Bis einer heult! • Geschichten vom Esstisch
Skip to content
17. April 2014 | Pia Drießen

Geschichten vom Esstisch

Drüben schreibt die BerlinMitteMom über das Essverhalten von Kinder. Ich kann den Artikel so unterschreiben und nehme ihn mal zum Anlass, etwas über das Essverhalten meiner Kinder – vorrangig vom Quietschbeu und dem Löwenamul – zu erzählen.

Am Anfang, mit ein bzw. auch noch zwei Kindern, unterlag ich mal dem Irrglauben, Essverhalten würden sich die Kinder bei den Eltern abschauen. Ich breche mal stellvertreten für Sie alle in schallendes Gelächter aus. Zwar kann ich mit meinen drei Kindern keine empirischen Studien betreiben, aber ich kann zumindest ein Fazit ziehen: Menschen essen, wie sie essen, was sie essen, wenn sie essen.

Der Quietschbeu war ein typisches Breikind, bei dem ich es nicht erwarten konnte, ihm den ersten Löffel in den Mund zu schieben. So aß er ab dem 5 Monat Breie. Alles was Onkel Hipp hergab. Ja, ich war Hipp-Fan. (Brauchen Sie sich nicht mehr drüber echauffieren, is‘ ja nun schon fast 5 Jahre her, ne?) Jedenfalls war er ein äußerst propperes Kerlchen, das gerne und viel aß. Er war auch nicht mäkelig und löffelte Gemüse, Fleisch und Fischbreie(!) mit Genuss. Etwa zu seinem ersten Geburtstag hörte ich mit der Breifütterei auf und ließ ihn unsere warmen Mahlzeiten mitessen. Auch hier war er nicht mäkelig. 

Später aß er sehr gerne stark gewürzte Dinge. Besondern salzig liebt er bis heute sehr. Tomaten, Eier, Gurken … alles was man mit Salz betreuen kann, betreut er mit Salz. Ich fragte den Kinderarzt mal, ob das bedenklich wäre. Immerhin sei zu viel Salz ja nicht gerade gesund. Und der gute Mann gab mir den wertvollen Hinweis: „Wenn der Körper genug Salz hat, dann verliert man den Appetit darauf. Und Kinder haben dafür ein noch sehr viel feineres Gespür, als wir Erwachsene.“ Ich resümierte daraus, dass der Quietschbeu einen recht hohen Salzbedarf hat. Was auch kein Wunder ist, trinkt er doch täglich locker 1,5 Liter Wasser. Er ist im Kindergarten auch das einzige Kind, dessen Glas sie gar nicht mehr wegräumen, weil er eh ständig Durst hat und trinken will. Stilles Wasser, bitte. Ohne Blubber.

Der Quietschbeu aß sehr früh selber mit Löffel und Gabel. Mit ca. 20 Monaten gab ich ihm ein Kindermesser in die Hand. Von da an schmierte er sich seine Brote (anfänglich mit Hilfe) selber und nahm das Messer auch bei warmen Speisen ganz normal zur Hilfe. Zudem kleckert er so gut wie nie, sein Teller ist immer der sauberste und sein Platz sowieso.

Er ist nicht pingelig beim Probieren neuer Speisen. Was mich schon ein wenig irritiert, da er sonst ja eher der „kenn ich nicht, mag ich nicht„-Typ ist. Er isst gerne scharf, sauer und salzig. Und er genießt den Geschmack von Speisen, bennent diesen oder versucht ihn zu umschreiben. Der Geschmackssinn ist seine geheime Superkraft.

