Bis einer heult! • Kwatsch mit der Miez
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10. März 2014 | Pia Drießen

Kwatsch mit der Miez

KwatschkoppEin guter Tag beginnt, wenn plötzlich morgens im Kindergartenfach des Löwenmäulchens eine lilafarbene dm Tasche liegt. Anonym. Da freu‘ ich mich trölffach im Quadrat. Herze und Küsschen für den anonymen Spender! Allerdings wollte der Tag dann nicht ganz so steil gehen, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Ich aß zwar mein obligatorisches Glückssushi zum Frühstück – das mache ich immer, wenn ich gutes Tageskarma brauche – aber leider kann dann gegen Mittag doch der Anruf vom Makler, dass das Haus heute morgen verkauft worden sei. Ich schwankte so ein bisschen zwischen martialischer Wut und schrööööklichster Trauer. Nun ja. Hat nicht sollen sein. Wer weiß von wo dieses Zeichen gesendet wurde.

Der Mann tröstete mich via WhatsApp und sagte nochmal, dass ich das nächste Mal, wenn ich mich spontan in ein Haus verlieben würde, zusagen soll. Ja, das sagt sich so leicht. Man will ja nicht in 5 Jahren aufs Brot geschmiert bekommen, dass der Fliesenspiegel im Bad nicht in der Waage ist. Das hätte man bei der Besichtigung ja sehen können. Ist jetzt Quatsch, natürlich. Bevor jemand denkt, der Miezmann wär’n Korinthenkacker.

Ich fuhr also muffelig as muffelig can be nach Hause, packte schnell den Turnbeutel fürs Kinderturnen am Nachmittag, setzte mich aufs Sofa und beging den Generalfehler: nur ein kurzes Nickerchen. Als der Wecker 45 Minuten klingelte war ich sterbensmüde. Viel viel müder, als zu dem Zeitpunkt, als ich mich aufs Sofa gesetzt hatte. Ist auch nicht so, als wäre mir dieses Phänomen unbekannt, aber ich musste die miese Laune einfach wegschlafen. Immerhin das hat geklappt.

Das Wetter war wieder genial. 20 Grad, Sonne pur und dementsprechend saugut gelaunte Kinder. So ein bisschen Hohn ist es ja schon, ausgerechnet bei strahlendem Sonnenschein in eine Turnhalle zu gehen, aber die Kinder lieben das Turnen abgöttisch und können es immer kaum erwarten, bis endlich die Tür zur Halle aufgeht. Flutsch. Weg sind sie. Diesmal ganz ohne Abstürze. Oh, doch. Mutti hat sich einmal aufn Hintern gesetzt, weil ich nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und fast in ein Grüppchen rumstehende Mütter gerutscht wäre, hätte ich mich nicht stilvoll *reusper* abgelegt. Nun ja. Dafür wurde ich erneut gefragt, ob das alles meines Kinder wären, gefolgt von einem entsetzten „Oh Gott!“ Ich fand die Reaktion herrlich, weil ich mich noch genau daran erinnere, dass ich das als Einkindmama ebenso empfunden habe. Zwei so kleine Kinder in so engem Altersabstand? Gott bewahre! Ich grinste daher zurück: „Keine Angst, es sieht schlimmer aus, als es ist.“ 

Stullen für Alle zum Abendbrot, der kleine Nick als Guten Abend Programm und dann noch einmal gemeinschaftlich alle Betten frisch bezogen. So schläft es sich nach dem anstregenden Sport gleich viel angenehmer (in Wahrheit hab ich’s gestern einfach vergessen. Frisch gebadet macht frische Bettwäsche ja noch viel mehr Spaß).

Seitdem sitze ich auf dem Sofa und recherchiere Buffet-Ideen, die son bisschen extravagant, aber nicht zu upgespaced sind. Nicht 08/15, aber auch nicht überzogen. Das Ende vom Lied, mein Magen schreit mich an und ich hab mir das ganze Oberteil nass-gesabbert. Auf jedenfall hab ich cooles neues Zeug auf der „muss ich ausprobieren“-Liste. Und das werde ich Ihnen dann auch ganz sicher zeigen.

Und morgen gibt’s was bei der Miez zu gewinnen. Please hold the line … düt düt düt düt düt düt 

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. KeMMi / Mrz 10 2014

    Liebe MamaMiez,

    der Beitrag von heute erhebt meine Stimmung um ein Vielfaches!!!
    Ich musste wirklich lachen, schmunzeln und schwups, war meine schlechte
    Laune verflogen, DANKE, :* Auch von meinem Mann, hihi ;)

  2. Sabine / Mrz 11 2014

    Ich kenne dieses Haus – Verlust – Gefühl sooooooo gut! So gemein, auch wir suchen seit nun fast 3 Jahren ein Haus für fünf, und zwar in Bonn. I know exactly what you feel!

  3. Sandra / Mrz 11 2014

    Äh, eine kurze Frage am Rande, ich steh gerade auf dem Schlauch: Was hat es mit diesen dm Taschen auf sich??? Ich frag nur, weil bei uns hier im Kaff gib es seit einigen Tagen auch einen dm und ich freu mich soooo (weil hier gibts sonst nur Rossmann…) aber diese Taschen…??? Brauch ich die auch:) Gruß Sandra

  4. Silke Wassermann / Mrz 12 2014

    Hallo!
    Lustig geschrieben :)
    Wie unterschiedlich man aber offensichtlich die Reaktionen auf viele Kinder erlebt!
    Ich habe eine Freundin mit 4 Kindern, die auch immer wieder wahrnimmt, dass andere Leute ihre Bande durchzählen, irgendwie kommentieren, nachfragen.
    Ich selber habe 4 Kinder in 8 Jahren bekommen, die letzten beiden keine 2 Jahre auseinander – und entweder werden wir im geballten Auftritt wirklich nicht kommentiert, oder mir fehlt vollständig das Sinnesorgan für die Reaktionen anderer Menschen auf uns Viele :D
    Selbst wenn ich noch Freunde der Kinder mit im Gepäck habe, ist mir sowas noch nicht passiert.
    Doch, halt!
    Einmal war ich mit zwei befreundeten und ebenfalls kinderreichen Familien nachmittags in einem Lokal. Wir hatten insgesamt 11 Kinder im Alter zwischen 11 und 2 Jahren dabei. Weil es trubelig war, haben wir uns dazu entschieden, draussen, im Biergarten zu bleiben. Da erhoben sich zwei andere Gäste und gingen lieber ins Cafe hinein. Im Weggehen brummelten sie sich zu, dass das wohl eine Kindergartengruppe sein müsse – klar: Mit ein paar 10- und 11-Jährigen, die noch nicht durch die Einschulungsuntersuchung gekommen sind :D

    Grüße zum Abend!

    Silke

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