sagt, herein kommt und oder raus geht. Das ist so putzig. Willst Du etwas trinken schmatzt Du laut und reibst die Hand über den Mund. Willst  Du etwas essen schmatzt Du ebenfalls, machst dazwischen aber immer ein „Mhhh mhhh!“-Geräusch.

Deine Lautmalerei beschränkt sich auf „Grahahahaha“ und „Röööhöööhööö“. „Mamam“ und „Pabpab“ sind eher selten ganz sicher nicht gezielt eingesetzt. So oft wie der große große Bruder mit Dir seinen Namen übt, wirst Du ohnehin vermutlich zuerst seinen nennen, auch wenn er aus drei völlig unterschiedlichen Silben besteht. Aber nein, ich spaße nur.

Deine Mimik und Gestik ist weiterhin so oberknuffig, dass man Dich ständig herzen und kuscheln möchte. So süß Schnuten und Grimassen, wie Du sie schneidest, erheitern wirklich jeden Menschen in Deinem Umfeld. Generell lächelst Du eigentlich jedermann an und bist ein immer „freundliches“ Baby.

Baby, da ist das Wort wieder. In nur einem Monat wirst Du offiziell ein Kleinkind sein. Ich bin wehmütig. Die letzten richtigen Babyaugenblicke werden immer weniger und bald werde ich Dir hinterher laufen müssen und dann und wann sicher auch schimpfen. Du wirst beginnen zu trotzen und mich vermutlich eines Tages auch „Du blöde Mama!“ nennen. Und weißt Du was? Ich freue mich auch auf diese Zeit. Denn sie birgt soviel wundervolle, atemberaubende und großartige Momente. Dennoch ist diese Vorfreude begleitet von Wehmut.

Du bist großartig, wundervoll, bezaubernd, grandios, herzig, niedlich, zuckersüß, erstaunlich. Du bist Du. Liebe auf Beinen. Eben unser Meedchen. Rabaukin. Draufgängerin. Herzdiebin.

Wir lieben Dich so sehr.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Seelenpflaster / Apr 25 2013

    „Herzdiebin“ Hihi!

    Du schreibst es immer so herzlich und warm, dass man beim Lesen das Gefühl hat, ein Teil eurer Familie zu sein! So schön!

    Alles Gute!

  2. Gabi / Apr 25 2013

    Diese Liebe die in den Monatsberichten zu lesen ist
    berührt mich jedes Mal aufs Neue. Finde das Meedchen
    auch sehr süss (was man eben so mitbekommt).
    Hach, wie schön, das Du die Kleine so genießen kannst
    und alles gestemmt bekommst auch mit den Jungs.
    Es klingt immer alles so wunderbar das man sich kaum
    vorstellen kann, dass es doofe Tage bei Euch gibt.

  3. Stefanie / Apr 28 2013

    Pure Gänsehaut von Anfang bis Ende! Auch wenn ich noch etwas Zeit habe mit meiner Kinderplanung macht es unendlich viel Mut und Vorfreude auf diese Zeit! Danke für die tollen Momente die Sie mit uns teilen. Liebe Grüße, Stefanie

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