Und dann kam das Löwenmaul, dem ich nicht einmal einen Löffel Brei in den Mund schob, sondern ihm beim ersten Interesse dampfgegartes Obst und Gemüse in die Hand drückte. Herr Löwenmaul liebte das Matschen und Spielen mit Essen von Anfang an. Ebenso war er von Anfang an sehr wählerisch, was sein Essen anging. Es durfte nichts zu intensiv schmecken. In egal welche Geschmacksrichtung. So mag er bis heute zum Beispiel auch keinen Honig oder gar Rübenkraut, weil ihm das zu süß ist. Dem Löwenmaul war ein Löffel oder eine Gabel nur sehr sehr schwer nahezubringen. Meist hielt er Gabel oder Löffel in der einen Hand und aß mit der anderen. Er war auch nie ein guter Esser. Bis heute ist seine Brotdose die am Morgen die am wenigstens bestückte und die vollste am Nachmittag. Dass er sich beim Essen nach nimmt kommt so gut wie nie vor. Und das einzige, bei was er nicht rummeckert, sind trockene Nudeln. Immerhin gekocht. Man redet da ja gerne von der „nur Nudeln“-Phase, die der Quietschbeu auch ein paar Wochen lag hatte. Beim Löwenmaul dauerte die Phase bereits 2 Jahre an und kein Ende in Sicht. Oft will er irgendwas Essen. Zum Beispiel eine Banane oder einen Joghurt. Ich kann ihnen in 95% der Fälle im Voraus sagen, dass er das nicht aufessen wird. Egal mit wie viel Nachdruck er mir vorher beschwört, er würde das auf jeden Fall aufessen. Das macht mir kirre. Aber inzwischen haben wir im Meedchen einen dankbaren Resteverwerter gefunden. Also ist es eben so. 

Auch isst das Löwenmaul bis heute eine richtige Sau am Tisch. Er muss alles, wirklich alles, zerpuhlen, abknibbeln, aussortieren und dann in alle vier Himmelsrichtungen auf seinem Teller – und darüber hinaus – verteilen. Er benutzt bis heute kein Messer, auch wenn immer eins neben seinem Teller liegt. Er schmiert sich höchst selten sein Brot selber. Entweder er lässt das den Quietschbeu machen oder stellt sich so lange so ungeschickt an, bis das Brot dreimal mit der Belagseite nach unten auf den Fliesen gelegen hat. Dann übernehmen wir das doch wieder. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das durchaus Masche ist. Er ist nämlich feinmotorisch sehr fit und kann problemlos schrauben, wischen, zeigen, aufnehmen, etc. Auch solche akrobatischen Fingerkunststücke („Guck mal, Mama! GUCK MAL!!! Was ich kann! Kannst Du das auch? Guck mal!!!“) sind gar kein Problem.

Wenn das Löwenmaul keinen Hunger mehr hat, was nach ca. 5 Minuten und drei halbvollen Gabeln der Fall ist, beginnt er sein Essen in seine Moleküle zu zerlegen. Vielleicht sollte ich ihn mit einer Pinzette essen lassen. Da hätte er vermutlich seine helle Freude dran.

Über seine Kleidung sollten wir gar nicht erst reden. Könnte ich dem Quietschbeu ein und dasselbe Shirt ungelogen 5 Tage die Wochen anziehen, so müsste ich das Löwenmaul 3 Mal am Tag umziehen. Darum trifft man uns auch öfters mal mit völlig vermatschtem Shirt an. Ich habe es mir nämlich abgewöhnt immer Wechselkleidung in der Tasche mit mir zu führen.

Neue Speisen isst das Löwenmäulchen so gut wie gar nicht. Ledawoschtbrot bis zum Exitus. Und trockene Nudeln. Dieses Jahr hat er beschlossen, keine Erdbeeren mehr zu mögen. Und keine Trauben. Kartoffeln hat er noch nie gemocht. Ebensowenig wie Möhren. Und er isst auch keine Produkte aus Kartoffeln. Also weder Reibekuchen noch Knödel oder gar Pommes. 

Während der Quietschbeu sich stundenlang durch ein Buffet fressen kann, steht das Löwenmaul Unterlippevorschiebend davor und „mag das alles nich!„.

Löwenmaul

Das Meedchen ist eine Mischung aus dem Essverhalten beider Jungs. Sie isst mir Gabel und Messer – oder Löffel -, schmiert sich bereits Brote selber und hat nach dem Essen meist saubere Kleidung. Sie besteht aber weiterhin nachdrücklich auf das Tragen eins Lätzchens. Immer. Sie mag so gut wie alles. Auch gerne sehr salzig, wie der Quietschbeu. Wenn sie etwas nicht mag – oder nicht mehr will – muss das sofort von ihrem Teller runter. SOFORT. Mit „an den Rand legen“ kommt man ihr am besten gar nicht erst. Da wird sie zur Furie. So stehen inzwischen oft zwei Teller vom Meedchen. Einer zum Essen und einer zum Aussortieren. Sei’s drum.

Wenn ich etwas in den letzten 5 Jahren gelernt habe, dann, dass man auf das Essverhalten seiner Kinder so gut wie gar keinen Einfluss hat. So halten wir uns an die guten alten Tischmanieren, wie das Kauen mit geschlossenem Mund, gerade sitzen, nicht rumhampeln oder singen und die Hände auf den Tisch, nicht darunter, legen. Der Rest – so muss ich ehrlich und offen gestehen – ist wie er ist. Sonst käme ich selber nämlich gar nicht mehr zum Essen und meine Kinder haben noch nichts fabriziert, was man anschließend nicht wieder aufputzen kann.

Außerdem folge ich dem Leitsatz: es ist noch kein Kind am gedeckten Tisch verhungert!

Wenn das Löwenmaul wenig bis gar nix isst, dann ist das so. Es gibt auch immer wieder mal Phasen, in denen er richtig reinhaut. Man muss auch ganz klar mal sehen, dass er mit seiner recht kurzen Statur und seinem eher gemütlichen Wesen vermutlich nicht den Energiebedarf hat, wie sein großer Bruder, der erstens hoch gewachsen und zweitens ständig in Bewegung ist. Kinder sind wie sie sind und essen wie sie essen.

Mir als Mutter bleibt die Aufgabe und Pflicht, mich um gesundes und ausgewogenes Essen zu bemühen. Also stelle ich mehrmals täglich Teller mit Obst und Rohkost zur freien Bedienung auf den Tisch. Und wenn das Löwenmaul nun seit Wochen immer nur 3 Apfelspalten nimmt und dann zufrieden ist, dann wird das wohl reichen.

Nein, meine Kinder müssen nicht aufessen, wenn sie satt sind. Ich verwehre ihnen auch nicht den Nachtisch, wenn sie nicht aufessen, sondern passe die Menge der gegessenen Portion an. Ich denke, sie entwickeln so ein gesundes und natürliches Gefühl für Hunger und Sättigung. Und das ist in Hinblick auf steigende Adipositas-Zahlen sicher nicht das Dümmste.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das alles noch beim Meedchen entwickeln wird. Ich denke in einem Jahr wird ein guter Zeitpunkt sein, um darüber noch mal zu resümieren. Erinnern Sie mich ruhig dran.

In diesem Sinne: Mahlzeit!

Print Friendly
Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Mama arbeitet / Apr 17 2014

    Wundervoll. Genau so. Und wie es die Berlinmittemom schreibt. Dass ich so gut wie gar keinen Enfluss auf das Essverhalten meiner drei Kinder habe, ist DER Satz dieses Textes für mich. Denn hier ist es genauso, und das stellt alles, was die traditionellen ernährungswissenschaftlichen Tipps für Kinder uns weismachen wollen, auf den Kopf.

    Das einzige, was ich ihnen beibringen kann, ist mit Lust zu essen, worauf sie Appetit haben. Und zwar dann, wenn sie hungrig sind. Und damit aufzuhören, wenn sie satt sind. Damit ist schon viel erreicht, das kann so mancher Erwachsener nicht.

    Liebe Grüsse! Christine

  2. Line / Apr 17 2014

    Ganz toll geschrieben und so wahr. Und wirklich interessant zu sehen, wie unterschiedlich sich Kinder auch da, trotz gleichem Umfeld, gleicher Erziehung etc., entwickeln.

    Ich war auch immer ein Kind, das wirklich alles probiert und gegessen hat. Salzig esse ich bis heute gerne. Als Kind habe ich ab und zu Brühwürfel gelutscht. Natürlich nur, wenn Mama nicht hingesehen hat, die fand das nämlich nicht gut ;)
    Mein Bruder hingegen war schon immer sehr mäkelig. Seine Nudelphase (nackte Nudeln, ohne alles) hielt an, bis er ca 10/11 war. Wenn er etwas mochte, aß er es, bis er es nicht mehr sehen konnte. Im Italienurlaub 3 Wochen abwechselnd nackte Nudeln und Thunfischpizza. Auf’s Brot kommen ihm noch heute (er ist Mitte 20) nur Leberwurst, Schinkenwurst und Thunfisch aus der Dose. Im Wechsel und dann gerne 1- 1 1/2 Jahre am Stück eines davon. So seit 5 Jahren probiert auch mal neue Sachen und sein Speiseplan hat sich erheblich erweitert.

  3. Anke / Apr 17 2014

    Hier ist es ähnlich, wie beim Löwenmaul – bei uns ging bis zum 2. LJ alles – wirklich alles, rohe Zwiebeln, Räucherfisch – egal, was. Von jetzt auf gleich beschloss er dann, auf Nudeln (hier allerdings IMMER mit Tomatensosse) umzusteigen – wochenlang ging nur dies.

    Kein Brot, Brötchen waren auch doof, Obst und rohes Gemüse (auch Sellerie oder Porree gehen roh) ist ok. Er ist jetzt 5 und beginnt sich wieder ranzutrauen, mittlerweile geht Brot, aber nur mit Salami – Pommes, Nudeln und Reis und – oh jaaaa, Fleisch, zwar immer nur Hähnchenfleisch, aber immerhin.

    Ich hab mir da auch anfangs Stress gemacht, dann nicht mehr – wenn er nicht mag, konnte er in der brot-freien Zeit alternativ eine Buchstabensuppe haben, mittlerweile gibt es alternativ ein Brot. Aber er probiert jetzt auch einiges wieder, wenn er nicht mag, ok – und er muss auch nicht aufessen. Ich musste da früher und fand es doof. Wenn satt – dann satt….

    Schön zu lesen, das es wirklich überall ähnlich ist, mein Mann meinte anfangs, in der Stress-Zeit, nur wir hätten wohl dieses Problem…

    LG
    Anke

  4. Heike / Apr 17 2014

    Schöner Text, tolle Geschichten. Bisl besser redigiert wäre noch schön.

  5. Claudia / Apr 17 2014

    „Mit “an den Rand legen” kommt man ihr am besten gar nicht erst. Da wird sie zur Furie. So stehen inzwischen oft zwei Teller vom Meedchen. Einer zum Essen und einer zum Aussortieren.“

    Haha ist hier beim zweitzwerg auch so *gg*
    Ich kann deinen Artikel und den von berlinMitteMom nur unterschreiben.
    Find ich toll, das du deinen Kindern nicht den Nachtisch verweigerst. Essen soll Spaß machen und nicht zur Verwöhnung oder zum Zwang geraten.

  6. Sanne / Apr 17 2014

    Ich liebe liebe liebe deinen Blog!!! Lese immer still, aber ich hab hier schon soviel gelacht, gekiechert, nachgedacht auch geweint….dass ich das doch mal loswerden musste. Angefangen hab ich mit dem Lesen 2012, als ich mit Kind Nummer 3 schwanger und Bettruhe flach lag….nun bin ich süchtig. Deine Schreibe ist herrlich, ich mag deine Ehrlichkeit, wie du Situationen beschreibst….ich bewundere, wie du dein/euer Leben wuppst und ich würde soooooooofort das Buch zum Blog kaufen, sollte es dieses irgendwann geben!
    LG, Sanne

  7. Hanna / Apr 17 2014

    oh mann, ich erkenne mich so oft in deinen kindern wieder. irgendwie lerne ich durch deine kinder immer wieder über mich ;)

    ich LIEBE es auch jetzt noch mein essen in das kleinst mögliche zu zerteilen, verstreichen, auseinander sortieren. und alles was ich nicht mag muss auf den teller von…jemand anderem. ich halte das einfach nicht aus. es macht mich wahnsinnig. und ich bin schon gute 20 ;) und ich finde es so fantastisch dass du deine kinder so essen lässt wie sie wollen. ich durfte das als kind nicht und das war für mich das schlimmste am essen.

  8. Sandra / Apr 18 2014

    Ich wollte nie glauben, wenn andere Eltern erzählt haben, dass das mit dem „guten Essen“ so ab zwei zumindest stagnieren würde. Nun, was soll ich sagen: wie wahr, wie wahr :)
    Wir haben es immer so gehalten, dass wir ein ausgewogenes Angebot machen und der Kleine (jetzt 2 und nen Viertel) nimmt davon, was und soviel er möchte. Lediglich bei Süßigkeiten gibt es Regeln.
    Brei mochte er nie, gefüttert werden schonmal gar nicht. Bin mal gespannt, wie es mit Kind Nr. 2 so wird….

    Danke für den erfrischenden Blog – toll geschrieben und immer wieder köstlich amüsant – wie das Leben halt so ist.

    Frohe Ostern!

  9. Frau Kreis / Apr 18 2014

    Bis vor ein paar Jahren, als alle drei Kinder klein waren, hätte ich das auch unterschreiben können. Und ich habe mich ebenfalls damit getröstet, dass noch kein Kind am gedeckten Tisch verhungert ist. Mittlerweile hat das Essverhalten der beiden großen Kinder (fast 9 und 11 Jahre) sich fast völlig unserem angeglichen, es gibt kaum noch Dinge, die die Kinder nicht mögen oder zumindest probieren – die Fünfjährige hingegen seziert schon noch gern Nahrungsmittel, pult Kerne aus Tomaten oder kratzt Petersilie vom Salat. Aber ich sehe das Ganze mit großer Gelassenheit, schließlich haben die beiden anderen ihre „Schrullen“ auch nach und nach ganz von allein abgelegt …

  10. Windsandale123 / Apr 19 2014

    Hmm, was ist jetzt so verkehrt/ schlimm an Hipp und Co, dass Mama Miez das heute unangenehm ist?? Klar, Hipp ist ein Großkonzern, der Geld m Babynahrung verdienen will- aber wollen das nicht auch die ‚echten‘ Biomarken? Und was ist an Babybrei aller Arten so falsch außer das es eben kein BLW ist???? — Irgendwie erweckt diese Bemerkung bei mir den Eindruck der ‚Mutterstutenbissigkeit‘ über die ich seit Geburt meiner tollen Tochter immer wieder entsetzt bin…
    Oder habe ich hier etwas völlig falsch aufgefasst?
    LG u frohe Ostern,
    Windsandale

  11. Anne / Apr 20 2014

    Mein Mittelkind hat über Jahre fast nichts und auch im Stil mit Pipette und Pinzette gegessen.
    Sie schrieb mit 17 ihre Matura (ein Jahr früher als normal), ist 1.86 gross, fröhlich und bildhübsch. Heute mit 22 isst sie viel mehr, und ausgewogener.

  12. Julia / Apr 21 2014

    Toller Artikel, so schön frisch, ehrlich und authentisch geschrieben wie es eben im Leben einer Mutter so zugeht. ;)
    Meine Kinder sind, was das Essverhalten betrifft, auch sehr unterschiedlich. Meine Älteste war als Baby sehr wählerisch was das Essen anbelangte, Obstbrei und Bananen waren noch ganz okay, aber alles was nur etwas nach Gemüse schmeckte wurde demonstrativ verweigert. Trotzdem gab ich nie auf, und bot immer Gemüsestückchen zusätzlich zu jeder Mahlzeit und als Zwischenmahlzeit an. Ich zwang sie nicht, Gemüse zu essen, hab ihr aber die Möglichkeit dazu gegeben – und siehe da – irgendwann verlor sie die Skepsis gegen das Grünzeug und mittlerweile ist sie fast alle Sorten (außer Fisolen und Spinat) mit Genuss. Mein Jüngster hingegen aß als Baby so gut wie alles, ist aber dafür jetzt um einiges wählerischer als früher. Aber ich lasse mir deshalb keine grauen Haare wachsen, das Essverhalten und der Geschmacksinn wird sich im Laufe des Lebens noch öfters verändern. Ich bin auch ein absoluter Gegner der „Alles muss aufgegessen werden“ Erziehungsmethode. Ist ja bei Erwachsenen auch so – manchmal hat man mehr Hunger, manchmal weniger. Essen sollte kein Zwang sein, und viel essen sollte auch nicht belohnt werden – genau solche Erziehungsstile fördern nämlich meiner Meinung nach späteres Übergewicht und negative Essgewohnheiten.

  13. Silke / Mrz 13 2015

    Gerade habe ich den Text entdeckt und musste lachen. Es gibt Dinge die ändern sich nie

Trackbacks und Pingbacks

  1. Werkelschaf | Unsere Geschichte vom Esstisch
  2. Familienessen | 2kinder/küche/bad/balkon
Leave a Comment